Scheine und Münzen ohne Wert

8. Juni 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Robert Vitye) „Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen“, sagte der spätere Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, bereits im Jahr 1966…

Und weiter: „Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögende keinen Weg gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis der Wohlfahrtsstaats-Tiraden gegen das Gold.

Defizitfinanzierung ist schlichtweg eine Maßnahme zur ‘versteckten’ Enteignung von Vermögen.” Heute haben diese Worte eine Brisanz wie kaum jemals zuvor. Denn die aktuelle Eurokrise ist nur die Spitze des Eisbergs: Die Überschuldung von Staaten – und das betrifft nicht nur Europa, sondern beispielweise auch die USA – ist ein Symptom einer weitreichenden Krise des Geldsystems.

Das heutige Geldsystem funktioniert nach planwirtschaftlichen Prinzipien: Geld entsteht im Rahmen eines Kreditschöpfungsaktes durch staatlich monopolisierte und autorisierte Zentralbanken, ohne dass Geld einen materiellen inneren Wert besitzt. Damit steht jeder Geldeinheit eine Zinsforderung entgegen – ohne, dass der Zins überhaupt geschaffen wird. In der Gesamtbetrachtung ist dieses System auf eine permanente „Aufschuldung“ angewiesen – nur so können die Zins- und Tilgungszahlungen finanziert werden. Mathematisch betrachtet handelt es sich somit um eine klassische Zins- und Zinseszinsfunktion, also eine Exponentialfunktion. Diese kann in der Beschleunigungsphase lediglich durch Senkung des Zinssatzes verlangsamt, aber nicht grundsätzlich umgekehrt werden. Nur solange der Geldschöpfung ein Wachstum mit entsprechender Wirtschaftsleistung entgegen steht, kann das System funktionieren. Eine weitere Voraussetzung ist die unbedingte Unabhängigkeit der Zentralbanken von jeglichem politischen Einfluss. Beide Bedingungen sind im Euro-Raum nicht erfüllt.

Kreditgeldwährung erfüllt die Geldfunktionen kaum noch

Dieses Kreditgeldsystem läuft marktwirtschaftlichen Grundsätzen zuwider. Die klassischen Geldfunktionen (Tauschmittel, Recheneinheit, Wertaufbewahrung) können damit nur sehr eingeschränkt und vor allem nur temporär ausgeübt werden. Währungsgeschichtlich sind seit 1971 erstmalig alle Währungen dieser Welt als reine Kreditgeldwährungen konzipiert. Somit führt auch der Vergleich einzelner Währungen untereinander nur zu einer relativen Betrachtungsweise, wobei jedoch das generelle systemisch begründete Problem verdeckt bleibt: die in der Geldmengenausweitung begründete Abwertung aller Währungen gegen die Währung Gold. Gold ist seit über 6.000 Jahren über alle geografischen, kulturellen sowie religiösen Grenzen hinweg eine als Geld anerkannte Währung.

Aktuell hat sich die Gesamtlage der monetären Edelmetalle Gold und Silber deutlich verbessert – auch wenn in den zurückliegenden Wochen und Monaten beide ihre Preiskorrekturen bis in die Nähe der Tiefststände aus dem Dezember 2011 fortsetzten. Die Veräußerung von spekulativen Goldkontrakten an den Terminmärkten dominierte die Preisfindung trotz einer stark anziehenden physischen Nachfrage.. (Seite 2)

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3 Kommentare auf "Scheine und Münzen ohne Wert"

  1. Fnord23 sagt:

    Der Satz könnte auch so lauten:

    „Geld entsteht im Rahmen eines Kreditschöpfungsaktes ….der Geschäftsbanken an die Wirtschaftssubjekte ( Privatpersonen oder Wirtschaft). Dadurch kann Wertschöpfung statt finden, weil Wirtschaften vorfinanziert werden muß.“

    Durch die Tilgung dieser Kredite, wird der Wirtschaft Liquidität enztogen. Die Liquidität kehrt an den Ursprung der Geburt zurück. Der Staat wird durch die Aufnahme von Schulden gezwungen diesen Liquiditätsmangel auszugleichen.

    „Die klassischen Geldfunktionen (Tauschmittel, Recheneinheit, Wertaufbewahrung)…..“

    Unser FiatKredit ( Fiat- es werde) ist kein Netto-Geld! Es ist weder Tauschmittel noch Wertaufbewahrung! War es nie!

    Geld ist Kredit, Geld kauft und kann Kredite tilgen.

    „Währungsgeschichtlich sind seit 1971 erstmalig alle Währungen dieser Welt als reine Kreditgeldwährungen konzipiert.“

    Warum? Bitte mal die oben genannte Exponentialfunktion anschauen. Nach Kreditmengenausweitung/Geldmenge weltweit googeln und das Auge auf den Zeitraum 1970 bis 1975 richten. Ab da ging die Kurve langsam Richtung senkrechte. Die Goldbindung aufzugeben war absolut notwendig.

    All das ist nicht weiter schlimm und lässt sich gut begründen.

    Schlimm ist, dass darum so ein Geheimniss gemacht wurde.

    VG aus Sachsen

    • samy sagt:

      Hi,

      „Warum? Bitte mal die oben genannte Exponentialfunktion anschauen. Nach Kreditmengenausweitung/Geldmenge weltweit googeln und das Auge auf den Zeitraum 1970 bis 1975 richten. Ab da ging die Kurve langsam Richtung senkrechte. Die Goldbindung aufzugeben war absolut notwendig. “

      Ja, warum eigentlich? Nixon musste z.B. die Goldbindung aufgeben, weil die Franzosen ihr Gold heim holten. Und die taten das, weil die Amis sich in den aberwitzig teuren Vietnam-Krieg verrannten. Mann könnte auch sagen, der Goldstandard hätte politische Abedteuer verhindern können.

      Würde man Geld wieder mit einem Rohstoffkorb (!) decken, wo u.a. auch EM, rare earth, Fossile Energieträger, Nahrungsmittel usw. drin sein könnten, dann würde Geld wieder seine Funktion als Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmittel erhalten, eben weil auf Auslieferung von Sachgütern bestanden werden könnte.

      Noch einmal zu diesem Satz von dir „Die Goldbindung aufzugeben war absolut notwendig.“

      Hierhinter verbirgt sich die aktuelle Lehrmeinung, dass Wirtschaftswachstum nur mit Inflation möglich sei, oder?

      Ist das wirklich der Fall? Das ist eine wichtige Frage.

      Deutschland erlebte seine Blütezeit unter dem Bimetallstandard (bis WKI glaube ich). Die Kolonialisierung der USA wurde erfolgreich in einem deflationären Umfeld durchgeführt usw.. Mein Bauchgefühl sagt mir, in einem deflationären Umfeld ist sehr wohl Wirtschaftswachstum möglich, wenn auch weit bescheidener unt zeitlich deutlich entschleunigt. Dafür dürfte dieses Wachstum nachhaltiger sein, weil nur die besten Ideen und Marktteilnehmer sich bei den Banken durchsetzen können und finanziert werden und sich die Qualität der Güter bessert, weil die Finanzierung eines Kaufes nun genau durchdacht wird. Man wirft sein Geld nicht mehr für Blödsinn aus dem Fenster.

      Erinnern wir uns doch mal an die .com-Blase so um 2000 herum, als krasses Beispiel für das Gegenteil. Damals bekammen diejenigen Unternehmer Kredite und konnten ihre Aktien wie warme Semmeln verkaufen, die die höchste „Cash-Burn-Rate“ hatten. So ein Unfug ist doch nur in einem System möglich, in dem Geldmengen bei Bedarf ausgeweitet werden.

      VG

  2. samy sagt:

    Aloha,

    hierzu gab es im Gelben Forum einen sehr aufschlussreichen Chart, und zwar vom User Huang Jin.

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=256202

    Dieser Chart zeigt den Kursverlauf von 43 (!) Fiat-Währungen zu Gold seit 2000.

    VG

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