Palladium: Saubere Luft und tolle Sanktionen!

3. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Weitgehend unbemerkt erreichte Palladium in der vergangenen Woche den höchsten Preis seit mehr als 13 Jahren. Die Versorgungssituation bleibt angespannt und die Sanktionen der EU gegen den größten Exporteur Russland könnten die Situation noch verschärfen…

Das letzte nennenswerte Angebotsdefizit beim Palladium vor der aktuellen Verknappung gab es Ende der 90er Jahre. Die Entwicklung des Angebots seinerzeit deutet auf einen mangelnden Willen oder schlichtweg die Unmöglichkeit der Ausweitung des Angebots hin. Für Länder, die wesentlich mehr fördern als sie selbst benötigen ist eine Knappheit kein großes Problem, wenn man weniger verkauft aber höhere Preise erzielen kann, darf man durchaus gelassen bleiben.

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Der langfristige Verlauf des Angebots nach Herkunft zeigt eine rückläufige Förderung trotz deutlicher Angebotslücke. Man wird sehen, wie die Absatzländer auf diese Situation reagieren, denn nichts hilft bekanntlich so gut gegen hohe Preise wie hohe Preise.

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Palladium wird vor allem in der Katalysatorherstellung eingesetzt. Die Reaktionen auf rasch sinkenden Absatzrückgänge und entsprechende Anpassung der Fertigung können dementsprechend mimosenhaft ausfallen.

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Panik wegen einer technisch möglichen Zum einen lässt sich ein industrieller Fertigungsprozess nicht mal eben über Nacht anpassen und auch bei wachsenden Preisdifferenzen ist solche Umstellung nicht immer ökonomisch sinnvoll. Andererseits liegt auch Platin in den Ländern, in denen Autos gefertigt werden, nicht auf der Straße. Beide Metalle kommen vor allem aus Russland und Südafrika. Beim Platin liegt der Schwerpunkt in Südafrika. Ob dies angesichts der Streiks in den dortigen Minen und den schon gewohnheitsmäßigen gewalttätigen Auseinandersetzungen beruhigend ist, darf jeder selbst beurteilen.

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Das derzeit teilweise recht kriegsfreudige Europa kann sich auf seinem langen Marsch zur Nato-Osterweiterung hinsichtlich der Palladium- und Platinversorgung künftig immerhin noch an das bekannt stabile Südafrika halten.

Auf die Unterstützung einer Junta in den Nachbarländern müsste die EU in diesem Falle wohl verzichten um nicht den nächsten Engpass zu begünstigen. Soweit so gut. Aber… (Seite 2)


 

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4 Kommentare auf "Palladium: Saubere Luft und tolle Sanktionen!"

  1. bluestar sagt:

    Danke liebes Bankhaus, für diesen aufschlussreichen Artikel.
    Da haben wir vor unserer Haustür einen Rohstoffgiganten, der zuverlässig liefert und glücklicherweise deutsche Produkte kauft und mit eigenem Geld auch bezahlt.
    Und dieser Gigant wird beschimpft, verleumdet, beleidigt, provoziert und sanktioniert.
    Wie dumm oder kriminell muss man eigentlich sein um so etwas zu tun ?
    Mir fehlen die Worte…

  2. bluestar sagt:

    Habe noch eine wichtige Eilmeldung:
    Laut jüngster Forsa-Umfrage liegen die Parteien der GROKO zusammen bei 65 % und Merkel ist mit 58 Punkten vor Gabriel (45 Punkte) weiterhin die mit Abstand beliebteste Politikerin…
    Muss ich mich jetzt schämen Deutscher zu sein ???

  3. von.reichel sagt:

    In Südafrika wurden doch Anfang des Jahres 3 (?) Palladium-ETFs lanciert, die fleißig eingesammelt haben. Ich kann mich nicht daran erinnern, von einem Investmentboom bei Palladium gehört zu haben, aber ein bisschen mehr an Spekulation ist doch schon noch möglich?

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