Post aus der Ukraine für den BND?

19. Oktober 2014 | Kategorie: RottMeyer

Hat der deutsche Geheimdienst seine Weihnachtspost schon vor dem Heiligen Abend geöffnet? Woher sonst mögen gerade jetzt, da sich die Zweifel an der von vielen Medien verbreiteten Version des Absturzes des Flugzeugs MH17 mehren, die neuen Informationen stammen?

Laut ARD fand man …

(tagesschau.de) umfangreiche Belege (…), aus denen „eindeutig“ hervorgehe, dass die Separatisten die Maschine abgeschossen haben. Entsprechende Informationen liegen dem ARD-Hauptstadtstudio und dem „Spiegel“ vor.

Dem Spiegel hat man die Akten auch gleich geschickt, sicher in Erwartung äußerst kritischer Nachfragen. Mal sehen, wie das Magazin, das vor lauter Interesse an mehr Menschlichkeit und einer friedlichen Konfliktösung seinerzeit die Fotos von Opfern des Absturzes auf das Titelblatt nahm, ohne die Angehörigen zu fragen und das Ganze noch mit einer politischen Botschaft garnierte. Dazu sagte der Presserat als Reaktion auf die Beschwerden von Lesern (oder ehemaligen Lesern) des Blattes unter anderem Folgendes:

(Presserat) Eine Missbilligung erhielt zudem DER SPIEGEL für die Veröffentlichung der Titelseite „Stoppt Putin jetzt!“, erschienen am 27.07.2014. Aus Sicht des Ausschusses wurden die Opferfotos auf der Titelseite für eine politische Aussage instrumentalisiert. Damit wurde auch hier der Opferschutz verletzt. 18 Leser hatten sich über die Veröffentlichung beschwert.

Von den „Belegen“ zum Absturz von MH17 habe BND-Präsident Gerhard Schindler laut ARD (siehe oben) am 8. Oktober vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums gesprochen. Das ist schon bemerkenswert, wem man derartige Informationen vorlegt, aber bei der roten Wartezimmerauslage war man sicher froh darüber. Einen besonders journalistischen Eindruck macht die Ukraineberichterstattung manches Blattes auf viele Zeitgenossen bekanntlich nicht, da kann man vielleicht mit total geheimen Fakten wieder punkten. Sollten diese sich im Frühling als falsch herausstellen, möglicherweise nach einer erneuten Recherche, erinnert sich sowieso niemand mehr daran.

Der auch von den Schreibern der taz verhamlosend mit dem Titel „Schokokönig“ versehene Rüstungsfabrikant und Medienoligarch Poroschenko hatte derartige Beweise übrigens schon eher.

(20.07.2014 Hamburger Abendblatt)

+++Poroschenko: Wir verfügen über Beweise für Schuld der Separatisten+++

19.00 Uhr: Die Ukraine verfügt nach Angaben ihres Präsidenten Petro Poroschenko über Beweise für einen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs durch prorussische Separatisten. “Wir haben Satellitenbilder des Abschussortes sowie Fotos und Videos eines Raketenabwehrsystems, was von Waffentransporten aus Russland zeugt”, sagte Poroschenko am Sonntag in Kiew.

Auch die Amerikaner wussten – vermutlich bereits Wochen vor dem Absturz – wen man zu beschuldigen hatte.

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Dumm nur, dass man von diesen vermeintlichen Beweisen nichts zu sehen bekommt. Im Westen wäre die Lage einfach, da hat man es bekanntlich immer mit einem „verwirrten Einzeltäter“ zu tun. Das würde in diesem Falle aber nicht passen. Vermutlich kommt man einfach aus zeitlichen Gründen nicht dazu, die Bevölkerung zu informieren, weil man die „eindeutigen Belege“ stets sofort an den nächsten weiterleitet. An die niederländische Untersuchungskomisson hat bei der ganzen Briefeschreiberei bisher offenbar niemand gedacht. Mit dem BND ist man nun jedoch immerhin am Ende der weltweiten Geheimdienstnahrungskette angekommen.



Na hoffentlich hat man die Daten nicht von Herrn Lielischkies serviert bekommen. Man erinnert sich doch an folgende Meldung:

(Handelsblatt 5.10.2014) Die ARD-Tagesthemen ziehen einen Beitrag über den Ukraine-Konflikt zurück. Es geht um eine Sendung vom 20. Mai. Darin hatte Moskau-Korrespondent Udo Lielischkies über den Tod zweier Anwohner in Krasnoarmeysk im Osten der Ukraine berichtet. Diese seien durch die „Kugeln der neuen Machthaber“ – also der Separatisten – gestorben, hieß es damals. Der Korrespondent habe diese Darstellung nach erneuter Recherche nun korrigiert, teilte ARD-aktuell am Mittwoch mit. Eine Überprüfung der Fakten habe ergeben, dass die tödlichen Schüsse von einem ukrainischen Freiwilligen-Bataillon abgefeuert worden seien.

Interessant sind vor allem die Daten: Nach fünf Monaten hat man sich vor Ort noch mal umgeschaut. Vielleicht sollte man des Öfteren „erneut recherchieren“, am besten bevor man eine Nachricht zum ersten Mal zur besten Sendezeit unters Volk streut.

Der deutsche Geheimdienst wird die erhellenden Daten sicher umgehend veröffentlichen. Vorher will man in Pullach sicher nur noch abwarten, ob die Berliner Mauer in den kommenden Jahren wirklich fallen könnte. Bisher hat man dafür aber keine eindeutigen Anzeichen.

 



 

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6 Kommentare auf "Post aus der Ukraine für den BND?"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Peter Haisenko hat auf seiner Website ein Foto von der Außenwand des Flugzeugs im linken Cockpitbereich veröffentlicht. Es ist in den ersten Tagen nach dem Absturz aufgenommen worden. Man findet das Foto hier:

    http://www.anderweltonline.com/fileadmin/user_upload/PDF/Cockpit-MH017.pdf

    Wenn man es genau betrachtet, erkennt man zweierlei Löcher in er Außenhaut, einmal kleine, regelmäßig runde mit nach innen gebogenen Rändern und dann größere, unregelmäßig geformte mit nach außen gebogenen Rändern.

    Bei den einen handelt es sich offenbar um Einschußlöcher, wie sie etwa von Bordkanonen, von kugelförmigen Geschossen oder von schwerem Maschinengewehrfeuer verursacht werden können.

    Bei den anderen Löchern handelt es sich offenbar um Austrittslöcher von Geschossen oder Trümmerteilen.

    Eine BUK-Rakete greift wie jede Rakete ihr Ziel nur von einer Seite aus an. Es ist daher ausgeschlossen, daß die von dieser Rakete ausgesandten Schrapnells, seien sie kugelförmig oder unregelmäßig, auf derselben (!) Seite des Flugzeugs sowohl Einschußlöcher als auch Austrittslöcher von Geschossen hervorrufen.

    Ich werde erst dann die These vom Abschuß von MH17 durch eine Boden-Luft-Rakete glauben, wenn mir Fachleute plausibel erläutern können, wie eine Rakete, die ein Flugzeug von einer einzigen Seite aus angreift, ein derartiges Trefferbild an der Außenhaut erzeugen kann.

  2. bluestar sagt:

    Herzlichen Dank an das Bankhaus für diesen Artikel.
    Wenn es nicht um Kriegstreiberei ginge, die uns Deutschen extremen schaden zufügen wird,
    könnte man über das Niveau Propagandalawinen der MSM nur lachen. Traurig auch, dass sich das Unterbewusstsein der Massen durch Verbreitung dieser Gehirnwäschen negativ beeinflussen lässt. Es muss unbedingt ein Feindbild her, koste es was es wolle. Cui bon0 ?
    Seit 9/11 ist das Stickmuster immer das gleiche, fast schon langweilig , scheint aber wohl immer noch für die Massenverblödung tauglich zu sein. Leider.

  3. Skyjumper sagt:

    Vielleicht ist der BND in dieser ganzen verlogenen Angelegenheit aber auch nur der einzige bisher noch nicht „verbrannte“ Geheimdienst, weshalb man ihn jetzt aktiviert?
    Irgendwas ist da schon wieder im Busch in der Ukraine. Von dem Treffen in Mailand konnte man erstaunlich wenig lesen. Lukaschenko (Weissrussland) beschuldigt aktuell den gestürzten Präsidenten Janukovitch damit, dass dieser den „Rechter Sektor“ finanziert habe.

    Da werden mir gerade zu viele „Informationen“ von dritten Seiten auf den Markt geschmissen. Eventuell erleben wir gerade eine Knitterung der Ereignisse die erforderlich sind um den Hauptakteuren eine gesichtswahrende Verhandlungslösung zu ermöglichen.

  4. samy sagt:

    Post aus der Ukraine?

    Ja, aus dem Verteidigungsministerium.

    http://www.heise.de/tp/artikel/43/43114/1.html

    Hieraus:
    “ Ukraine weist BND-Version zum Abschuss von MH17 zurück …
    …Der BND stieß allerdings gleich auf Widerstand. Nicht nur von den Separatisten, sondern auch seitens der ukrainischen Regierung. Das Verteidigungsministerium weist strikt die Behauptung zurück, die Separatisten hätten ein Buk-System erbeutet. „Offiziell“ heißt es, dass diese Behauptung nicht der Wahrheit entspreche. Die Einheit, die in der Region stationiert war, sei bereits am 29. Juni mit dem Buk-System abgezogen worden, bevor die Separatisten kamen, die nur alte und unbrauchbare Fahrzeuge gefunden hätten. Schon am 18. Juli, einen Tag nach dem Absturz der MH17, hatte der ukrainische Generalstaatsanwalt erklärt, die Separatisten hätten keine Buk- und S-300-Raketensysteme erbeutet … “

    Seitens der Ukraine sieht man es übrigens lieber, wenn die Version gespielt wird, dass Russland BUK-Syteme an die SEPS geliefert hat. Insofern darf man sich fragen, ob der BND Russland hier nicht absichtlich aus der Schusslinie nimmt. Der Bericht wurde kurz nach dem Treffen Merkel-Putin gestreut. Ebenfalls vröffentlichte der BND dann ein Bericht, dass Russalnd über weit höhere Devisenereserven verfügt. Das und die niedrige Verschuldung machen jedens Downgrading seitens Moody’s und Co. zu einem Witz.

    Wirklich, ich denke hier hilft der BND Russland via Bande. Geheimdienste halt, niemals geraudeaus. Ggf. in Absprache mit der Regierung.

    VG

  5. Wortwechsel sagt:

    Hier und in der gesamten ‚gemachten‘ Ukrainekrise bleibt nur noch EINE Frage offen: WIE lange und mit WELCHEN Mitteln will sich der ‚Westen‘ eigentlich noch blamieren?! Auch diese SO ehrlichen Wahlen in der ‚Kiev-Ukraine‘ sind – eine gegen Russland hetzende Kanzlerin mit ihrem Vorgesetzten Barack Hussein Obama II vor ‚Augen‘ – ein ‚Witz‘! Natoagend Jazenjuk bleibt, was er hochgeputscht war (http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/gerhard-wisnewski/auftrag-umsturz-neuer-ukraine-staatschef-ist-ein-agent-der-nato.html) ! Das Flug „MH17“ auf Befehl der US-Administration durch die westliche Ukraine mittels Order dieses Jazenjuk aus der Luft abgeschossen wurde, weil Malaysia ein Partner Russlands ist, wird NIE in ‚unserer‘ Mainstreampresse stehen! NUR: WAS hat ‚unsere‘ Politik davon?!!

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