Planet Statistik

13. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Bankhaus Rott

Die jüngst gemeldeten Arbeitsmarktdaten aus den USA waren erneut in vielfacher Hinsicht bemerkenswert. An den üblichen Jubel bei der Verkündigung der Zahlen sind alle Marktteilnehmer seit Jahren gewöhnt. Gewohnheitsgemäß ging die vermeldete Besserung der Zahlen auch dieses Mal nicht mit einer Besserung der Situation einher. Vor allem der Industriesektor ist weiter auf dem absteigenden Ast…

Wie in anderen Ländern fragt sich so mancher Bürger, wo genau der Aufschwung denn stattfindet. Wahrscheinlich haben die Wunderdaten den Weg aus dem Datenlabyrinth die Realität nicht gefunden und irren hilflos zwischen den regelmäßigen Revisionen hin und her. Werden die Menschen in den Staaten nach den Aussichten für neue Jobs gefragt, so fällt das Urteil eindeutig aus. Besserung Fehlanzeige.

Die Beurteilung fällt übrigens quer durch alle Bereiche der Bildung gleich schlecht aus. Selbst ein teures Studium und die damit oft verbundenen Schulden helfen vielen Menschen nicht weiter. Fröhliche Weihnachten fallen da für die meisten wie in den vergangenen Jahren leider aus. Unbeantwortet bleibt beim Jubelreigen auch die Frage, wo das Potenzial für eine nennenswerte Zahl neuer Jobs herkommen soll.

Der Dienstleistungssektor wird gerne erwähnt. Auch der Einzelhandel solle vom gemeldeten, wenn auch nicht sehr glaubwürdigen Konsumsprung im Vormonat profitieren. Selbst die veröffentlichten Zahlen einiger Einzelhändler gäben dies her. Leider darf man die Gewinne einiger Unternehmen nicht als Maßstab für die Gesundheit einer Branche heranziehen. So rollt die Welle der Insolvenzen von Einzelhändlern weiter durch das Land. Für die verbliebenen Anbieter bleibt so mehr vom Kuchen. Garniert man das Ganze mit reduziertem Personal, so steigen die Gewinne durch Kosteneinsparungen ganz ohne neu erblühende Einkaufslandschaften.

Die Hersteller von Waren rudern ebenfalls mit den Armen. So ist die Industrieproduktion pro Kopf mittlerweile wieder auf dem Stand von 1997 angelangt. Vom Höchststand des Jahres 2007 ist man erschreckende 11% abgefallen. Von neuen Hochs ist der in einer anhaltenden Strukturkrise steckende produzierende Sektor allen monetären Strohfeuern zum Trotz Lichtjahre entfernt. Wer nun eine aktive Abschwächung der Währung fordert, nur damit die Preisschilder im Ausland attraktiver aussehen, sollte nicht verschweigen, dass er damit gleichzeitig eine sinkende Kaufkraft verlangt.

Die jährliche pro-Kopf-Wachstumsrate, die sich für den Sektor gemessen am Zeitraum von 1952 bis 2011 ergibt, liegt bei 0,89%.  Damit steckt man zwar nicht so tief im Schlamassel wie die Briten, ein Grund für eine Party sind die Zahlen dennoch nicht. Um den schrumpfenden Anteil des Finanzgewerbes auch nur annähernd ausgleichen zu können, wird das auf Dauer nicht reichen… (Seite 2)


 

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