Ostern vorbei. Kein Gold im Nest

12. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(vom SmartInvestor) Wie die Politik mehr und mehr raubhafte Züge annimmt und sich vom theoretischen Beschützer des Eigentums zu dessen praktisch ärgstem Feind entwickelt. Boshafte Räuber. Als wir letzte Woche über die Gefräßigkeit und den Populismus des Staatsapparates und seiner Vertreter berichteten, wollten wir Ihnen nicht zu viel zumuten und blendeten daher das Nebenthema „Bosheit“ aus…

Dennoch begegnen wir dieser in letzter Zeit vermehrt. Die Bosheit ist eine Deformation des Charakters, die sich bei Angehörigen eines Apparats, der ebenso gewohnheitsmäßig wie ungeniert auf Kosten anderer lebt, auf geradezu natürliche Weise einzustellen scheint. Wenn etwa eine Erhöhung der Pendlerpauschale mit dem Hinweis auf den Haushalt abgelehnt wird, während aus eben diesem Haushalt die vom Schlendrian zerfressenen Haushalte fremder Länder mit Hunderten von Milliarden zu Tode „gerettet“ werden, dann kann das eigentlich nur Bosheit gegenüber den eigenen Leuten sein.

Auch der Begriff „Gerechtigkeit“, den Politiker so gerne im Mund führen, wird praktisch durchgängig in geradezu scheinheiliger Boshaftigkeit verwendet. Wie sehr sich die Politik tatsächlich um „Gerechtigkeit“ sorgt, kann man u.a. an der Luxusversorgung der Handelnden und ihrer Spitzenbeamten erkennen, die parteiübergreifend keinerlei Gewissensbisse auslöst.

Wer es allerdings außerhalb der Nomenklatura zu Wohlstand gebracht hat, der ist schon alleine deshalb suspekt, weil er weniger abhängig und daher weniger gefügig ist. Während also dem Juchtenkäfer Einzelfallgerechtigkeit wiederfahren soll, haben die Grünen jüngst wieder einmal zum pauschalen Halali auf „die Reichen“ geblasen: „Reichensteuer“ – jetzt kommt’s – zugunsten Griechenlands! So dämlich das klingt, die Logik hinter solchen Steuern hat schon immer funktioniert:

1. Berauben kann man nur diejenigen, die noch etwas haben.

2. Solange man nur eine Minderheit schröpft, kann man sich des demokratisch legitimierenden Gejohles der Mehrheit sicher sein.

3. Die schleichende Entwertung des Geldes produziert neue „Reiche“ und damit Raubopfer am laufenden Band.

Der Anreiz für „Reiche“ ist damit klar gesetzt: Reißaus nehmen, hilfsweise weniger verdienen und das vorhandene Vermögen selbst verprassen, bevor es ein anderer tut. Auf Ebene des Euro gelten die exakt gleichen Anreize für die als Dauerzahler auserkorene „reiche“ Bundesrepublik: Reißaus nehmen, Steuern senken, Ausgaben im Land erhöhen. Griechenland hat gezeigt, was eine bürgerfreundliche Finanzverwaltung vermag.

EU – die Monster AG

Verlassen wir unseren eigenen, bereits mehr als vollständigen Staatsaufbau, dann wundert man sich, warum darüber ein weiteres gewaltiges Gebilde mit prunkvollen Bauten und fürstlich besoldeten Angehörigen namens EU installiert wurde?! Wäre dies nicht bereits kostspielig genug, kommt von dort traditionell allerlei Unfug, der hierzulande nicht nur befolgt werden soll, sondern mangels Rückgrat auch befolgt wird.

Dazu muss man wissen, dass Europapolitiker vor allem jene wurden, die im heimischen Politikbetrieb als für „zu leicht“ befunden wurden – die klassische zweite und dritte Garde der Parteifreunde also, die Richtung Brüssel abgeschoben wurde und dort ihr Auskommen fand. Insofern ist es auch gar nicht wichtig, ob die EU für die Menschen funktioniert, solange der Apparat selbst erhalten bleibt – und der erhält sich nicht nur, er wuchert sogar, unkontrolliert. Ein offizielles Scheitern des Euro, der nebenbei schon längst gescheitert ist, ließe nicht Europa, sondern dieses kafkaeske Gebilde mit seinen zigtausend Planstellen und seinem absurden Regelungsfirlefanz scheitern.

Der Treppenwitz der Geschichte ist, dass sich der Apparat entgegen allen Expertenwarnungen mit dem Euro genau jenes Monster geschaffen hat, das ihn nun selbst zu verschlingen droht. Ein neues Monster soll das alte daher künftig im Zaum halten: Das war die Geburtsstunde des sogenannten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), der mit einem veritablen Ermächtigungsgesetz installiert werden soll. Wenn der Politik die Argumente ausgehen, was in der Regel recht früh der Fall ist, stützt man sich eben auf Macht, verordnet sich selbst Immunität und regiert mit eiserner Faust und gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft nach unten durch – mit fremdem Geld versteht sich.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag „Das dritte Ermächtigungsgesetz“ von Erwin Grandinger (http://www.smartinvestor.de/pdf/4-12-ESM1.pdf) und das Interview mit Thomas Bachheimer (http://www.smartinvestor.de/pdf/4-12-ESM2.pdf) aus dem aktuellen Smart Investor 4/2012.

Ostern vorbei – nix gefunden

Das zurückliegende Osterfest ist – wie jedes Jahr – ein schöner Anlass, um sich auf die Suche nach dem deutschen Goldschatz zu begeben, den die Bundebank treuhänderisch für uns verwahren soll. Um es kurz zu machen, auch dieses Jahr waren die Verstecke, die die Frankfurter unter Chef-Osterhase Jens Weidmann wählten, zu ausgeklügelt.

Statt Gold sah man wieder einmal nur lange Gesichter bei den Suchenden. Nicht einmal die hochgradig investigative Bild-Zeitung wurde fündig. Da offenbar auch nicht so genau kontrolliert wird, wie viel Gold sich in welchem Nest befindet, machen immer wieder böse Gerüchte über mögliche Nesträuber die Runde. Nun, Ostern ist vorbei und das unwürdige Versteckspiel mit dem deutschen Gold sollte nun sein Ende finden. Eine eiserne Reserve, auf die man keinen Zugriff hat, weil sie irgendwo in der Welt herumgeistert, ist eben keine eiserne Reserve. Wir begrüßen daher die Initiative „Holt unser Gold heim!“ der Taxpayers Association of Europe und der Deutschen Edelmetall-Gesellschaft e.V. Wer die Forderung nach Rückholung des deutschen Goldes unterstützen will, sollte den Aufruf auf http://www.gold-action.de/ mitunterzeichnen. Die Liste der durchweg hochkarätigen Erstunterzeichner unterstreicht den überparteilichen Charakter der Initiative… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Ostern vorbei. Kein Gold im Nest"

  1. JayJay sagt:

    Die Wahrheit & nichts als die Wahrheit. Auch ein kleiner Tropfen höhlt den Stein.
    Gold & Silber Ahoi

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