Ron Paul als Spielverderber

11. Oktober 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Wie erfreulich ist es doch, ein Imperium zu haben! Schicken die Schweizer Drohnen los, um Leute, die sie nicht kennen, zu töten? In Ländern, in denen sie noch niemals gewesen sind? Nein! Die armen Jodler gehen lieber mit langen Gesichtern herum.

Die Amerikaner hingegen haben hingegen Truppen in 170 Staaten. Wo sind die Schweizer Truppen? Nur in der Schweiz und im Vatikan. Deshalb werden die Schweizer niemals wissen, was es für Spaß macht, „nation building“ zu betreiben und Leute zu töten.

Ich habe gehört, dass Ron Paul ausgebuht wurde bei den Präsidentschaftskandidat-Debatten der Republikaner. Warum? Er hatte vorgeschlagen, dass wir Amerikaner uns aus dem Imperiums-Geschäft zurückziehen, die Truppen nach Hause holen und wieder eine zivilisierte Nation werden. Was für ein Spielverderber…den ganzen Spaß hat er nehmen wollen!

Ein Imperium ist doch so unterhaltsam. Wir haben schon drei Kriege am Laufen…als ich zuletzt gezählt hatte…und quasi-Kriege an anderen Orten.

Ein Imperium zu haben ist wie ein Football Team, das um große Dinge spielt. Das macht Spaß, es sich anzusehen….zumindest dann, wenn das eigene Team gewinnt. Und derzeit zielt Team USA überall auf der Welt den Gegnern in den Hintern. Das ist der Grund, warum bei Football-Spielen manchmal Fotos des Teams mit Fotos von US-Kampftruppen gemischt werden (oder so ähnlich, habe ich gehört). Die Flagge weht. Die Leute salutieren. Sie wollen nicht darüber nachdenken; sie wollen nur, dass das eigene Team gewinnt!

Und wir haben so viel, auf dass wir uns freuen können. Das gilt zumindest für Historiker und ironische Volkswirte wie mich (mein geschätzter Kollege Michael Vaupel vom Traders Daily ist auch beides). Vorbei die Zeiten von habeus corpus…vergessen die Annahme, im Zweifel für den Angeklagten…in den Mülleimer mit dem Geist der Freiheit. Das alles gehört der Vergangenheit an.

Stattdessen gibt es jetzt Sonderkommandos und Drohnenflugzeuge. Jetzt werden diese Drohnen im Ausland genutzt…aber wenn das Imperium fortschreitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie für noch gefährlichere Feinde genutzt werden – die zu Hause! Ja, liebe Leser, wen man US-Bürger in Übersee töten kann, ohne Anklage, dann kann man auch sicher welche töten – im Heimatland. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Drohnen in Los Angeles und Baltimore fliegen. Also passen Sie auf, Ron Paul.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Ron Paul als Spielverderber (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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2 Kommentare auf "Ron Paul als Spielverderber"

  1. Bummbumm sagt:

    Nana, das sollte man nicht ganz so negativ sehen. Wenn die Drohnen Missetäter im Ausland richten (als Staatsanwalt, Richter und Vollzugsbeamter in einer Person ääh Perdrohn), dann heißt das noch lange nicht, dass sie das im Inland auch können. Denn nur solange man im Ausland die Mittel zusammenkratzen kann, lässt sich das fürs Inland finanzieren.

    Und es sieht so aus, als ob die Finanzierung gerade Löcher kriegt.

  2. Takuto sagt:

    Ich glaube, man kann diese Sachen gar nicht pessimistisch genug sehen. Lesen Sie mal Ostrovsky. Allerdings stimmt es, die Finanzierung wird immer schwieriger, und auch militärisch können sie immer schlechter gegen China anstinken. Schlechte Aussichten allemal fürs sinkende Imperium.

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