Schlechtes Geld, gutes Gold und viel Geduld

17. November 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) In diesen Tagen hagelt es derart viele schlechte Nachrichten, dass die guten darüber in Vergessenheit geraten. Man denke nur an die folgenden: Eskalation im Nahost-Konflikt, Beginn der Rezession jetzt auch in Deutschland, nicht enden wollendes Geschacher um Griechenland, Spanien, Portugal usw., verbunden mit immer mehr Straßenschlachten, Dax unter 7000 Punkten, Dow Jones auf dem Weg nach unten…

…in Richtung 12.000, Streit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA um die viel zu hohe Staatsverschuldung, Stichwort fiskalische Klippe, wachsender Refinanzierungsbedarf vieler – auch deutscher – Konzerne, Lebensversicherungen und Versorgungswerke in Schieflage und nicht zuletzt laut World Gold Council sinkende Goldnachfrage im dritten Quartal weltweit um 11 Prozent, verglichen mit dem dritten Quartal 2011. Da hilft nur eine klare Analyse, aus der sich sogar die eine oder andere Prognose ableiten lässt, hier im Schnelldurchgang:

Konflikte wie jetzt wieder einmal im Nahen Osten wirken sich nach den bisherigen Erfahrungen aus deutscher Sicht nicht nachhaltig auf die Geldanlage aus. Die Rezession in Deutschland muss man zusammen mit den Problemen der südeuropäischen Euroländer sehen, wo es bereits mehr als nur rezessiv zugeht. Wer genug Cash auf dem Tagesgeldkonto vorhält, wie hier immer wieder empfohlen, kann sich später über niedrigere Einstiegskurse bei deutschen, anderen europäischen, amerikanischen und zum Teil auch asiatischen Aktien freuen. Vorerst gilt jedoch getreu dem Spruch „Greife nie in ein fallendes Messer“: Keine solchen Aktien kaufen, aber ihre Kursverläufe möglichst laufend beobachten.

Die US-Staatsverschuldung ist so hoch, dass sie gar nicht mehr abgebaut werden kann. Folglich werden sich Demokraten und Republikaner zu einem Kompromiss zusammenraufen, und am Jahresende werden beide behaupten, entscheidend zur Problemlösung beigetragen zu haben. Der hohe Refinanzierungsbedarf der Privatwirtschaft ist da schon ein ganz anderes Kaliber, weil hier Banken ins Spiel kommen, die mangels ausreichendem Eigenkapital nicht in jedem Fall Interesse an der Bedarfsdeckung haben. Daraus wird sich ein Rezessionstreiber entwickeln, der die Aktienkurse zusätzlich drücken dürfte.

Immer mehr Lebensversicherer und zunehmend auch Versorgungswerke können die Renditeversprechen gegenüber ihren Kunden nicht mehr halten. Besonders die schlechten unter ihnen schieben die Schuld einseitig auf die sehr tiefen Zinsen. Doch das ist erst ein Drittel der Wahrheit. In Wirklichkeit fehlt ihnen auch die Phantasie, über den Tellerrand niedrig verzinslicher Anleihen hinauszublicken, die einen wachsenden Teil ihrer Anlagen ausmachen. Obendrein reicht ihr Eigenkapital nicht aus, um in größerem Umfang höher rentierliche Anlagen zu ermöglichen, die mehr Kapitaldeckung erfordern als Anleihen, etwa Immobilien oder Aktien. Fazit aus all dem: Rechnen Sie mit hohen Abschlägen auf die ursprünglichen Versprechen der Lebensversicherer und Versorgungswerke und sorgen Sie zusätzlich individuell vor – womit ich auf keinen Fall die Riester-Rente meine, sondern später nach stärkeren Kursverlusten Aktien (ich komme in den nächsten Monaten immer wieder mal darauf zurück), außerdem natürlich Gold und Silber… (Seite 2)

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