Perspektivlos! Europa führt den TRUB€L ein

16. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bankhaus Rott) Das Festhalten am Euro nimmt in Deutschland parteiübergreifend teils krankhafte Züge an. Die eine prophezeit ein „Scheitern Europas“, was auch immer das sein soll. Der nächste wittert nach einem Austritt gar den nächsten Weltkrieg. Als Alternative haben sich die meisten Parlamentarier offenbar bereits mit einem postsowjetischen europäischen Währungsraum angefreundet…

Wie immer sind sich bei wichtigen Fragen in Deutschland alle Parteien in zwei Punkten einig. Zum einen weiß man genau, was das Volk will. Zum anderen möchte man das Volk aber lieber nicht danach fragen. Die meisten mit dieser Einstellung gesegneten Volksvertreter erklären die europäische Einheitswährung für alternativlos. Oft mischen sich schon die alltäglichsten Wahrnehmungen zu einem unterhaltsamem Gebräu, wenn etwa Herr A sagt, der Euro sei eine starke Währung und Frau B aus der gleichen Partei am selben Tag äußert, der schwache Euro sei gut für den Export. Bewundernswert, was unsere Währung so alles kann, sie ist stark und schwach gleichzeitig, geradezu menschlich.

Spätestens beim Wörtchen Export bleibt dem Beobachter jedoch stets das Lachen im Halse stecken. Aus unerfindlichen Gründen ist bei Diskussionen um die eigene Währung nie von Importen die Rede. Auch spricht die Einschätzung, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit nur noch über eine Abwertung für möglich zu halten, für eine ziemlich traurige Haltung, die der Leistung vieler Menschen und Unternehmen in keiner Weise gerecht wird.

Natürlich wirkt der Preis einer hierzulande gefertigten Ware im Ausland attraktiver, wenn er relativ zu anderen sinkt. Und das alles, ohne etwas dafür tun zu müssen, wie schön. Normalerweise muss jede Preissenkung über eine Reduktion der Margen oder der Kosten erreicht werden. Es wäre naiv anzunehmen, derartige Anstrengungen könnten folgenlos und ohne Gegenleistung durch eine Abwertung ersetzt werden. Die direkte Gegenleistung der Abwertung ist die Steigerung der Importkosten, die auch für Produzenten von Bedeutung sind. Energie, Metalle und Vorprodukte fallen nicht vom Himmel. Die langfristigen Kosten sind der schleichende Vertrauensverlust.

Neben den Normalbürgern trifft eine Abwertung Unternehmen besonders hart, wenn sie nicht exportieren aber auf Einfuhren angewiesen sind. Dabei sind Importprodukte auch aus dem Alltag nicht wegzudenken. Es dreht sich nicht nur um Kaffee und Schokolade, auf vielen Ebenen hat sich die Abhängigkeit subtil in den Alltag geschlichen.

Die Versorgungssituation Europas im Besonderen und Deutschlands im Speziellen lädt nicht zu verwegenen Spielereien mit der eigenen Währung ein, es sei denn das neue bundesdeutsche Freiwilligenheer plant einen längerfristigen Ausflug ins Donezkbecken. Ein Blick auf die unten stehende Tabelle vermittelt einen Eindruck davon, wie unterhaltsam es wäre, ohne die zu 100% importierten Rohstoffe deutsche Autos zu bauen. Fred Feuerstein lässt grüßen, Kalk- und Dolomitstein haben wir jedenfalls genug. Wie wäre es mit einem flotten Braunkohlevergaser an Bord, dann sieht man den Besuch schon von weitem und kann den Kaffee aufsetzten, falls es Kaffee gibt. Aber mit der Zeit gewöhnen sich auch sensiblere Mägen an einen frisch aufgebrühten Muckefuck.

Folgerichtig kommt auch der Verfasser eines von der KfW in Auftrag gegebenen Berichtes zur Rohstoffversorgung Deutschlands zu einem wenig überraschenden Fazit:

(KfW, Abschlussbericht „Kritische Rohstoffe für Deutschland“) Insbesondere bei den Rohstoffen für Metalle und bei vielen Industriemineralien ist Deutschland stark von Importen abhängig.

Weiter heißt es:

Die Kritikalität der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit mineralischen Rohstoffen umfasst zwei Hauptdimensionen:

  • Die deutsche Wirtschaft ist Risiken für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ausgesetzt.
  • Die deutsche Wirtschaft kann bei auftretenden Störungen der Versorgung mit mineralischen Rohstoffen besonders geschädigt werden.

Die 52 untersuchten Rohstoffe sind in den sechs Kritikalitätszonen folgendermaßen verortet:

  • I. Geringe Kritikalität (geringes Versorgungsrisiko, geringe Vulnerabilität): Diatomit, Perlit & Vermiculit, Talk & Speckstein, Kaolin, Gips, Glimmer, Eisen, Kalk, Bauxit, Bentonit, Blei, Tantal, Mangan, Phosphat
  • II. Geringes Versorgungsrisiko, hohe Vulnerabilität: Aluminium, Silicium, Titan, Magnesit, Magnesium, Ilmenit & Rutil
  • III. Hohes Versorgungsrisiko, geringe Vulnerabilität: Diamant, Borat
  • IV. Mittlere Kritikalität (mittleres Versorgungsrisiko, mittlere Vulnerabilität): Graphit, Selen, Strontium, Baryt, Zirkon, Molybdän, Zink, Hafnium, Flussspat, Nickel, Vanadium, Cobalt, Beryllium, Lithium, Kupfer, Platin, Tellur
  • V. Hohe Kritikalität (hohes Versorgungsrisiko, hohe Vulnerabilität): Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Indium, Niob, Chrom, Bismut
  • VI. Höchste Kritikalität (sehr hohes Versorgungsrisiko, sehr hohe Vulnerabilität): Germanium, Rhenium, Antimon

Man stelle sich vor, den Deutschen geht ausgerechnet das Germanium aus …

Das Spektrum der eingeführten Rohwaren ist breit. Die folgende Grafik zeigt die Verteilung bei den mineralischen Gütern, die im Jahr 2008 einen Anteil von 27% an den Gesamtimporten hatten.

Der größere Teil der Einfuhren entfiel auf die Energieträger, hier ist Europa mit der Abhängigkeit nicht allein. Bei den weltweiten Handelsströmen des Rohöls ist Europa neben den USA und China eine von drei großen Senken. Die geringe verbliebene europäische Produktion der Briten und Norweger sinkt rasch aber die beiden Länder werden wohl ohnehin weder den Euro noch den TRUB€L einführen…

Gefeierte Großfunde im Ölgewerbe sind im Verhältnis zum täglichen Verbrauch oft wenig beeindruckend. Zudem stellt sich die Frage, welcher Teil der eifrig genannten neuen Funde überhaupt gefördert werden kann und was das kosten würde. Mittlerweile gibt es ernstzunehmende Hinweise darauf, dass auch die Ölschieferbranche in den USA zwar auf riesigen Feldern sitzt, diese aber niemals einen Dollar abwerfen werden. Sogar ein Vergleich der Ölschiefer-Story mit dem kollabierten Unternehmen Enron und seinen aufgeblasenen Scheingeschäften macht die Runde.

Eine starke und teilweise vollkommene Abhängigkeit von Rohstoffimporten kann langfristig zu ernsten Problemen führen. Eine gewisse Marge mag ersetzbar sein, aber ohne Rohöl und Stahl produzieren sich chemische Produkte, Kunststoffe und Kraftfahrzeuge beschwerlich bis gar nicht. In Friedenszeiten mag ein Land mit einer stabilen Währung – wie auch immer dies erreicht wird – mit diesem Zustand zurechtkommen. Mit einer Währung allerdings, die niemand benötigt, wird das schwierig. Die Währung eines Handelsraumes benötigt man prinzipiell, um Waren, die man dort einkauft, zu bezahlen (oder dort Urlaub zu machen, usw.). Bietet mir das Land weder einen Grund, dort länger zu verweilen und Geld auszugeben, noch irgendein dort hergestelltes Produkt zu erwerben, muss mich die Währung dieses Landes nicht interessieren. Der mangelnde Absatz ins Ausland führt dann zu Devisenknappheit, ein auch schon vor der DDR in Deutschland nicht unbekanntes Problem. Das zeigt ein Artikel aus der ZEIT mit dem Titel „Das neue ABC der Rohstoffplanung“. Die folgenden Zeilen stammen aus dem Jahre 1951.

(DIE ZEIT Nr. 36 – 06. September 1951) Und darum muß man zwei Ursachen beim deutschen Rohstoffmangel unterscheiden; Erstens die mangelnde inländische Grundstofferzeugung und zweitens die Devisenknappheit, die verhindert, genügend Rohstoffe von außerhalb der Landesgrenzen kaufen zu können.

An der Situation der Grundstofferzeugung hat sich nichts verbessert, an Devisen litt Deutschland später keinen Mangel, sehr wohl aber einige anderen europäische Länder. Vor diesem Hintergrund darf man sich in einer ruhigen Minute ruhig einmal vergegenwärtigen, was in Europa hergestellt wird und wer diese Produkte eigentlich wirklich benötigt.

Nun mag man einwenden, wen interessiert‘s, wir sind uns selbst genug. Das kann man machen, allerdings fällt dann der Kauf von Waren ausländischer Herkunft ebenfalls flach. Das gilt für Rohstoffe – von Energie und Metallen bis zu Lebensmitteln und Textilien. Die Baumwollfelder im Emsland sind noch nicht so weit. Abends kann dann der Zuse 2347 auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Kritik, es werde ohnehin viel zu viel Blödsinn produziert und konsumiert ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber die Entscheidung dafür oder dagegen kann jeder selbst treffen. Es geht bei den Importen nicht allein um spätkapitalistischen Nonsenskonsum. Eine drastische Verteuerung der Inputpreise wird eine ebenso drastische Lenkungswirkung haben, um es harmlos zu formulieren. Es genügt, sich eine rasche und massive Steigerung der Preise für Heizöl und Benzin vorzustellen, um ein Gefühl für mögliche Auswirkungen auf das Alltagsleben zu bekommen.

Ist ein Wirtschaftsraum durch eine im Ausland uninteressante, weil nicht frei konvertierbare oder schlicht unnötige Währung erst einmal isoliert, ruhen die Hoffnungen vieler auf der „raschen Anpassung“ der heimischen Wirtschaft an die Bedürfnisse. Das ist in geringem Umfang möglich, allerdings fehlen schlichtweg die Rohstoffe und Vorprodukte für die Produktion. Wenn ich weder Palladium noch Platin habe, hilft es wenig, wenn Platin sich in bestimmte Prozessen durch Palladium substituieren lässt. So wird schlussendlich wohl irgendein staatliches Gremium darüber befinden, welche Bedürfnisse die Menschen haben. Viel Vergnügen.

Experimente mit Währungen können für jedes Land böse enden. Einige Länder können sich das besser leisten als andere. Wer in einem fragilen Währungsraum hockt, keine Rohstoffe besitzt und Produkte herstellt, die andere auch herstellen könnten, öffnet mit einer laxen Währungspolitik Pandora‘s Büchse. Die derzeit beliebte europäische Friedensrhetorik ist nichts weiter als der Versuch, mittels platter Ideologie über politische und ökonomische Fehler hinwegzutäuschen.

Aber was soll’s. Wenn der Untergang nicht gegen die Verfassung verstößt, dann muss er ja gut sein. Also ab in‘s Kalksteinkabrio, Muckefuck kaufen und ein paar TRUB€L auf den Kopf hauen! Yabba Dabba Doo!


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16 Kommentare auf "Perspektivlos! Europa führt den TRUB€L ein"

  1. stonefights sagt:

    Danke, Haus Bank Rott bringt mich mittlerweile auch zum Lachen. Genialer Sarkasmus, der dem Partner nichts nachsteht…
    Eine Steigerung meiner dieser obskuren Verhaltensauffälligkeit vielleicht anfänglicher affektiven Psychose wäre voraussichtlich nur noch an unserem eigenen Grab möglich 😉
    LG, stonefights

  2. wolfswurt sagt:

    Zitat:
    „Man stelle sich vor, den Deutschen geht ausgerechnet das Germanium aus…“

    …dann importieren die Gutmenschen das Afrikanium.

    Also die mangelnde Rohstoffversorgung war der Grund warum wir gegenüber dem britischen Empire in den Raum greifen mußten.

    Ansonsten wäre unsere Wettbewerbsituation im Vornehmsten gewesen.

    Insofern ist die von den deutschen Großkonzernen dominierte EU gar nicht mal so schlecht. Sichert der Verbund doch unsere Basis.

    Die Basis sind und bleiben nunmal Rohstoffe.
    Wir müssen nur noch lernen auf das Papier mit dem Namen EURO zu pfeifen und es möglichst zügig nach dem Erhalt für Rohstoffe aus der Hand geben.

    Solange die anderen noch an den Quatsch glauben…

  3. […] Lesen Sie hier den vollständigen, ausführlichen Bericht mit vielen Informationen. […]

  4. vegaman sagt:

    Wieder einmal muss ich an einer Stelle des Artikels widersprechen:
    Wenn wir auf Braunkohlemotoren umsatteln, werden wir den Besuch nicht bereits frühzeitig erkennen, wir werden überhaupt nichts mehr sehen außer braune Geschwade 😉

    Super Artikel, wieder einmal

    Grüße

    vegaman

  5. Perspektivlos! Europa führt den TRUB€L ein | Antizensur sagt:

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  6. Hans Zahm sagt:

    Bei Braunkohlemotoren wird es in Euroslavien zum Tagfahrverbot kommen… glaube ich… aus ästhetischen Gründen…

    Ausserdem antworte ich vorsorglich schon mal auf die Frage der Woche mit: „Jein vielleicht“

  7. […] Rott & Meyer: Perspektivlos! Europa führt den TRUB€L ein […]

  8. katzbuckel sagt:

    Wieder einmal ein Spitzen-Artikel, für den man sich nur herzlich bedanken kann.
    Wie kann man die Dinge nur so staubtrocken sehen und so gnadenlos präzise auf den Punkt bringen!

    Schließlich bietet auch die Idee vom Eurosowjetischen Neorubel wieder einmal das beste Beispiel dafür, wie konkludent ein Gedankengebäude sein kann, solange dessen Prämissen nicht hinterfragt werden. Wie hier mit dieser hochklassigen Analyse präzise aufgedeckt.

    Leider lässt die absehbar mangelnde Nachfrage, welche eine europäische Schrottwährung erfahren dürfte, nur den betrüblichen Schluss zu, dass man sich an demokratisch nicht berufener Stelle all die nötigen Roh- und Basisstoffe ohnehin und von vorne herein „per Krieg“ zu besorgen und zu sichern gedachte. Denn auch den Pseudoeliten dürfte klar sein, dass keiner Waren für Klopapier liefern wird.

    So rückt denn der Krieg wieder einmal als „Vater aller Dinge“ ins Blickfeld. Unsere Kinder und Kindeskinder dürfte also, neben der mit Recht prognostizierten Knappheit und Not, vor allem der Waffenrock durchs kurze Dasein begleiten. Wie ehedem.

    Na denn Prost.

  9. Wollen sagt:

    Bedauerlich so regiert zu werden.

  10. Stuelpner sagt:

    Guter Artikel danke BH Rott.

    Das mit dem Germanium ist auf den ersten Blick lustig, wenn ich sehe wer z.B. Thema Braunkohle, bei der LMBV in der Geschäftsführung sitzt, dann brauchen wir kein Germanium mehr, wir haben Türkium. Ausdem wird es Zeit das dieses Germanium das unserer historischen Verantwortung nicht gerecht wird in Multikultuim umbenannt wird.

    Wenn dann zu den Versorgungsrisiko, Geldmangel usw. noch Boykotts dazu kommen (wie es gewesen ist), wird es auch nicht einfacher, da geht dann die nächste unsouveräne deutsche Verwaltungsmaschinerie die Luft aus, obwohl sie mit ihren Exporten und Produktionen bis zum Erbrechen, doch immer die Größten waren (jedenfalls dem Geblöke nach), sie haben produziert und exportiert, vorallem Zeug was keiner in der Menge brauchte und/oder bezahlen konnte, dafür bezahlen jetzt die die es hergestellt haben, nicht die es verkauft haben und gleich gar nicht die es gekauft haben und die die riesig Zinsgewinne damit gemacht haben. Dank an die christliche, soziale, grüne, neoliberale Einheitsregierungskasper.

    Übrigens habe ich den Witz mit dem BK-Motor nicht verstanden, in der DDR wurde aus BK Benzin und Diesel hergestellt und die haben auch nicht mehr gequalmt, zumindest war das Benzin frei von „umweltfreundlichen“ Benzolzusätzen.

    Die ostdeutsche marode BK solten wir mal nicht so in die Planung einbeziehen, meines Wissens haben dort Vattenfall und die Tschechen ihre Finger drauf und wenn die sagen -> NÖÖÖ
    was wird denn dann?

    @Wollen
    Wie war gleich der Spruch: Suum cuique

  11. Rabbu sagt:

    Herrlich zynisch!
    Man müsst schmollen, würde man nicht soviel lachen.

  12. MH sagt:

    Wie sieht die Situation denn eigentlich im internationalen Vergleich aus? Eigentlich versuchen doch alle westlichen Industrieländer, ihre Währung abzuwerten bzw. eine Aufwertung zu verhindern, und verschuldet bis über die Halskrause sind doch auch alle. Wenn hier die Versorgung mit Rohstoffen der essentielle Unterschied ist, müsste doch eigentlich Japan ein ähnliches Problem haben, oder nicht? Die USA sind mit ihrem Dollar etwas im Vorteil, haben sicherlich auch mehr Rohstoffe als wir, dafür aber auch wesentlich mehr Schulden und weniger Industrie – ist Europa das absolute Schlusslicht?

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo MH,

      ja, das Problem der Währungsabschwächung macht sich im gesamten westlichen Wirtschaftsraum breit, bezogen auf die Finanzpolitik und das Verhalten der Zentralbank hat sich Japan dem Westen angeschlossen. Japan hat aber ein ähnliches Problem in bedeutender Größenordnung, vor allem die Energieabhängigkeit des Inselstaates ist enorm, was nicht erst seit Fukushima problematisch ist.

      Durch den starken Yen wirkten sich Anstiege vieler Rohstoffe in USD in Japan kaum aus, ein deutlicher Rückgang des Yen würde zu Verwerfungen in der japanischen Wirtschaft führen.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  13. MH sagt:

    Aha! Ich finde, Japan ist ein ganz besonderes Land, absolut kontrastreich sowohl in kultureller als auch ökonomischer Hinsicht. Klein, aber trotzdem relativ stark! Die Frage, wer als erster strauchelt, bleibt spannend.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo MH,

      immerhin gibt es 50% mehr Japaner als Deutsche 🙂

      Mit der Kultur sprechen Sie einen wichtigen Punkt an. Die Kultur eines Landes und der Umgang der Menschen miteinander wird umso wichtiger, je schwieriger die Lage ist. Diesbezüglich muss man sich um die Japaner vermutlich weniger Sorgen machen als um viele westliche Staaten. Hierzulande zeigt oft schon eine Reise in einem vollen ICE, wie dünn die Decke der Zivilisation ist. Von der Autobahn wollen wir gar nicht erst reden …

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

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