Oh Schreck! Die Griechen wollen weg!?

11. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

vom Smart Investor

In den vergangen Tagen war wieder einmal Hellas, die Wiege der europäischen Kultur, in aller Munde. Unschöne Gerüchte über einen bevorstehenden Austritt aus der Eurozone oder einen drohenden Schuldenschnitt sorgten für das eine oder andere bange Gesicht in Brüssel.

Ein möglicher Austritt?

Bevor nun alle Stammtische der Geberländer sich jubelnd in den Armen liegen und ob dem Ausschneiden der „verlotterten“ Griechen Triumphgesänge anstimmen, sei schnell auf die Euphorie-Bremse getreten: Ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum? Vergessen Sie es! Der Euro ist schließlich ebenso alternativlos wie die Rettung einzelner Mitgliedsstaaten. Weder wird es (vorläufig zumindest) einen Schuldenschnitt geben noch werden die Griechen aus dem Euroraum ausscheiden.

Vielmehr weiß die griechische Regierung die europäische Klaviatur zu spielen. Hier ein bißchen drohen, dort sich ein bisschen zieren, ansonsten mit leeren Worthülsen guten Willen behaupten (gerne helfen auch die Kumpels bei Goldman dabei, die Zahlen schön zu frisieren) und schwuppdiwupp fließt neues Geld zum Olymp hinauf – im jüngsten Fall immerhin rund 60 Mrd. EUR. Dies ist laut Reuters das Ergebnis des jüngsten Geheimtreffens der Eurogruppe am vergangenen Freitag unter dem Vorsitz des Obereuropäers Jean-Claude Juncker. Aber mehr zu dem Thema lesen Sie im kommenden Heft…

…apropos Lesen

Da ist uns doch im letzten Weekly ein kleiner Buchstabenfehler mit großer Wirkung unterlaufen: Statt über die tatsächliche (oder vielleicht doch nur inszenierte?) Tötung Osama bin Ladens, schrieben wir im Absatz „The sky is the limit“ über den Tod des US-Präsidenten Obama. Jedoch passieren solche Fehler auch anderen, was unser Gewissen zumindest ein bisschen beruhigt (gefunden bei Rott & Meyer) 😀

Allerdings könnte man bei nochmaligem Lesen auf den Gedanken kommen, dass Regierungssprecher Steffen Seibert gar kein Fehler, sondern nur eine „Freud’sche“ Fehlleistung unterlief. Denn inhaltlich ist der Satz ja durchaus richtig. Die Kriege der USA kosten (hundert)tausende Menschen das Leben, auch wenn sie vielleicht nicht primär von dem Friedensnobelpreisträger angezettelt wurden, sondern von seinen Vorgängern. Und irgendwie ist es auch nicht ganz „koscher“ zu behaupten, dass eine Seebestattung die islamisch korrekte Version ist, eine Leiche zu „entsorgen“…

Aber wie dem auch sei, nachdem nun der Emmanuel Goldstein der USA hoch offiziell getötet wurde, stellt sich eine spannende Frage: Wer nimmt seinen Platz ein? Pakistan böte sich natürlich an, schließlich war es dieser enge Verbündete, der dem bösen Bomberbuben Unterschlupf gewährte. Außerdem stehen die amerikanischen Truppen in Afghanistan schon im wahrsten Sinne des Wortes Gewehr bei Fuß. Wer hier nun Verschwörungstheorien wittert, dem sei gesagt, die einzig offensichtlichen Verschwörungen sind in der Regel die offiziellen Versionen bestimmter Ereignisse. Diese lassen sich meistens falsifizieren – wie die tatsächlichen Abläufe gewesen sein könnten, ist Spekulation anhand mehr oder weniger aussagekräftiger Indizien. (—> Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Oh Schreck! Die Griechen wollen weg!?"

  1. carsten_kai sagt:

    Ü-Ei-Artikel: Das sind ja 3 Artikel in Einem!

    Schokolade (EM) … und was Spannendes (Obasama bin Watweissich) … und was zum Spielen (Euro).

    Langfristige Silberinvestoren betrachten den Silber“Einbruch“ (in T-€uro leider wenig beim Münzkauf zu fühlen) als Schokopraline namens „Nachkauf“. Lecker!

    Spannend ist die Geschichte um einen unbewaffneten Greis, der von einer Art Spezialtruppe (auf die er „bedrohlich“ zuging) mit 2 Kopfschüssen niedergestreckt wurde. Die Leiche hat man ins Meer geworfen. Das Spannende ist das permanente revidieren und dementieren der „1. Story“. Naja, der Friedensnobelpreis ist eben auch nicht mehr das, was er mal war…

    Der Euro, das Elitenspielzeug, ist tatsächlich nur noch Spielzeug. Wer am wenigsten Pleite ist, rettet erstmal den, der am meisten Pleite ist. Bis an dem solventen Schwimmer soviele Ertrinkende hängen, dass er selbst absäuft. Ich verstehe das Spiel irgendwie nicht. Ist wie bei Wargames: „Der einzig gewinnbringende Spielzug ist, es NICHT zu spielen…“. Nun, zu spät: Jetzt wird gespielt, bis alle Karten auf dem Tisch liegen.

    Dann heisst es (alle mitsingen): „Hose runter Sch*******gleich…“

    Das ist der Moment, wo man sich glücklich schätzen kann, in der BRD zu Leben. Wir haben eine funktionierende Industrie, sind innovativ, Weltmarktführer in vielen Bereichen, Improvisations- und Organisationstalente und schuften bis zum Umfallen für „’n Appel und ’n Ei“ können wir neuerdings auch. Bevor ich in’s Schwärmen gerate: Leider will seit Jahrzenten kein intelligenter oder irgendwie qualifizierter (gekaufter Titel zählt nicht!) Mensch ein politisches Amt bekleiden. Man kann eben nicht alles haben.

    Um noch was zum U$D gesagt zu haben: Der ist doch schon lange kaputt, das hat nur bisher niemand ernsthaft verlautbart. Pimco kann man keine Bomben auf den Kopf werfen wie Libyen, das den Gold-Dinar als Ölhandelswährung Afrikaweit einführen wollte. Und China… ganz ehrlich? Ich durchschaue es auch nicht, aber die Abkehr vom Dollar wird an jeder Front mit größter Umsicht vorangetrieben. Was kann die USA tun? Nichts. Die Chinesen könnten, wenn ihnen danach ist, die US-Bonds komplett auf den Markt werfen. Das wissen die USA. Denn, wo könnte man den folgenden Crash besser „handeln (egl. to handle)“, in einer Beinahe-Diktatur wie China, oder den USA? Die Antwort liegt auf der Hand.

    Es liegt was in der Luft…

    LG
    c

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