Reden bis der Irrenarzt kommt

7. Mai 2017 | Kategorie: RottMeyer

Den Wunderheilern von der amerikanischen Zentralbank kann man möglicherweise den Sinn für die Realität absprechen, am Fleiß jedoch gibt es nichts zu bemängeln. Wen das vor, während und nach dem Wahlkampf in aller Herren Länder stattfindende mediale Dauerfeuer noch nicht ins Kuckucksnest gebracht hat, der kann sich auf die Damen und Herren der Fed verlassen. Nie wurde so viel und so oft geredet wie heute….

Die Anzahl der im Mittel von jedem FOMC Mitglied gehaltenen Reden schwingt sich derzeit in ungeahnte Höhen.

Wenn das so weiter geht, dürfen wir uns in der Halbzeitpause von Fußballspielen künftig nicht nur unsere aktuelle politisch korrekte Meinung zu allerlei Themen abholen. Vielmehr können wir dann auch weitschweifige Theorien über die aktuelle Veränderung der Auswirkung der Leitzinsen auf das mikroökonomische Tagesgeschäft regionaler Autowerkstätten genießen. Da muss man schon auf ein paar englische Wochen in der Bundesliga hoffen, sonst verliert der Makro-Steuermann innerhalb einer langen Woche ohne Fed-Ansprache noch die Orientierung.

Jetzt noch schnell 1000 Punkte Kursanstieg und der DAX-Kurs wird fortan in der Tagesschau eingeblendet (unten links, weil rechts, naja, Sie wissen schon). So etwas in der Art gab es ja auch schon mal, seinerzeit innerhalb eines magentafarbenen Rechtecks. So, schönen Sonntag noch. Wir schlendern dann mal schnell auf eine Tasse Kaffee zu Herrn Napoleon hinüber. Ob der heute auch schon gewählt hat?

 

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar