Palladium

21. Januar 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Alle Jahre wieder lohnt der Blick auf die Ratios der Edelmetallpreise. Aktuell ist vor allem die Entwicklung des Palladiums relativ zum Gold interessant. Seit dem Top im Goldpreis im Jahr 2011 hat sich der Preis von Palladium seitwärts bewegt und zeigt seither eine deutliche relative Stärke.

Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der Preise beider Metalle seit 2009. Auch wenn der zunächst stärkere Anstieg der Palladiumpreise im Jahr 2009 auch im vorangegangenen Absturz begründet ist, ist die derzeite Stärke bemerkenswert.

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Auch bei den ETF Holdings zeigt sich eine gewisse Hartnäckigkeit der Halter von Palladium ETFs. Seit dem Abschwung beim Gold zeigt sich sogar eine gegenläufige Tendenz bei den physischen Palladium ETFs. Neben der Entwicklung der Holdings ist auch der relativ späte Zeitpunkt der beginnenden Abflüsse aus Gold ETF aufschlussreich.

In den ersten Monaten nach dem Hochpunkt beim Gold erfolgten weitere deutliche Zuflüsse in die Goldfonds, die sich später rasch umkehrten. Die Werbung zum passenden Zeitpunkt scheint ihren Zweck erfüllt zu haben. Was dies den Menschen jetzt über die Fonds anderer Assetklassen sagen sollte, darf jeder für sich entscheiden.

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Abseits der Charts findet sich ein möglicher Grund der stabilen Investmentnachfrage: Das anhaltende Angebotsdefizit. Nach dem schon hohen Nachfrageüberhang im Jahr 2013 rechnet man im Hause Johnson Matthey für das laufende Jahr mit einer zwar schrumpfenden aber immer noch enormen Lücke beim Angebot.

(Kitco.com) Although the gap between palladium supply and demand will narrow in 2013, the market still will be in deficit by 740,000 ounces, said the Johnson Matthey Platinum 2013 Interim Review. The deficit for 2012 was pegged at 1.15 million ounces.

Primary supplies will decline to 6.43 million ounces this year due to lower Russian stockpile sales, but recycling will grow by 7.4% to 2.46 million ounces, the report said. Palladium demand will fall by 3.4% to 9.63 million ounces, with auto-catalyst demand up but reduced purchases from other sectors.

Auch das Zehnjahrestief der Schmucknachfrage kann daran wohl wenig ändern. Die folgende Grafik zeigt das Ausmaß des Überhangs und die längerfristige Entwicklung.

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Wie dynamisch der Preis auf Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage reagieren kann zeigt der Blick in die Vergangenheit.

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Für buy and hold-Investoren gibt es vermutlich nervenschonendere Anlagen. Für andere ist der Blick auf die relative Entwicklung von Palladium und Gold interessant. Die Ratio nagt gerade an der Region zwischen 0,58 von 0,62 die sich in den letzten Jahren als überaus hartnäckige Hürde erwiesen hat.

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Wird dieser Bereich nachhaltig überschritten, wäre dies aus technischer Sicht ein positives Zeichen, das gut zur fundamental angespannten Angebotssituation passen würde. Zunächst einmal gilt es aber abzuwarten und keine Signale vorwegzunehme. Hektik ist ein schlechter Ratgeber.

Angemerkt sei noch, dass der Verlauf des Verhältnisses zweier Preise lediglich etwas über deren relative Entwicklungen aussagt. Ob das Metall mit der relativen Stärke auch absolut steigt, steht auf einem anderen Blatt. Dennoch ist auch für Trader, die keine Spreads sondern nur einzelne Werte handeln, der Blick auf die relative Stärke hilfreich.


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