Schmeiß weg den Dreck!

28. Mai 2009 | Kategorie: Kommentare

Nein, das war wirklich keine gute Idee, das mit dem Gold und dem Silber. Man kann es nicht essen. Nicht dass ich es nicht versucht hätte, aber es stand so in den Zeitungen. Und Sie wissen ja, ich glaube nicht alles, was da so steht.

Mein Zahnarzt freut sich aber. Und man kann es sonst auch nicht verwenden. Das steht auch in den Zeitungen. Unsere Kanzlerin soll gesagt haben, dass man damit kein Klopapier kaufen könnte. Beim Abwischen soll es so hässliche gelbe Streifen hinterlassen. Nein – Gold ist definitiv etwas für die Hinterweltler aus dem Urwald…

Wissen Sie, es bringt nicht mal Zinsen, im Gegensatz zu meinem nicht vorhandenen Sparbuch. Irgendwie war den Banken ja nicht zu trauen. Wer kennt sich schon mit Bilanzierung aus. Das ist eigentlich auch nicht nötig, denn es gibt ja diese Werbespots und die hübschen, bestimmt aufwendig und teuren Broschüren, die um Vertrauen werben. Und dazu die tollen Reden der Bankchefs im Fernsehen, wenn es eine Hauptversammlung gibt. Nehmen wir mal Blessing. Da ist Name Programm. Wozu soll man sich mit Aktiva, Passiva, Eigenkapital und Bilanzsummen quälen, wenn selbst die Steuerberater beim Bilanzieren Schweißperlen auf der Stirn bekommen und dazu die Richtlinien ständig geändert werden. So habe ich beschlossen, gar kein Geld mehr zu haben.

Bei Silber hat man wenigstens noch die Chance, die Leute beim Ein- oder Ausparken zu beobachten, ob sie dabei eine Schramme an meinem Auto hinterlassen. Wäre es ein Opel, hätte er in ein paar Jahren Oldtimer-Status. Sollte es eine solche Schramme geben, kann man ja den(der)jenigen, der (die) sich dann üblicherweise heimlich aus dem Staub macht, so nen Kilobarren oder einen Kookaburra über die Rübe ziehen – oder wenn wieder diese Leute von den Rettungshubschraubern vor der Tür stehen. Aber sonst? Naja, bald ist ja schon wieder Weihnachten – und man kann damit auch gut seine letzten Freunde loswerden, indem man ihnen seine Silbermünzen schenkt. Von der Warte aus gesehen hat Silber sogar einen kleinen strategischen Vorteil. Aber sonst?

Nun, was mache ich mit meinem nicht vorhandenen Geld? Spitzfindige Menschen überweisen ab und zu einen Betrag für Dienste, die ich leiste. Meine Nachbarin sagte, ich solle den Inhalt von Überraschungseiern sammeln und dort investieren. Die bringen richtig Rendite, mehr als dieses pelzige Tier auf dem Frankfurter Parkett. Und dann wiege ich auf einmal 120 Kilo, denn irgendwie muss die Umhüllung ja weg. Meine Nachbarin ist oft garstig. Merken Sie das? Sie kommt immer auf Ideen, die mir mehr schaden als nutzen. Dafür liebe ich sie auch, denn Rache ist süß….

Schauen Sie, neulich traf ich sie wieder am Briefkasten. Ich weiß, sie mag mich nicht, denn ich war schuld daran, dass sie bei 3600 Punkten im DAX keine Aktien gekauft hat. Heute hätte sie damit mindestens 30 Prozent gemacht, sagt sie. Hättiche sind aber keine Habichte, sagte ich ihr. Seitdem grüßt sie mich nicht mehr. Pech gehabt. Zu Weihnachten schenke ich ihr silberne Maple Leaf`s.

Meine Oma hatte Unrecht, indem sie sagte, es wäre besser, weniger auszugeben, als man einnimmt. Auf einmal hatte ich Guthaben auf dem Konto. Also zog ich los und kaufte wegen dieser blöden Krise ein paar von diesen dämlichen Münzen und ein paar Raviolibüchsen. Ich hasse Ravioli. Deshalb lade ich Holger und alle meine Freunde zum runden Geburtstag zu einer Ravioliparty ein. Ist das nicht nett? Ich mache das nur unter dem Aspekt der Kostenersparnisse. Niemand wird je wieder zu meinem Geburtstag kommen.

Und vom Ersparten kaufe ich mir die letzten Glühbirnen der Welt, das neue Buch von Hans-Werner Sinn, das neu zu schreibende Buch samt Bildband on Angela Merkel, dazu die Rettungserfolge des Herrn von und zu Guttenberg und die ganzen Globalisierungsbücher aus den Top100 der Spiegel-Bestsellerliste

…für die einsamen Abende.

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