„Open source“ Arbeitslosigkeit

27. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Heute habe ich einen sehr ernsthaften Gedanken für Sie. Soweit ich weiß haben da bis jetzt wenige Menschen drüber geschrieben. Wenige haben auch nur daran gedacht. Und keiner hat verstanden, was es bedeutet. Aber es könnte bedeuten, dass sich die gesamte Art der Volkswirtschaft… und die Art, wie wir wirtschaftliche Dinge messen…sich ändern müssen. Und es trifft auch die Mittelklasse…

Die Saat wurde gesät durch eine Schlagzeile im Wall Street Journal. Ich habe den Artikel nicht gelesen. Aber mir war diese Schlagzeile aufgefallen.

„Die Gewinne der Porno-Industrie fallen“, oder so etwas in der Art.

Hm…..sicher, die Nachfrage hat nicht abgenommen. Ich begann darüber nachzudenken, warum diese Industrie weniger profitabel geworden sein könnte.

Ich werde einmal raten und ich tippe auf „open source“-Technologie. Es ist jetzt so einfach und billig, schmutzige Bilder herzustellen und zu vermarkten, dass der Gewinn daraus gesunken sein muss. Ein Amateur mit einem iPhone oder Filmapparaten für 100 Dollar kann ein ziemlich klares Video drehen. Das kann er dann ohne Kosten ins Internet stellen. Deshalb können sich Leute nun die privaten Dinge aus privaten Häusern ohne Kosten oder nur mit geringen Kosten ansehen.

Das ist sehr viel anders als früher. Da benötigte man eine ganze Crew, um irgendeinen Film zu drehen….und teure Kameras, Licht….all diese Dinge. Dann, wenn man den Film gemacht hatte, dann lieferte man ihn aus, an Videotheken und Kinos überall im Land. Da hingen viele Jobs der Mittelklasse dran.

In der guten alten Zeit benötigte dieses Geschäft große Mengen an Energie – menschliche und mechanische. Und die Produktion wurde als Anstieg des BIP vermerkt, was als Anstieg des Lebensstandards galt. Energie = BIP = Lebensstandard = Arbeitsplätze.

Jetzt wird nur noch sehr wenig Energie ausgegeben. Und sehr wenig Geld. Kein Anstieg des BIP wird vermerkt. Und es gibt auch keinen messbaren Anstieg des Lebensstandards. Und es sind Arbeitsplätze verloren gegangen. Keine Film-Crews mehr, keine Fahrer, deshalb weniger Verkäufe von Benzin, keine Kinos, kein verkauftes Popcorn, keine Putzfrauen. Aus wirtschaftlicher Sicht sieht der Wechsel der Porno-Industrie ins Internet wie ein Netto-Verlust aus. Und dennoch: Die Freude der Zuschauenden ist so groß oder größer als zuvor. Die Kunden erhalten für weniger Geld dasselbe Ergebnis.

Und jetzt stellen Sie sich dasselbe Prinzip vor, angewendet auf, sagen wir einmal, die Kriegsführung. Die USA geben im Lauf der Jahre Billionen Dollar für die Verteidigung aus. Das ist großartig – oder so sieht es zumindest aus – aus wirtschaftlicher Sicht.

Viele Arbeitsplätze sind entstanden, da große Schiffe und große Panzer und große Flugzeuge fürs Militär hergestellt werden. Viele Energie wird dafür benötigt. Viel Geld wird ausgegeben. Es sind viele Techniker notwendig, und es gibt Gewinne für die entsprechenden Industriezweige. Und auch viele Bestechungsgelder (Wahlkampfspenden) für den Kongress.  (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

12 Kommentare auf "„Open source“ Arbeitslosigkeit"

  1. samy sagt:

    Das ist ein interessanter Gedankengang. Unterscheiden wir aber zwei Dinge. Die produktive und die destruktive Nutzung von „open Source“. Im produktiven Fall (porno) könnte das BIP sinken ohne das Wohlstand vernichtet wird. Der würde hier in dem Angebot von Pornographie in ähnlicher Qualität liegen. Eine andere Nutzung ist zum Beispiel das Schreiben von E-Mails, dass die Post sicher unter Druck gesetzt hat und trotzdem werden die „Briefe“ in gleicher Qualität und sogar kostenfrei gesendet. Warum sollten wir uns zukünftig nicht verstärkt gegenseitige kostenfreie Dienstleistungen anbieten, die das BSP nicht erhöhen, dafür aber die Lebensqualität. Blogs wie diese sind auch ein Beispiel dafür. Hier werden News weit unabhängiger und zeitnäher dargeboten und diskuttiert, als eine kostenpflichtige Zeitung es vermag, die sich immer mit der Politik oder der Werbung schaltenden Wirtschaft arrangieren muß. Wir müssten dann weniger Einnahmen erwirtschaften, weil wir weniger Dienstleistungen käuflich erwerben müssen ohne auf sie zu verzichten.

    Was aber ist, wenn es destruktiv genutzt wird. Stichwort Cyber- Warefare und das China-Beispiel. Wird die globale Datenautobahn genutzt um Amokläufer in das Rennen zu schicken, also Viren, dann war es das mit unseren hochvernetzten, hochproduktiven und global aufgestellten Lieferketten. Dann geht auch das Licht für die produktive Nutzung aus, dann geht das Licht für alle aus, weil dann gibt es einen saftigen Krieg.
    (Vogh Rasmussen, Generalsekretär der NATO, will (oder wollte?) den Verteidigungsfall ausrufen dürfen, wenn ein Mitgliedsland aus dem Web attakiert wird. Hurra, Sender Gleiwitz funkt wieder.)
    Gelobt sind dann die VW, die noch das Know-How, die nötigen Facharbeiter und Ressoucen haben, um die VW, insbesondere die Montan-Industrie und den Agrarsektor, möglichst schnell wieder auf das Niveau von 1970/1980 (?) bringen zu können. Das „traditionelles Kapital“ sollte ,wie eine Versicherung, nie aufgegeben werden.

  2. auroria sagt:

    Schuster bleib bei deinen Leisten. Bill Bonner hat nicht die geringste Ahnung was Open Source eigentlich bedeutet. Kein einziger Satz dieser 2 Seiten hat wirklich etwas mit open Source zu tun.

    Was er in dem Artikel beschreibt sind 2 Dinge:

    1. Web 2.0 – Die Masse ist nicht mehr nur Konsument von Medien(-Content), sondern selbst auch Erzeuger. Auch dieser Blog gehört dazu. Dass darunter die klassischen Medien leiden ist klar. Hier findet ein natürlicher Bereinigungs- / Anpassungsprozess an neue Technologieen und Verhältnisse (eben Web2.0) statt. Hat es immer gegeben und wird es immer geben.

    2. Asymetrische Kriegsführung. Die unterlegene Seite hat schon immer nach Mitteln und wegen gesucht den Vorteil des Gegners auszuschalten. Schon die Römer wurden von Sklaven oder im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen. Alles uralter Kaffee.

    Ironischerweise würde nicht neue Technologie gegen Angriffe auf
    Funk und Satteliten, sondern gerade alte Technologie helfen. Schon vor hunderten von Jahren haben sich Schiffe halbwegs auf den Meeren zurechtgefunden.
    Bei China ist ein anderes Thema viel interessanter, nämlich dass sie sich durch Hacks das Wissen und die Technologie, das sich andere teuer erarbeiten, billig zu eigen machen. Dieses hilft China auch tatsächlich. Ein Krieg zwischen den Atommächten China und UAS ist eher eine abstrakte Angelegenheit.

    ===

    Nicht Open Source senkt den Wert von traditionellem Kapital, sondern neue Technologie senkt den Wert von existierender (alter) Technologie. Was für eine Erkentniss …

    Kostenlose Arbeit wurde schon immer geleistet. Die neuen Technologien machen es möglich, dass diese Arbeit viel mehr Menschen zugute kommt als früher (*), wodurch sich die Notwendigkeit von bezahlter Arbeit eben verringert.
    Nimmt man noch den technologischen Fortschritt dazu (Emails praktisch kostenlos gg. Fax oder Brief, werbefinanzierte Dienste), werden weitere Arbeitsplätze vernichtet und das BIP gesenkt, ja. ABER:
    Dadurch verringern sich auch die Kosten.

    Angenommen die Hälfte der Wirtschaft wird durch kostenlose Arbeit und neue Technologie überflüssig:
    Dann muss jeder nur noch halb so viel Geld ausgeben.
    Und kann daher mit der Hälfte des Einkommens auskommen.
    Wenn jetzt jeder nur noch halb so viel arbeitet, haben alle wieder einen Job, aber mehr Freizeit, wo ist das Problem?

    *(Web2.0 – Leute stellen kostenlose Videos und Texte ins Netz. Kostenlose Software, kostenlose Dienste wie Wikipedia oder OpenStreetMap.)

  3. Hans Moog sagt:

    Hat Bill-Bonner nicht letztens auch das Internet verteufelt und die letzten 10 Jahre als verlorene Zeit bezeichnet?

    Jetzt kommt schon wieder so ein schwachsinniger Artikel über die vermeintlich schlimme Arbeitslosigkeit.

    Ich fand ein Beispiel von Andreas Popp ganz treffend:

    10 Menschen leben auf einer Insel. 5 davon fangen Fische und die anderen 5 pflücken Kokosnüsse. Am Ende des Tages wird getauscht. Soweit so gut … alle haben Arbeit und alle sind zufrieden. Eines Tages erfindet einer der Fischer das Fischernetz und fängt plötzlich alleine 5 Fische. Er ist somit in der Lage die Gesellschaft mit Fisch zu versorgen, ohne dass die anderen Fischer noch arbeiten müssen.

    Statt sich über den Fortschritt zu freuen, die Güter fair aufzuteilen und anderen Tätigkeiten nachzugehen (die ihrerseits wieder noch mehr Fortschritt erzeugen) würden wir in unserer heutigen Gesellschaft das Fischernetz wohl verbieten, denn es ist ja „unfair“ gegenüber den anderen Fischern, die dadurch arbeitslos werden.

    Aber damit nicht genug. Wenn man eine Technologie nicht verbieten kann, werden Steuern erhoben um die Transfereinkommen zu finanzieren und die nun arbeitslosen Fischer zu versorgen. Aber statt den Fischern zu erlauben andere Dinge zu erforschen oder anderen Tätigkeiten nachzugehen wird ihnen verboten, überhaupt irgendeiner Tätigkeit nachzugehen, da Sie sonst den Anspruch auf ihr Einkommen verlieren. Sie müssen Zuhause sitzen, verdummen und am besten den ganzen Tag Fernseh gucken. Nur dann sind sie gute Hartz-IV- Empfänger und bekommen auch weiterhin ihr Geld.

    Ist das wirklich die Gesellschaft die wir anstreben?

    An Bill Bonner: Ich hätte eine Idee für eine Gesellschaft die ihnen gefallen könnte!

    Es gibt zwei Gruppen von Menschen: Die Aufbauer und die Abreißer. Die einen Bauen den ganzen Tag irgendwelche tollen Dinge und die anderen reißen sie am nächsten Tag wieder ab. Auf diese Weise hätten ständig alle etwas zu tun und jeder hätte ein Einkommen. Würde ihnen das gefallen?

    Bereits die griechische Mythologie kannte diese Art von Arbeit und personifizierte sie mit der mythologischen Höllengestalt Sisyphos.

    Wenn ich mir die Artikel von Bill Bonner so anschaue kommt es mir tatsächlich so vor, als bevorzuge er jene Höllenvision. Arbeit, Arbeit über Alles, über Alles auf der Welt? Was kommt als nächstes? Die Forderung nach einem dritten Weltkrieg zum anheizen der Weltkonjunktur?

  4. luc sagt:

    Zunächst einmal möchte ich für dieses Blog bei Frank Meyer, Bankhaus Rott und den vielen Gast-Autoren bedanken. Für mich ist das Blog eine sehr gute und kompetente alternative Informationsquelle.

    Einige Male schon hat es mich in den Fingern gekitzelt um hier mit zu diskutieren. Habe es jedoch immer wieder bleiben lassen. 🙁

    Der Artikel von Herrn Bonner, heute, hat mich jedoch in gewisser Weise persönlich angesprochen, da ich als selbständiger System-Entwickler maßgeblich mein Einkommen mit Freier Software (aka Open Source Software) bestreite.

    Der Artikel, wie von einem meiner Vorredner bereits geschildert, würfelt einiges durcheinander. Und mein erster Gedanke war, wie konnte es dazu kommen? Ich bin der Meinung, dass der Autor nicht verstanden hat, um was es bei Open Source geht, bzw. was genau dahinter steckt.

    Daher muss ich einmal kurz ausholen, um klarzustellen:

    Mitte der achtziger Jahre hat Richard Stallman die Freie Software Bewegung (engl. Free Software) ins Leben gerufen. Der Begriff „frei“ bezieht sich hier auf „Freiheit“ und _nicht_ auf den Preis! D. h. „frei“ ist nicht gleichzusetzen mit kostenlos oder „billig“. Auch wenn gewisse Komponenten kostenlos beziehbar sind. Denn: Die Entwicklung der Software verursacht ebenso Kosten wie unfreie Software.

    Freie Software definiert sich wie folgt:

    – Die Freiheit, eine Software (Computer-Programm) für jeden Zweck zu benutzen.
    – Die Freiheit die Funktionsweise einer Software zu studieren (lernen).
    – Die Freiheit, Kopien weiterverbreiten zu dürfen.
    – Die Freiheit, die Software selbst zu verbessern und anderen zur Verfügung stellen zu dürfen.

    Quelle: http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html

    Bis zu Beginn der achtziger Jahre war Software übrigens „Frei“ in dem oben genannten Sinne. D. h. der Quellcode der Software war jedem zugänglich und konnte von jedem der willig und fähig war angepasst und verbessert werden.

    Ende der siebziger entdeckten einige Unternehmen jedoch, dass sich über gewisse Eigentumsrechte Software besser verkaufen lasse… Von da an wurde der Quellecode der Software geheim gehalten.

    Das war der Anstoß für Richard Stallmann die Bewegung ins Leben zu rufen.

    Zu Beginn der neunziger wurde die Bewegung unter Software-Entwicklern immer bekannter, was nicht zuletzt durch die Entwicklung und rasante Verbreitung des Linux-Kernels zu begründen war.

    Ende der neunziger Jahre suchten Eric Raymond und Bruce Perens nach einem Begriff (ich würde sagen „Buzz-Word“), um Freie Software besser vermarkten zu können und es auch Unternehmen schmackhaft zu machen. Einigen Unternehmen war der Begriff „Freie Software“ ein Dorn im Auge…

    Das war die Geburtsstunde von „Open Source“. Open Source sagt letzlich nichts anderes aus, wie Freie Software, jedoch war die Bewegung aus welchem der Begriff entstand eine andere. Nachzulesen in der Open Source Definition (http://www.opensource.org/docs/osd)

    Nun komme ich zu dem Punkt, weshalb ich der Meinung bin, dass der Autor nicht verstanden hat, um was es hier geht… Der Begriff Open Source verbreitete sich wesentlich schneller als „Freie Software“. Jedoch damit auch eine große Anzahl von Missverständnissen. Der Begriff „Open Source“ wurde/wird (meist von großen Unternehmen) inflationär für Dinge verwendet, die nichts mit der Grundidee der Bewegung zu tun hatten/haben. Beispielsweise für Software, die nicht im geringsten die Anforderungen der Open Source Definition entspricht
    aber den Benutzern gewisse Freiräume lässt, die bislang durch Lizenzvereinbarungen ausgeschlossen wurde. Man war „open“ – das ist cool

    Herr Bonner hat in seinem Artikel den Fakt, das jeder mit seinem „iPhone“ Filme drehen und Bilder schießen kann, um sie dann ins Netz zu stellen mit Open Source vermischt. Hier gibt es absolut keinen Zusammenhang. Einen ganz kleinen hätte ich gesehen, wenn die Software auf dem iPhone (iOS) Freie-, oder Open Source Software ist — das ist sie aber nicht.

    Es geht hier um Verbreitung von Informationen über „neue“ technische Mittel, welche die Industrie sich zum Teil selbst geschaffen hat. Das Medium Internet spielt dabei eine große Rolle – nicht zuletzt der Teilbereich „Web 2.0“ (ich mag den Begriff nicht).

    Freie- und Open Source Software schafft Abreitsplätze. Man sehe sich Unternehmen wie Red Hat an, welche ohne die oben genannten Bewegungen heute undenkbar wären. Ich erinnere mich noch an kontroverse Diskussionen zum Börsengang von Red Hat. Es waren einige der Meinung, das Red Hat nie Geld verdienen könne. Red Hat hat das Gegenteil bewiesen. Es gibt inzwischen viele weitere mittelständische Unternehmen, die ohne die Bewegung nie entstanden wären.

    Freie- und Open Source Software haben Entwicklungs-Kooperationen unter
    Unternehmen geschaffen, die vorher nicht denkbar waren. Sie haben Individuen die Möglichkeit geschaffen selbst am Erfolg einer Software teilhaben zu können. Denn, in Unternehmen, welche sich mit unfreier Software beschäftigen sind die klugen Köpfe lediglich hinter einem großen Namen verborgen. Sie kommen öffentlich nicht zur Geltung.

    Freie Software ist ein Teil von mir, sie ist in gewisser Weise auch eine persönliche Freiheit, ohne sie wäre ich heute Sklave der Software-Industrie.
    Aufgrund der mit dem Begriff „Open Source“ verbundenen Probleme vermeide ich diesen Begriff auch in der Kommunikation mit meinen Kunden.

    Das Thema lässt sich noch erweitern, vom sog. geistigen Eigentum bis zu Software Patenten. Ich will es nun aber dabei belassen.

  5. sachse sagt:

    NeeNee, so billig macht ihr mir den Bill Bonner nicht kaputt!

    Was er beschreibt ist nix anderes als ein Technologieschub, Kontratieff-Zyklus oder sonst benanntes. Es ist gar nicht notwendig, hier auf die Einzelheiten von WEB 2 oder 3 oder n einzugehen. Es klappt auch so:

    Gerhardt Hauptmann, die Weber: spielt in Schlesien (das ist der Zipfel hinter Görlitz, heute Teil von Polen und hart an der tschechischen Grenze entlang), Stoff im Gymnasium etwa im Alter von 9! Ein echter Wirtschaftskrimi. Das geht so:

    Die Weber mit je ein, 2 oder 3 Webstühlen im Haus lieferten ihre Arbeitsergebnisse an Verleger, die die Stoffe international vermarkteten. Durch Industriespionage gelang es sächsischen Maschinenbauern die Spinning Lizzy und andere Industieartikel der Stoffherstellung zu kopieren und über das Orginal hinaus zu verbessern. Der mechanische Webstuhl war erfunden, Wasserkraft war nötig und ein neuer Webstuhl hatte die Leistung von 12 alten. Ergebnis: Preisverfall, soziale Deklassierung der Weber, Aufstand, Maschinensturm. Doch im Ergebnis wurde durch die niedrigeren Preise der Stoffe ein Vielfaches der Produktion abgesetzt, die Welt konnte sich zu ungewohnt niedrigen Preisen neu einkleiden, die Rohware war gefragt wie nie zuvor und der deutsche Maschinenbau hatte seine Wurzel in Sachsen. Und nach einer Übergangszeit (das BSP war tatsächlich durch die niedrigeren Erzeugepreise gesunken) war der Wohlstand höher als zuvor (die Menge erzeugten Stoffe war ein vielfaches von früher).

    Ich frage mich ob die Masse Informationsmüll, die über uns täglich hereinbricht, nicht in den niedrigen Preisen der Technik ihre Ursache hat!

    • Frank Meyer sagt:

      Ich habe der Diskussion auch zugeschaut. Er steht deshalb hier, weil dieses „opensource“ für mein Verständis der Begriff ist, eine andere Beschreibung für Krieg, der am besten am Arbeitsmarkt zu beobachten ist, wo die Strukturen und die Peise den Rest bestimmen. Den Beitrag, den ich fast fertig hatte, schicke ich ich in den Papierkorb. Bonner hat es besser auf den Punkt gebracht, wenn man sich die Metaphern von der anderen Seite anschaut. Es ist meines Erachtens ein Unterschied zwischen der Technologie und dem Prinzip in der Gesellschaft.

      Und es sind Arbeitsplätze verloren gegangen. Keine Film-Crews mehr, keine Fahrer, deshalb weniger Verkäufe von Benzin, keine Kinos, kein verkauftes Popcorn, keine Putzfrauen

      Wenn ich mich umschaue, ist das das Prinzip.

      Und dennoch: Die Freude der Zuschauenden ist so groß oder größer als zuvor. Die Kunden erhalten für weniger Geld dasselbe Ergebnis.

      Wenn ich mich umschaue, ist diese Welt mit allen Rafinessen großartig, lebenswert, liebenswert, fortschrittlich. Alles für das Wachstum. Aber wer und was wächst? Und dann…

      Es senkt den Wert von traditionellem Kapital. Von Theatern, Buchhandlungen, Kriegsschiffen und so weiter. Und es vernichtet Jobs und senkt das BIP.

      Bonner wünscht meines Erachtens keine Höllenversion. Er beschreibt sie.

      • auroria sagt:

        Sorry, ich verstehs nicht.
        Lassen wir den Begriff „opensource“ mal außen vor, von dem Bil Bonner wohl eine eigene Definition hat.

        Was er beschreibt ist stinknormaler technischer Fortschritt.
        Als man mit Flugzeugen über den Atlantik fliegen konnte, hatten die Dampfschiffe einbußen.
        Als der elektrische Strom und die Glühbirne erfunden wurden, konnte die Öllampenindustrie einpacken.
        Wenn in den Autofabriken heute Roboter die Teile schweißen, werden dort weniger Arbeiter gebraucht.
        Das ist alles ur-ur-uralt.
        Als der Mensch / Affe gelernt hat auf 2 Beinen zu laufen, hatte er die Hände frei um Waffen / Werkzeuge zu tragen und damit effektiver zu werden.

        Ich verstehe nicht, wo die Erkentniss oder Neuerung bei dem Artikel ist.

        Und ich verstehe nicht wo das Problem sein soll?
        Bisher haben diese Entwicklungen immer zu technischem Fortschritt geführt. Warum soll das auf einmal anders sein.

        Ich hatte oben schon das Beispiel gebracht: Wenn durch Rationalisierung 50% der Arbeitsplätze wegfallen, jeder 50% weniger arbeitet und dadurch 50% weniger verdient, alles 50% billiger wird, dann haben am Ende alle wieder Arbeit, mehr Freizeit und die gleiche Kaufkraft.

        Radikaleres Beispiel:
        Angenommen wir bauen Roboter, die sämtlichen Arbeitsplätze übernehmen. Klingt erstmal furchtbar, weil dann alle arbeitslos sind und kein Geld verdienen. Aber wenn keine Gehälter bezahlt werden müssen und die Robter erstmal da sind (und sich gegenseitig in stand halten), dann wird auch kein Geld gebraucht um etwas zu bezahlen, denn die Roboter arbeiten umsonst.
        Es wäre also alles kostenlos und niemand braucht Geld.
        Vermutlich müsste man eine Art Währung einführen, damit nicht jeder alles kauft, sagen wir jeder bekommt pro Monat vom Staat 100 digitale Geldeinheiten, die am Ende des Monats verfallen. Die Preise werden automatisch entsprechend der Nachfrage ermittelt.
        Bei größeren Anschaffungen wie ein Auto, verringert sich dann x Jahre lang die monatliche Rate von 100 Einheiten.

        Wo ist die „Hölle“?

        • FDominicus sagt:

          „Radikaleres Beispiel:
          Angenommen wir bauen Roboter, die sämtlichen Arbeitsplätze übernehmen. Klingt erstmal furchtbar, weil dann alle arbeitslos sind und kein Geld verdienen. Aber wenn keine Gehälter bezahlt werden müssen und die Robter erstmal da sind (und sich gegenseitig in stand halten), dann wird auch kein Geld gebraucht um etwas zu bezahlen, denn die Roboter arbeiten umsonst.
          Es wäre also alles kostenlos und niemand braucht Geld.
          Vermutlich müsste man eine Art Währung einführen, damit nicht jeder alles kauft, sagen wir jeder bekommt pro Monat vom Staat 100 digitale Geldeinheiten, die am Ende des Monats verfallen. Die Preise werden automatisch entsprechend der Nachfrage ermittelt.
          Bei größeren Anschaffungen wie ein Auto, verringert sich dann x Jahre lang die monatliche Rate von 100 Einheiten.“

          Das ist Unfug und leicht zu wiederlegen.
          a) wer baut die Roboter?
          b) wer versorgt die Roboter mit Rohstoffen?

          Alles ist mit Kosten verbunden, auch Roboter arbeiten nicht umsonst. Sondern Roboter verlangen eine ausgeklügelte Logistik etc. Somit ist dieses ganze Schlußfolgerungskette schlicht und einfach falsch.

          • auroria sagt:

            [„Das ist Unfug und leicht zu wiederlegen.
            a) wer baut die Roboter?
            b) wer versorgt die Roboter mit Rohstoffen?“]

            a) na die klassische Wirtschaft, welche schon jetzt roboter baut.
            Wer bazahlts? Na der Staat. Wie er sich das Geld beschafft, ist nebensächlich, wenn nachher keines mehr gebraucht wird, kann man es zusammen mit den Schulden abschaffen.

            b) Rohstoffe wie Metalle komen aus den Minen, wo die Minenroboter sie aus dem Boden holen und aus dem Recycling.
            Energie kommt in praktisch unbegrenzter Menge von der Sonne. 5% der Sahara(Solarkraftwerke) würden den gesamten derzeitigen Stromverbrauch decken.

  6. samy sagt:

    Moin,

    wenn Bonner hier mitliest, dann sollte er „open source“ nochmal in seinem Sinne definieren. Seine Sichtweise scheint sehr weit gefasst, soviel ist klar. Ich denke er meint die kreative und neuartige Nutzung beinahe oder tatsächlich kostenloser Software und Hardware, innerhalb des vor uns liegenden und sich in nahezu alle Lebensbereichen findenden freien und genauso verwundbaren Internets.

    Die z.B. Automatisierung ganzer Produktionsstraßen, mit der Bestückung und Wartung von Robotern kann er nicht meinen. Das ist aber auch ein interessantes Thema.

    @auroria
    „Ich hatte oben schon das Beispiel gebracht: Wenn durch Rationalisierung 50% der Arbeitsplätze wegfallen, jeder 50% weniger arbeitet und dadurch 50% weniger verdient, alles 50% billiger wird, dann haben am Ende alle wieder Arbeit, mehr Freizeit und die gleiche Kaufkraft. „

    Unsere Gesellschaft ist noch nicht soweit, sie kann ja geistig noch nicht mal von der Vollzeitbeschäftigung lassen. Damit meine ich insb., dass ein Mann, der in Teilzeit arbeiten will, bereits schief angesehen wird. In deinem Beispiel wäre es ja noch besser 100% haben eine Beschäftigung in Teilzeit. Jeder hätte dann die gleiche Arbeit+Freizeit. Bei einer Frau ist das übrigens schon wieder was ganz anderes, weil diese traditionell in den Köpfen der Menschen als potentielle oder tatsächliche Mutter so eine Stelle braucht. Klingt vorurteilbehaftet, ist aber meiner Erfahrung nach so.
    Zudem läuft derzeit (!) die Versorgung der nicht Arbeitenden 50% über zum guten Teil über schuldenfinanzierte Sozialtransfers und nicht nur über Steuereinnahmen. Schulden bringen Zinseszinsen mit sich und das System müsste immer schneller produktiver werden, um den steigenden Zinseszins oder besser noch die Schuld zu tilgen.
    Fazit: Ich bin sofort bei dir, was die Flexibilisierung der Arbeitswelt angeht. Aber das ist ein Thema für „nach dem Reset“.
    VG

  7. FDominicus sagt:

    @auroria

    b) Rohstoffe wie Metalle komen aus den Minen, wo die Minenroboter sie aus dem Boden holen und aus dem Recycling.
    Energie kommt in praktisch unbegrenzter Menge von der Sonne. 5% der Sahara(Solarkraftwerke) würden den gesamten derzeitigen Stromverbrauch decken.

    Und wie kommt die Energie von der Sahara nach Europa (In dunklen Säcken?) und wieso sollte der „Transport“ kostenfrei sein. Was ist mit Reparaturen? Werden auch kostenlos erledigt? Alles ziemlich „merkwürdig“.

  8. samy sagt:

    Hmmmm,

    vielleicht wäre die eine oder andere E-Mail weniger doch mehr gewesen. So unter dem Strich und für alle …

    „http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/us-post-steht-kurz-vor-der-pleite/4578922.html“

    VG

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.