Pyrrhussieg

18. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Prof. Thorsten Polleit

Ein 3. „Rettungspaket“ für Griechenland wird auf den Weg gebracht. Doch es wird die Probleme nicht lösen, es wird sie verschlimmern...

Das griechische Parlament hat „ja“ gesagt zu den Reformforderungen aus Brüssel. Damit ist eine Hürde genommen, damit das 3. „Rettungspaket“ auf den Weg gebracht werden kann. Am 22. Juli muss das griechische Parlament ja sagen zur EU-Bankrichtlinie. Sind diese Vorbedingungen erfüllt, müssen die Parlamente in mehreren Euro-Ländern zustimmen. Dann beginnen die Verhandlungen über das 3. Rettungspaket: neue Kredite in Höhe von 86 Mrd. Euro.

Das neue Geld ermöglicht es, dass vor allem fällige Kredite, die die Griechen nicht bedienen können, durch neue Kredite ersetzt werden, und die Kreditzinsen können bezahlt werden. Zudem soll das Eigenkapital der griechischen Banken aufgepolstert werden (dafür sind 25 Mrd. Euro vorgesehen). Die Griechen müssen Staatsvermögen in Höhe von 50 Mrd. Euro in einen Treuhandfonds einbringen. Die Hälfte der Privatisierungserlöse soll zur Rückzahlung für die Eigenkapitalspritzen der griechischen Banken verwendet werden.

Wie wird das alles finanziert? Indem die Kreditgeber Kredite aufnehmen. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) verschuldet sich am Kapitalmarkt und reicht das Geld als Kredit an Griechenland weiter. Die Euro-Länder verschulden sich, um die Verschuldung Griechenlands zu finanzieren.

Wohin führt das? Griechenland ist überschuldet. Die griechischen Bürger können die Staatsschulden – die sich auf schätzungsweise 180 Prozent des Volkseinkommens belaufen – nicht zurückzahlen (und sie wollen es auch nicht, was verständlich ist). Das Land braucht einen Schuldenerlass. Solange Griechenland überschuldet ist, wird es sich wirtschaftlich nicht erholen können. Private Investoren werden einen großen Bogen um das Land machen, das Kapital flieht (soweit es noch nicht geflohen ist), die produktiven Talente wandern weiterhin aus. Das Land wird vollends ruiniert.

Man erinnere sich: Am Anfang war es die private Finanzindustrie, die kräftig Kredite an Griechenland vergeben hatte. Als klar wurde, dass Griechenland zahlungsunfähig ist, schritten die Regierungen der Euro-Staaten und der IWF ein. Sie liehen den Griechen Geld, und mit dem Geld konnten die Griechen ihre Verbindlichkeiten gegenüber der Finanzindustrie begleichen. Durch diese Aktion wurden die (ahnungslosen) Euro-Steuerbürger ins Obligo genommen.

Warum werden noch mehr Kredite an Griechenland vergeben? Die plausibelste Erklärung ist wohl die: Die kreditgebenden Euro-Regierungen scheuen davor zurück zuzugeben, dass die Steuergelder ihrer Bürger, die sie als Kredite an Griechenland vergeben haben, uneinbringlich sind. Dazu schreiten sie auf dem eingeschlagenen Weg unbeirrt voran: Fällige Kredite werden durch neue Kredite ersetzt. Die Kreditgeber verschulden sich, obwohl sie sich das selbst gar nicht mehr leisten können.

Was man am vergangenen Wochenende in Brüssel erreicht hat, ist daher ein Pyrrhussieg: Die Sieger (Kreditgeber) und der Besiegte (Kreditnehmer) gehen geschwächt daraus hervor. Weder Griechenland noch die kreditgebenden Steuerzahler können durch ein 3. „Rettungspaket“ auf Besserung hoffen. Im Gegenteil: Sie müssen sich auf eine Eskalation der Probleme gefasst machen.



Risse im Euro-Fundament

Die Regeln, die den Euro verlässlich machen sollten, werden nicht befolgt. Dass das jetzt zu ernsten Problemen führt, ist nicht überraschend. Alles war doch so gut geplant.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank konstruiert sein: der wohl „erfolgreichsten“ Zentralbank in der Geschichte der Zentralbanken. Die EZB sollte finanziell und politisch ganz und gar unabhängig sein. Damit sollte sichergestellt sein, dass sie den Euro-Geldwert bewahrt und für stabile Preise sorgt.

Insbesondere sollte es der EZB verboten sein, die öffentlichen Haushalte mit der elektronischen Notenpresse zu finanzieren. Das Ganze war abgesichert durch den „Stabilitäts- und Wachstumspakt“. Er sollte verhindern, dass sich die Euro-Staaten übermäßig verschulden, sich in eine Überschuldungssituation hineinmanövrieren. Denn das, so zeigt die Währungsgeschichte, gefährdet in letzter Konsequenz den Währungswert.

Ist der Staat erst einmal überschuldet, wird nämlich im Ausweiten der Geldmenge die Politik des kleinsten Übels erblickt. Dieses Schicksal – die Geldwertzerstörung – sollte dem Euro erspart bleiben. Es wurde zudem extra noch eine „No-bail-out“-Klausel vereinbart: Kein Staat durfte für die Schulden eines anderen Staates aufkommen. Dadurch sollte das Auftürmen nationaler Schulden entmutigt, ja verhindert werden. Doch die Wirkung der Regeln, den Euro-Geldwert zu sichern, verlief nicht nach Plan. Die Risse im Euro-Fundament sind unübersehbar geworden.

Enttäuschte Hoffnungen

Die Regierenden und die Regierten haben die „No-bail-out“-Klausel gebrochen. Nationen (zum Beispiel Deutschland, Niederlande) stehen jetzt für die Schulden anderer Nationen (Griechenland, Spanien, Portugal und Irland) ein.

Die Schuldenstände vieler Euro-Länder haben nicht nur dauerhaft die vorgesehene Höchstgrenze (von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes) verletzt. Die Schuldenlasten steigen sogar weiter an.

Dass den Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht gefolgt wurde, dazu haben übrigens insbesondere auch die Deutschen unter der Regierung von Gerhard Schröder einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Im November 2003 sorgten Deutschland und Frankreich dafür, dass das Defizitverfahren gegen sie „ausgesetzt“ wurde. Dadurch stürzten sie den Stabilitätspakt in eine Glaubwürdigkeits-Krise, von der er sich nicht mehr erholte.

Die Regeln, die man sich gegeben hatte, wurden immer weniger beachtet. Die Haushaltsdisziplin vieler Staaten erlahmte. Mittlerweile kauft sogar die EZB Staatsschulden auf und bezahlt sie mit neu geschaffenen Euro. Das ist nicht nur etwas, das der Maastricht-Vertrag ausdrücklich verbietet. Es ist auch der Sündenfall schlechthin. Zum einen, weil es erfahrungsgemäß die Eingangstür in eine Inflationspolitik ist. Zum anderen, weil das Monetisieren der Staatsschulden durch die EZB die nati-onalen Parlamente de facto ihres Budgetrechts beraubt und den Regierenden Finanzmittel bereitstellt, für die sie das Volk nicht mehr zu fragen brauchen.

Das „No-Bail-out“ ist passé: Mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ist jetzt eine Schuldengemeinschaft durch die Hintertür eingeführt worden. Die einen haften nun für die Schulden der anderen. Es drängt sich die Frage auf: Warum hat der Euro-Plan nicht funktioniert?

Lösung

Auf diese Frage gibt es vermutlich eine ganze Reihe von Antworten. Eine ist, dass die aufgelaufenen Missstände und ihre Ursachen untrennbar mit der Euro-Währung selbst verbunden sind. Der Euro ist – wie übrigens auch alle anderen wichtigen Währungen der Welt – ein ungedecktes Geld. Er ist ein politisiertes „Fiat-Geld“, das per Kredit „aus dem Nichts“ geschaffen wird. Bekanntlich setzt das Fiat-Geld anfänglich einen künstlichen Aufschwung („Boom“) in Gang, der jedoch früher oder später zu einem Ende („Bust“) kommt. Im Euroraum muss das zu einer besonders heiklen Situation führen.

Im Zuge eines Bust drohen nicht nur Unternehmen und Banken, sondern auch Staaten, zahlungsunfähig zu werden. Letzteres bedroht in besonderem Maße den Zusammenhalt des Euroraums insgesamt. Weil es das politische Ziel ist, den Euroraum zusammenzuhalten, muss die elektronische Notenpresse eingesetzt werden: Offene Rechnungen werden mit neu geschaffenem Geld bezahlt. Folglich liefen (und laufen) die Regeln, die einer übermäßigen Vermehrung der Euro-Geldmenge einen Riegel vorschieben sollten, ins Leere, weil sie in einem Euro-Fiat-Geldsystem gar nicht eingehalten werden können.

Das Auftürmen von immer mehr Schulden relativ zur Wirtschaftsleistung, finanziert zu immer niedrigeren Zinsen durch die Zentralbank, ist hier unvermeidbar. Die Risse im Euro-Fundament sind folglich kein „Unglücksfall“. Durch die sogenannten „Rettungspakete“, sei es für Griechenland oder andere Länder, können die Risse nicht verschlossen werden, und auch nicht durch eine andauernde Niedrigzinspolitik. Denn eine der Kernursachen für die aufgelaufenen (Schulden-)Probleme ist das Euro-Fiat-Geld. Dieser Diagnose wird jedoch nicht die Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte zuteil, die ihr eigentlich zukommen müsste. Ohne dass das Euro-Fiat-Geld-Problem angegangen und gelöst wird, kann es nicht gelingen, die Turbulenzen zu überwinden und die Volkswirtschaften des Euroraums in eine prosperierende Zukunft zu führen.

© Prof. Dr. Thorsten Polleit – Marktreport Degussa Goldhandel GmbH


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7 Kommentare auf "Pyrrhussieg"

  1. waltomax sagt:

    Mrs. Blythe Masters hat doch diese formidablen „Credit-Default-Swaps“ erfunden, mit denen u. a. auch Kredite nach Griechenland versichert wurden. So um die drei Billionen Dollars sind angeblich im Falle eines Bankrottes der Greichen sofort auszureichen. Und zwar von US -Banken und der DEUTSCHEN BANK.

    Die haben eine solche Summe natürlich nicht, was das Ende des Systems bedeuten würde. Deutschland hat also dieses noch einmal gerettet, wohl auf besonderen Druck der USA, deren Finanzminister kürzlich bei Schäuble auf der Matte stand.

    Frage eines einfachen Gemütes: Wer ist noch alles ein bester Kandidat für einen Staatsbankrott, mit wievielen Billionen wurde da gezockt und wer rettet uns dann?

    Wahrscheinlich werden es Degussa, Haeräus und andere gewesen sein. Und das Schweigen im heimischen Stahlschrank.

    • Skyjumper sagt:

      Und woher haben Sie diesen doch ziemlich hohen Betrag? Oder sind amerikanische Billionen gemeint, was dann europäischen Milliarden entspräche?

      Griechenland hat aktuell rund 320 Milliarden Euro Schulden, davon liegen jedoch ca. 240 Milliarden bei EZB, ESFM und IWF. Der privat gehaltene Anteil der Schulden, und nur der ist mutmaßlich über CDS abgesichert, beträgt also „nur“ 80 Milliarden €.

      Natürlich sind CDS’s nicht zwingend an das Vorhandensein eines tatsächlich vorhandenen Risikos (Kredites) gebunden. Theoretisch wäre die von Ihnen genannte Summe also denkbar. Gleichwohl erscheint sie mir recht hoch, daher meine Frage nach einer seriösen Quelle für diese Zahl.

      Davon abgesehen sind die nominalen Beträge bei der Gesamtrisikobetrachtung eh mit Vorsicht zu geniessen. Was die eine Bank/Versicherung/HedgeFond verliert gewinnen die anderen und umgekehrt. Um also das Systemrisiko zu analysieren müßte man wesentlich tiefer in die Materie mit ihren ganzen Überkreuzgeschäften einsteigen. Da wird sehr viel mit der Angst von uns normalen Menschen vor solchen Apokalypsen gearbeitet damit wir nicht aufmucken wenn diese Finanzinstitutionen immer wieder mit unseren Steuergeldern gefüttert werden.

  2. waltomax sagt:

    Es gibt noch viele Kandidaten für einen Staatsbankrott. Und keiner weiß, wie hoch die Hedge-Fonds über CDS auf den Bankrott solcher Staaten wetten! M. E. schwimmen auf diesem See des Verderbens, der noch im Nebel liegt, ganze Horden schwarzer Schwäne…

  3. dickbrettbohrer sagt:

    Sehr geehrter Herr Polleit,
    mit großem Interesse und geistigem Gewinn lese ich seit langem Ihre Beiträge.
    Seit langem will ich Ihnen persönlich schreiben. Vielleicht lesen Sie ja diesen Kommentar!

    Es sind die Sprachgewohnheiten, die einen großangelegten Betrug wie den der Fiatwährungen erst ermöglichen. Der Begriff „Geld“ für die Fiatwährungen verhindert kritisches Denken im Keim. Das aus dem Nichts geschaffene „Geld“ gleicht einem GUTSCHEINSYSTEM. Die Gutscheine werden von der Finanzelite in beliebiger Menge hergestellt und verteilt.
    Zur Veranschaulichung wähle ich gern folgendes Bild:

    Zum täglichen Speise-Buffett erhalten Gäste Eintritt, die Zutritt erhalten mittels Abgabe von Gutscheinen, die ausweisen, daß sie durch ihre Arbeitskraft zum Speisenangebot beigetragen haben. Es werden alle satt, auch jene, die später kommen.
    Das geht lange gut, bis die Veranstalter auf die Idee kommen, an Familienangehörige und Freunde Gutscheine auszugeben, die sie selbst hergestellt haben. Die zusätzlichen Esser haben nichts zum Speisenangebot auf dem Buffett beigetragen, also bleibt für jeden Gast weniger. Wer sich verspätet oder nicht zielgerichtet seine Ellenbogen gebraucht, wird nicht satt. Wider besseres Wissen weiten die Veranstalter das Günstlingssystem durch Druck von Gutscheinen aus. Leistungsfreie Gutscheine in großer Menge werden nun verteilt. Das Speisenangebot steigt jedoch nicht.

    Die Folgen kennt man. Unsere Geldwährung ist in Wahrheit eine GUTSCHEINWÄHRUNG, und wir – die systembedingt „späten Gäste“, müssen es hinnehmen, daß wir für unsere leistungsbezogenen Gutscheine immer weniger vom Buffett abbekommen. Für eine Mahlzeit reicht ein einziger Gutschein schon lange nicht mehr, obwohl wir eigentlich die entsprechende Arbeitsleistung erbraucht hätten. Bald müssen wir zwei, zwanzig, hundert Gutscheine geben! Die gefürchtete Hyperinflation des Geldes (der Gutscheine) ist da.

    Ich gebe zu, mein Erklärungsmodell hinkt, wie alle Metaphern es tun. Es geht mir darum, daß gewohnheitsmäßig verwendete Begriffe – wie „Geld“ – teils nur noch historische Dimensionen besitzen. Die Papierzettel wie Euro oder Dollar sind kein Geld, sondern Gutscheine, über deren Menge und Zuteilung die Finanzelite und deren Handlanger entscheiden. Damit sind wir zu Arbeits- und Konsumsklaven herabgesunken, jedwede langfristige Lebensplanung muß scheitern, da die Werthaltigkeit der Gutscheine von heute auf morgen von den Mächtigen verringert oder gar auf Null gesetzt werden kann. Deshalb ist der Begriff „Geld“ für die Fiatwährungen dem kritischen Denken und der Erkenntnis im Wege. Neue Bezeichnungen erhellen hingegen blitzartig die Zusammenhänge.

    Die Perfektion der Gutscheinverteilung und -überwachung ist dann erreicht, wenn das Bargeld (die Bargutscheine) abgeschafft und digitalisiert sind. Die Masse des Volkes begreift nicht, in welche Sklaverei die Gesellschaft der Arbeitenden dann versinken wird.

    Das Fiatgeld ist die Wurzel allen Übels – heißen diese nun Kriegstreiben, Eurokrise, Griechenland, Asylfrage, Genderterror und ähnliches. Das Fiatgeld untergräbt jedes moralische Handeln, weil es eigentumsfeindlich und daher zutiefst ungerecht ist. Ohne die Möglichkeit hemmungsloser Vermehrung der Eintrittsgutscheine und der Verteilung dieser aus dem Nichts geschaffenen Gutscheine an Personenkreise, die nichts zum Wohlstand beitragen, hätten wir gewiß keines der brandaktuellen Probleme!

    Gruß vom dickbrettbohrer …

  4. Argonautiker sagt:

    Ich sehe den erneuten Kredit anders. Es ist ein Zeitschinden. Und das schafft man allemal mit einem neuen wahnwitzigen Kredit. Und das es Wahnwitzig ist, werden auch die Unsrigen wissen, denn rechnen können sie schon.

    Der Grund dafür KÖNNTE eher sein, das man eine Währungsreform anstrebt, und zur Vorbereitung halt etwas Zeit bedarf, die man auf diese Weise erhält. Weil, wenn man das anstrebt, kann man der sterbenden Währung, im Überreizen durch Gelddrucken, und Kredit verteilen, auch ruhig den Rest geben.

    Wenn man diese neue Währung mit den USA zusammen, oder zu mindest in Anbindung mit ihnen machen will, und TTIP läßt dies als wahrscheinlich erscheinen, dann hätte das neben dem Vorteil, der Möglichkeit zum Nullstellens aller Schulden, einen entscheidenden Nachteil. Der Osten dürfte sich ganz unschön auf die Füße getreten sehen, da dies ja einer Gigantische Fusion gleich käme, und sie in einem auf Konkurrenz basierenden Weltwirtschaftssystem, quasi einen Super Super Markt vor ihren Tante Emma laden plaziert bekämen. Grund genug sich aufzuregen.

    Der Osten möge mir den „Tante Emma Laden“ verzeihen, das ist natürlich übertrieben, aber es soll verdeutlichen, daß dies schon eine Hausnummer wäre. Natürlich, könnte dies auch lediglich die Antwort auf die Bestrebungen des Ostens sein, eine Gold gedeckte Währung zu kreieren, die den US Dollar als Weltleitwährung ablösen könnte. Zwei doch recht verschiedene Prinzipien, die definitiv nicht zusammengehen. Wer hat den Streit angefangen? Ich weis es nicht.

    Ein Wettlauf hat jedenfalls begonnen, und Beide denken, daß wenn sie ihn gewinnen,- gewinnen. Doch es tut sich die Frage auf, was täte der zu unterliegen drohende, wenn er gewahr würde, daß er in dieser Disziplin des Wirtschaftkampfes unterliegen wird? Beide wissen, was ihnen blüht, wenn sie unterlägen. Unterwerfung. Würde das eine Militärische Auseinandersetzung nicht doch vehement wahrscheinlicher, wenn nicht gar unausweichlich werden lassen, und zwar egal ob für Ost, oder West?

    Ich halte solche mit an Sicherheit grenzenden Bestrebungen deshalb also auch für falsch. Die wirkliche Diplomatie fehlt. Man will gar keine Einigung mit dem Anderen, weil das Andere Prinzip in seinen Wesen eben so anders ist, das es keine Einigung geben kann.

    Man ist aber über die längst globalisierten Märkte, die außer Gewinn, eben kein Ziel und keine Identität haben, schon so miteinander verknüpft, daß es mit einem gegenseitigen Grenzen respektieren auch nicht mehr geht. Denn jeder, hat den „Feind“ auch schon im eigenen Land.

    Innenhandel und Außenhandel sind so nicht mehr wirklich unterscheidbar geworden. Ein fataler Fehler der Nationen, ein Glücksfall für die globalisierenden Konzerne. Nun ist also vermischt, was nicht vermischt gehörte.

    Warum gehörte es nicht vermischt? Nun, der Innenhandel vollzieht sich nach dem Prinzip der Nächstenliebe, der Außenhandel vollzieht sich durch das Prinzip des Fressen oder gefressen Werden. Ein gewaltiger Unterschied. Diese Vermischung hat das Resultat, daß man nicht mehr so einfach weiß, wer Freund und Feind, was Außen und was Innen ist. Für die vom Innenhandel Abhängigen, also den Völkern, eine extrem bedenkliche Situation, denn man hat über die Globalisation das Raubtier ins Heim gelassen.

    Denn wenn man die, mit denen man inhaltlich nicht übereinkommen kann, trotzdem im großen Stil, im Inneren des eigenen Landes Geschäfte machen läßt, obwohl sie im Fressen oder gefressen werden Modus sind, ist Krieg unausweichlich, weil die sich im Bereich der Nächstenliebe, eben wie ein Raubtier verhalten, was sehr Schmerzhaft für die Nationalen Völker ist.

    Genau das haben die globalisierenden Märkte durch die Globalisierung jedoch getan. Sie haben über ihre Multikulturelle Präsenz Kulturen miteinander vermischt, die den gleichen Nenner nicht hatten, und genau dadurch zwingen diese globalisierenden Märkte, die Nationen nun zu einer Fusion, die sie inhaltlich nicht haben. Folglich geht diese Fusion nur über einen Krieg, der diese Fusion durch die Gewalt des Siegers herstellt. Wer siegt ist für die globalisierten Konzerne egal, da sie überall plaziert sind. Sodaß sie in jedem Fall profitieren werden, das sie immer auf der Seite des Siegers stehen und die Fusion stattfindet. Den Aufbau des Zerstörten übernehmen eh die Völker.

    Nation Griechenland denkt z.B., derzeit daß die Nation Deutschland gegen sie sind, wobei das eben genau nicht stimmt, denn die Globalisierenden Konzerne sind es, die drängen, und zwar aus vielen Ländern unter anderem zwar auch aus Deutschland, aber natürlich sitzen diese globalisierten Konzerne eben auch in Griechenland selbst.

    So benutzt ein Identitätsloser ausschließlich gewinnorientierter Markt multinationaler Konzerne die Identität der Völker, indem sie die identitätsvollen Nationen gegeneinander hetzt.

    Oder die Menschen unterwerfen sich in ihrem Sein freiwillig dieser identitätslosen Neutralität des Handels, werden ebenso identitätslos wie die Märkte, sodaß es nicht mehr zählt, wer man ist, sondern wieviel man hat, egal was man hat, Hauptsache man hat viel davon, sodaß man final eben akzeptiert, daß die Großen die Kleineren fressen. Man also das Credo der Globalisation annimmt und so sämtliche ethischen Errungenschaften der Menschheit wieder dem vorsteinzeitlichen Prinzip des Fressen oder gefressen Werdens zum Opfer fallen läßt.

    Das Problem dabei ist jedoch, das dies jedoch nicht auf Dauer geht, weil es dem Prinzip des menschlichen Lebens widerspricht, weil menschliches Leben sich eben über Identität identifiziert. Womit wir auf dem Punkt wären. Die Identitätslosigkeit und ausschließlich Gewinnorientierten Märkte widersprechen diesem Prinzip des Lebens, und deshalb zerstören diese identitätslosen Märkte Identität und Leben wo auch immer sie auftreten, und trachten danach, Leben auf eine einzige identitätslose Funktion zu reduzieren, der Gewinnorientiertheit. Ihr wollt mehr Wohlstand? Seid ihr euch da sicher? Das ist der Preis.

    Man sollte vielleicht doch eher gleich nach Identität rufen, die man meint, im Umweg mit Geld kaufen zu können.

    ——

    Das Ganze ginge natürlich auch mit gedecktem Geld, schwerer, aber es ginge. Man kann es nicht oft genug wiederholen, das ändern des Werkzeuges ändert nichts am Motiv dessen, der die Welt durch Betrug versklaven will. Das macht es ihm vielleicht nur etwas schwerer. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß eine gedeckte Währung vor Versklavung schützt, denn man kann auch mit gedecktem Geld betrügen. Es ist die falsche Information, die den Betrug ermöglicht.

    Der Betrug mit dem ungedeckten Geld fand ja dadurch statt, daß man das Geld einfach weiter Geld genannt hatte, und den Menschen nie den Unterschied erklärt hatte, obwohl sich sein Prinzip durch die Aufhebung der Deckung ja nicht nur veränderte, sondern sogar umkehrte. Konnte man mit gedecktem Geld durch ansparen etwas gewinnen, war genau das mit ungedeckten nicht mehr der Fall. Deshalb haben ja alle Schulden gemacht, die die Möglichkeit hatten, und das verstanden hatten. Mit dem heutigen Resultat.

    Der Betrug findet nun ja auch nicht deswegen zum zweiten Mal statt, weil das Geld keine Deckung hat, sondern, weil man Die deckt, die diese Schulden mit dem ungedeckten Geld verursacht haben, anstatt deren Vermögen zu pfänden und die Schulden so zu begleichen. Sondern der Betrug findet deshalb statt, weil man es plausibilisiert, das deren gemachte Schulden nun zu sozialisieren sind, indem man die, auf unterschiedlichste Weise zur Kasse bittet, die Geld noch immer als das Betrachtet haben, was es mal war, und gespart haben. Dafür kann aber das ungedeckte Geld nichts.

    DINGE KÖNNEN NICHT BETRÜGEN!!!
    BETRÜGEN KÖNNEN NUR MENSCHEN!!!

    Schönen Gruß aus Bremen

    • Skyjumper sagt:

      Sie sprechen jetzt zum wiederholten Male vom Geld als Werkzeug, und davon dass der Austausch eines Werkzeuges nichts verändern würde. Ihrem Grundgedanken, also dass der Benutzer des Werkzeugs über Gebrauch oder auch Mißbrauch des Werkzeugs bestimmt, dem stimme ich grundsätzlich zu.

      Die Frage ob man ein gedecktes Geld nutzt, oder dieses gegen ein ungedecktes austauscht hat dennoch erhebliche Auswirkungen welche Sie m.E.n. indirekt unterschlagen. Die Möglichkeiten zum Betrug potenzieren sich durch diesen Austausch des Werkzeugs „Geld“.
      Es ist in etwa als wenn ein lustvoller Massenmörder der bisher ein Messer als Werkzeug hatte nunmehr eine Atombombe in die Hand bekommt.

      Insofern verharmlosen Sie für mein Verständnis diesen Werkzeugaustausch gar zu sehr.

      • Argonautiker sagt:

        Sorry, war nicht meine Intension das Werkzeug zu verharmlosen. Stimme Ihnen da durchaus zu, daß die Art des Werkzeuges durchaus einen Unterschied macht. Keine Frage, man kann mit einer Atombombe wesentlich mehr Unheil anrichten wie mit einem Messer. Trotzdem liegt das Motiv eben nicht im Werkzeug, sondern bei dem Menschen, der das Motiv hat ein Werkzeug gegen Menschen zu nutzen. Ein friedlicher Mensch wird wahrscheinlich weder das Eine noch das Andere gegen Andere Verwenden.

        Es scheint aber Menschen zu geben, welche die Währungen als Waffe zur Versklavung Anderer nutzen wollen.

        Frage,…, ist es nun ausreichend denen jetzt die Waffe wegzunehmen, oder ist es nicht entscheidender diese Menschen entweder zu befrieden, oder, wenn unmöglich, zu eliminieren, beziehungsweise selbst in die Gefangenschaft zu nehmen, in die sie Andere mit ihrem Versklavungsvorhaben bringen wollen?

        Ich denke eben, wenn sie das Übel nicht selbst packen, sondern denen nur das derzeit benutzte Werkzeug wegnehmen, fangen die wieder von vorne an. Wäre ja nicht das erste Mal, daß man Europa oder andere Länder mittels Währungen versucht hat zu destabilisieren um es zu knechten.

        Stimme aber zu, daß man aus dem Nichts erzeugte Währungen nie hätte zulassen dürfen. Aber so halten diese Leute sich eben an der Macht. Mit Lug und Trug, sonst wäre es ja mit denen schon in den 70er Jahren vorbei gewesen, weil die Geld Deckung wurde damals ja nur deshalb aufgehoben, damit das System nicht zusammengebrochen ist, und damit diese Leute ihre Macht weiter ausbauen konnten.

        Deshalb müssen DIESE LEUTE inhaltlich verändert werden, oder weg, weil sie die Lüge mit dem ungedeckten Geld, die nun nicht mehr funktioniert, sonst nur mit einer nächst Größeren zu deckeln versuchen. Zum Beispiel dem reinen von ihnen kontrollierten Giralgeld. Aber da kann auch das Giralgeld nichts dafür, das diese Leute es mißbrauchen.

        Um es mit schlichten Worten zu sagen, ein „Guter“ würde Giralgeld nicht unbedingt dazu nutzen um andere in Sklavenschaft zu halten. Man muß nicht betrügen nur weil es das Währungssystem hergeben würde, diese Leute müssen das aber scheinbar schon. Monopolisiertes Giralgeld unter deren Kontrolle, wäre meines Erachtens quasi der Super Gau.

        Diese Leute würden jedoch auch versuchen das mit gedecktem Geld oder einer Goldwährung zu tun, weil, das ist ja Geschichte, sie HABEN das ja auch schon mit diesen alten gedeckten Währungen gemacht, denn das was nun zum krönenden Abschluß gebracht werden soll, ist ja eine Entwicklung über viele Jahrhunderte, des Vertrauen Erweckens, mit anschließendem Mißbrauch. Das Prinzip des Virus.

        Falsche Informationen einschleusen und über diese falsch Information die Lebenskraft der Anderen für sich nutzen. Deswegen bleibe ich dabei, die Werkzeuge sind nur von untergeordneter Wichtigkeit, wenn man nicht an die geht, die die Urheber sind, wird das nichts. Der Virus muß erkannt werden, ihm die Abwehr auf den Hals geschickt werden, und dann raus mit ihm aus dem Organismus.

        Das der Virus jedoch in die regierende Zentrale eingedrungen ist, ist eine riesige Katastrophe, da die Abwehr unter deren Kontrolle steht, sodaß dann nur noch eine sogenannte Katharsis helfen kann, bei der es durch das Siechtum geht, und der Ausgang Ungewiß ist.

        Schönen Gruß

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