Raubzug bei Lebensversicherungen?

15. März 2014 | Kategorie: Gäste

von Manfred Gburek

Die anstehende Reform der Lebensversicherungen ist ein fades Lehrstück in Geheimnistuerei. Da will die Bundesregierung mal eben Kunden schlechter stellen, deren Verträge auslaufen oder gekündigt werden, indem sie deren Beteiligung an den Bewertungsreserven (Kursgewinnen) von zurzeit 50 Prozent zu senken gedenkt…

Aber Details gibt sie noch nicht preis.

Und als ginge es nicht geheim genug zu, bleibt einstweilen auch der Stichtag offen, von dem an eine neue Regelung gelten soll; sogar ein Datum noch im März sei denkbar, verlautet aus Insiderkreisn. Bis zum Stichtag müssten Kunden mit Verträgen, die sie kündigen wollen, den Vorteil durch die Bewertungsreserven mit dem Nachteil abwägen, den sie durch den Verzicht auf Schlussgewinnanteile erleiden würden.

Alles klar? Keine Sorge, ich werde Sie nicht weiter mit Branchenbegriffen quälen, die lang und breit erklärungsbedürftig sind. Nur so viel: Anbieter von Kapitallebensversicherungen und vergleichbaren privaten wie auch betrieblichen Geldanlagen zur Altersvorsorge stecken in einer tiefen Krise. In sie sind sie, abgesehen vom zum Teil leichtsinnigen Umgang mit den Anlagen, durch das extrem niedrige Zinsniveau geraten.

Obwohl es die eine oder andere positive Ausnahme gibt, weil der betreffende Versicherer die Zeichen der Zeit am Kapitalmarkt rechtzeitig erkannt hat: Als Branche insgesamt kommt die Assekuranz da nicht mehr heraus, und solange das Zinsniveau unten verharrt, arbeitet die Zeit weiter gegen sie.

Überspringen wir den – leider völlig unbekannten – Zeitraum, bis ein Zinsanstieg zur Lösung dieses Problems beitragen könnte, und fragen wir uns nach den Konsequenzen für Sie (in der Annahme, dass Sie über eine entsprechende Altersvorsorge verfügen):

Wägen Sie ab, welche Ausstiegs- oder Umstiegsalternative zum geringsten finanziellen Verlust für Sie führt. Zur Auswahl stehen im Wesentlichen: Kündigung, Beitragsfreistellung, Verkauf der Police am Zweitmarkt, Herabsetzung der Versicherungssumme und Beitragsstundung – allemal ein Spiel mit Unbekannten.

Falls keine von diesen Alternativen sich rechnet, nachdem Sie die Unbekannten durch fiktive Zahlen ersetzt haben, behalten Sie Ihre Police wie gehabt. Sorgen Sie zusätzlich anderweitig für Ihr Alter vor. Verschaffen Sie sich dabei soweit wie möglich Ihre finanzielle Freiheit. Das ist indes leichter gesagt als getan, denn… (Seite 2)

 

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2 Kommentare auf "Raubzug bei Lebensversicherungen?"

  1. cubus53 sagt:

    Ich habe meine Kapitallebensversicherung im Jahr 2005 gekündigt und den Betrag in Gold getauscht. Die monatliche Prämie fliesst ebenfalls weiter in Goldkäufe, vor allem z.B. dann, wenn Herr Draghi Zypern befiehlt , mehrere 100 Tonnen Gold ohne Rücksicht auf Verluste auf den Markt zu werfen.
    Ob sich der Tausch der Lebensversicherung gegen Gold für mich persönlich auszahlen wird, weiss ich zugegeben nicht, aber sicher für meine Kinder oder Enkel oder Urenkel.

  2. bluestar sagt:

    @cubus55
    Glückwunsch, dann haben Sie ja alles richtig gemacht !!!
    Der Tausch einer KLV in Gold im Jahre 2005 dürfte bereits das Geschäft ihres Lebens gewesen sein. Insofern verstehe ich den leichten Zweifel hinsichtlich des zukünftigen Nutzens ihrerseits nicht.
    Wenn man in die Welt hinaus blickt dann ist doch klar dass man irgendwann die KLV-Police bestenfalls auf dem Klo verwenden kann.
    Wann das sein wird ist unklar, aber das es so kommen wird stellt doch keiner mehr
    ernsthaft in Frage der das Gehirn auch manchmal zum Denken benutzt.
    VG und einen entspannten Sonntag.

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