Platin gegen die Pleite?

6. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Welch Zufälle es es doch gibt! Zeitgleich mit dem Haushaltsstreit und der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA am 17. Oktober erscheint der Komet „Ison“ am Himmel. Ich wusste, die Götter sind zynisch und verstehen sich in Spaß!

Ein böses Zeichen? Weihnachten? Quatsch! Bei wirklicher Gefahr stünden doch die Börsen längst viel tiefer. Am Montag gab es noch Freudensprünge, warum auch immer. Experten waren ratlos. Trotzdem sorgt sich nach offizieller Lesart die Welt darum, dass die US-Schuldengrenze von derzeit 16,7 Billionen US-Dollar nicht angehoben wird. Kaum einer stellt aber die Frage, wie es überhaupt zu diesem Schuldenberg kommen konnte, der jetzt weiter wachsen muss. Das wäre doch eine „positive“ Nachricht, heißt es. Gehen den USA inzwischen die Tricks aus?

Vielleicht kennen Sie ja den Voodoo-Ökonom Paul Krugman. Er ist als Freund neuer Finanzblasen bekannt und als Experte. („Eine Blase würde uns helfen“) Ihm wurde ein Wirtschaftsnobelpreis verliehen. Vielleicht war es ein Versehen wie der Friedensnobelpreis für den US-Präsidenten. Krugman empfiehlt der Regierung das Prägen einer Münze aus Platin mit dem Nennwert von einer Billion US-Dollar. Gegen diese Münze als Sicherheit „druckt“ ihr die FED dann eine ganze Billion US-Dollar aus dem Nichts. Und schon wird wieder alles gut.

Warum ausgerechnet Platin? Die Antwort ist verblüffend einfach bzw. eine kleine Lücke im Gesetz. Demnach darf die US-Regierung keine Scheine und Münzen in Umlauf bringen, wohl aber Münzen aus Platin. Um den Rest kümmert sich die US-Notenbank Mit Platin kann das Spiel der Schuldenmacherei so lange weiter gehen, bis alles Platin der Welt verbraucht ist – oder auf den Münzen weiterer Platz für die Nullen fehlt. Übrigens… die Anzahl der Nullen auf Geldscheinen und Münzen wächst immer so schnell wie die Zahl der Nullen, die Geld herstellen, es in Umlauf bringen und ausgeben.

Man braucht kein Zeichen am Himmel oder einen Kometen um zu wissen, dass der Kettenbrief irgendwann enden wird. Ison ist in wenigen Wochen längst verschwunden. Die Schulden werden bleiben.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


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2 Kommentare auf "Platin gegen die Pleite?"

  1. stonefights sagt:

    Kleiner Kniebohrer: ISON (nicht Ision) 🙂
    Danke für deine Gedanken,
    LG, stonefights

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