Schöne Bescherung!

22. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Was hoch steigt, das wird auch tief fallen. Das gilt auch für den Bitcoin. Doch gänzlich unerwartet liegt selbst darin sogar eine große Chance…

Der Bitcoin-Crash unmittelbar vor Heiligabend dürfte manchen Kryptojünger recht unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Doch womöglich fängt das Desaster gerade erst an, sodass die neureiche Glücksritter-Fraktion noch ausreichend Gelegenheit haben könnte, das Mütchen wieder etwas herunter zu kühlen.

Ein Blick auf den Kursverlauf des Bitcoin Investment Trust mit dem Kürzel GBTC zeigt das: Innerhalb weniger Tage hat sich der Kurs dieses Bitcoin-ETF kurzerhand halbiert – und einer weiteren Halbierung steht nun nichts mehr im Wege, wie die rote Markierung in der folgenden Abbildung vermuten lässt:

Ach Herrje! Da wähnte man sich schon im Himmelreich der unermesslich Wohlhabenden, und dann sowas. Schöne Bescherung, wird da mancher lamentieren – und dabei so überhaupt nicht an den „Heiligen Abend“ am Sonntag denken. Dabei liegt in dem Unerwarteten tatsächlich auch eine Chance:

Gerade Börsianer scheinen ja anfällig dafür zu sein, die eigene glänzende Zukunft am Kontostand ablesen zu wollen. Nach dem Motto: Wenn dort endlich die erste Million erscheint, noch besser natürlich die zweite oder die dritte, dann werde das Leben so richtig anfangen.

Wirklich?

Kürzlich bin ich mit dem Fahrrad recht unsanft gestürzt. Da ich auf zwei Rädern einigermaßen geübt bin, passiert mir das nur selten. Neben einigen schmerzhaften Prellungen an Knie, Hüfte und Schulter hat das Ereignis so „aus heiterem Himmel“ die wertvolle Erinnerung aufgefrischt, wie zerbrechlich wir alle doch sind. Und wie schnell von einer Sekunde auf die andere alles ganz anders sein kann.

Plötzlich fällt einem ein, wie oft man schon Dinge hinausgeschoben hat: Der lang gehegte Traum? Ganz bestimmt im nächsten Jahr. Die ersehnte Reise in ein fernes Land? Der Besuch bei Vater oder Mutter, ein wichtiges Gespräch mit dem Partner, mit Familienangehörigen, Freunden oder anderen Menschen, die einem wichtig sind? Oder auch die wohltätige Spende für einen guten Zweck?

Später einmal. Es ist ja noch Zeit…

Der Sänger und Liedermacher Reinhard Mey hat zu dem Thema vor Jahren einmal ein ergreifendes Lied geschrieben. Der Text kann uns daran erinnern, dass alles endlich ist auf dieser Welt, auch wir selbst, und dass wir jeden Tag als ein kostbares Geschenk dankbar empfangen dürfen. Völlig unabhängig von Bitcoin-Crash, Kontostand und Börsenkursen. Hören sie einmal rein, nur vier Minuten, die Sie wahrscheinlich nicht bereuen werden.

Wir wünschen allen Lesern ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, erkenntnisreiches, vor allem aber gesundes Neues Jahr 2018…

© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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