Oktober 2017: Die einfache Crash-Prognose…

6. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Die Anleger sind derzeit euphorisch wie selten zuvor. Wie üblich wird das auch dieses Mal für viele blutige Nasen sorgen…

Selten war es einfacher, eine Prognose zur künftigen Entwicklung an den Börsen zu riskieren. Denn in Wahrheit „riskiert“ man dabei im Moment überhaupt nichts, die Faktenlage ist so klar und eindeutig, wie die berühmte und sprichwörtliche „Kloßbrühe“

Mein Kollege André Tiedje hatte das kürzlich für den DAX sehr treffend folgendermaßen formuliert:

„Wo sind die Crashpropheten der letzten Jahre geblieben? Sie dürften so langsam aber sicher aussterben, schade eigentlich, denn Sie kommen ihrem Ziel/Zeitpunkt immer näher. Vermutlich wird es dann „oben“ keine Crashpropheten mehr geben, man wird nichts mehr von ihnen hören“.

Besser kann man kaum beschreiben, wie die Masse derzeit beim Deutschen Aktienindex – wieder einmal – auf der falschen Seite steht. An dieser uralten Börsenregel wird sich übrigens nie etwas ändern: Wenn alle optimistisch sind, dann ist das Hoch punktgenau erreicht – und umgekehrt.

Warum das in der aktuellen Lage ganz besonders zutreffen könnte, zeigt ein Blick auf den Angst- und Gier-Indikator des Börsensenders CNN: Pünktlich zum berüchtigten Crashmonat Oktober haben die dort ermittelten Stimmungswerte ein oberes Extrem erreicht, das erfahrungsgemäß kaum einmal überboten wird.

Tatsächlich zeigt die Momentaufnahme für den 02. Oktober 2017 eine Gier-Indikation von satten 89 Prozent. Dazu die folgende Abbildung:

Ordnet man diesen Wert in die längerfristige Perspektive ein, ergibt sich die folgende Grafik: Wie gut zu erkennen ist, sind Werte von 89 Prozent Gier eine Hausnummer, die kaum einmal übertroffen wird. Das ist nur logisch, denn 100 Prozent Euphorie ist selbst an den von Angst und Gier getriebenen Börsen kaum möglich, denn ein paar vorsichtige Warner gibt es schließlich immer. Doch derzeit sind diese mahnenden Stimmen tatsächlich nahezu vollständig verstummt.

Oktober 2017: Die Anleger sind in Partylaune…

Was das für Anleger bedeutet, muss man nicht lange ausführen: Falls noch nicht geschehen, bietet es sich an, jetzt einmal etwas ausgeprägter in Deckung zu gehen. Denn Risiken, die einen „plötzlichen“ Stimmungsumschwung in den Börsensälen auslösen könnten, gibt es wie Sand am Meer: Sollten etwa nach den jüngsten Turbulenzen in Katalonien auch noch ein paar spanische Banken in Schieflage geraten, kann es mit der Partystimmung schlagartig vorbei sein.

An eines sollte man daher jetzt denken: Geduld zahlt sich an den Börsen fast immer aus. Wer daher jetzt vielleicht das eine oder andere Prozent verpasst, weil er antizyklisch Liquidität aufbaut, der kann den Stimmungsindikatoren schon heute eines entnehmen:

Der Oktober 2017 dürfte noch sehr interessant werden. Allerdings völlig anders als die Masse der Kleinanleger das im Moment erwartet…
© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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