Schade um die verplemperte Zeit

25. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die US-Leitzinsen bleiben bei Null, werden aber steigen, wenn nichts dazwischenkommt. Ha! Ha! Ha! Und es wird etwas dazwischenkommen! Etwas Gewichtiges…

All das Gerede der letzten Wochen war Unsinn. Jedes Zins – oder Geldsignal taugt nicht mal für eine Lichtorgel. Wer damit Auto fährt, ladet im Graben. Es gibt durchaus Experten, die den hohen Leuten alles glauben, sogar wenn sie sagten, der Mond bestünde aus Käse. Dann würden sie untersuchen, um welche Sorte es handelt und ihre Sparschäfchen in Käse-Aktien jagen.

Was aber, wenn der Mond aus weißer Schokolade bestünde? Was dann?

Das Erstaunliche ist doch immer wieder, dass keiner der vermeintlichen Experten merkt, auf welchen Unsinn er ständig hereinfällt und welchen Käse er selbst oder im Auftrag ihrer Oberhirten erzählt.

Doch das würde erklären, warum sie ständig erklären, weshalb ihr Erklär falsch war. Und auch, dass sie damit nie fertig werden. Experte und Expertise gehören nicht unbedingt zusammen genso wenig wiewie der Begriff „Experte“ als Berufsbezeichnung.

Und so verschwendet man sinnlos Papier und Sendezeit mit dem verbalen Unsinn aus den Zentralbanken. Erinnern wir uns: Für 2016 und 2017 wurden acht Zinserhöhungen erwartet. Was passierte? Nichts.

Jetzt erwartet man drei Zinsanhebungen. Aber gut, dass man darüber gesprochen hat. Tatsache ist, die FED hat den Zeitpunkt für höherer Zinsen verpasst oder hatte nie einen Plan – höchstens einen Stundenplan, wann und wer jeweils vor einer Kamera auftaucht und Verwirrendes versucht mitzuteilen. Das ist heute moderne Zinspolitik, die Leute an der Nase herumzuführen. Hebt doch die Zinsen im Dezember an. Viel Spaß!

Die Märkte haben deutlich gezeigt, dass sie keine steigenden Zinsen fürchten, weil damit auch 2017 nicht zu rechnen ist. Das einzig Spannende wird sein, was dazwischen kommt. Ein Windzug? Eine Sache beeindruckte dennoch: Auf die Frage, ob man sich mehr um die Bildung der Amerikaner kümmern sollte, lehnte das FED-Chefin Janet Yellen ab. Sie weiß schon warum.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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4 Kommentare auf "Schade um die verplemperte Zeit"

  1. Paul Mueller sagt:

    Auf die Zinsen geschissen,…
    Egon von Greyerz: »Deutschland wird mit der Deutschen Bank untergehen«
    … alles läuft nach Plan

  2. FDominicus sagt:

    Nachrechnen: Ich schlage vor man schaut nur auf den Schuldendienst für die offiziellen Schulden bei 1 %, 3%, 5 %, 7% und meinetwegen auch 9 % und dabei auf den „offiziellen“ Haushalt.

  3. FDominicus sagt:

    Mach ich es halt mal
    Schulden ca 19 Bio (siehe http://www.usdebtclock.org/)
    Haushalt ca 1.1 Bio (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-kongress-verabschiedet-haushalt-fuer-2016-a-1068678.html)

    Schuldendienst im Verhältnis zum Haushalt
    bei 1 % 19 * 0.01 = 0,19 Bil Zum Haushalt 0.19 / 1.1 = 17,3 %
    bei 3 % 19 * 0.03 = 0,57 Bil Zum Haushalt 0,57 / 1.1 = 51,8 %
    bei 5% 19 * 0.05 = 0,95 Bil Zum Haushalt 0,95 / 1.1 = 86,4 %
    bei 7 % 19 * 0.07 = 1,33 Bil Zum Haushalte 1.3 / 1.1 = 121,0 %

    Also bei nur 3% geht über die Hälfte des Haushaltes für Zinsen der Staatsschulden drauf.

    Ob es schade ist um die Zeit, die ich da rein gesteckt habe? Ich meine nein, es zeigt wie prekär schlecht die Lage der „Super“macht USA wirklich ist.

    • FDominicus sagt:

      Die Zahlen mit dem Haushalt sind falsch. Wurden aber auf dem Link so geschrieben. Nach anderen Quellen ist der Haushalt 4 billionen, dann bleibt zumindest „etwas mehr“ Luft aber bei 7 % sind dann trotzdem über ein Viertel weg. Was ich aber noch fand:
      Der Haushalt von 4 Billionen, beinhaltet 1,4 Billionen an neuen Schulden. Oder anders herrum 2,6:1.4 Also mehr als jeder dritte ausgegebene USD aus dem Haushalt kommt aus neuen Schulden!

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