Schmutzige Geschäfte

3. Juli 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die HSH Nordbank macht gerade eine Wurmkur, um die finanziellen Altlasten loszuwerden. Das frühere Prachtstück des Nordens soll bis 2018 besenrein an wen auch immer verkauft werden. So hat es die EU entschieden…

An wen verklappt man den Giftmüll? Richtig! An die Stadt Hamburg und das Land Schleswig Holstein. Sie sind nun stolze Eigentümer fauler HSH-Kredite und besitzen marode Finanzierungen von rund 250 Schrottschiffen im Gegenwert von vorerst fünf Milliarden Euro. Das wird noch mehr. Erinnern wir uns an den großartigen Ole von Beust, der heute mit der Sache nichts mehr zu tun hat…

„Die Schwarzmaler, die die Bank pleitegehen lassen wollten, lagen falsch.“ Bisher habe die Sanierung den Steuerzahler noch keinen Cent gekostet. „Aber ich sage auch offen: Das Problem ist noch nicht endgültig gelöst, es gibt noch immer Risiken.“ (Quelle: Spiegel 23.12.2009)

Das Geld ist natürlich weg! Was hätte man damit alles machen können? Selbst eine Philharmonie für Lübeck, größer und teurer als die in Hamburg, wäre drin gewesen. Nun explodiert die Verschuldung, während der Bürger Rekordsteuern und damit die Zeche für fatale politische Entscheidungen berappen.

Glücklicherweise wurden im letzten Jahr 23.500 neue Steuermichel in Schleswig Holstein geboren und damit so viele wie seit 2004 nicht mehr. Die Kleinen wissen nicht, was ihnen die Politiker schon eingebrockt haben.

Wenn die faulen HSH-Kredite jetzt die nordischen Landesfinanzen bedrohen, wie sieht es dann erst mit der Deutschen Bank aus? Schließlich sei sie die gefährlichste Bank der Welt, so der Internationale Währungsfonds. Ihr Aktienkurs steht jetzt übrigens auf dem niedrigsten Stand seit Mitte der 70er Jahre und die Finanzaufsicht BaFin stellte neulich fest, die Bank sei sicher. Oha! Als ob es daran jemals einen Zweifel gab. An der Börse wiegt die Bank mit der Leistung aus Leidenschaft gerade noch 17 Milliarden Euro. Wesentlich größer ist nur ihr Risiko.

Ja, die Banken und die Politik… Wahrscheinlich ist nur eine Parkbank heute noch die letzte vertrauenswürdige Bank, selbst wenn sie von Vögeln verschmutzt wurde. Auch dann ist sie noch sauberer als das, was man als schmutzige Geschäfte so oft beobachten kann.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

 

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Ein Kommentar auf "Schmutzige Geschäfte"

  1. FDominicus sagt:

    Die Steuerzahler wählen seit mehr als 70 Jahren immer wieder CDU/SPD und niemals gab es eine Regierung ohne eine der beiden Parteien. Immer und immer wieder wurde mir was vom „kleineren Übel“ erzähllt, nun kein Wunder das es nicht besser wurde. Hamburg ist Pleite, wie so viele andere Städte, was aber egal ist, es hat keine Auswirkungen, immer bleiben es diesselbern Parteien und daher wird sich auch an der Lösung von Problemen nichts ändern. Ich weiß heute schon wer’s bezahlt – der Steuerzahler.

    Eben derjenige der nie etwas anders wollte, ich gönne jedem der immer eine der genannten Parteien wählte, daß er noch lange immer mehr bezahlen muß. Allen anderen wünschte ich Ruhe vor den „Menschen“ dieses Schlages – nur leider nützt es diese nicht im Geringsten. Nie änderte sich „mitgefangen – mitgehangen“, die Millionen von Toten sprechen da Bände.

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