Revolution! Wirtschaftsdaten künftig im Wunsch-Modus

16. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Nach dem Friedensnobelpreis für die EU bekommt im nächsten Jahr der Euro auch noch den Wirtschaftsnobelpreis. Würde passen, wenn da nicht ein paar Kleinigkeiten stören würden: Wetter und Statistik…

Deshalb werden die Wirtschaftsdaten künftig einen Monat früher bekannt gemacht. Der Markt soll mit mehr Planbarkeit beruhigt werden, so verrückt wie er sich zeigt. Nicht, dass er sich erschreckt und dann wundert, was er längst hätte wissen können.

Wir wissen heite schon: Die Konsumausgaben im Dezember stiegen um gewünschte 4,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft drohte ja zwischenzeitlich erst wegen regen, dann wegen Schnee und zu geringer Kaufregung der Konsumenten auf eisigen Straßen auszurutschen oder in den Fluten zu ertrinken. Das kann nicht sein!

Mit den neuen Planzahlen ist ein fantastisches Fest mit fantastischen Umsätzen im Fantastillionen-Bereich sichergestellt. Der Einzelhandel zeigte sich von den Planungen so erfreut, dass die Konsumwerte an der Börse anzogen.

2013 wird zudem das Jahr der EU-Vollbeschäftigung. Dazu streicht man wie in den USA europaweit die Arbeitslosen aus der Statistik.

Jetzt stört nur noch das Wetter.

Folgerichtig wird es als Wetter 2.0 den ökonomischen Erfordernissen angepasst bzw. reformiert und der „Rettungsroutine“, dem Wort 2012 untergeordnet.

Wetterdienste arbeiten schon jetzt an den nötigen Feinjustierungen. Wetter 2.0 wird komplett neu definiert.

Nebel ist künftig Schönwetterspray. Wolken sind Lichtereignisse. Aus Regen werden Freudentränen und Schneeflocken die gefrorene Form davon. Temperaturen oberhalb von 20 Grad werden als Optimismus ausgegeben und alles darunter als steigende Zuversicht. Ein Winter mitten im Winter behindert kein Wachstum mehr. Aus dem ungeliebten Wort Winter wird ab sofort der Minus-Sommer. Problem gelöst. Jetzt müssen wir nur noch den Weltuntergang am kommenden Freitag weg definieren. Aber auf die EU ist sicherlich Verlass.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nchrichten


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , ,

3 Kommentare auf "Revolution! Wirtschaftsdaten künftig im Wunsch-Modus"

  1. samy sagt:

    „… Jetzt müssen wir nur noch den Weltuntergang am kommenden Freitag weg definieren.“

    Das „richtig lange Wochenende“?

    Ist doch suuuupiii!!!

  2. Silberfreund sagt:

    Reichtum kann man nicht drucken – man muss ihn sich erarbeiten – oder einem anderen stehlen.

    In diesem Sinne… Gute Nacht

    • FDominicus sagt:

      Reichtum vergrößert sich nicht durch stehlen. Sondern es wird wie bei einer Steuer nur umverteilt. Wohlstand kann man N U R erarbeiten (entweder man selber, mit guten Mitarbeitern, oder schlaue Vorfahren die nicht alles auf den Kopf hauen).

      Absolut unverzichtbar gehört dazu nicht alles zu verbrauchen was man so erwirtschaftet hat.

      Ich denke Gegenbeispiele für Wohlstandsverluste können Sie sich selber ausdenken 😉

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.