QE3 auf globaler Ebene

26. Mai 2011 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

„QE2“ endet im Juni. Aber auf globaler Ebene hat „QE3“ bereits begonnen. Wie üblich gibt Japan das Tempo vor. Es sind nicht nur die Temperaturen im Fukushima-Reaktor gestiegen, sondern auch die japanische Geldmenge – und zwar um 100%! Was ist mit all diesem neuen, heißen Geld passiert?

Niemand weiß das genau. Aber ich habe für jeden einen Rat: Für Zentralplaner, Politiker und auch Hausbesitzer. Wenn Sie Geld haben, dann tun sie so, als hätten sie eine Bank ausgeraubt.

Aus der Sichtweise eines modernen Ökonomen stimuliert eine Wirtschaft nichts mehr als ein Bankraub. Das Geld verlässt so die Safes der Bank; und bald hat jeder Zuhälter und Barkeeper seine Taschen voll. Das Geld wird rumgereicht.

Ein Artikel im Rolling Stone Magazin hat da ein schönes Bild. Dort wird erklärt, wie eine Wall Street-Ehefrau und eine Wall Street-Witwe ein Unternehmen gründeten, nur um Vorteile aus dem amerikanischen staatlichen TALF-Programmes ziehen zu können. Man sollte doch denken, dass die Regierung bereits genug getan hat zur Unterstützung der einen Familie, mit Namen Mack. John Mack ist Boss von Morgan Stanley. Wenn die US-Regierung und die Fed seine Bank nicht großzügig unterstützt hätten, dann würde er jetzt vielleicht Autos einparken. Stattdessen wurde der ganze Finanzsektor gerettet.

Zunächst einmal hat die Regierung Ramschpapiere zu überhöhten Preisen gekauft, und dann hat die Fed den Banken Geld zu Niedrigstzinsen geliehen; wenn eine Bank das Geld dann zurück an den Staat lieh, konnte sie einen sicheren Gewinn erzielen.

Die Geschäfte liefen für Morgan Stanley so gut, dass auch weitere Familienmitglieder bei den Macks nicht widerstehen konnten. Im Juni 2009 gründete Christy Mack mit ihrer Freundin Susan eine Investment-Gesellschaft, mit 15 Mio. Dollar Eigenkapital. Dann liehen sie sich 220 Mio. Dollar von der Regierung. Mutig? Wenn Sie das denken, dann sind Sie naiv. Die beiden nutzten das Geld, um niedrig stehende Papiere zu kaufen. Die Regierung garantierte die Übernahme etwaiger Verluste. Gewinne konnten behalten werden. Zwei Monate später kaufte sich Mr. Mack – vielleicht mit ein bisschen Unterstützung seiner blonden Helferin – ein Haus in Manhattan, mit einer Garage mit 12 Plätzen für die Autos.

Wenn Sie selber solche Geschäfte tätigen, werden Sie nun vielleicht interessiert zuhören. Ihre Dollar, Pfunde, Euros und Pesos werden an Wert verlieren. Trauen Sie nicht den Inflationszahlen der Regierungen. Es gibt aber eine bessere Methode, die Inflation zu messen. Und zwar haben die einige Professoren an der MIT entwickelt. Name: Das „Billion Prices Project“ BPP, welches im Internet Millionen Preise im Zeitablauf verfolgt. Dieser neue Index zeigt, dass die Verbraucherpreise in den letzten 12 Monaten in den USA um 3,2% gestiegen sind. Das ist deutlich mehr als die offizielle Zahl von +2,1% sagt.

Irgendetwas läuft schief. Entweder liegt BPP schief, oder die Leute, die US-Anleihen kauf. Die erwarten eine reale Rendite von 1,2% (basierend auf den BPP Zahlen) für 30jährige US-Anleihen mit Inflationsschutz, während der Dollar fällt und sogar seine Wächter dies wollen.

Quelle: Kapitalschutz Akte
QE3 auf globaler Ebene (von Bill Bonner)

Mehr Informationen: Investor Verlag

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