Propolis: perfekte Keimkiller im Bienenstock

23. Juni 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Zeitlos

von Hans-Jörg Müllenmeister

Welche pharmakologischen Schätze in Propolis – im Bienenkitt – stecken, zeigen erst künftige Forschungen. Schon jetzt ist eine Vorsorge mit Propolis anzuraten. Und es ist nicht das Dümmste, in Zeiten ohne ausreichende Arzneimittelversorgung seine Hausapotheke mit Propolis einzudecken. Propolis können Pharmakraken nicht patentieren und rechtlich schützen lassen, denn dieser Bienenkitt ist ein uralter Naturheilstoff. Ohne Profit der Pharmagötter entsteht kein Medikament. Also drückten sie dem Naturantbiotikum noch den Stempel des Alzheimer-Syndroms auf. Versprechen doch moderne industriell erzeugte synthetische Antibiotika regelmäßig Milliardengewinne…

Seitdem fristet Propolis als unbeliebtes, höchst wirksames Breitband-Therapeutikum bei Weisskitteln und Pillendrehern ein Schattendasein. Das gleiche Schicksal erleiden andere Heilstoffe aus der Apotheke der Natur. So zeigt das australische Teebaumöl – es stammt von einem Myrthengewächs – auch eine antibakterielle und pilzvernichtende, also fungizide Wirkung. Aber mit zunehmender Resistenz der synthetischen Antibiotika erwacht die sehnsüchtige Renaissance nach den „verschütteten“ Heilstoffen aus der Natur.

Nomen est omen

Für Propolis – und zwar DIE Propolis – gibt es keinen treffenderen Namen. Die alten Griechen nannten ihre, den Städten vorgelagerten Verteidigungsanlagen so (pro: vor, für; polis: Stadt), Propolis heißt soviel wie „vor der Stadt“. Dessen eingedenk, benutzen Honigbienen das Kittharz Propolis als Verteidigungs- und Schutzmittel gegen natürliche Feinde und Infektionsgefahren im Bienenstock.

Die Propolis-Historie

Die Geschichte des Bienenkittharzes reicht zurück bis in die früheste Menschheitsgeschichte. Propolis diente bereits in den alten Hochkulturen als wirkungsvolles Desinfektionsmittel bei Zahnbehandlungen und chirurgischen Eingriffen. Die Inkas setzten Propolis bei fiebrigen Infektionen ein. Posthum schmierte man der Mumie Tutanchamun nicht nur Honig um den Mund, vor allem perfektionierte man die Kunst des Einbalsamierens mit Propolis. Aus dieser Zeit sind uns auch die ersten Aufzeichnungen zur Behandlung von Stichwunden mit Propolis überliefert. Mit Propolis wurde Saatgut haltbar gemacht und Holz geschützt; übrigens, der feinklingende Korpus der guten alten Stradivari erfreute sich auch einer Propolisbehandlung. Hippokrates behandelte mit Propolis Geschwüre auf der Haut und des Magen-Darmtrakts. Aristoteles schätzte die heilenden Eigenschaften besonders bei Quetschungen, Hautkrankheiten und eitrigen Wunden. Römischen Militärärzte diente sie als Wunddesinfektionsmittel. Weltweit beschäftigt sich heute die Forschung mit den medizinischen Eigenheiten dieses Bienenbaustoffs. Zunehmend erkennt man, dass er mehr als eine Vielzweckabwehrwaffe ist, die das Immunsystem stärkt und gegen Schleimhautentzündungen und Hauterkrankungen wirkt.

Inhaltsstoffe der Propolis

Der Bienenkitt besteht etwa zur Hälfte aus Harz, ferner 30% Wachs, 10% ätherische Öle mit pilztötender Wirkung, 5% Pollen, 3% organische Stoffe und 2% Mineralstoffe. Die wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe haben gefässstabilisierende Wirkung und helfen gegen Entzündungen. Inzwischen identifizierte man etwa 200 Inhaltsstoffe; vor allem enthält das Kittharz der Bienen Vitamine der B-Gruppe, aber auch die Vitamine C, E und Biotin – also das Vitamin H. An wichtigen Spurenelementen enthält Propolis Eisen, Zink, Kupfer, Chrom, Silizium, Vanadium, Mangan, Calcium, Kobalt, Magnesium und Selen. Zudem sind essenzielle Aminosäuren, Enzyme und Mineralstoffe wie Calcium enthalten. Auf den hohen Gehalt an Bioflavonoiden führt man die starke antibiotische Wirkung zurück. Diese in der Medizin auch als Vitamin P bezeichneten Wirkstoffe lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen, binden Giftstoffe und kräftigen das Immunsystem.

Woher kommt der Rohstoff der Propolis?

Man glaubt, Bienen leiden an einer Geschmacksverirrung, wenn sie zur Nektarernte statt Pflanzen, gelegentlich Bäume als „Futterstelle“ anfliegen. Hier sammeln sie aber das Harz aus Nadelhölzern oder von Baumknospen und verstauen das harzige Baumwachs in ihren Pollenkörbchen an den Schienen ihrer Hinterbeine. Vollbeladen fliegen sie direkt in ihren Stock. Erschöpft in der Wabenburg angekommen, suchen sie ein ruhiges Plätzchen, wie ein Keks unter einem Kirschbaum und warten darauf, dass eine Helferin ihnen das klebrige Sammelgut aus dem Körbchen nimmt. Diese Assistentin gibt ihrerseits beim Weiterverarbeiten Bienenwachs, Pollenöl und Bienenspeichel dazu. Die fertige Masse wird nach intensivem Durchkauen weich wie eine Paste… (—>Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Propolis: perfekte Keimkiller im Bienenstock"

  1. samy sagt:

    Wunderbar, ich nutze Propolis seit ca. 5 Jahren mit aller besten Ergebnissen. Es ist wirklich zu empfehlen und ich bin kein grüner Bio-Produkte-Fan oder so.
    Kauft aber bei Neugier bitte direkt vom Imker. umso stärker, umso besser. Das Propolis aus der Apotheke ist gereinigt, eine Auswahl isolierter Wirkstoffe aus dem Propolis, eben in „Apothekerqualität“. Irgendein weißes Sälbchen, dass mit der natürlichen noch unerforschten Wirkstoffkombination im Propolis nichts mehr zu tun hat.
    Echtes Propolis ist schwarz und klebrig. Es riecht unangenehm, eher scharf und nach verkohltem Harz. Man hat Hemmung es auf eine Hautunreinheit oder Entzündung im Mund zu schmieren. Es hilft aber bei mir stets nach drei Anwendungen und zwar nachhaltig! Wirklich sehr zu empfehlen, gelegentlich auch bei Schuppenflechte.

    Übrigens, der Kauf vom Imker hat auch den Vorteil, dass der zumeist einige Flaschen Meet am Start hat. Ooooo, ich denk gerade an ein wunderschönen Meet aus Orangenblütenhonig vom Frankfurter Weihnachtsmarkt …

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