Ronald Stöferle: In Gold we trust, auch 2012

7. November 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Bei richtig ausgewiesenen Inflationsdaten müsste der Goldpreis weit höher als jetzt stehen. Sogar 8.000 US-Dollar pro Feinunze, kann sich Ronald Stöferle, Analyst der Erste Bank aus Wien vorstellen. „Ich wäre gerne nicht so bullisch, was Gold betrifft“, sagt er in einem Interview, das ich am Rande der Edelmetallmesse in München aufgenommen habe…

Eine kleine Plauscherei um das Thema Gold, Goldströme, Stimmung in Österreich und die Rolle der Asiaten, die inzwischen 60 Prozent des weltweiten Goldangebots vom Markt wegsaugen. Heiß diskutiert wird auch immer die Frage, ob es zu einem Goldverbot kommen könnte. Dies und mehr jetzt in einem Podcast, dem Auftakt einer ganzen Reihe von Interviews in dieser Woche, aufgenommen in München am Rande der Edelmetallmesse. Viel Spaß!




©Frank Meyer, Rott&Meyer

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6 Kommentare auf "Ronald Stöferle: In Gold we trust, auch 2012"

  1. gilga sagt:

    Vielen Dank für dieses wirklich lohnenswerte Interview! Und vielen Dank auch an Ronald Stöferle das er sich die Zeit genommen hat, seine Sicht der Dinge darzulegen.

    Sein jährlicher Report ist so ziemlich das Beste was ich zum Thema Gold bisher gesehen habe! Die wohlüberlegte aber bestimmte Art von Herrn Stöferle, die mir beim Lesen des Reports stets gegenwärtig war, ist auch in diesem Interview sehr gut spürbar.

    Es ist tatsächlich ein schleichender Prozess im Bewusstsein der Menschen zu beobachten was Gold betrifft. Noch überwiegt meist die Angst vor Verlusten, wenn man den überhaupt auf den Gedanken kommt Gold als Absicherung zu Kaufen… dann doch lieber eine Immobilie (Entsteht da inzwischen eine kleine Blase in Deutschland? Man hört und liest immer mehr davon, was die großen Städte wie Berlin, München etc. betrifft… was passiert wenn wir wirklich mal ein paar Jahre den Rückwärtsgang einlegen? Wer von den Kleinsparern kann dann noch seine Immobilie halten bzw. die zur Deckung des Kredites notwendigen Mieten zahlen?). Aber ganz langsam und Schritt für Schritt wandelt sich dies. Zumindest entsteht langsam ein Bewusstsein, dass hier etwas faul ist und die jahrelange Entwicklung in den Edelmetallen wird immer mehr Leuten gegenwärtig. Hier lauert wirklich ein Pulverfass, wenn die Angst vor dem Verlust in den Papierwährungen höher wird als die Verlustangst im Gold.

    Ich gebe Herrn Stöferle Recht, schön wäre ein Goldpreis von 8000 USD, vor allem wenn er kurz- oder mittelfristig erreicht wird, nicht. Aber wie man so schön sagt, hoffen ist gut, aber eine (echte) Versicherung ist besser.

  2. Karl Napp sagt:

    Man hört ja immer gerne das, was die eigene Meinung bestätigt aber was spricht eigentlich gegen steigende Goldpreise? Kann es Griechenland, Portugal, Italien wirklich schlecht gehen, solange die noch auf Bergen von Gold sitzen? Die Lage wird erst dann ernst, wenn die das verkaufen (müssen).

    20% Aufpreis für physische Lieferung von Gold in Asien? Ist das gesichert?

  3. SL sagt:

    Die Immobilienblase in Berlin kann ich als dort tätiger Notar nur bestätigen. M.E. ist es ein ganz klarer Crack-up-Boom. Immer mehr Mandanten erkennen, dass unser Papiergeld nicht mehr lange etwas wert ist. Leider glauben viele, die Immobilie sei als vermeintliches „Betongold“ die passende Antwort, was m.E. nicht stimmt. Besonders gefährlich ist die häufig bis über alle Ohren erfolgende Fremdfinanzierung.

    In der Regel hilft alles gute Zureden nicht. Der Deutsche flüchtet scheinbar reflexartig in die Immobilie. Nicht ausgeschlossen, dass wir in den vor uns liegenden Zeiten eine Wiederholung der 20er Jahre erleben. Damals hat man während der Hyperinflation in Berlin angeblich vorübergehend für eine Goldunze eine Bankiersvilla im Grunewald und für 500 gr. Gold ganze Miethausblöcke kaufen können.

    Blöd nur, dass der Notar mit wertlosem Papiergeld bezahlt werden konnte 🙂

  4. tizian sagt:

    @SL
    Einspruch, euer Ehren!
    Eine „über alle Ohren erfolgende Fremdfinanzierung“ kann man meines Erachtens nicht als CuB (lt .Ludwig v. Mises Katastrophenhausse) definieren.
    Ein crack-up-boom läuft an, wenn vorhandenes Geld (EK) in Sachwerte umgeschichtet wird, oder anders: die „Lohntüte“ gleich nach Erhalt derselben verkonsumiert wird.
    Ein Investment in z. B. Gold/ Aktien/ Immos per Fremdfinanzierung ist Mumpitz (Risiko-trade), kein C.u.B.

    ansonsten: Ja, der Berliner Immo-Markt zieht langsam an. Die Mieten (!) allerdings auch.
    Ich bin der Meinung, das generell Berlin noch gehörig Aufholpotential hat, im Vergleich zu Frankfurt o. München.
    Blase in Berlin? -eh! Leipzig ist noch billiger!
    Tizian aus Bln. SW

    • gilga sagt:

      Naja auch Leipzig hat bei den durchschnittlichen Kaltmieten einen Anstieg von 2,50€/qm auf ca. 5€/qm in den letzten Jahren gesehen. Und das bei praktisch gleichbleibendem durchschnittlichem Nettoeinkommen/Kopf von ca. 1000€/Monat.

      Dennoch werden bei guten Objekten (Lage, Zustand) deutlich, wenn nicht ein vielfaches, der typischen 20 Jahre Kaltmiete als Kaufpreis aufgerufen und auch gezahlt. Meist sicher auf Kredit. Nur Frage ich: Wo sollen die Mieten dafür herkommen? Immer noch viel Leerstand vor allem im Niedrigstpreissegment (30-40qm für unter 120€ Kaltmiete/Monat => Ausweichmöglichkeit) und eine schrumpfende, alternde (sprich: hier kommt auch keine Steigerung beim Einkommen) Bevölkerung.

      Was für den Standort spricht ist eine bisher recht stabile gesellschaftliche Lage + Eigentumsverhältnisse. Ich denke, da ist in anderen Staaten eher was los als hier (nicht das ich mich da Illusionen bzgl. Dtl. hingebe). Wenn dann die zu beinahe oder genau 100% selbstfinanzierte, eigengenutzte Wohnung/Haus… oder es ist ein Spiel auf Risiko, bei dem kaum Beweglichkeit (schnelle Liquidierung + Mobilität) bleibt.

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