„Reset“ reicht nicht mehr

17. August 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Ronald Gehrt(Baden-Börse)

Es beschäftigt mich zwar immer mehr, aber ich finde keine Antwort: Wohin steuert unsere Gesellschaft eigentlich? Es gab wohl zu jeder Zeit der menschlichen Geschichte Mahner, die Veränderungen mit großer Sorge betrachteten, bisweilen auch das Ende von allem prognostizierten … aber wir sind immer noch da…

Aus jeder großen Bauchlandung entstand auch die Chance auf einen Neubeginn mit neuen Rahmenbedingungen, der dazu führte, dass selbst eine in sich marode Struktur wieder eine Zeitlang ins Laufen kam. Das erinnert mich an meine Rechner, wenn sich der Arbeitsspeicher zu sehr mit Müll gefüllt hat und sich so langsam alles verheddert. Was tun? Reset. Runterfahren, rauffahren – und der Kram läuft wieder. Ist es so einfach? Machen sich diejenigen, die sich Gedanken machen, zu viele davon?

Die Überlegung, ob wir als in Rudeln lebende Allesfresser nicht eine gegen alle Einflüsse gewappnete Lebensform darstellen, lasse ich mal beiseite. Da kommt mir nur als entscheidendes Element in den Sinn, dass das nur für Einflüsse gilt, die von außen kommen, die Überbevölkerung und die zunehmende Anfälligkeit für Umwelteinflüsse aber von innen kommt. Aber es geht hier ja auch nicht um das Aussterben der Menschheit … sondern um das mögliche Aussterben der Gesellschaft, die hier in Europa auch als „Wohlstandsgesellschaft“ bezeichnet wird.

Der Kern des Problems sind, wie immer, wir selbst, die Bevölkerung an sich. Statistisch gesehen sind wir in Europa vermögend, gebildet, gesund und zufrieden. Perfekt! Das blöde dabei ist, das Statistiken in dieser Hinsicht einfach nur Quatsch sind. So, wie wir im Schnitt anderthalb Kinder haben, sind auch alle anderen Statistiken eigentlich Blödsinn. Das Pro-Kopf-Vermögen von etwa 65.000 Euro pro Bürger klingt gut. Aber wenn halt einer eine Million hat und 15 andere haben nichts, sieht das schon ganz anders aus. Und wenn einige supergescheit und gebildet sind, die mentalen Fertigkeiten zu vieler anderer sich aber auf die Bedienung ihres Smartphones beschränkt, ebenso. Statistiken übertünchen, wenn sich irgendwo hochbrisante Mengen an Sprengstoff ansammeln. In den USA wir das immer extremer … und wir tun alles, um deren Vorsprung zu verringern.

Der Bürger sieht sich einem immer dichter werdenden Netz an Gesetzen, Verordnungen, Regeln gegenüber. Auch das erinnert an Computer. Je schneller sie werden, desto mehr Belastungen kommen auf sie zu. Ein ewiger Kreislauf … und wer da nicht mithält, indem er immer neue Rechner, neue Software anschafft, kann recht schnell den Schirm zuklappen. Wer sich Anwälte, Steuerberater, IT-Dienstleister leisten kann, die einem helfen, den Kopf über Wasser zu halten, bleibt im Rennen. Aber die zunehmende Zahl derer, die langsam von der Flut überspült werden, ist ein ernstes Problem. Wie schön, dass es da die Statistiken gibt.

Denn nach der werden wir ja ALLE immer reicher. Doch da dabei nur die ganz Reichen immer reicher werden und so die Statistik verbiegen, nimmt die Zahl derer zu, die sich innerlich wie Versager fühlen, weil sie drohen, den Kampf alleine um das, was sie haben, zu verlieren. Sozialer Sprengstoff, fein unter der Oberfläche einer medialen Welt der rosa Brillen gehalten. Doch nur weil es aussieht, als wäre da nix, kann da eben doch was sein … und wie bei Minen ist die Konsequenz dadurch, dass man sich sicher wähnt, nur umso heftiger.

Und das gilt nicht nur „auch“ für die Börse. Sie ist der Spiegel von allem. Sie ist der Spiegel von Hoffnungen und Verdruss, von Überforderung und Verunsicherung, von der zunehmenden Komplexität unseres Umfelds, der immer mehr dadurch begegnen, dass sie sich auf ihrer Couch verbarrikadieren und Playstation spielen, statt zu verfolgen, was wirklich geschieht. Einige Aspekte stechen da besonders ins Auge:

1. Die Zahl der Anleger, die sich aktiv oder passiv an den Aktienmärkten tummeln, sinkt und spiegelt das zunehmende Desinteresse an komplexen Herausforderungen ebenso wider wie den Umstand, dass sich immer weniger solche Investments überhaupt leisten können. Dafür steigt der Anteil an Börsenkrediten in den USA, das Volumen der Derivatepositionen und die Summen, mit denen die großen Adressen herumjonglieren.

2. Die Rahmenbedingungen verkanten und verharzen wie der Arbeitsspeicher eines nicht mehr mit dem neuesten Stand mithaltenden Computers. Da durch Probleme entstandene Löcher immer nur geflickt werden statt die maroden Elemente durch stabile, neue zu ersetzen, blicken langsam selbst Menschen nicht mehr durch, die es eigentlich sollten … reduzieren sich entweder auf einzelne Bereiche und blenden andere aus … oder ignorieren einfach gleich alles. Denken wir nur daran, dass Probleme egal wo auf der Welt Auswirkungen bis in jede Ecke des Planeten zeitigen. Egal, wo Sie leben und handeln: Weder China noch die Eurozone sind weit weg. Sie beeinflussen jede Börse weltweit. Und dort wird es durch die zunehmende Volatilität immer schwieriger zu erkennen, ob die Kurse nun gerade durch kurzfristiges Trading dominiert werden oder sich hier etwas tut, das die Reaktion z.B. auf die momentane Entwicklung in China darstellt und somit dauerhafter Natur ist. Hier stapeln sich ungelöste Probleme so sehr, dass sie wie eine glibberige, nicht mehr erfassbare Masse wirken. Und genau solche wie eine einzige, große, graue Masse wirkenden Dinge sind perfekt, um sie einfach komplett aus der Wahrnehmung zu verbannen.

3. Mit jeder Hausse, die auf eine Bauchlandung wegen überzogener Erwartungen in Kombination mit galoppierender Sorglosigkeit folgt, werden die Rahmenbedingungen nun komplexer und verleiten so immer mehr dazu, sich entweder einen feuchten Kehricht um diese zu scheren oder aber einfach nur zu traden, sprich sich an den Kursen selbst zu orientieren. Letzteres ist dabei kein Fehler, weil man so auch unabhängig von Gründen sofort aus dem Markt ist oder seine Position dreht, wenn die Trends drehen … WENN man dazu auch wirklich imstande ist. Denn dazu gehören ein scharfer Blick für die Realität ebenso wie die Fähigkeit zu knallharter Disziplin. Und genau diese Fähigkeiten werden in dieser durch Medien und Konsum weich gespülten Gesellschaft seltener.





Fazit

An den Börsen sehen wir den Spiegel einer Entwicklung, in der immer weniger entweder wirklich sehr clever oder sehr reich und/oder einflussreich sind. Wobei eine Schnittmenge aus beidem existiert, die immer am Ende das Heft in der Hand halten wird. Diejenigen, die aus ihrem extern geförderten Dämmerschlaf erwachen, werden indes die Klinge in der Hand halten. Wann? Das ist nie vorhersehbar. Wie? Heftig … und:

Das faszinierende an der Börse ist, dass sie zum einen auf ein Kippen des Kartenhauses am schnellsten reagiert und sie zum anderen zugleich dazu beiträgt, diese Entwicklung zu beschleunigen und zu intensivieren. Brechen die Kurse ein, starren selbst diejenigen verwundert darauf, die sich vorher kaum damit befasst haben. Indizes wie der DAX haben somit eine Art „Hallo-Wach-Effekt“ für alle. Und hier können sich binnen Stunden Summen in Rauch auflösen, die zwar eigentlich zuvor nur „Buchgeld“ waren. Aber mit diesem Geld wurde disponiert, geplant … und ist es plötzlich dahin, führt das immer dazu, dass die Betroffenen sofort auf die Konsumbremse treten, weil sie fürchten, dass das vorherige, wohlige Gefühl des Reichtums nun blitzschnell dahin sein könnte. Das bedeutet, dass die Konjunktur rasant in die Knie geht, zuletzt erlebt 2008. Halten Politik und Notenbanken dann entschlossen dagegen, kann dieses erneute Loch erst einmal gestopft werden – so wie 2008. Aber …

… ich tue mich schwer, mir auszumalen, womit man jetzt, da erneut grobe Risse im Gefüge auftauchen, diese flicken will. Zinsen bei Null, Geldpolitik bis ins Groteske expansiv, Politik ratlos und uneinig. Gibt es also zu einer erneuten, wirklich großen Bauchlandung weltweit überhaupt eine Alternative? Hat man nicht den „Computer“ nun schon so oft neu gestartet statt ihn den Entwicklungen anzupassen, dass die Kiste in Kürze eben nicht einfach mehr hochfährt?

Und wäre es denn nicht, wenngleich natürlich auf Jahre hinaus erst einmal wirklich hart, sinnvoll, das Ganze Gefüge neu aufzusetzen, statt immer nur daran herumzuflicken und die Menschen so immer mehr in die Ecke des Desinteresses und der Trägheit zu drängen?

Natürlich will das keiner, weil es jeden von uns betreffen und womöglich hart treffen würde. Aber sollte es einen Zeitpunkt gegeben haben, zu dem ein Neustart mit Konsequenzen für jedermann allgemein erwünscht gewesen wäre … ist es mir entgangen.
Mit besten Grüßen
Ronald Gehrt

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14 Kommentare auf "„Reset“ reicht nicht mehr"

  1. Insasse sagt:

    „Und wäre es denn nicht, wenngleich natürlich auf Jahre hinaus erst einmal wirklich hart, sinnvoll, das Ganze Gefüge neu aufzusetzen, statt immer nur daran herumzuflicken und die Menschen so immer mehr in die Ecke des Desinteresses und der Trägheit zu drängen?“

    Diejenigen, welche dazu in der Lage wären, das ganze Gefüge neu aufzusetzen, arbeiten zunächst noch daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Dazu muss in der breiten Bevölkerung, die immer noch im Tiefschlaf an den ewig per Schulden finanzierbaren Wohlstand glaubt, zunächst das „Verständnis“ für einen Reset geschaffen werden. Das heißt nichts anderes, als das das derzeitige System der breiten Masse richtig wehtun muss.

    Diejenigen, welche eigentlich schon jetzt ein Interesse an einem Reset des Systems haben müssten, sind aufgrund ihres Desinteresses und ihrer Trägheit nicht in der Lage dieses neu aufzusetzen. Ihnen fehlt deshalb (derzeit) auch das Verständnis für die Notwendigkeit eines Resets.

    Und so ist der Kreis geschlossen: Einstweilen fällt der Reset noch aus. Von der erstgenannten Gruppe wird aber fleißig daran gearbeitet, in der zweitgenannten Gruppe das „Verständnis“ für den Reset zu wecken. Das ganze Gefüge wird allerdings nach dem Reset ganz anders aussehen, als sich die wohlstandsverwöhnte Masse dies vorstellen kann. Dann heißt es nämlich adé Wohlfahrststaat, hallo Eigenverantwortung. Diese Umstellung wird tatsächlich sehr, sehr hart…

  2. Wanderer sagt:

    Der Fehler liegt meines Erachtens nicht im System, das System ist der Fehler – und zwar aus vielerlei Hinsicht. Zum einen handelt es sich um ein sehr verschleißfreudiges System. Immer mehr Produkte werden zu immer niedrigeren Preisen und mit immer geringerer Halbwertzeit vermarktet. Es wird ständig mehr Energie benötigt, die erzeugt, bereitgestellt und auch verbraucht wird – und es wird mehr Müll und Sondermüll erzeugt. Gerade letzteres ist ein ziemlich teures Problem, dass dem ewigen Wachstumszwang im Wege steht.

    Zum anderen baut dieses System konzeptionell auf dem Konkurrenzgedanken auf. Was im kleinen noch als gesunde Konkurrenz interpretiert werden kann, hat im globalem Maßstab schon längst die Grenzen des Anstandes überschritten. Würde, statt Konkurrenz, der Kooperationsgedanke in den Vordergrund treten, könnte das eine Wende in der Entwicklungsgeschichte darstellen. Aber davon sind wir aufgrund der virulenten Verbreitung des Konkurrenzdenkens noch sehr weit entfernt. Von den Stilblüten, wie zum Beispiel sozial-kapitalistische Einkommen, Fetternwirtschaft oder anhaltende Ressourcenkriege etc. ganz zu schweigen.

    Um das Sinnbild aus dem Artikel nochmal aufzugreifen: Ein zehn Jahre alter PC ist und bleibt auch nach dem zehnten Reset ein zehn Jahre alter PC.

    MfG

    • flowerpower sagt:

      Sobald sich Konkurrenzsysteme in das Konkurrenzparadoxon geschraubt haben,
      neigen sie konsequenter weise immer zum kooperativen Kartell.
      (Hotellings Gesetz )
      https://de.wikipedia.org/wiki/Hotellings_Gesetz
      Auf Grund des Konkurenzparadoxons z.B. der Währungsabwertung ( Ein einzelner Staat, der über eine eigene Währung verfügt, kann mittels Währungsabwertung die Preise seiner Exportgüter im Ausland senken. Alle Staaten gemeinsam können dies nicht. Unterbieten sich die Staaten in ihren Abwertungen gegenseitig, resultiert daraus die Gefahr des Währungskriegs mit der Konsequenz einer Abwertungsspirale.) wird das System immer zum Waehrungskartell neigen.
      Oft wird hierbei mit dem Rockefellerischen Urknall nachgeholfen.
      http://www.konjunktion.info/2014/08/neue-weltordnung-steht-die-nach-david-rockefeller-alles-veraendernde-grosse-krise-unmittelbar-bevor/
      Deshalb ist die Monokultur der NWO auch „die reale Gefahr“ des (individualistischen)Menschens.

      • Wanderer sagt:

        „Sobald sich Konkurrenzsysteme in das Konkurrenzparadoxon geschraubt haben,
        neigen sie konsequenter weise immer zum kooperativen Kartell.“

        Das ist ein Ausdruck der Wucherung eines Krebsgeschwürs und war ausdrücklich nicht so gemeint.

        • flowerpower sagt:

          Lieber Wanderer
          „Nix fuer ungut“,aber
          Gesetz nehmen leider keine Ruecksicht auf Meinungen,auch wenn dies Krebs
          fuer die Menschheit bedeutet.
          Albert Einstein sagte :
          „Wahnsinn ist immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarte

          • Wanderer sagt:

            „Gesetz nehmen leider keine Ruecksicht auf Meinungen …[ff]“

            Der Einfachheit wegen unterlasse ich, den Kommentar vom Urschleim herzuleiten. Die Basics sollten schon mit der Atmluft aufgenommen werden. Wer sich das bis dahin versagt hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

          • flowerpower sagt:

            Lieber Wanderer
            Entschuldigen Sie bitte ,ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.

  3. Argonautiker sagt:

    Schön gesagt. Wer will schon einen wirklichen Neuanfang, zumal die, die dieses System aufgebaut haben, eben auch nichts anderes können, als Systeme aufbauen, bei dem sie die Erschaffenden ausbeuten, um davon dann zu existieren.

    Deshalb stimme ich den Tenor des Artikels zu. Ein Reset wäre äußerst unangenehm, und eine ledigliche Währungsreform hielte nur kurze Zeit, da die, welche dieses System erbaut haben, ja schon wieder viel zu gut positioniert sind, sodaß sie nach kurzen Wirren, wieder dominieren würden. Wir also wieder da wären wo wir jetzt sind.

    Alle tanzten dann wieder nach der Pfeife Weniger. Entweder tanzte man dann um ein goldenes, oder ein girales Kalb, und damit würde wieder eine Unmenge an Entwicklungspotential zu einer reinen Ausübung von Funktionen im Sinne der Gütervermehrung dieser Weniger vergeudet. Was zum Einen, für die Beteiligten grotten langweilig wäre, und zum Anderen, die schöpferische Entwicklung der Wesen in der Ausbildung ihres Wesens ungemein behindern würde.

    Ich könnte mir denken, daß es nicht im Sinne der Schöpfung ist, die ja Materie in Leben verwandelt, wenn das Leben nun dazu versklavt wird, um Materie für Wenige anzuhäufen, da es sich dann doch etwas sehr weit vom ursprünglichen Sinn des Lebens entfernen würde.

    Was würden Sie als Chef sagen, wenn sie den Auftrag erteilten Materie in Leben zu verwandeln, ihre Angestellten von Rädelsführern jedoch angestiftet werden, Systeme und Maschinen zu erstellen, die aber nur noch Materie in andere Materie verändern, um diese zu sammeln?

    Leider ist es jedoch Fakt, daß nahezu alle Menschen denken, daß mehr Wohlstand, im Sinne von mehr Güter besitzen, den Sinn des Lebens ausmacht.

    🙁

    Darf man denken, daß bei solch globarer Verblendung, uns nur noch ein apokalyptischer Vorgang da raus holen kann? Nun, das, was mich denken läßt, fragt leider nicht, ob die Gedanken gedacht werden dürfen, oder nicht. Es läßt mich so denken.

    Ich denke weiterhin, daß dieser Vorgang aus dem Unbewußten eingeleitet wird, weil es eine Entscheidung ist, welche das eventuelle Sterben mit einbezieht, und so etwas kann unsere Bewußtheit nicht leisten.

    Unser Intellekt weiß, das wir sterben werden. Und wenn wir dann sterben, setzt unsere Bewußtheit über uns aus. Unser Bewußtsein und damit unser Denken ist hingegen in der Lage mittels der Vorstellung über den Tod hinaus zu gehen. Und für unseren Anteil am Unbewußten, ist der Tod sogar nur eine Illusion. Deshalb können wir, wenn wir träumen, sterben, dann wieder aufstehen und zur Erfrischung erst mal einen Fisch rauchen. Südhanglage versteht sich.

    Aber man versteht die Welt, zu der wir im Traum Zugang haben, ja heute auch nicht mehr als Zugang zu einer Wirklichen Welt, von der die Realität eine Abspaltung ist, wie die Bewußtheit eine Abspaltung des Unbewußten ist, sondern, das sind halt Träume. Blödsinn halt.

    Die Reale Welt soll nur ein Teil der Welt sein, zu der wir im Traum Zugang haben? Unmöglich! Träume sind lediglich ein Teil der Realen Welt.

    Ja nee ist richtig, und unsere Bewußtheit weiß mehr als unser Unbewußtes. Deshalb steht unsere Bewußtheit auch ganz blöd daneben, und weiß nicht wie man Materie in Leben verwandelt, während es das Unbewußte zu jeder Zeit macht.

    Echt jetzt? Ja echt jetzt!

    Diese Apokalypse durchsteht man wahrscheinlich nur, wenn man wie Moses das Wasser teilt. Das heißt aus dem Unbewußten etwas ganz neues herausholt. Viel Spaß beim Wasser teilen.

    😉

    Schöne Grüße aus dem trüben Bremen

  4. astroman sagt:

    „1. Die Zahl der Anleger, die sich aktiv oder passiv an den Aktienmärkten tummeln, sinkt und spiegelt das zunehmende Desinteresse an komplexen Herausforderungen ebenso wider wie den Umstand, dass sich immer weniger solche Investments überhaupt leisten können.“

    Der Punkt, dass sich die Leute nicht mit Kapitalmärkten beschäftigen wollen, taucht in diversen Beiträgen immer wieder auf. Häufig mit – so nehme ich das zumindest wahr – etwas anklagendem Ton.

    Ich kann die Beobachtung zumindest mittlerweile gut aus meinem unmittelbaren Bekannten- und Arbeitsumfeld wie folgt beschreiben: Das Hauptproblem, dass viele nicht an der Börse investieren wollen, ist m.E. weniger mangelnde Intelligenz oder Faulheit als schlichtweg Risikoaversion und Angst vor Verlusten. Die meisten Menschen – das sollte man wahrlich nicht unterschätzen – wollen keine Aufreger bei ihren Finanzen und geben sich mit weniger bis 0 Prozent Rendite zufrieden, wenn dafür alles (scheinbar) robust und verlässlich ist. Man geht arbeiten, spart etwas, indem man auf andere Dinge verzichtet. Die Vorstellung, dass das dann durch eine falsche Entscheidung verloren gehen könnte, ist extrem aversiv. Wenn die Mitmenschen dann noch mitbekommen, wie Großbanken und Unternehmen die Börse verzerren, schwindet bei vielen vermutlich die letzte Motivation am Kapitalmarkt direkt zu investieren.

    So betrachtet sind eigentlich eher wir, die mit ihren recht kleinen Investments am Kapitalmarkt ihr Glück versuchen, die seltsamen Gestalten, die sich quasi in einer Nussschale auf die hohe unwägbare See trauen.

    Aber so ist das halt. Damals ist ja auch nicht der ganze europäische Kontinent in die USA ausgewandert, als sich dort Chancen boten, sondern nur ein paar „Querköpfe“. Und so ist es auch in der (vermutlichen) Endphase des monetären Systems. Die Masse macht weiter wie gehabt und ein paar Mutigere und Informierte schwimmen gegen den Strom und versuchen ihr Glück auf alternativen Wegen. Anschließend – sofern wir denn richtig lagen – gibt es dann wie üblich eine Menge „hätte ich auch, aber…“ oder „ach, hätte ich doch mal…“ aus dem anderen Lager.

    Ich versuche jedoch bewusst wertzuschätzen, dass man sich heute durch das Internet zumindest a) besser und breiter informieren kann und b) mitbekommt, dass auch andere ähnliche Gedankengänge haben und man nicht der einzige Querkopf ist. Wer weiß, ob man sich sonst trauen würde, gegen den Strom zu schwimmen… Insofern auch mal ein Dankeschön an alle die Autoren und Kommentatoren hier!

  5. Notzrim sagt:

    Moin Herr Meyer,

    wenn Sie nicht wissen wo die Reise hingeht…

    guckst Du hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=-QQYY0z16Gg

  6. linsensuppe sagt:

    @astroman, das hast du schön gesagt.

    Wie heißt es so schön in einem Sprichwort : „Wenn ein Sturm aufkommt, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

    Dieses teilweise nicht mehr nachzuvollziehende Sicherheitsdenken, auch in meinem Familien- und Bekanntenkreis, ist erschreckend. Ja keine Veränderungen oder Risiken eingehen; es könnte ja schief gehen. Hinter einer Mauer, da ist man sicher vor allen Unbill dieser Welt.

    Klar, wenn ich meine paar Quietscherchen an der Börse investieren, dann hab ich mit ein bisschen Glück, am Ende etwas mehr oder mit Pech auch etwas weniger. Shit happens und dann sollte es so sein.

    Andererseit, wenn ich mir das aktuelle Tagesgeschehen so anschaue, dann kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass das Karussell auf dem wir uns befinden, sich immer schneller und schneller dreht.
    Zufriedenheit und Menschlichkeit muss man suchen. Ein Jeder fürchtet sich, von seinem Bisschen etwas zu verlieren oder abgeben zu müssen.

    Solidarität, Humanismus, Freundlichkeit, Offenheit, Neugier auf das Unbekannte, wer weiß noch, was diese Begriffe bedeuten?

  7. flowerpower sagt:

    Lieber Wanderer
    „Nix fuer ungut“,aber
    Gesetz nehmen leider keine Ruecksicht auf Meinungen,auch wenn dies Krebs
    fuer die Menschheit bedeutet.
    Albert Einstein sagte :
    „Wahnsinn ist immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“

    • Argonautiker sagt:

      Hallo flowerpower,

      das Hotellings Gesetz ist kein Gesetz, sondern eine Theorie, was ein Unterschied ist, denn ein Gesetz würde etwas beschreiben, was nicht abänderlich ist.

      Das Hotellings Gesetz nutzt also die Bezeichnung „Gesetz“ falsch. Dazu kommt es, in dem es Bedingungen voraussetzt, die im normalen Leben, so durchaus nicht immer gegeben sind. Zum Beispiel setzt es, wenn ich richtig gelesen habe, voraus, daß sich beide Konkurrenten gegenseitig tolerieren. Es schließt zum Beispiel aus, das einer den anderen umlegt. Genau das passiert jedoch derzeit in der Wirtschaft dauernd.

      Außerdem stimmt die Aussage, das man Wahnsinn dadurch definiert, wenn einer immer wieder das Gleiche macht, aber ein anderes Ergebnis erwartet, von Albert Einstein auch nur bedingt. Selbstverständlich hat Zeit eine Qualität, sodaß, wenn man Dinge zu unterschiedlichen Zeiten macht, es auch zu unterschiedliche Ergebnisse kommen kann. Um das zu verstehen, genügt eigentlich Lebenserfahrung. Leider wird dieser Spruch allzu häufig ungeprüft, als wahr wiederholt.

      Bei logischen Vorgängen wie zum Beispiel mathematischen Formeln, chemischen Reaktionen, physikalischen Zusammenhängen, stimmt diese Aussage zwar, allerdings hat man es bei „Märkten“ ja eben durchaus auch mit Lebendigem zu tun. Und Leben widersetzt sich der Logik nun mal gerne mal, auch wenn die Wissenschaft versucht das Leben beständig auf die wiederholbaren logischen Vorgänge zu reduzieren.

      Ich würde Wahnsinn also eher so definieren, daß man alternativlos ist, und aus dieser Alternativlosigkeit immer das Selbe tut. Man sich also durch die eingeschränkte Sichtweise im Wahn der Ausweglosigkeit befindet. Vielleicht hat Einstein das gemeint. Das ist ähnlich aber nicht das Selbe.

      Ich kenne da jemanden, der recht häufig alternativlos zu sein scheint. 😉

      Sonst stimme ich Ihnen jedoch gerne zu, einige Währungsbetreiber zwingen in eine Einheitswährung. Da die Voraussetzungen in der Welt jedoch nicht so sind, wie im Hotellings „Gesetz“ beschrieben, also das man sich Gegenseitig toleriert, dürfte das, was da auf uns zukommt, nicht in einer bloßen Kartellbildung münden, was sicherlich schon schlimm genug wäre.

      Beste Grüße

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