Politisches Fallobst: Gelbe, rote, grüne Birnen

25. September 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Nun fallen sie wie Blätter von den Bäumen, wie Früchte von den Ästen… die gelben, roten und grünen Birnen im Herbst. Fallen sie tief? Ich weiß es nicht. Fallen Sie weich? Wahrscheinlich schon – aber es interessiert mich so viel ein umgefallener Eimer Teer in Moskau…

Herrlich erfrischend! Der Herbststurm fegt durchs politische Geäst und weht viele Leute davon. Schade. Viele taugten in den Interviews zumindest als schlechtes Beispiel. Und lange war ich in Sorge, dass die Roths, Rösslers und Trittins dieser Welt die Sessel in den Talkrunden nie wieder freiwillig räumen würden … und dass die heute-show jeden Freitag komplett von Brüderle gekapert würde … und der Hassknecht seine Stimme vor Gebrüll verliert. Für die Kanzlerin ist Erntezeit.

Vor allem über die Grünen bin ich erstaunt, dachte ich doch, die Deutschen mögen Bevormundung. Es lebt sich doch viel leichter, wenn einem die Weltverbesserer den Weg weisen. Schneckentempo auf der Autobahn, 30 in der Stadt, fleischfreie Tage und heizfreie Winter, limonadenfreie Schulen, Rauchverbote, Plastiktüten-Verbote. Und dann wollten sie auch noch die Leute umerziehen statt zu überzeugen. Es ist doch gut, dass man es gut mit einem meint. Oder nicht? Anhand des Wahlergebnisses der Grünen bei der Bundestagswahl habe ich jetzt aber meine fröhlichen Zweifel über meine früheren Sorge. 

Gut gemeint ist eben nicht gut

Die Grünen sind offenbar doch etwas zu forsch vorgegangen mit ihren Ideen für eine bessere Welt. Gibt es deshalb einen Knick im stetigen Aufwärtstrend der Bevormundung? Nein. Wie bei einem Aktienkurs gibt es hier nur eine Konsolidierung, oder wenn es schlimm kommt, eine Korrektur. Der Kurs erholt sich wieder und schwingt sich zu neuen Höhen auf. Wer die Lücke dann füllen wird, weiß ich nicht, aber es werden neue Kräfte wachsen, die uns dann noch deutlicher sagen, was wir zu tun und zu lassen haben … und was es kostet. Deshalb mache ich mir keine Sorgen. Die Weltverbesserer befinden sich in einem klaren Aufschwung. Sie kommt dann nicht so plump mit einem Veggie-Day daher, sondern mit klaren Gesetzen.

Ach, das waren Zeiten, als sich die Grünen für den Umweltschutz engagierten. Blei in der Luft, verschmutzte Flüsse und dazu der ganze Muff auf dem Parlament. Die ganzen Biedermänner – darunter noch ein paar wirkliche Denker. Das war mal eine frische „grüne“ Kraft in den 70ern und 80ern. Ich war so begeistert, das hinter dem Zonenvorhang im Westfernsehen bewundern zu dürfen.

Die Grünen schimpfe man damals Kommunisten wie man die Wähler der AfD heute in die rechte Ecke schiebt. Im Osten hatte man es ja nicht so mit dem Umweltschutz. Ressourcen waren dafür da, um sie auszubeuten. Im Westen dagegen wurde die Luft besser, das Wasser sauberer und die Politik frischer. Im Osten später auch. Aber grün wählte man trotzdem wenig.

Nein, die Grünen sind nicht allein zuständig für die Verspargelung der Landschaft und den Grünen Punkt. Da waren noch andere Interessen im Spiel – finanzielle. Zumindest soll der Spaß der erneuerbaren Energie mehr als 100 Milliarden Euro gekostet haben… (Seite 2)

 

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14 Kommentare auf "Politisches Fallobst: Gelbe, rote, grüne Birnen"

  1. wolfswurt sagt:

    Wie sagte Seehofer bei Pelzig 2011: „Die entscheiden sind nicht gewählt und die gewählt sind haben nichts zu entscheiden“

    Politik ist Puppentheater fürs Volk.

    • bluestar sagt:

      @wolfswurt
      Politik ist die Durchsetzung von Interessen. Und mit Wahlen aller paar Jahr ohne Abberufungsmöglichkeit die absolut eleganteste und sicherste Variante,
      denn das Volk denkt ernsthaft mitentscheiden zu können. Die Regie im Puppentheater führen natürlich andere.

  2. samy sagt:

    Moin,
    diese Wahl hat eine demokratische Botschaft: Der Wähler hat Macht. Der Wähler nutzt seine Macht. Er befreit sich von dem Parteimarketingmist und Talk-Show-Geschwafel. Er ist bereit mittelfristig zu denken und kurzfristig zu handeln.
    Prognostiker, go home!

    Was ist nun mit der AfD? Die Frage treibt mich um. Oder sollte man nicht besser sagen, „Was wird nun aus der AfD?“.
    Ich spiele mit dem Gedanken, in die Partei einzutreten. Nicht weil ich so unglaublich liberal bin. Das Problem ist nur, dass die Strategen der rechtsradikalen Parteien jetzt (!) tatsächlich versuchen könnten die Partei zu infiltrieren. Und wenn nicht die, dann die ewig braunen Wählern. Die werden nun wirklich glauben, dass das „ihre“ Partei sei. Die Qualitätsmedien streuen ja fleißig Gerüchte. 10 x am Tag: „Der Lucke hat entartet gesagt“. Wow, der Beweis! Lucke, Starbatty und Olaf Henkel? Alles Nazi’s, gelle?
    Oder ist das gar die pure Absicht? Will man Nazis in die Partei treiben, um sie mit innerparteilichen Kämpfen zu zerreiben? Ganz einfach unwählbar machen! Die Partei ist jung, hat noch keine „Antikörper“ im Blut. Sie steckt in den Kinderschuhen, ist noch anfällig für jede Krankheit. Der plötzlicher Parteientod?

    Wenn man als Demokrat nicht will, dass eine euro(pa)kritische Partei zerredet wird, dann ist das nun ein wichtiger Moment. Das Parteiprogramm ist noch in der Mache.
    Wobei „kritisch“ bei mir nicht „feindlich“ meint.
    Und sollten die tatsächlich braun im Mark sein? Ich würde es schnell merken, oder?
    Nur warum diese Stärke in Ostdeutschland? Ist die Erinnerung der Ostdeutschen an eine Weichwährung noch frischer als im Westen? Sind die Lebensklüger oder wirklich nur „nationalistischer“?
    Wie denkt ihr darüber?

    VG

    • bluestar sagt:

      @samy „Warum diese Stärke im Osten“
      Meine Thesen:
      1.Weil hier die Verblödungsmaschinerie und Manipulationsmaschinerie noch nicht
      so lange wirkt wie im Westen.
      2.Weil hier die Menschen vor 1989 gelernt haben kritisch gegen das System zu denken
      und dann aber auch zu handeln. Stichwort aufrechter Gang.
      3.Weil hier gelernt werden musste mit drastischen Veränderungen umzugehen.
      4. Wahrscheinlich auch nationalistischer und noch nicht so lange vom US-
      Amerikanismus verseucht.
      5. Vielleicht auch naiver in dem Glauben, mit Wahlen etwas grundlegendes verändern
      zu können.

      VG aus Sachsen – 7% für die AfD.

      • beccon sagt:

        6. Der Anteil von Leuten, die 1+1 ohne Taschenrechner ausrechnen können ist höher. Auch in jüngeren Jahrgängen.

        7. Manche Zeitgenossen können sogar die Exponentialfunktion ohne Plotprogramm aufmalen und wissen, daß durch den Zinseszins die Schulden exponential wachsen.

        8. Wir haben von unseren Eltern noch mitbekommen, daß Schulden keine so gute Sache sind wo im Goldenen Westen schon Konsum auf Kredit angesagt war.

        .

  3. Lickneeson sagt:

    „diese Wahl hat eine demokratische Botschaft: Der Wähler hat Macht. Der Wähler nutzt seine Macht. Er befreit sich von dem Parteimarketingmist und Talk-Show-Geschwafel. Er ist bereit mittelfristig zu denken und kurzfristig zu handeln.“

    Eieiei…das schwingt aber viel Wunschdenken mit.Wenn man sich ansieht, wie wenig Protest es in der BRD zum Thema NSA & Finanzkrise gab(gibt), muss man schon an der Mündigkeit und der Weitsicht vieler Bürger zweifeln.

    Ich glaube eher, das man den Bürgern (Wählern) nur ein Thema oft genug „anbieten“ muss nebst „Lösung“ um eine gewollte Meinung zu erzeugen. Via „Jauch, Plasberg und Brennpunkt“ klappt das ja meist hervorragend.Früher kopierte noch jeder 2. Deutsche die Meinung des Spiegelmagazins. Andere Zeiten – ander Formate.

    Zur AfD:

    Ich habe von denen nur einen Werbespot gesehen und war erschrocken, wieviel „Nationaldenken“ da subkutan mitschwingt. Euro + Besinnung auf die Interessen der Deutschen, soviel ist bei mir hängen geblieben.Naja, wems gefällt.Sorgen machen muss man sich sicher nicht, das die Partie „infiltriert“ wird. Das Beispiel der „Piraten“ hat doch schön gezeigt, das ein mittlerer Schulabschluss und ein schnelles Laptop wohl doch nicht ausreichen um einer Partei Form und Inhalt zu geben.Auch damals waren deren „Spitzenpolitiker“ in allen Sendungen zu sehen und in der Bevölkerung im Gespräch.Vom sogenannten „Shit-Storm“ ist ihnen nur der erste Teil geblieben.

    PS:Braunkack gibts hüben wie drüben!

    MfG

    • samy sagt:

      „Eieiei…das schwingt aber viel Wunschdenken mit…“
      Ähm, einigen wir uns auf Optimismus? 🙂

      „Wenn man sich ansieht, wie wenig Protest es in der BRD zum Thema NSA & Finanzkrise gab(gibt) … “

      Ja, wir sind eine protestlose Gesellschaft geworden. Vieles wäre der 68’er Generation nicht passiert. Oder ? Oder haben sich die Protesteformen nur geändert. Twitter statt Stammtisch. Blogosphäre statt Demonstrationszug.
      Wenn Vernetzung, Diskussionen usw.. Ziele der alten z.B. Ostermärsche waren, so könnte heute vieles im Internet statt finden. Der Einzelne, der sich im Netzt ärgert, informiert und austauscht. Sicher nicht so ein Spektakel wie 100 000 Demonstranten, die sich Tag treffen, auskotzen und vore inen Wasserwerfer schmeissen. Dafür aber stetig, informativ und situativ täglich angepasst.
      Anders ausgedrückt, meine persönliche Wahlentscheidung wird stark von kritischen Internetseiten geprägt. Sicher kein Zufall.

      „Ich glaube eher, das man den Bürgern (Wählern) nur ein Thema oft genug “anbieten” muss nebst “Lösung” um eine gewollte Meinung zu erzeugen. “

      Hat bei der FDP nicht geklappt und die AfD wäre beihnahe drin gewesen, oder?
      Lösung? Und wenn es gar keine gibt. Mutti wird gewählt, nicht weil sie die Sache gut macht, sonder weil sie sie „relativ“ gut macht.

      Zur AfD:

      Ja, man müsste sich mal mit deren Inhalten auseinandersetzen, das stimmt. Und radikale Spinner findet man in jeder Partei, stimmt ebenfalls.

      VG

    • bluestar sagt:

      Lieber samy,
      100% Übereinstimmung zum Thema gewollte Meinungen erzeugen. Das funktioniert perfekt. Schließlich ist dafür ein gesamter Industriezweig mit einer Unzahl an unterschiedlichen Produkten zuständig. Es ist fast unmöglich, sich deren Konsum zu entziehen . Die Manipulation beginnt schon bei der Auswahl und Zusammenstellung von Nachrichten.
      Zur AfD: Ich bin immer wieder erstaunt, dass legitime nationale Interessen mit brauner Vergangenheit in Verbindung oder in die sogenannter Rechte Ecke gestellt wird. Auch das ist gelenktes, gewolltes Denken. So wie die Lüge Euro gleich Europa plus Frieden in die Hirne der unwissenden Volksmasse permanent gestreut wird.
      Der Euro dient dem Großkapital und der Finanzoligarchie. Die Rechnung werden alle arbeitenden Menschen in Europa zu zahlen haben, vor allem der Mittelstand, denn dort gibt es noch etwas zu holen. Einige Länder spüren schon die Wirkungen, die naiven Deutschen natürlich noch nicht. Hier glaubt man infantil an die Versprechen von Mutti…

    • stephan sagt:

      „Ich habe von denen nur einen Werbespot gesehen und war erschrocken, wieviel “Nationaldenken” da subkutan mitschwingt. Euro + Besinnung auf die Interessen der Deutschen, soviel ist bei mir hängen geblieben.Naja, wems gefällt.“ … „PS:Braunkack gibts hüben wie drüben!“

      Manchem Zeitgenossen gefällt es eben besser, die „Internationale“ zu singen und sein Geld (oder noch besser: das anderer Leute) ohne Gegenleistung in aller Welt zu verteilen. Und das, obwohl die Kohle noch nicht mal für den eigenen Laden reicht, wie man deutlich allenthalben an der öffentlichen Infrastruktur in D. beobachten kann. Die Subventionsempfänger lachen sich über diese Art Selbstlosigkeit des Geldgebers eins ins Fäustchen und rupfen diesen aus wie eine Weihnachtsgans – übrigens aus ganz „nationalen“ Motiven . Aber das ist offenbar völlig unerheblich.

      Welch geistige (dafür aber politisch korrekte!) Verwirrung muss in manchem Kopf herrschen, um nationale Interessen und (berechtigte) Euro-Kritik mit Braunkack gleichzusetzen. Da haben die bei jeder Gelegenheit in den deutschen Medien eingesetzte Nazi-Keule und die „der Euro ist ein Friedensprojekt“-Propaganda (deren Gegenteil schon bewiesen ist) aber ganze Arbeit geleistet.

      Ein bisschen mehr eigenständige Denkarbeit anstatt „subkutaner“ Schwingungen dürfen bei dem ein oder anderen Thema durchaus erwartet werden. Schmetterlinge im Bauch kann man getrost dem zwischenmenschlichen Bereich überlassen (auch dort ists aber bekanntlich in aller Regel recht schnell vorbei damit). Auf internationaler Ebene haben „subkutane Schwingungen“ und „Schmetterlinge im Bauch“ nichts zu suchen.

      Was nützt es dem einen nicht national zu denken, wenn es der andere tut? Konkretes Beispiel: Hierzulande (ich vermeide mal bewusst: „In Deutschland“) arbeitet man bis 67 oder bald noch länger, während die Franzosen mit 60 in Rente gehen. Ups, dann denke ich doch lieber auch national. Und damit zurück zum Ausgangspunkt: Was bittesehr hat das mit „Braunkack“ zu tun?

  4. Reiner Vogels sagt:

    Zur AfD

    Die AfD ist die eigentliche Wahlsiegerin vom Sonntag. Sie hat sich gegen die Verleumdungs- und Ausgrenzungskampagne der Mainstreammedien und insbesondere der öffentlich-rechtlichen Verdummungssender behauptet und aus dem Stand ein halbes Jahr nach ihrer Gründung 4,7% erreicht. Bei den Untersechzigjährigen war sie sogar über 5%. Die Alten, also die Rentner haben überproportional CDU/CSU gewählt, während die AfD die Partei der Jungen ist. Ich vermute, dass das daran liegt, dass die Alten sich noch nicht in dem Maße über das Internet informieren wie die Jungen.

    Es ist offensichtlich, dass dei AfD sich etabliert hat. Im nächsten Jahr wird sie bei den Europawahlen (3%-Klausel) und den Wahlen zu drei Landtagen in den östlichen Bundesländern, in denen sie am Sonntag schon über 5% lag, ihre Position ausbauen können.

    Es gibt also jetzt neben dem Block der Parteien, die links von der Mitte positioniert sind, nämlich CDU/CSU, SPD, Grüne, Linkspartei, rechts von der Mitte eine bürgerliche, liberale und demokratische Kraft. Ihr steht noch eine große Zukunft bevor, während der Stern der rot-grünen Bevormunder und Steuererhöher am Sinken ist.

    Und noch etwas: Merkel ist keine Siegerin der Wahl. Im Gegenteil, sie ist die Verliererin der Wahl. Ihre Koalition hat 2,1% verloren, und sie hat die Mehrheit im Parlament verloren. Wenn CDU/CSU-Größen jetzt im Brustton der Überzeugung vor die Kameras treten und behaupten, der Wähler habe ihnen den Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, so ist das eine glatte Verdrehung der Tatsachen. Aus der Sicht der anderen Linksparteien ist es eine Zumutung, wenn die Medien jetzt von ihnen verlangen, sie sollten der Kanzlerin, der eigentlich vom Wähler die Mehrheit entzogen worden ist, jetzt nachträglich zur Mehrheit verhelfen.

    Ich rechne daher damit, dass Grüne und SPD die Bedingungen für eine eventuelle Koalition so hochschrauben werden, dass sie für die Union praktisch unannehmbar sein werden. Neuwahlen im Verlauf des nächsten Jahres sind m.E. daher nicht ausgeschlossen, zumal die SPD dann nicht mehr an ihr Wahlkampfversprechen gebunden sein wird, nicht mit den Linken zu koalieren.

    • bluestar sagt:

      @Reiner Vogels
      Neuwahlen halte ich für ausgeschlossen. Zu groß dürfte bei den Blockparteien die Angst vor einer AfD sein. Bedingt durch die mediale Aufmerksamkeit für die AFD am Wahltag ist zu erwarten, dass ein Teil der Nichtwähler ( immerhin 27%) dann diese Partei wählt. Diese Furcht sollte die 3 Einheitsparteien auf jeden Fall zusammenschweißen. In grundlegenden Dingen herrscht ja bekanntlich sowieso Einigkeit. ( ESM usw. ). Also, wir dürfen uns schon einmal gemütlich auf Steuererhöhungen, Eurokratie, weitere Rechtsbrüche, fortschreitenden Verlust nationaler Souveränität und Abbau demokratischer Rechte und Freiheiten einstellen…

      • Reiner Vogels sagt:

        @ bluestar

        Natürlich können wir alle nicht in die Zukunft schauen. Vermutlich wissen noch nicht einmal die Vorstände von SPD und Grünen genau, wie die Sache am Ende ausgehen wird.

        Allerdings meine ich, dass das Argument, dass die Etablierten Angst vor der AfD hätte, gerade im Blick auf die potentiellen Koalitionsparter der Union nicht zieht. Denn sie wissen, dass die AfD vorwiegend auf Kosten von CDU/CSU und FDP zulegen wird.

        Langfristig wäre es für sie sogar gut, wenn nicht nur die ganz linke Seite des Parteienstpektrums (SPD,Grüne,Linkspartei) zersplittert wäre, sondern auch die halblinke (Union,FDP), wobei die AfD natürlich in der Mitte bzw. halbrechts davon anzusiedeln sein dürfte. Bei einer solchen Konstellation hätte die SPD endlich die Chance, aus ihrer Zwickmühle herauszufinden: Zur Zeit hat sie ja nur die Wahl, Juniorpartner in einer Koalition mit der Union (vestigia terrent) zu sein, oder in die Opposition, die laut Müntefering „Mist“ ist, zu gehen. Solange nur die Linke zersplittert ist und nicht auch die ehemals bürgerlichen Parteien, kann die SPD nie den Kanzler stellen. Warum sollte sie das gut finden?

        Hinzu kommt: Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen in NRW. In den vergangenen Wahlen hat die SPD einen großen Teil ihrer traditionellen Hochburgen an Rhein und Ruhr, ihrem eigentlichen Stammland verloren. Bei der letzten Wahl hat sie sie nur zum Teil zurückerobern können. Es ist mit Sicherheit das große strategische Ziel von Frau Kraft, die Großstädte an Rhein und Ruhr wieder zu Stammlanden der SPD zu machen. Das wird im nächsten Mai sehr viel schwerer sein, wenn die SPD ein Juniorpartner der Union ist. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass sie eine große Koalition begrüßen würde.

        Wie gesagt, das alles sind Spekulationen, weil wir nicht in die Zukunft schauen können, aber sie haben m.E. durchaus eine gewisse Plausibilität. Wie dem auch sei, sicher ist: Politik war lange nicht mehr so spannend.

        • bluestar sagt:

          @Reiner Vogels
          Nun, wir werden sehen wie sich die Dinge entwickeln.
          Ich persönlich glaube nicht, dass die AfD weiterhin vorwiegend auf Kosten von CDU und FDP ( und auch Linkspartei ) zulegen wird.
          Für mich liegt der interessante Treibsatz in dem riesigen Heer der Nichtwählerschaft.
          Da wird die gelenkte Manipulationsindustrie richtig fleißig arbeiten, damit dieser Treibsatz niemals zündet und alles im alten Gefüge bleibt.

  5. MARKT sagt:

    Wem das Theater vor, während und nach der Wahl noch nicht genug war, der hofft auf eine Zugabe oder die nächste Wahl.
    Spätestens dann aber wird sich etwas ändern! ☺

    Solange „alle“ die Vorstellung besuchen wird das Theater weiter spielen.
    Wehe aber wenn die Vorstellungen keine Beachtung mehr finden, dann könnte sich tatsächlich etwas ändern.

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