Ökonominsche Kurzschlüsse im Oberstübchen

15. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Ausgerechnet aus den großen Schuldenstaaten wie den USA oder Großbritannien stammen heute die größten Ökonomen. Durch ihr übergroßes Geltungsbedüfnis blitzt immer mehr Beachtliches…

Die Wirtschaftselite arbeitet derzeit intensiv an Ideen, wie das Geld noch schneller wertloser werden könnte. Dabei hat es ihnen das Schwundgeld angetan, also Geld, was Selbstmord begeht – denn für die Wirtschaftsklempner ist das Sparen bzw, das Horten von Guthaben das eigentliche Problem. Sparen entzieht der Wirtschaft nämlich den Schmierstoff.

So gibt es aus dem Land der unbegrenzten Schuldenmöglichkeiten etliche Ieeen, wie das Geld schneller als bislang wertloser werden könnte. So kam doch der für einen Wirtschaftsnobelpreis sich eignende Vorschlag, es könnte doch künftig ein Lotterielos darüber entscheiden, welche Geldscheine mit entsprechender Seriennummer verfallen könnten. Wer zudem in bar zahlt, sollte mehr bezahlen als wenn er eine Karte oder Überweisung nutzt.

Auch negative Leitzinsen sind für die Experten denkbar. Wer sich 1000 US-Dollar leiht, zahlt keine Zinsen sondern erhält dafür 50 US-Dollar Guthaben. Herrlich! Nicht wahr? Wer will dann überhaupt noch sparen? Vermutlich finden die Ökonomen auch noch Lösungen, wie man Schulden zu Guthaben umdichtet, die Schwerkraft überwindet und endlich wieder die Sonne um die Erde kreisen zu lassen bzw. noch mehr verrückte Welten…

Gerne sähe man auch das Bargeld verschwinden und dafür überwachte und steuerbare Geldströme. Damit fordern die Ökonomen öffentlich eine Enteignung und werden je nach Höhe des anzurichtenden Schadens für Sparer beklatscht. Seltsam, dass man die Genies nicht zum Auskühlen in den Schatten setzt. Wie wäre es mit besserem Geld?

Die Produktion aus den Denkfabriken vieler Önonomen sind heute noch Ausschussware. Selbst die Entsorgung dieses Mülls gestaltet sich schwierig. Aber wer weiß? Je öfters man Unsinn wiederholt, desto mehr setzt sich davon als Allgemeingut in den Köpfen der Leute fest. Zudem machte Not immer schon erfinderisch. Dabei macht schlechtes Geld erst die Wirtschaft verrückt und dann die Gesellschaft – wobei einige Experten dafür besonders anfällig sind.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachichten (Langfassung)


 

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2 Kommentare auf "Ökonominsche Kurzschlüsse im Oberstübchen"

  1. FDominicus sagt:

    Ohne sparen wird das investieren gleich viel interessanter – oder nicht ?

  2. von.reichel sagt:

    Das klingt eigentlich mehr nach einem bösen Scherz, als nach ernsthafter Geld- und Wirtschaftspolitik. Bald bekomme ich, wenn ich mit meinem Sohn zum Weltspartag gehe, keine Prämie mehr, sondern werde noch zurecht gewiesen? ein krudes Szenario.

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