Ratings und Katzenjammer

19. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

(von Bankhaus Rott) An kruden Bemerkungen zum Thema Ratings und Ratingagenturen herrscht kein Mangel. Auch die Rezeptur der weinerlichen Klagerufe ist bemerkenswert. Wer eben noch Ratings für „Unfug“ hielt, erkennt nun allein im Zeitpunkt einer Ratingänderung Anzeichen eines „Währungskrieges. Der Staatsrundfunk mischt munter mit.

Viele Großstrategen haben offensichtlich erneut die de Facto Ankündigung der Herabstufungen am 5. Dezember übersehen. In das Klagelied der Politik, die mit den Schulden der öffentlichen Hand natürlich nichts zu tun haben, stimmten wieder einmal viele Branchenvertreter ein. Gemeinsam vergoss man dicke Tränen, mit denen die eigene Verantwortung hinfort gespült werden sollte.

Besonders fasziniert hat uns das Gejammer über den Zeitpunkt der Herabstufung. Die Europäer hätten so „keine Gelegenheit mehr gehabt, auf das Downgrade zu reagieren“. Das ist interessant. Die Ratings sind allesamt falsch, man solle sie nicht ernst nehmen oder gleich verbieten, aber wann sie verkündet werden, das ist von kolossaler Bedeutung. Das ist in etwa so, als würde jemand sagen „den Jauch, den gucke ich mir nicht an. Aber dass der erst nachts um zwei gesendet wird, ist eine Frechheit. Da liege ich doch längst im Bett.“

Zudem fragt sich der Betrachter, inwiefern die Experten denn auf das Downgrade reagiert hätten, wenn es mittwochs um 10:30 erfolgt wäre. Alles verkaufen? Positionen aufstocken? Gar nichts machen? Kaffee holen? Leider gab es keine Aussagen, was die Schlachtenlenker alles angestellt hätten, man fühlte sich anscheinend einer nicht näher definierten Gelegenheit beraubt.

Leider erhob sich auch aus so genannten „Wirtschaftsredaktionen“ ein Geschrei, dass vermuten ließ, Standard & Poor’s habe per Herold nicht bloß eine Herabstufung sondern gleich die Insolvenz der selbst ernannten Grande Nation ausgerufen. Dabei klingt die neue Note und die damit implizierte „sehr starke Fähigkeit seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen“ gar nicht so schlimm. Sie dürfte zudem ein paar Stufen über dem Niveau liegen, das die Realität nahelegt. Da ist in der Tat ein seltsamer Krieg, aber wer weiß. Womöglich will der „Rating-Warlord“ seine arglosen Opfer heimtückisch in einer Art Liebesumarmung zu Tode loben.

Traurig ist das Wehklagen über den Zeitpunkt auch aus dem Grund, dass die Herabstufungen seit dem 5. Dezember 2011 als sehr wahrscheinlich gelten mussten. An diesem Tag hatte Standard & Poor’s den so genannten credit watch auf negativ gesetzt, und für jedes Land den Rahmen der möglichen Herabstufung genannt. Eine Auflösung dieses credit watch und die entsprechenden Bewertungen lassen nie lange auf sich warten. Wissen, das auch dann nicht schadet, wenn man sich ansonsten nur mit Aktien und Telekomdividenden beschäftigt. (Seite 2)

 

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27 Kommentare auf "Ratings und Katzenjammer"

  1. sunshinegeorge sagt:

    So lange die Ratingagenturen irgenwelche `drittklassigen´ Staaten in Afrika oder sonstwo abwerteten, oder immer schlecht bewerteten, hat sich niemand gross aufgeregt, es herrschte allenfalls die Meinung diese Länder könnten nur nicht rechnen, daher sei diese Bewertung nur gerechtfertigt. Gehts aber ans eigene Leder; ändert sich das dramatisch, plötzlich können die Ratingagenturen nicht rechnen, oder messen mit zweierlei Mass.
    Im übrigen machen die Ratingagenturen nichts anderes wie die Sparkasse. Verliere ich meinen JOB, oder die Schulden übersteigen mein Einkommen stuft mich die Bank zurück, eventuell werden HYPHOTHEKENVERTRÄGE gekündigt und weitaus höhere Zinsen verlangt, die ich eh nicht bezahlen kann, an neue Kredite ist dank SCHUFA überhaupt nicht zu denken. GAME OVER. Was soll also diese Aufgeregtheit.
    Im übrigen , warum Deutschland noch triple A hat ist mir unverständlich. In einem Land in dem man sich bei einer einzigen Bank mal eben so um 50 000 000 000 Euro verrechnet ( oder halt die Bewertungskriterien ändert ) kann es nicht mit rechten Dingen zu gehen, die Manipulation ist offensichtlich. ( natürlich mit dem ZIEL die Verschuldungsquote zu senken, damit man AAA behält )
    GRUSS GEORG

  2. wolfswurt sagt:

    Blickt man auf diese Entwicklung
    http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/
    wird klar, daß deutsche Staatsschulden nicht zurück gezahlt werden können.

    Bis zum Klops oder auch Kollaps genannt, werden nur die Zinsen bedient.

    Bei dem Ausblick müßte das Rating für deutsche Bund´s bei 0 stehen.

  3. Reiner Vogels sagt:

    Gestern wurde gemeldet, dass die kleine US-Ratingagentur Egan Jones Deutschland herabgestuft hat. Siehe:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/rating-zwerg-stuft-deutschlands-bonitaet-herab/6083112.html

    Das Finale hat begonnen. Wenn die Politik weitermacht wie bisher, wird auch Deutschland in die Pleite gestürzt werden.

    Noch kann man sein Papiergeld gegen Sachwerte eintauschen.

  4. Adam Smith sagt:

    Fakt ist: Ratings über europäische Länder interessieren die Amerikaner kaum: Europäische Banken haben 8 Billiarden € auf $ lautende Forderungen (Euroland 4+ Uk 2+CH 2), während bei amerikanischen Banken nur 500 mrd $ Forderungen auf € lauten (16:1 Ratio)

    Fakt ist weiter, daß primär die Staaten an einer Fortführung der so einfachen schönen Welt mit risikolosen und niedrig verzinsten Staatsanleihen interessiert sind. Dies entspricht aber nicht der Realität. Eine Abwertung verschiedener Länder, vor allem aber die Spreizung der Bonität ist sachgerecht und würde auch durch eine europäische Agentur sicherlich so gesehen. Wir sind letztlich selbst schuld, daß die Beachtung der Ratings, die ja die Akteure in der Finanzindustie aus der eigenen Verantwortung nehmen, in Gesetzen und Verordnungen festgeschrieben wurden. Besser wäre da, die Banken einem schumpeterschen Reinigungsprozeß zu unterwerfen und so dem Vorsichtsgrundsatz die richtige Bedeutung zukommen zu lassen.

    Fakt ist auch, daß die finanzielle Schieflage in US und UK drastisch unterschätzt wird: Die Verschuldung von Staat, Unternehmen und Privatpersonen ist in UK am höchsten auf der Welt (weit höher als in Japan, ca 500% GNP), eine „normale“ Industirie zerstört wurde (sagen Sie mir, welche Produkte die Welt in UK kaufen sollte) und die obsolete Finanzindustrie überdimensioniert ist (40% der Corporate tax hieraus!).

    Für die US gilt, daß die Staatsschuld schon jetzt bedeutend höher ist als im €-Raum, die Steigerung ebenfalls. Vergessen wird, daß die Einzelstaaten zusätzlich immense Schulden haben (und auch in der Vergangenheit die Insolvenz nicht gescheut haben), weiterhin bestehen enorme unterdeckte Pensionsansprüche, die riesigen Pensionsfonds decken nur 1200$ (sic!) je Anspruchsberechtigten ab! Die €-Zone Verschuldung wird dagegen nur aus der Summe der Einzelstaaten zusammengerechnet, Brüssel hat keine Schulden! Dazu kommt die fortschreitende Erodierung der US-Wirtschaft (was wollen Sie dort kaufen?) und die technologische Rückständigkeit des Landes (Gebäudeeffizienz=0, Energie- einsparung=0, Infrastruktur wie bei uns um 1970, einzelne Inseln der Modernität widerlegen dies nicht.

    Im Ergebnis sollte die Bewertung europäischer Staaten so bleiben, aber UK und US gehören auf Ramschniveau abgestuft: Es gibt hier ein manifestes Länderrisiko, ausgehend von den eben explizierten Beobachtungen, zusätzlich aber aus dem Blickwinkel des €-raumes ist das Problem der Schuldenkultur zu sehen: Eine Insolvenz in UK oder US ist etwas ganz lockeres im Gegensatz zur €-zone … und hat schon mal jemand versucht, Forderungen aus CDO’s einzutreiben? Sie bleiben im Dickicht stecken und werfen nur neues Geld hinterher. Hinzu tritt das Wechselkursrisiko: der $ ist überbewertet und trägt eine Inflationshalde vor sich her. Wehe wenn das Geld dort ankommt, worauf es gezielt ist: beim Konsumenten! Dann kommt die Lawine ins Rutschen und der $ verliert in kurzer Zeit 50% seines Wertes!

    Gruß aus Dresden, Adam Smith

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Adam Smith,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Bezüglich der Gesamtverschuldung kann Japan den Briten durchaus das Wasser reichen, auch dort liegt der Wert bei rund 500%.

      Ansonsten gelten natürlich viele Punkte, die für die USA gelten auch für viele Staaten der Eurozone. Außer Strom- und Telefoneinheiten ist dort auch nicht viel zu holen.

      Vielleicht sollte man bei der Betrachtung der Misere gar nicht so sehr zwischen den angelsächsischen Vertretern und den Kontinentaleuropäern unterscheiden. Die Differenzen sind politisch offensichtlich, die ökonomischen Probleme weiter Teile der westlichen Wirtschaftswelt weisen jedoch eine sehr umfassende Schnittmenge auf. Auch schlechte Qualität von Immobilien ist kein Alleinstellungsmerkmal der USA und der Briten. Eine Verschärfung der Krise in den Staaten hätte über die in geradezu stümperhafte Weise angesammelten Dollaranlagen in den Bilanzen europäischer Banken direkte Konsequenzen in der EU. Den Stecker der Banken hält die Fed über die Dollarliquidität bereits in den Händen.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  5. Reiner Vogels sagt:

    Entschieden möchte ich der Auffassung widersprechen, dass die USA auf Ramschniveau abgeratet werden sollten. Hinter einer solchen Auffassung steckt eine rein ökonomische Betrachtungsweise. Diese Betrachtungsweise lässt völlig außer Acht, dass die USA die letzte Supermacht der Welt mit einer absolut überlegenen Militärmacht sind.

    Sie können und sind, wie die Vergangenheitheit zeigt, entschlossen, den Dollar als einzige Rohstoffwährung (Öl) mit Waffengewalt, also auch mit kriegerischen Überfällen auf unbotmäßige Staaten, zu verteidigen. Außerdem sind viele reiche Ölstaaten bzw. ihre despotischen Regierungen auf die militärische Absicherung durch die USA angewiesen. Diese Staaten werden daher immer ihre immensen Finanzmittel einsetzen, um den Dollar zu verteidigen.

    Daraus folgt: Auf absehbare Zeit wird der Dollar gegen alle ökonomische Realität die einzige Reservewährung der Welt bleiben. „Alle Macht in der Welt“, so hat schon Mao gelehrt, „kommt aus den Läufen der Gewehre.“ Das gilt heute in ganz besonderer Weise für den US-Dollar.

  6. vegaman sagt:

    was????? Günther Jauch wurde verlegt?????

    Hätte ich das gewußt, hätte ich drauf reagieren können, aber so….

  7. Reiner Vogels sagt:

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    ich weiß nicht, ob Sie mich mit Ihrer Frage gemeint haben. Dennoch eine kurze Antwort: Ich bin kein Maoist, sondern politisch ein Liberaler. Meine Sympathien im US-Wahlkampf gelten Ron Paul, gerade auch wegen seiner außenpolitischen Thesen.

    Was den Dollar und das Öl betrifft, so dürfte es doch offenkundig sein, dass es den Amerikanern sowohl beim Angriff auf Lybien als auch bei der unverstellten Kriegsdrohung gegen den Iran nicht nur um Öl ging bzw. geht, sondern auch darum, alle Versuche, in Währungsdingen unabhängiger vom US-Dollar zu werden, zu verhindern. Wie Sie wissen, versuchen ja der Iran und Russland für ihre Ölgeschäfte eine andere Abrechnungsbasis als den Dollar durchzusetzen.

    Dass es um den selbstlosen Kampf einer den Menschenrechten verpflichteten Demokratie gegen Diktatoren gegangen sei oder geht, vermag ich nicht zu glauben. Immerhin haben die USA in Kuweit ein politisches System wieder an die Macht gebracht, das alles andere als eine Demokratie ist. Und dass es im Iran um die angeblichen Atombomben des Iran gehe, vermag ich ebenfalls nicht zu glauben. Diese These scheint mir nicht glaubwürdiger zu sein als die Märchen von den Massenvernichtungswaffen im des Saddam Hussein, die der US-Verteidigungsminister Powell seinerzeit im UN-Sicherheitsrat erzählt hat.

    • Frank Meyer sagt:

      Hallo Reiner Vogels Ich gehe mit Ihnen völlig Daccord. Die Frage, die ich mir stelle ist, ob es den Amerikanern auch in Zukuft wieder und wieder gelingen wird, wenn ihre ökonomische Mach nach und nach verschwindet und das Empire beginnt zu fallen? Wenn aus dem früheren „guten Hegemon“ eine Wandlung seit Jahren stattfindet. Ich bin mir da nicht mehr so sicher, den die Kräfteverhältnisse auf der geopolitischen Machtachse haben sich verschoben und verschieben sich mehr und mehr – nicht zum Vorteil der USA.

      • sunshinegeorge sagt:

        Die Diskussion gabs auch schon in den 80ern,dort die Bösen und unfähigen Amis , hier die guten Deutschen, ich erinnere an Caspar Weinberger und den ultrabösen Ronald Reagan, an das Savings and Loans Disaster , an den Rust Belt an Baltimore (von Billy JOEL ) etc.
        Die Verallgemeinerungen in der Bananenrepublik Deutschland bezügleich eine Landes von kontinentaler Größe sind schon abenteuerlich. Dabei geht´s aus deutscher Sicht `immer nur ums ökonomische und militärische `. Die Menschen dort , und natürlich Klima , Vegetation, Morphologie, Geschichte …etc werden hier völlig ignoriert.
        gruss georg

      • Bummbumm sagt:

        #Ich bin mir da nicht mehr so sicher, den die Kräfteverhältnisse auf der geopolitischen Machtachse haben sich verschoben und verschieben sich mehr und mehr – nicht zum Vorteil der USA.#

        Diese Einschätzung teile ich auch, die Frage ist, mit welcher Geschwindigkeit das passiert. Betrachten wir Afghanistan, dann scheints schnell zu gehen. Allerdings ist Afghanistan nicht sooo wichtig und es könnte reichen, dort Chaos zu verbreiten, so dass auch die anderen Mittelmächte oder China nichts von einer Partnerschaft hätten.

        Andererseits zeigt das Dichtmachen von Megaupload in Neuseeland, dass die USA immer noch in der Lage sind, wichtige wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. So lange das „geistige Eigentum“ nach amerikanischen Vorstellungen ausgelegt wird und quasi ewig dauert, wird sich die Deindustrialisierung weniger bemerkbar machen.

        Mein Fazit: Der Abstieg könnte länger dauern, als man mit Blick auf den mittleren Osten glaubt.

  8. Adam Smith sagt:

    Nun ja, ich dachte bei mir letzte Zeit: diese überzogene Wertschätzung des $ mit einem immer strengeren Hautgout aus der Kluft zwischen Wahrheit und Publizistik sieht mir sehr nach dem final Countdown aus. Wenn ich eine Staatspleite hinlegen wollte, würde ich versuchen, möglichst viele Gläubiger ins Boot zu holen, damit die Interessen an der Rettung breit gestreut sind. (Thema: too many connections to fail)
    So verteile ich die Risiken breiter und erhöhe die Chancen auf eine Rettung. Alleine kann die USA ihre Rettung nicht mehr bewerkstelligen. Wenn dieses viele Geld dort ankommt, wo es hin soll, nämlich beim Konsumenten, der damit die Konjunktur stützt, ist die Inflation da … und danach auch der $-default. Solange das Geld nur nächtens bei der ZB angelegt wird, besteht das Inflationsrisiko nur bei Vermögenspreisen.

    Warum haben europäische Banken so hohe $ Positionen?

    Nachschlag von A S

  9. Reiner Vogels sagt:

    Lieber Herr Meyer,

    Ihre Frage, wie lange es den USA angesichts der von Ihnen zu Recht erwähnten globalen Machtverschiebungen wohl noch gelingen kann, ihr Imperium zu erhalten, ist natürlich vollkommen berechtigt. Da weder Sie noch ich eine funktionierende Kristallkugel haben, wissen wir es natürlich nicht. Ich warne nur davor, die USA zu unterschätzen. Militärisch sind sie absolut an der Spitze. Und an keine Währung dieser Erde haben so viele Staaten ihre eigene Währung gebunden wie an den Dollar.

    Daher meine ich nach wie vor, dass beim Wettlauf des Euro, des Dollar und des Yen in den Abgrund der Euro gegenüber dem Dollar und auch gegenüber dem Yen nach wie vor die Nase vorn hat. Insofern sind die Downratings der Agenturen durchaus berechtigt.

    Bis China ein ernsthafter Konkurrent ist, dürften noch viele Jahre vergehen.

    Im übrigen hoffe ich, dass in der amerikanischen Demokratie ein Selbstheilungsprozess möglich ist. Natürlich hat Ron Paul keine echte Chance, Präsident zu werden, aber seine Bewegung hat eindrucksvoll an Kraft gewonnen. Und das wird nicht ohne Folgen bleiben, selbst wenn er selbst nicht mehr politisch aktiv sein kann.

  10. Johannes sagt:

    Nun, das Bankhaus hat mit vielem Recht, was es hier so von sich gibt, nur denke ich sehr wohl, dass es sich um einen Währungskrieg USA/GB vs. EU handelt.

    Es stimmt schon, die USA wurden von S&P schon herab gestuft, was der damalige Chef jedoch nicht allzu lange „überlebt“ hat. Was besonders aufgefallen ist, keine andere Ratingagentur ist dann nachgezogen, weder Fitch noch Moodys.

    Ich gehe jede Wette ein, dass entweder Fitch oder Moodys die aktuellen EU- Abstufungen durch S&P relativ rasch „bestätigen“ werden, spätestens im Sommer.

    Warum zieht Fitch oder Moodys nicht in Amerika nach? Der Zeitpunkt wäre laut dem Bankhaus an sich vollkommen egal.

    Ist dieser Zeitpunkt aber auch in US-Wahlkampfzeiten, oder in zarten US-Aufschwungszeiten egal? Hmmmm?!?!

    Nein, es ist ein Spiel, das USA/GB mit der EU treibt, ein perfides Spiel.

    Auch wenn die Abstufungen natürlich gerechtfertigt sind, gerecht sind sie deswegen noch lange nicht.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Johannes,

      zunächst sei erwähnt, das Fitch als Teil des Fimalac-Konzerns ein französisches Unternehmen ist. Wenn Fitch also das Downgrade Frankreichs nachvollzieht, haben wir es dann mit einem „Währungs-Bürgerkrieg“ zu tun? Die Probleme der Fehlkonstruktion Euro auf Ratings zu schieben ist ein peinlicher Versuch der Politk, von den eigenen Fehlern und der Unfähigkeit der Korrektur derselben abzulenken.

      Alle Agenturen haben verschiedene Methodologien, die auf deren Internetseiten einzusehen sind. Diese zeigen sich nicht nur aber vor allem bei staatsnahen Unternehmen, wo es deutliche Unterschiede in den Bewertungen ist. Leider kennen die meisten weder die Vorgehensweise noch die Bedeutung der Kriterien, die in den Medien dennoch gern kommentiert wird. Ein Beispiel ist die ständige mit schwerer Stimme vorgetragene Bezeichnung „junk“ (Ramsch), für die Kategorie Non-Investmentgrade, in der es ja durchaus eine reichhaltige Auswahl an Differenzierungen gibt.

      Mit dem im Artikel genannten Zeitpunkt war die Klage einiger Marktteilnehmer über die Herabstufung am Freitag nach Börsenschluss gemeint.

      Wem würde denn Ihrer Meinung nach ein Downgrade der USA im Vorwahlkampf helfen?

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

      • Johannes sagt:

        Vielen Dank für die Antwort, liebes Bankhaus. 🙂

        Um gleich mal auf Ihre Frage „Wem würde denn Ihrer Meinung nach ein Downgrade der USA im Vorwahlkampf helfen?“ einzugehen.

        Es würde der EU helfen!

        Ich zitiere jetzt mal einfach die Berliner Umschau:

        „Weltweit müssen Staaten in diesem Jahr (Anm. 2012) rund 7,6 Billionen Dollar Staatsschulden zurückbezahlen und damit durch neue Kredite umschulden“

        Diese zurückbezahlten Schulden (Anm. in der Höhe von 7,6 Billionen !!!.) wollen ja wieder angelegt werden. Und die Investoren (Pensionsfonds, Banken etc.) werden sich Gedanken darüber machen, wo lege ich das an.

        Derzeit herrscht eher, so scheint mir, der Sicherheitsgedanke vor.

        Und da verkauft sich die USA/GB, auch Dank der Ratingagenturen weitaus besser als die EU.

        Es geht sehr wohl in diesem Währungskrieg auch um die Gunst der Anleger und darum, diese für sich zu gewinnen. Jede andere Annahme wäre reichlich naiv.

        Und schon alleine von daher kann und will ich nicht glauben, dass Ratingagenturen unabhängig arbeiten und schon gar nicht daran, dass diese neutral sind.

        Es geht um 7,6 Billionen, um die „gekämpft“ wird, eine Menge Holz.

        Tut mir leid, aber da einen „Krieg“ abzustreiten, finde zumindest ich, wirklich naiv. Um viel weniger wurde und wird getötet.

        Da wird mit allen Tricks gearbeitet auch mit Zeitpunkten.

        Das ist zwar sicher nicht beweisbar, aber aus meiner Sicht einfach nur logisch.

        Und ja, Fitch ist „europäisch“ mit Sitzen in London und New York. 😉

  11. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Johannes,

    gerne! Wenn alle die gleiche Meinung hätten, wäre das Diskutieren furchtbar langweilig!

    Eines vorweg. Wir wollen weder den Ratingagenturen das Wort reden, noch würden wir sie vermissen, wenn es sie nicht mehr gäbe. Der Artikel sollte vielmehr auf die von der Politik und der Finanzbranche selbst geschaffenen Abhängigkeiten hinweisen, die man dann nicht mehr sehen will, wenn nicht mehr „Cafe Harmonie“ gespielt wird.

    Zu den Staatspapieren. Der Refinanzierungsbedarf der Fälligkeiten bestehender Schulden ist neben den laufenden Budgetdefiziten ein Dauerproblem aller Schuldner. Das Wort „zurückzahlen“ ist da im Grunde ein Euphemismus, werden die Schulden ja nur gerollt. Wo ein Investor investiert ist, ist heute mehr denn je eine Frage des Währungsraum, denn da etwa für europäische Banken das US-Dollar Funding quasi nur per Zentralbank möglich ist (was beim Dollar natürlich nicht ohne die US Fed machbar ist), ist es ratingunabhängig vollkommen unattraktiv, sich noch mehr Dollar denominierte Anlagen in die Bücher zu legen. Die schwindenden Möglichkeiten der Dollarfinanzierung durch die schrumpfenden Dollar-Geldmarktfonds sind es auch, die anderweitige Nachfrage nach Dollars mit sich bringt. Es handelt sich wie immer im Kern um eine Angelegenheit von Angebot und Nachfrage.

    Was wir an den europäischen Bondmärkten sehen, spiegelt nicht „normale“ Renditeanforderungen an die staatlichen Schuldner wieder. Vielmehr ist die Flucht in deutsche Staatspapiere und das Abstossen von Peripherie-Bonds auch Ausdruck des leider versperrten Wegs von Währungsbewegungen. Die Risiken einer Auflösung politischer und ökonomischer Strukturen lässt sich ein Investor vernünftigerweise bezahlen.

    Man muss sich die Frage stellen, welches Problem wäre gelöst, wenn die Ratinagenturen ab morgen nicht mehr existierten?

    Beste Grüße
    Ihr Bankhaus Rott

    P.S.: Ist Moody’s dann hessisch weil es einen Sitz in Frankfurt hat 😉

    • Johannes sagt:

      Liebes Bankhaus,

      habe ich auch nicht vermutet, dass ihr den Ratingagenturen das Wort redet. So gut kenne ich Euch mittlerweile schon.

      Und ja, ohne Zweifel, die Politik, samt Bürgern, hat es sich ausschließlich selbst zuzuschreiben, dass sie in dieser Abhängigkeit sind.

      „Zu den Staatspapieren. Der Refinanzierungsbedarf der Fälligkeiten bestehender Schulden ist neben den laufenden Budgetdefiziten ein Dauerproblem aller Schuldner. Das Wort “zurückzahlen” ist da im Grunde ein Euphemismus, werden die Schulden ja nur gerollt“

      Volle Zustimmung!

      „Wo ein Investor investiert ist, ist heute mehr denn je eine Frage des Währungsraum, denn da etwa für europäische Banken das US-Dollar Funding quasi nur per Zentralbank möglich ist (was beim Dollar natürlich nicht ohne die US Fed machbar ist), ist es ratingunabhängig vollkommen unattraktiv, sich noch mehr Dollar denominierte Anlagen in die Bücher zu legen.“

      Mag sein, da kenne ich mich zu wenig aus, da muss ich mich auf Ihr Wissen verlassen. Könnte mir aber vorstellen, dass es für die USA schon ausreichend ist, wenn nicht zu viel an „europäischen“ und sonstigem auswärtigem Geld abfliest.

      „Vielmehr ist die Flucht in deutsche Staatspapiere und das Abstossen von Peripherie-Bonds auch Ausdruck des leider versperrten Wegs von Währungsbewegungen.“

      Wenn erstmals Deutschland abgestuft wird und ich gehe davon aus, dass das noch dieses Jahr passiert, wird auch die Flucht in deutsche Staatspapier nachlassen.

      „Man muss sich die Frage stellen, welches Problem wäre gelöst, wenn die Ratinagenturen ab morgen nicht mehr existierten?“

      Eine psychologische Kriegsführung im Währungskrieg wäre damit zumindest aus meiner Sicht unterbunden, der für mich einen großen Vorteil für die USA/GB darstellt.

      „P.S.: Ist Moody’s dann hessisch weil es einen Sitz in Frankfurt hat“

      Touché, aber ich denke, ein Bankhaus weiß, was ich damit ausdrücken wollte. *g*

      • Bankhaus Rott sagt:

        Hallo Adam Smith,

        schlussendlich wird die von Ihnen zu Recht genannte Faulheit respektive mangelnde Fähigkeit, eigene Bewertungen vorzunehmen, durch die staatlichen Stützungen belohnt. Für viele Finanzhäuser wäre die wirtschaftliche Belohung der Fehlallokationen die Insolvenz gewesen.

        Zu den Punkte (a), (b) und (c).
        (a) – Das kriminelle oder zumindest unethische Element lässt sich bei keinem Unternehmen vollkommen ausschließen. Die Gefahr wächst mit möglichen – politischen oder finanziellen – Erträgen. Eine Minderung des Einflusses mindert auch die Gefahr der Korruption.

        (b) Frontrunning bei Ratingänderungen ist ein eher theoretisches Problem. Nicht nur in Phasen eigenständig nicht mehr funktionsfähiger Anleihemärkte (wie dem der Eurozone) implizieren die Risikoprämien ohnehin eine weitaus schlechtere Situation, als dies die Bewertungen der Agenturen ausdrücken. Ein dauerhafter, in der Praxis handelbarer Zusammenhang ist hier nicht erkennbar. Ex-Post hört sich dies in den Medien oft so an, aber nach dem Ende des Handelstags lässt sich leicht mit wichtiger Miene verkünden, dass es ein „sell on good news“-Abwärtstag oder ein „sell the rumour – buy the facts“-Aufwärtstag war.

        (c) Die Agenturen berücksichtigen die geografische Positionierung sowohl rechtlich als auch operativ. Ob man die Qualität der Beurteilungen gut oder schlecht findet, muss jeder selbst beurteilen.

        Ein sinnvoller Weg wäre es, den selbst verschuldeten Einfluss der Agenturen einzuschränken und die Bewertungen als das zu sehen, was sie sind. Ratings sind Beurteilungen der Situation von Unternehmen und Staaten durch ein dritte Partei. Diese kann jeder nach seinem eigenen Urteil für nützlich oder unnütz halten und dementsprechend einsetzen. Wenn genügend Menschen die Kennzahlen anwenden, bleiben die Ratings erhalten. Wenn es sich nicht mehr lohnt, diese anzubieten, werden sie verschwinden.

        Die Beurteilung einer dritten Partei kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht das eigene Urteil. Kurz gesagt: Mehr Eigenverantwortung.

        Beste Grüße an die gesamte Leserschaft
        Bankhaus Rott

  12. wolfswurt sagt:

    Man muss sich die Frage stellen, welches Problem wäre gelöst, wenn die Ratinagenturen ab morgen nicht mehr existierten?

    Antwort: Kein Problem wäre gelöst.

    Die Agenturen, ob sie unabhängig arbeiten sei mal dahingestellt, zeigen nur ein Problem an: die Verlogenheit der Bilanzen seitens der Staaten, Firmen und Banken.

    In diesen Dschungel der Täuschungen Licht zu bringen war einmal die eigentliche Aufgabe der Agenturen.

    Mittlerweile sind sie selbst von der Lüge infiziert und damit überflüssig.

  13. Johannes sagt:

    Noch ein kleines Zitat von der Berliner Umschau, das zeigen soll, wie sehr die USA unter Druck steht:

    „Den größten Anteil (Anm. bei der „Umschuldung“) hat dabei nach Agenturberichten Japan mit einem Volumen von 3 Billionen Dollar, gefolgt von den USA mit 2,8 Billionen. Mit größerem Abstand folgen die Euro-Staaten Italien (428 Milliarden Dollar), Frankreich (367 Milliarden) und Deutschland (285 Milliarden).“

    Japan ist ja bekanntermaßen ein großer Gläubiger der USA und benötigt selbst aktuell ein Mehr an Geld. Nicht umsonst wird in Japan mittlerweile an eine Erhöhung der Mehrwertssteuer gedacht. Die werden die USA nicht mehr in diesem Maße unterstützen können.

    Nach Japan kommt schon die USA mit den 2,8 Billionen an Umschuldungen. Dies ist meiner Meinung nach wirklich nur möglich, wenn die USA als das Vertrauenswürdige Land schlechthin dargestellt wird.

    Da kann die USA keinen „Gegner“ wie die EU akzeptieren, wenn noch dazu die Neuverschuldung 1,5 Billionen (?) dazu kommt. 😉

  14. Adam Smith sagt:

    RATING DURCH AGENTUR ODER OHNE AGENTUR – CUI BONO ?

    Das von Agenturen vermittelte Rating fördert Schubladendenken und belohnt Faulheit und Einfallslosigkeit bei den Akteuren. Jeder, der anderen Assets anvertraut und zwischen verschiedenen Kreditnehmern entscheidet, macht ein Rating. (Wußten Sie eigentlich, daß jedes Unternehmen, das bilanziert, sich bei der Bundesbank, bei jeder Niederlassung raten lassen kann, und das kostenfrei?) Werden Ratings fremd erstellt, hat dies Vorteile durch eine professionellere Aufbereitung der vorhandenen Information und eine Stellungnahme ohne Eigeninteresse (ist das wirklich immer so?).

    Wir wollen einmal durchspielen, wo die Probleme bei den großen marktmächtigen Agenturen liegen können:
    (a) deliktische Risiken: Lenkung des Ergebnisses durch den Auftraggeber als Ergebnis verflochtener anderer Geschäfte, aus Eigeninteresse der Agentur.

    (b) simples Frontrunning bei den durch Ratings ausgelösten Kursbewegungen: Insiderregeln greifen nicht und die Agenturen haben noch nicht einmal einen verbindlichen Ehrenkodex. Insiderregeln des Wertpapierhandels sind nicht direkt auf Ratings (=private Meinung ohne Verbindlichkeit und Haftung) anwendbar, sondern nur, wenn der Agentur nicht-öffentliche Informationen zur Verfügung gestellt und Kursbewegungen ohne Ratingeinfluß ausgenutzt werden. Wird ein Rating aber geändert, ist ein Zusammenhang mit dem erlangten Wissen ist nicht mehr greifbar, weil dieses ja zur Erarbeitung des öffentlich zugänglichen Ratings auftragsgemäß verwendet wurde.

    (c) Umgebungscharakteristik der Agentur: Berücksichtigt eine Agentur mit Sitz in US Wechselkursrisiken in der Heimatwährung? Nein, denn sie hat kein Risiko! Berücksichtig eine Agentur mit Sitz in US die aufwendige und kostenintensive Rechtsverfolgung im Heimatmarkt? Nein, denn das kennen die Akteure nicht anders. Berücksichtigt eine Agentur in den US den lockeren Umgang mit Insolvenzen im Heimatmarkt (in den letzten 20 Jahren wurden gleich mehrere Bundesstaaten insolvent, in Europa ist das bisher nicht so üblich)? Nein, das halten die Akteure für normal.

    Während diesseits nur die simpelste Variante (a) thematisiert wird, bleiben doch die Variante (b) mit ihrem üblen Beigeschmack, und die Variante (c) ohne die Beachtung, die sie verdient hätten. Ich würde dafür plädieren, daß die Ratings des angelsächsischen Agenturen als für ihre Heimatmärkte überzeugend angesehen werden: dort kommen Risiken aus andere Rechtsräumen (außerhalb der US) und fremden Währungen (außerhalb des $) zum Ausdruck. Nehmen wir diese Ratings aber zum Maßstab für europäische Investments in €, ist eine Investition in den US/UK nicht nur mit einem Risikozuschlag zu versehen, ein Zuschlag, der für unseren Rechtsraum gemacht wurde, ist gegebenenfalls zurückzurechnen. Das Risiko für Auslandsinvestitionen im nicht $-Raum gemacht ist ebenfalls zurückzurechnen und um einen Risikozuschlag für das Währungsrisiko von $-Investitionen zu erhöhen.

    Wären solche Adjustments nicht der richtige und verantwortungsbewußte Umgang für Ratings aus dem US/UK Bereich?

    Adam Smith

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Adam Smith,

      schlussendlich wird die von Ihnen zu Recht genannte Faulheit respektive mangelnde Fähigkeit, eigene Bewertungen vorzunehmen, durch die staatlichen Stützungen belohnt. Für viele Finanzhäuser wäre die wirtschaftliche Belohung der Fehlallokationen die Insolvenz gewesen.

      Zu den Punkte (a), (b) und (c).
      (a) – Das kriminelle oder zumindest unethische Element lässt sich bei keinem Unternehmen vollkommen ausschließen. Die Gefahr wächst mit möglichen – politischen oder finanziellen – Erträgen. Eine Minderung des Einflusses mindert auch die Gefahr der Korruption.

      (b) Frontrunning bei Ratingänderungen ist ein eher theoretisches Problem. Nicht nur in Phasen eigenständig nicht mehr funktionsfähiger Anleihemärkte (wie dem der Eurozone) implizieren die Risikoprämien ohnehin eine weitaus schlechtere Situation, als dies die Bewertungen der Agenturen ausdrücken. Ein dauerhafter, in der Praxis handelbarer Zusammenhang ist hier nicht erkennbar. Ex-Post hört sich dies in den Medien oft so an, aber nach dem Ende des Handelstags lässt sich leicht mit wichtiger Miene verkünden, dass es ein “sell on good news”-Abwärtstag oder ein “sell the rumour – buy the facts”-Aufwärtstag war.

      (c) Die Agenturen berücksichtigen die geografische Positionierung sowohl rechtlich als auch operativ. Ob man die Qualität der Beurteilungen gut oder schlecht findet, muss jeder selbst beurteilen.

      Ein sinnvoller Weg wäre es, den selbst verschuldeten Einfluss der Agenturen einzuschränken und die Bewertungen als das zu sehen, was sie sind. Ratings sind Beurteilungen der Situation von Unternehmen und Staaten durch ein dritte Partei. Diese kann jeder nach seinem eigenen Urteil für nützlich oder unnütz halten und dementsprechend einsetzen. Wenn genügend Menschen die Kennzahlen anwenden, bleiben die Ratings erhalten. Wenn es sich nicht mehr lohnt, diese anzubieten, werden sie verschwinden.

      Die Beurteilung einer dritten Partei kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht das eigene Urteil. Kurz gesagt: Mehr Eigenverantwortung.

      Beste Grüße an die gesamte Leserschaft
      Bankhaus Rott

  15. FDominicus sagt:

    An das Bankhaus Rott.
    Sie schrieben: „Die Beurteilung einer dritten Partei kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht das eigene Urteil. Kurz gesagt: Mehr Eigenverantwortung.“

    Das ist zwar korrekt aber nicht der Weg der eingeschlagen wurde/wird. Das gibt es „Vorschriften“ das nur AA was weiß ich genommen werden dürfen. Wie kann es dazu ein Gesetz geben? Da wird doch Verantwortung nicht „gelebt“ sondern verschleiert. Ja S& Poors haben denen doch ein AAA gegeben, da muß man doch nicht mehr nachfragen. Ich habe nie verstanden warum ich auf ein Rating achten sollte. Ich schau auf die Rendite und dann kann ich mir schon denken ob etwas eher „sichere“ oder ehere „unsicherer“ ist und wenn ich irgendwo etwas über 10% sehe und mich dann auf ein Rating AA was auch immer verlasse, dann habe ich den Totalverlust verdient (und nun ja mich wird dann keine Zentralbank und/oder IWF. raushauen ….

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo FDominicus,

      richtig, der von Ihnen zitierte Satz war die Anwort auf den Kommentar von Adam Smith, und drückt unsere Sicht der Dinge aus, wie sie sein sollten.

      Die aktuelle Situation entspricht dem natürlich nicht.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

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