Philipp Vorndran: Hoffnung ist kein guter Ratgeber

27. Juli 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Das Problem der meisten Volkswirte ist, dass sie nie Geld verwalten. Sie studieren Charts und Lehrbücher und passen ihre Prognosen dann der Realität an. Die Verantwortung eines Vermögensverwalters ist ungleich höher, sagt Philipp Vorndran von Flossbach & von Storch, denn hier stehen Milliarden im Feuer. Ich habe mich mit ihm in Köln zum Interview getroffen…

Philipp Vorndran fällt in zweierlei Hinsicht auf. Zum einen beweist er schon über einen langen Zeitraum ein gutes Gespür für Entwicklungen an den Märkten, sowohl aus ökonomischer als auch in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Zum anderen schwimmt er mit dem, was Flossbach & von Storch umsetzt, oft gegen den Strom. Vielleicht auch deshalb, weil die Meisten im Finanzmarkt meistens falsch liegen. Das ist nicht verwunderlich, wenn sie in einer Schafherde unterwegs sind und dort immer nur den Hintern des vorweg laufenden Schafes sehen.

Mich interessierte vor allem, wie Vorndran die Zukunft sieht. Welche Klippen hat das Überschuldungsschiff zu umfahren und wo sind die Riffe, auf denen es stranden wird. Darüber hinaus sprechen wir über die Dinge in Europa, warum der Euro scheitern wird und vor allem über die Entwicklungen in China. Dies und eine ganze Menge mehr Überlegungen von Philipp Vorndran nun im Interview. Viel Spaß!

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22 Kommentare auf "Philipp Vorndran: Hoffnung ist kein guter Ratgeber"

  1. […] Rott & Meyer: Philipp Vorndran: “Hoffnung ist kein guter Ratgeber” […]

  2. vegaman sagt:

    der Mann spricht mir aus dem Herzen! Es erübrigt sich jeglicher Kommentar!

    • Oddo Wolf sagt:

      Das Problem bei den meisten Vermögensverwaltern ist, daß sie oft um den heißen Brei herum oder an den Gefahren vorbei reden. Man will ja die Kundschaft nicht verschrecken.
      Da sind Prof.Hankel oder Max Otte viel näher bei meinem Herzen. Nächste Frage bitte…

  3. rolandus sagt:

    Si Si, der Mann fällt schon bei der EM Messe und im TV zwischen all den „Krawatten“ immer positiv auf. Ganz offensichtlich vertrauen ihm auch nicht die Dümmsten große Summen an.

    Ein Dank nach Köln an den Studiobeleber und echten Wirtschaftsweisen
    rolandus

  4. Zukunft sagt:

    Ich erlaube mir mal hier einen aktuellen Marktkommentar zur Ergänzung der Analyse von Herrn Vorndran reinzustellen:
    http://www.zpmo.ch/marktuebersicht.htm

    Begründung:
    Der Kommentator war wiederholt Redner auf den ersten Edelmetallmessen in München und hat profunde Aufklärungsarbeit geleistet.
    Für viele war damals das Thema noch weit weg.
    Seine Prognosen waren zutreffend und ausgewogen sachlich.
    Seit einigen Jahren referiert er nicht mehr.

    Seine Marktanalysen sind weiterhin Gold wert.

  5. Frank2 sagt:

    Ich kenne wirklich keinen „Laden“ in deutschen Landen, der so Klartext spricht wie Floßbach und Storch. Ich fing schon vor langer Zeit an, die Aufsätze von Bert Floßbach zu schätzen. Herr Vorndran wurde auch kürzlich von James Turk interviewt, ich wußte also, daß er „Österreicher“ ist. Doch für den Deutschen war dieses Interview um Längen besser. Das war Freiheit der Rede und des Denkens in einer sich abschaffenden Demokratie.
    Da die Frage zurück zum Journalisten gegeben wurde – wie ist es denn Frank, wird es hier wie in der DDR? Und wie war es dort eigentlich als junger Journalist?

  6. retracement sagt:

    Gut. Toll. Prima. Klasse.
    Was hat er gesagt? Alte 3-Speichen-Regel (ruhig mal googeln und selber guggen). Gold, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen. Funktioniert halt leider nur mit ordentlich Kapitalstamm.

    Da leider alle 70 Jahre immer nur eine der Asset-Klassen durchkommt ist mir leider nicht geholfen.
    Ich meine, dass ist doch der Kasus Knaktus im ganzen Interview, daß es halt immer irgendwelche Zins-schranzen geben wird, die clever genug sind, auch künftig von der Arbeit (dem Zins) anderer Leute zu leben.

    Das muß ich echt nicht beklatschen.

    Edit: Weissgarnix hat es bereits gesagt. Our Job is done.

  7. samy sagt:

    Danke für dieses Interview. Wenn man so übereinstimmt mit einem Profi, ja dann scheint man seit Lehman doch ne Menge gelernt zu haben und das beruhigt ungemein.

    @retracement
    Nein, alles über diverse Theorien wurde gesagt, mehr nicht!Nun gilt es diese an der Realität zu messen. Es ist unglaublich schade, wenn ein so hochwertiger Blog wie der von wgn meint, da die Langeweile ausrufen zu müssen. Die Schwäche der Theorie ist immer die Realität. Es bleibt unglaublich spannend.

    • holger sagt:

      hi samy,

      was ich immer so interessant finde ist: Wie man auf China und jetzt kommts 😀 aus Europa reflektiert. China is ne Bubble na klar ist China ne Bubble und wenn se kein Bock mehr haben, machen se Protektionismus. Mit ihren Renminbi. Und Goldreserven. Da interessiert es keinen Chinesen, ob da Häuser leer stehen oder nicht. Über 3.000 MRD. USD Devisenreserven. Und Obama klappern die Zähne daheim, weil die Reps nicht so wollen wie er, mit der Schuldenobergrenze. Die USA haben fertig. So sieht es aus. Militärisch und wirtschaftlich.

      P.S. ein Bauer in China verdient umgerechnet 500 Euronen im Jahr. Ich hab mich nicht vertippt.

      P.P.S. und nun frag ich mich (schon seit längerem) wer sitzt in der Merde?

      • samy sagt:

        Moin Holger,

        im Grunde hast du recht, wenn denn nur alles mit rechten Dingen zugeht und die Amis nicht unter die Gürtellinie schlagen. Die chinesischen Unternehmen und Bürger sind nicht derartig hoch verschuldet wie die amerikanischen. Deswegen werden sie selbst nach dem Platzen einer Bubble rascher auf die Beine kommen. China hat technisches know-how in das Land geholt und eben auch die Produktionskapazitäten im gewerblichen Bereich. Sie haben genügend Unis (10 Millionen Absolventen pro Jahr) , um auch den einen oder anderen echten Pionier hervorzubringen und um das Wissen zu verwalten, verbreiten und in der Tiefe auszubauen. Sie haben auch weiterhin unschlagbar billige Arbeitskräfte (Wanderarbeiter und Tagelöhner) und für das Ausland attraktive nachfragestarke Konsumenten usw… usw… usw….
        Nur die 3000 Mrd. $ können sich als Luftnummer herausstellen, wenn die Amis unfair spielen. Wieviel blieben denn noch von der Summe, wenn die Anleihen crashen? Und würde der Rest nicht in einer chinesischen Bankenrettung versickern?
        Kann es nicht sein, dass es einigen Militärstrategen und neokonservativen think tanks ganz recht wäre, besser sofort einen Deflations-Crash herbei zu führen, als erst in 5-15 Jahren das Handtuch wegen einer Hyperinflation zu werfen?
        Warum warten bis der potentielle Gegner seine militärischen Skills und diplomatischen Beziehungen weiter ausbaut oder die Weltleitwährung stellt? Oder was geschieht, wenn der Alptraum Kissingers wahr wird und das rohstoffreiche Russland mit dem Billiglohnland China Bündnisse schließt. Eine unschlagbare Allianz, mitten in Europa und Asien. Jetzt haben die US-Militärs noch die Fähigkeit Handelsrouten zu kontrollieren und die Sicherung der weltweiten Rohstoffe durchzusetzen. China kann sich z.B. nicht erlauben, dass die Zufuhr von Öl blockiert wird. China ist in Sachen Rohstoffen total abhängig. Was ist wenn die Chinesen dann kaum mehr führbar sind, weil sie keine Vertrauen in die Zukunft mehr haben? Cyber-Warefare als kleinen Gruß aus der Küche bis es richtig knallt?
        Wenn die Amis den Schuldendeckel nicht heben, dann würde ich auch einmal in die Richtung denken. Es könnte gewollt sein.

        • holger sagt:

          Moin samy,

          —>>> Oder was geschieht, wenn der Alptraum Kissingers wahr wird und das rohstoffreiche Russland mit dem Billiglohnland China Bündnisse schließt.“

          Haben die doch schon längst gemacht. Die traden untereinander schon seit längerem nicht mehr mit dem USD. Hier geht Rubel gegen Renminbi. Ist vermutlich noch nicht in der westlichen Realität so angekommen.

          —>>>China ist in Sachen Rohstoffen total abhängig. Was ist wenn die Chinesen dann kaum mehr führbar sind, weil sie keine Vertrauen in die Zukunft mehr haben? “

          So? wer ist denn zB momentan von den sogenannten „seltenen Erden“ von wem abhängig? Das größte Problem was China hat ist: Das die Wirtschaft schneller wächst, als das Elektrizität ran geschafft werden kann. Die Stromversorgung kommt nicht hinterher. Ich weiß auch nicht, wie die das schaffen über 1,3 Milliarden seit 1.000den von Jahren zu bändigen. Du solltest auch bedenken, aus welchem Loch die gekommen sind, und wie die erzogen werden. Da brennt gar nix an, weil der Binnenmarkt in Renminbi weiter läuft.

          —>>>Nur die 3000 Mrd. $ können sich als Luftnummer herausstellen, wenn die Amis unfair spielen.“

          Der Chinesische „Finanzminister“ hat sich mal darüber geäußert, dass die über 3.000 Mrd. eh 50% zu viel sind. Wie wollen denn die Amis unfair spielen? Sollen se doch machen. Und dann frage ich mich, wer denn nun wirklich die Luftnummer ist? Ein Land was mit seiner Schuldenobergrenze nicht klar kommt, über 40 Millionen mit Essenmarken versorgen muss, wo ein Haus nach dem nächsten leer steht, was nix anderes kannte als Boom auf Pump oder ein Land, was nachweislich in die Infrastruktur investiert und das aus dem Haben-Pott. Ein Land, was eine gänzlich andere Philosophie vom „Markt“ hat.

          All diese ganzen Dinge lernt man aber auch erst zu verstehen, wenn man sich tatsächlich auch mal mit den Chinesen über einen längeren Zeitraum unterhält. Da hat der Herr Vorndran vollkommen recht. Und er hat auch vollkommen recht, wenn er die tatsächliche Industrie im Auge hat. Übrigens… den Huang den ich kennen gelernt habe, ist nicht der Jin. Hat in Deutschland VWL/BWL studiert, und hat mir mal die Strategie erklärt, wie die Chinesen eben denken und vor welchen Problemen die sonst noch stehen. Und um die zu lösen, arbeiten die wie wild daran. Nur um das noch kurz zu sagen: Wir deutschen Techniker/Dipl.Ing. stehen bei denen ganz weit oben auf der Liste als unangefochtene Nr.1 und so wie es aussieht, werde ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen 😀 nach Peking mitfliegen zu müssen. Dieses Land hat ein riesen Potential. Und die paar Immos die da leer stehen, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

          • samy sagt:

            Hi Holger,

            alles was du sagst kann man ja azeptieren, aber eben nur in dem Szenario, dass alle wenigstens im Großen und Ganzen fair spielen.
            Also kein Protektionismus der in Handelskriegen mündet und schließlich in echten militärischen Konflikten, wenn sich die Staatsführungen nicht mehr anders helfen können.
            Scholl-Latour zitiert gerne Nitzsche mit den Worten „Die kältesten aller Ungeheuer, dass sind die Staaten“ (also das Staatsgebilde als solches ist damit gemeint).
            Wenn wir hier auf diesen ganzen kritischen Blogg’s recht haben und die Ami’s mit ihren Schulden keine Chance haben aus dem Quark zu kommen, so oder so, warum sollten sie das nicht insgeheim bereits selbst wissen? Erzkonservative Aparatschiks und ihre Seilschaften? Regierungsberatene Think Tanks? Warum wohl sonst sind sie im Nahen Osten? Weisst du was die für die Kühlung ihrer Truppen im Irak und Afghanistan ausgeben? 20 Mrd. Dollar. Davon kann man sich jedes Jahr ca. 4000 Leopard II kaufen. Wo ist denn da der Sparwille?
            Und warum sollten sie weitere 10-15 Jahre zuwarten? Damit China weitere militärische Fähigkeiten ausbaut oder sich gar Rohstoffe und militärische Bündnisse mit und in Russland sichert?
            Das sind nur Szenarien keine VT`s!
            Also, entweder die Amis haben noch den Arsch in der Hose sich mühsam in den nächsten 10-20 Jahren ehrlich und vertragstreu mit konkurrenzfähigen neuen Gütern aus dem Mist heraus zu innovieren und zu arbeiten, und verzichten auf ihre militärische Dominanz zugunsten einer neuen fragwürdigen Weltmacht (Menschenrechte, Staatsform), oder sie tun das nicht.

            VG

  8. auroria sagt:

    Hier das Interview zwischen Turk und Vorndran:
    http://www.youtube.com/watch?v=Y80Zal4HNMw

  9. gilga sagt:

    Vielleicht beginnt ein Teil der Bevölkerung ja nun tatsächlich langsam umzuschichten… Bei einem der großen Online-Anbieter (***gold24 => weiß nicht ob hier volle Bezeichnung erwünscht) sind die 1oz und 100g Goldbarren scheinbar seit heute Nachmittag/Abend nicht mehr lieferbar.

  10. samy sagt:

    Hi nochmal,

    folgender Link (Forsaumfrage im Auftrag des Sterns)ist interessant, weil er doch einen recht deutlichen Trend zeigt.
    http://www.goldreporter.de/aktuelle-umfrage-jeder-dritte-in-deutschland-will-gold-kaufen/gold/11870/
    Hieraus:
    „Einer Umfrage des Nachrichtenmagazins “Stern” zufolge, erwägen 32 Prozent der Menschen in Deutschland, von ihren Ersparnissen künftig Gold zu kaufen…“

    VG

  11. Hal 9000 sagt:

    Super interessantes Interview. Prima was hier Frank, Michael u. a. auf die Beine stellen.

    Früher oder später wird es einen Schuldenschnitt geben müssen – weltweit. Ich befürchte nur, daß sich am System nichts ändern wird. Die Banken werden weiterhin Geld schöpfen (dürfen) und es geht wieder von vorn los. Hier noch ein Vortrag von Prof. Berger und ein Interview mit Prof. Huber – ziemlich lang, aber sehr sehenswert.

    Die Finanzmarktkrise – Ergebnis einer Fehlkonstruktion, die wir korrigieren können 1/6
    http://www.youtube.com/watch?v=-iIYOzhIw_s

    Monetative Teil 1/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber
    http://www.youtube.com/watch?playnext=1&index=0&feature=PlayList&v=IS2uwiDl2VE&list=PL02500B85420535D8

  12. Hans im Glueck sagt:

    aber nur 15% in EM halt ich für sehr untertrieben…..naja er will ja auch noch was verkaufen!

  13. Ludwig von Mises sagt:

    Ich habe vor einigen Jahren Philipp Vorndran beim Fondskongress im Rosengarten in Mannheim kennengelernt. Schon damals, als er noch als Chefvolkswirt in den Diensten der Credit Suisse stand, brillierte er mit messerscharfen Analyse und erstklassigen Schlußfolgerungen und Handlungsansätzen. Damals, es war wohl im Januar 2006, gab mir sein Vortrag die Initialzündung, sämtliche Schleusen für Gold und Silber zu öffnen. Ich verkaufte meine LV’s und meine Frau die ihren und wir kauften Gold und Silber. Gott sei Dank! Ich hänge an den Lippen von Philipp Vorndran und nutze jede Gelegenheit ihm zuzuhören, denn er ist d e r Titan unter den Vermögensverwaltern, der auch den „kleinen Leuten“ hilfreiche und brauchbare Informationen schenkt.

    Ich darf Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit einen weiteren ganz großen, unabhängigen und unverschämt häufig richtig liegenden Fachmann ans Herz legen, dessen Analysen ebenfalls brilliant sind: Der schweizerische unabhängige Vermögensverwalter Felix Zulauf.
    Es sei hier auf sein Interview in der Wirtschaftswoche hingewiesen mit dem Titel „Zerfall der gesamten Finanzarchitektur“. Ein muß für Jeden!!!

  14. Jochen M sagt:

    Eines haben die unabhängigen Vermögensverwalter Flossbach & Storch, Felix Zulauf und auch Mack & Weise ja gemeinsam: Sie liefern erstklassige, messerscharfe Analysen ab, und das seit Jahren!
    @Herr Meyer: Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn Sie einen der Herren Mack oder Weise für einen Podcast gewinnen könnten.

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