Party, Party Party!

18. Juni 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner  Was geht? Ich weiß es nicht. Aber ich mag es, wie derzeit die Goldminen-Aktien aussehen. Die sind relativ günstig. Und früher oder später werden auch die steigen. Und wissen Sie warum? Ludwig von Mises erklärte vor mehr als einem halben Jahrhundert…

Wenn es wirklich möglich wäre, die Akkumulation von Kapital durch Sparen zu ersetzen durch Kreditexpansion (Politik des leichten Geldes), dann gäbe es keine Armut in der Welt.

Wenige Menschen verstehen das. Aber die ZIRP und QE-Programme der Fed bringen keine Wirtschaftserholung. Sie bringen keinen Reichtum. Sie bringen Armut. Sie unterdrücken eine reale Erholung.

Warum? Weil eine reale Erholung die eben erwähnte „Akkumulation von Kapital durch Sparen“ fördert. Es ist notwendig, dass die Menschen sparen…und sie müssen in reale produktive Unternehmungen investieren. Diese Unternehmen, Fabriken und Geschäfte schaffen dann reale Arbeitsplätze und realen Reichtum… Güter… Dienstleistungen… Dinge.

Sehen Sie, wie einfach das ist? Man spart Geld. Man nutzt es, um ein Sägewerk zu kaufen oder ein Software-Unternehmen aufzubauen. Man stellt Leute ein. Man sägt. Man produziert und macht Gewinne. Die Welt ist dann ein wirtschaftlich blühenderer Ort. Aber die Fed senkt die Zinsen auf Rekordtief. Sparer erhalten für ihre Bemühungen nichts. Warum sollte man sich ums sparen kümmern, wenn man nur so niedrige Zinsen erhält? Die Leute sparen nicht…

Das ist die Absicht der Politik der Fed: Die Leute vom sparen abhalten. Die Leute sollen konsumieren! Spekulieren! Hin zur Party… Party… Party… bis jemand die Polizei ruft.

Kein sparen… kein Kapital… keine neue Produktion… keine neuen Arbeitsplätze… Hey, keine reale Wirtschaftserholung!

Mr. Keith Eubanks aus Arlington, Massachusetts, erklärte die Politik der Fed in einem Leserbrief ans Wall Street Journal: Private Investments verstärken das Wirtschaftswachstum. Die Politikmaßnahmen, welche derzeit als „Stimulierung“ und „Sparmaßnahmen“ bezeichnet werden, scheitern, denn beide reduzieren private Investments, indem sowohl die Mittel als auch die Anreize für private Bürger, in ihre Zukunft zu investieren, verringert werden.

In den USA macht der private Sektor immer noch rund drei Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Wenn der private Sektor nicht spart und in die Wirtschaft investiert, dann wird diese nicht wachsen.

Eine Politik der „Stimulierung“ erhöht die Haushaltsdefizite und ermöglicht es der Regierung, mehr Geld auszugeben. Ökonomen wie Paul Krugman und Larry Summers (letzterer ist ein wahrscheinlicher Kandidat, um Ben Bernanke zu ersetzen) denken, dass höhere Staatsausgaben zu mehr Arbeitsplätzen führen…und das BIP erhöhen.

Was es hingegen wirklich schafft, ist der Transfer von Ressourcen vom privaten Sektor hin zum öffentlichen Sektor. Man mag auf diese Weise mehr Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor schaffen…und ein höheres BIP…aber keine wirkliche Wirtschaftserholung und keinen wirklichen Reichtum. Soweit wir wissen, hat nie eine Gemeinschaft in der Geschichte geblüht, weil sie immer mehr ihres Kapitals in die Hände von Politikern und Bürokraten gelegt hat… (Seite 2)

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7 Kommentare auf "Party, Party Party!"

  1. soulsurfer sagt:

    Schade! Ich habe immer gerne Bill Bonner Artikel gelesen. Muss nun jedoch feststellen, dass er doch nicht alles so recht verstanden hat wie ich glaubte.
    NICHT das SPAREN „dürfen“ und Vermögen aufbauen ist die Lösung des Problems sondern der Grund für alles!
    Erst das Sparen und damit das “ Recht“ auf Zinseinnahmen ( leistungsloses Einkommen) führt doch zu Wachstumszwang und Druck in der Wirtschaft mehr und immer mehr zu verkaufen und Idioten zu finden die bereit sind sich zu verschulden und dieses Wachstum zu tragen.

    Geld entsteht nur und ausschließlich durch “ Kredit“! Und dieser Kredit muss in voller Höhe + Zins bedient werden. Zins der jedoch nie beim Schöpfungsakt mit enstanden ist! Dieser Zins muss erwirtschaftet werden….es muss daher defakto ein neuer Schuldner gefunden werden, der bereit ist sich selbst zu verschulden damit ich meiner Kreditpflicht nachkommen kann…..usw.
    Das führt unweigerlich zum Bangkrot der privaten Schuldner nach einigen Jahrzehneten und dann tritt der Staat in Aktion und verschuldet sich im Namen der Bürger…..und nun ist auch er am Ende! Game Over…
    Und jetzt kann oder will keiner eingestehen, dass es Zeit ist, das System zu reseten!

    Sparen bzw. die Anhäufung von Vermögen + Zinseffekt ist der Grund für alles das was gerade passiert!

    Wir brauchen ein anderes/ besseres System, nichts anderes…..und in diesem Fall auch keinen Bill Bonner mehr mit seinen Theorien!

    • Fnord23 sagt:

      Hallo soulsurfer,

      ich war hier vor einiger Zeit gern unterwegs. Hat einfach Spaß gemacht und es war eine lockere Atmosphäre. Ich hatte aber irgendwann das Gefühl, dass einige nicht so richtig weiter kommen. Dass unser „Geld“ Kredit ist, hat sich ja nun herum gesprochen. Die Konsequenzen daraus sind für viele nicht komplett zu verstehen. Ich entdecke da nach fünf Jahren intensiven Studiums immer noch neue Aspekte und Blickwinkel. Je tiefer ich einstieg, desto mehr wurden mir die Vorteile dieser Giralgeldschöpfung bewusst. Je mehr ich verstand, desto unsicherer wurde ich mit der negativen Kritik an diesem Geldsystem. Vielleicht sollten wir uns daran gewöhnen, dass nichts in diesem Universum geradlinig abläuft, sondern in Zyklen. Und vielleicht geht es nur darum, möglichst ohne große Blessuren den nächsten Zyklus zu starten? Jeder Zyklus ist von Phasen gekennzeichnet. Die Endphase ist eher unschön. Wir werden sehen. Ein Prof. der Leipziger Uni von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät meint, es wäre alles da. Man wüßte, wie es anders geht. Leider müßte man dazu das komplette System für 14 Tage runter fahren – sämtlich Computer. Dann mit neu aufgespielten Programmen starten. Nur was passiert mit der Welt in dieser Zeit?

      Viel soul beim surfen und alles Gute.

      PS: Beste Grüße an Frank M. und das Bankhaus.

      • stonefights sagt:

        Schön mal wieder was von dir gelesen zu haben.
        Letztendlich ist alles schon gesagt, lediglich die Interpretation
        malt verwirrende Vielfalt, die die Klarheit der Grundfarben
        überdeckt.
        Wie am frühen Morgen, wenn die Nachbarn die Fensterläden öffnen, sehen nicht alle Fnords, um wach zu werden, sei dies nun positiv oder negativ wirkend.
        LG, stonefights

        • Fnord23 sagt:

          Hallo stonefights, auch noch da!
          Freu mich ebenso, von Dir zu lesen. Sehr schön beschrieben und: Ja, empfinde ich auch so. Das Grundsätzliche ist gesagt und nun?

          Jetzt stehen wir da mit diesem Wissen, was morgen schon wieder falsch sein kann. Wie weiter?

          Ich hatte letzens ein kurzes Gespräch mit dem Finanzminister meines Bundeslandes. Man wollte die Schuldenbremse verteidigen. Das heißt: Schulden tilgen und die Neuverschuldung zurückfahren. Dadurch würden wir alle wohlhabender. Auf die Frage, was dann mit der Wirtschaft passiert, wenn Liquidität vernichtet wird, gab es Ausreden: Dann müßen wir uns das „Geld“ eben verdienen.“ Auf die Frage:“Wie kommt „Geld“ in den Wirtschaftskreislauf?“ bekamen wir die Antwort: „Dafür müßen wir arbeiten und uns das verdienen?“ Ich hatte den Eindruck, die glauben das auch noch. Witzige Leute..

          Es war nur ein kurzer Besuch bei Euch.

          Viel Glück auf allen Wegen und lasst Euch von den Fnords nicht fressen. 🙂

    • FDominicus sagt:

      „NICHT das SPAREN “dürfen” und Vermögen aufbauen ist die Lösung des Problems sondern der Grund für alles!“

      Also umgesetzt auf einen Eimer kochendes Wasser. Greifen Sie hinein es ist gar nicht heiß…. Und wenn es über Ihnen ausgekippt wird tut es gar nicht weh.

      Schwundgeldanhönger wohin man schaut. Also auf deutsch – der Diebstahl geht einfach noch nicht weit genug. Und um das Ende zu beschleunigen macht man mit noch größerem Elan am Schwachsinn des Geldentwertens weiter. Nach schlecht kommt eben oft noch schlechter.

      Ohne Sparen werden wir wohl bald alle verhungern müssen. Denn schließlich können wir ja auch das Saatgut aufessen und es noch ausäen – oder etwa nicht?

      Die Sparquote in den USA war in der Vergangenheit schon negativ, daher schiebt fast jeder in den USA einen unübersehbaren Schuldenberg vor sich her. Aber hey Leute das ist gut, denn nur Geld das man nicht hat ist „gutes“ Geld.

      Meine Güte, wie kann man solche Ansichten ernst nehmen. Völlige Verachtung der Realität….

      • Ashraf Khan sagt:

        Ich verstehe das auch nicht, aber das sehen wir wohl sehr ähnlich.

        Wenn ich (Voll-)Geld habe, kann ich mir überlegen es einfach irgendwo hinzulegen (ohne Zins!) oder ich verleihe es jemanden. Dann verlange ich einen Zins dafür, dass ich eine gewisse Zeit nicht darauf zugreifen kann (Zeitpräferenz) + Ausfallrisiko + eventuell Inflationsausgleich. Zum einen zwingt nun niemand irgend jemanden anderen das Geld zu dem von mir gewünschten Zins zu nehmen und diesen „höllischen“ Zinsdienst leisten zu müssen. Zum anderen kann nach Ende des Investments auch die Schuld nicht angestiegen sein, weil das Geld nur umverteilt wurde. Entweder meine Investition war gut, dann habe ich jetzt das Geld anderer Leute oder meine Investition war schlecht, dann habe andere jetzt mein Geld. So einfach, ich muss den Zins nicht verteufeln, es reicht schon völlig aus das Fiat-Geld zu verteufeln.
        Auch das Fiatgeld hätte in meinen Augen im Übrigen nicht diese enormen Probleme, die wir heute sehen wenn man von Anfang an auf kleinsten Skalen Investitionen scheitern (und abschreiben) lassen würde. Dann wäre ein Kredit der 90 Tage nicht bedient wird eben ausgefallen und basta – die Bank muss abschreiben und der Schuldner geht in die (Privat-)Insolvenz. Das die Banken das Quasimonopol auf Geldschöpfung haben ist an sich zwar ein Verbrechen, aber erst die ganzen Buchhaltungstricks und ewigen Bail-Outs destabilisieren meiner Meinung nach das System.

  2. Austrian sagt:

    Au, da hat jemand zu vielen Laien zu gehört. Ich empfehle Martin Armstrong gegen allgemeine Stammtischmythen….

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