Ralf Flierl: Der Euro wird nicht überleben.

9. November 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Die Inflation wird kommen, sagt Ralf Flierl, Chefredakteur vom Smart Investor am Rande der Edelmetallmesse in München. Wir kommen nicht drum herum, fügt er an. Wenn kein Schuldner scheitern darf, bedarf es der Notenpresse.

 

 Die EZB stellt sich inzwischen sehr geschickt an. Herr Draghi und seine Kollegen aus den Zentralbanken sind fast schon Garanten für einen Crack up Boom. Ihre Bemühungen sind eine der Grundlagen für eine solche Katastrophen-Hausse. Ein Interview…

 

Neben der Zerstörung des Geldsystems zerstört es dann auch die Demokratie, zumindest das, was wir aus den letzten Jahren kannten. Worauf sollten sich Sparer und Anleger einrichten? Eigentlich wird sich alles verändern… Hier das Interview mit Ralf Flierl vom Smart Investor



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11 Kommentare auf "Ralf Flierl: Der Euro wird nicht überleben."

  1. Avantgarde sagt:

    AUAAAAA !!

    Der Hyperinflationist ist wieder da 🙂

    Ich kann diesen Menschen einfach nicht Ernst nehmen.
    Glaubt er doch tatsächlich, daß in einem Brüning´schen Europa es zu einer Hyperinflation kommt.

    Es ist einfach aberwitzig: Einfach mal einen Blick auf Griechenland werfen.
    Da wird ein virtuell gestiegener Ölpreis an der analogen Welt scheitern!
    Oder glaubt jemand Otto-Normal könnte 3,4,5…5000 Euro pro Liter für den Sprit bezahlen?

    Das „Beste“ was man mit „Geld drucken“ erreichen kann ist eine Preisblase in bestimmten Sektoren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt jäh in sich zusammenbricht.

    Wir hatten die Internet-Blase, die Hauspreis-Blase und nun die Rettungs-Blase…

    Nein – witzig ist die Lage ganz bestimmt nicht.
    Sie ist wirklich zu Ernst, als daß man sich dann auch noch auf solch unseriöse Gruppierungen wie die PDV beruft – die übrigens den Anschluss Baden-Württembergs an die Schweiz postuliert haben.

  2. Reiner Vogels sagt:

    Einspruch! Ich nehme Herrn Flierl äußerst ernst und halte seine Ausführungen für vollkommen plausibel und überzeugend.

    Gegenfrage: Wo haben wir denn ein brüningsches Europa? Etwa im EZB-Rat, der soeben eine Zinssenkung auf 1,25% beschlossen hat trotz einer Inflationsrate von über 3% und der gleichzeitig den Banken in praktisch unbegrenzter Höhe „Liquidität“, also Zockergeld, zur Verfügung stellt? Oder etwa bei der EFSF, die händeringend und verzweifelt versucht, ihre Gelder mit Finanztricks, die vor drei Jahren zur Subprime-Krise geführt haben, zu hebeln? Oder vielleicht im deutschen Staatshaushalt, der inzwischen einen Schuldenberg von über 2 Billionen Euro vor sich herschiebt?

    • Avantgarde sagt:

      In Griechenland wird bereits zwangsgespart – Lohneinbussen von 30% sind da keine Seltenheit.
      Viele verlieren ihre Jobs und scheiden als Konsument aus – die GR-Wirtschaftsleistung sinkt und das Defizit steigt stärker als „erwartet“
      Kurz sie Deflationieren mit uns bald um die Wette.

      In z.B. Italien gibt es kein H4 – dort gibt es nur das eventuelle Hotel Mamma… Jeder Arbeitslose fällt dort als Nachfrager komplett aus.
      Auch in Italien wird es wie bekannt demnächst Sparprogramme geben.

      In D gibt es ja bekanntlich die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse – mal abwarten wie das ausgestaltet wird.

      Mit dem Sparen unserer Nachbarn wird auch bei uns der Export zurückgehen.
      Bereits jetzt sehen die Wirtschaftsdaten unserer Nachbarn nicht sonderlich rosig aus.

      Ja- die EZB/Rettungsfonds kauft Staatsanleihen.
      NUR: Die ersetzen ja lediglich Geldmengen, die in der VERGANGENHEIT bereits ausgegeben wurden.
      Geschähe dies nicht wären wohl auch bald die Sparguthaben z.B. in D bald futsch – denn wie bekannt: Schulden=Vermögen.

      Die EZB gibt billiges Geld – Ja.
      Wie auch USA und Japan mit noch viel niedrigeren Zinsen – Und?
      Gab es in Japan mit einer Verschuldung jenseits der 200% vom BIP Inflation? – Nein im Gegenteil..

      Ein Kreditgeldsystem ist nun mal nicht so einfach zu hyperinflationieren wie viele glauben.
      Im Gegenteil – systemisch gesehen liegen die Risiken eher auf der Deflationären Seite.

      • gilga sagt:

        In diesem Zusammenhang sei (eigentlich jedem) der neuste FOFOA-Artikel „Moneyness“ ans Herz gelegt: http://fofoa.blogspot.com/2011/11/moneyness.html

        Zugegeben sehr lang und komplex. Ich musste an einigen Stellen dann auch geistig mal „Aussteigen“. Aber hier wird der Trugschluss (in diesem Fall am Beispiel USA) dargelegt, warum das monetisieren von Staatsschulden bzw. die Ausweitung der Geldmenge letztendlich doch zu Inflation führt. Nicht sofort und es gibt sicher auch die Gefahr der (temporären) Deflation. Aber der Junkie braucht nun mal Stoff…

        Es gibt hier selbstverständlich unterschiedliche Meinungen, aber wenn mich etwas an den Zauberlehrling erinnert, wie in diesem Fall, dann stehe ich eher auf der Seite der Skeptiker.

  3. freiestimme sagt:

    Herr Flier nehme ich sehr ernst, denn seine Voraussagen und Thesen zeigen die Wirklichkeit und die Reise in die es gehen kann und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gehen wird. Ich nehme ihn ernster als irgendeinen Hosenanzug und einen „Experten“ des Systems.
    Seine Einschätzung zu Piraten und PdV teile ich auch, aufgrund persönlicher Erfahrungen.

  4. Lotus sagt:

    Ich finde auch, je mehr man sich mit dem Finanzsystem/Börse und deren Akteure beschäftigt, ihnen zuhört oder deren Zeilen liest, zieht man sich automatisch zurück. Man kauft nichts mehr, meidet Banken, hält sein Geld zusammen. Denn: 2008 wurde genau dieselbe Tragik und Untergangsstimmung prophezeit, zu Gold/Edelmetallen geraten, den Euro aufgegeben, Mord und Totschlag auf den Straßen herbei geredet. Und was war? Es geschah rein gar nichts. Das Leben ging weiter.

    Wer nicht investiert oder angelegt ist, wartet ab. Er schläft ruhig und kann bei einem Crash auch nichts verlieren. Und solange der DAX und der Euro noch einigermaßen hoch steht, wie jetzt, ist erst recht keine Panik angesagt. Ich finde, es ist viel zu früh über Zustände zu reden, die Deutschland irgendwann betreffen sollen. Ob das einmal kommt, steht in den Sternen. Niemand kann wissen, was 2013/14 geschieht. Dazu ist die Zeit viel zu schnell-lebig.

    Ein kluger Bürger glaubt an seinen Menschenverstand, gibt sein Geld nicht in fremde Hände und lebt sein Leben weiter. Er müßte verrückt sein, nur einen Cent in eine Bank zu investieren oder deren Produkte zu kaufen. Das machen in der momentanen Situation nur Wahnsinnige und Zocker.

    • VickyColle sagt:

      Anmerkung:
      Niemand ist nicht nicht investiert.

      Du bist IMMER investiert, technisch gar nicht anders möglich.
      Ist nur eine Frage in welcher Form Du (wir, alle, jeder) investiert bist.

      Wenn Du nach, landläufiger Meinung, nicht investiert bist, bist Du in Bar,- oder Giralgeld investiert.

      Da liegt übrigens das größte Risiko für die meisten, das die Vola an den Märkten sie verrückt macht und sie in Bar/Giralgeld wechseln und damit leichte Beute für die Politiker und Notenbanker werden.

      Gruss
      IT

  5. Jochen sagt:

    Hyperinflation halte ich auch für unsinnig. Das bisher ‚geschaffene‘ Geld findet doch gar nicht den Weg in die Realwirtschaft. Nur wenn die Massenkaufkraft spürbar steigt, gibt es überhaupt nennenswerte Inflation.

    Die von mir geschätzte Vermögensverwaltung PSM in München sagt mit Recht zum Thema Hyperinflation, dass diese hier nicht greifen kann, da dem Geld im Gegensatz zu 1929/1930 eine fast unbegrenzte Menge an Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht.

    Wenn ich aktuell sehe, dass in den Restantenkörben bei Aldi wiklich gutwertige Herrenpoloshirts zu Schleuderpreisen von 2 Euro nicht mal mehr über den Ladentisch gehen frage ich mich, wie inflationär es momentan ist. Vermutlich ist es eher so, dass wir gesättigte Märkte haben.

    • Der Wuppertaler sagt:

      Von einer Hyperinflation spricht man bei Raten von 40-50 % monatlich ! Das ist natürlich schon sehr viel ABER ich persönlich glaube nicht, dass es zu einer „großen Deflation“ kommt und möchte es folgendermaßen begründen:

      Wie wir am Zins(RÜCK)schritt der EZB gesehen haben und den Aussagen einiger Fed Mitglieder entnehmen können werden Politik und Notenbanken ALLES tun, um es NICHT zur Deflation kommen zu lassen!
      Inzwischen sprechen wir ja schon von „offiziellen“ Werten des Verbraucherpreisindex von fast 3% (nach EU-Berechnung) … und irgendwann wird sich die massive Geldmengenausweitung (Hervorgerufen durch die Notenbanken die Deflation bekämpfen wollen) auch plötzlich in einer „höheren Inflation“ niederschlagen…ob es 50 % werden – keine Ahnung – aber das wir recht hohe Inflationsraten bekommen können ist durch das Verhalten der Notenbanker und der Politik ist sehr wahrscheinlich!

      MFG Der Wuppertaler

  6. DonTrader sagt:

    „… Die Anleger fürchten, dass auch Italien kippen kann und damit natürlich insgesamt der Euroraum wahrscheinlich vor dem Ende steht und dieses Risiko spiegelt wieder in den gestiegenen Zinsen für Staatsanleihen.“ Lautet der letzte Satz von Prof. Henning Vöpel im Heute Journal. Marietta Slomka bedankt sich höflich für das Gespräch und wechselt das Thema.

    Ich bin einfach nur baff. Die Maske der Verharmlosung ist gefallen. Ein mögliches Auseinanderbrechen der Währungsunion wird von der öffentlichen Meinung nicht mehr verneint, oder entsetzt abgewiesen.

    Was wird nun kommen? Endlich eine Reduzierung von Euroland auf die wirtschaftlich stabilen Kernstaaten, oder ein „Weiter so!“ bis zum bitteren Ende. Wenn sich ein Anleger seine falsche Anlagestrategie nicht frühzeitig eingesteht, die Schuld dem Markt zuschiebt, glaubt, er könne den Markt doch noch kontrollieren oder gar bezwingen, dann steht am Ende die Pleite vor der Tür.

    Aber was wird aus den bereits vorhandenen Schulden?
    Gibt es eine Entschuldung durch „crack up boom“ verursachte Inflation, Entschuldung durch Gläubigerverzicht wie in der großen Depression, Entschuldung durch Währungsreform mit Lastenausgleich?

    So paradox es kling, wird der Dow Jones entweder in Richtung 570 oder 26000 Punkte gehen. Nach den Elliottwellen befindet sich der Dow Jones an einer Schaltstelle. Die 570 Punkte wird er in der Variante von 1929 erreichen, die alternativen 26000 punkte wahrscheinlich in der Variante „crack up boom“.

    Hierzu eine interessante Elliottanalyse von Andre Tiedje, GodmodeTrader:
    http://www.godmode-trader.de/nachricht/EW-Analyse-DOW-JONES-Frueher-war-alles-besser,a2684288,b71.html

  7. Frank2 sagt:

    „Crack up Boom“ ist ein von Mises’scher Begriff. Da auch ich ein Österreicher bin, stimme ich zu. Nur gilt diese Betrachtung nur aus dem jeweiligen Währungssystem heraus. Betrachtet man aus einem gesunden Währungssystem die Aktien, sollten sie fallen.
    ZB: Im hyperinflationierenden mex. Peso stiegen die mex Aktien um viele 100%, aber aus der USD Perspektive fielen sie um bis zu 95%.
    Der Ketzer fragt nach guten Währungen? Ich nahm EM, EM-Minen und etwas Asien.
    Eine „normale“ Aktie zu kaufen und den Crackupboom zu fahren, wäre mein erster Rat nicht. Für Aktien allgemein ist es noch viel zu früh.

    Herrlich vielschichtiges Interview – danke Frank.

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