Notenbanken vernichten Milliarden von Spargeldern

24. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

(von Frank Meyer) Good Morning Lemminge! In einer Zeit, in der die Überraschungen, natürlich völlig überraschend aus den Kisten springen wie Clowns aus Kartons, werden Meinungen selbst in der Presse derber. „Die Welt“ schrieb neulich, Inflation vernichtet Kaufkraft. Ja, Inflation ist wirklich böse – nur nicht diejenigen, die sie erschaffen. Herr Orwell lässt mal wieder grüßen…

Die Begriffe Inflation und Teuerung haben sich inzwischen so abgenutzt, dass selbst viele Professoren das eine vom anderen nicht mehr zu unterscheiden wissen. Der Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen hat sich gegenseitig ausgelöscht. Etwas matschig, das Ganze. Super Nachtisch!

Viele Erklärungen, warum das Leben teurer wird, lassen immer auf die falschen Verursacher schließen. Gewollt? Statt den Blick auf die Notenbanken zu richten, zeigt man mit dem Finger auf Spekulanten, wer immer das auch ist, Mineralölkonzerne oder den Ölpreis. Dabei sind Zentralbanker die größten Spekulanten auf dem Globus und ständig auf Überraschungs-Ei-Mission mit Spannung, Spiel und wenig Schokolade, dafür aber aber großer und süßer Aufregung und Aufmerksamkeit.

Ein Alibi haben sie inzwischen auch. Unter der Rubrik „Eurorettung“ und „Konjunkturkurbel“ haben sie inzwischen jede Legitimation, sich dieser Sache anzunehmen und die Pedale durch zu treten. Sie wollen retten. Wie edel. Und plötzlich tauchen Schäden auf.

Kredite an Banken sind spottbillig geworden. Diejenigen, die sich Geld borgen sollen, wofür auch immer, sind dazu nicht mehr in der Lage. Und nun? Dennoch sind Billionen an neuen Verrechnungseinheiten geschaffen worden, während die Kollegen der Zentralbanker aus der Politik sich um politische Strukturen kümmern, mit denen die Hütchenspielertricks in eine neue Runde gehen sollten.

Es heißt, die EZB rettet den Euro, obwohl dieser sich gegenüber dem US-Dollar ganz wacker hält. Unterdessen feuern Amerikaner und Angelsachsen scharfe Salven auf die Eurozone, was eine Flucht in den US-Dollar zur Folge hat und den Greenback wie durch Zauberhand in Wallung bringt. Gegenüber anderen Ankern wie Gold und Öl begann der Absturz beider Währungen um die Jahrtausendwende als klar war, die damaligen Probleme können nur mit einem mehr an Benzin gelöscht werden, das zuvor die Aktienmärkte zur Explosion gebracht hat. Seitdem ist das Leben spürbar teurer geworden, auch wenn man mir anderes erzählen möchte. Wer weinen will, holt sich alte Steuererklärungen aus dem Schrank oder alte Quittungen, sofern vorhanden. Dabei gelten Preisanstiege von zwei Prozent als Preisstabilität. Ha! Das Wort „Stabilität“ bei zwei Prozent ist schon erstaunlich orwell`sch…. Nicht wahr?

Kindern wird der Begriff schon zeitig von Lehrern nahe gebracht, die die Sache auch recht wenig durchdacht haben und sich auf Lehrbücher verlassen. Lustig, dieser Kettenbrief..

Wenn zum Beispiel die oberste Bank in einem Staat, die Zentralbank, zu viel Geld drucken lässt, kommt es zur Inflation. Der Grund dafür kann sein, dass eine Regierung zu viele Schulden hat und deshalb von der Zentralbank verlangt, mehr Geld zu drucken, um die Schulden zu bezahlen. Das kommt heute aber nur noch selten vor, weil die meisten Regierungen und Zentralbanken wissen, dass das für die Wirtschaft eines Landes gefährlich ist. (Quelle)

…oder auch bei der ARD werden die Kleinen fündig…

Kommt es in einer Wirtschaft zu einer Inflation, blähen sich die Preise auf: Viele Produkte, zum Beispiel Lebensmittel, werden immer teurer, die Preise steigen ständig an. Das passiert dann, wenn die Menschen mehr Geld haben, als es Waren gibt. (Quelle)

Zufälle gibts! Doch wer gibt den Menschen das Geld? Wer sind diese Menschen? Im Moment bekommen doch die Banken das Geld. Oder nicht?

Diebstahl am helllichten Tag

Ich habe am Morgen wieder mal im Polizeireport auf der Liste der Einbrüche nachgesehen und wollte wissen, wer heute Nacht schon wieder bei mir und in der gesamten Nachbarschaft eingestiegen ist. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich in einem Artikel in der „Welt“ gelesen habe. Der Schaden, den die Notenbanken anrichten, wird dort auf 13,1 Milliarden Euro im Jahr beziffert. Dem wollte ich doch mal nachgehen. Ich habe im polizeilichen Bulletin nichts finden können, nur ein paar Einbrüche und Handgreiflichkeiten.

In Deutschland liegen 1.400 Milliarden Euro auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern herum. Dazu kommen die wenig verzinslichen Anlagen im Billionenbereich, die landläufig noch „Altersvorsorge“ genannt werden. Dabei heißt es ebenfalls, das Geld wäre als digitale Verrechnungseinheit auf Konten und Sparbüchern sicher. Die Zinsen auf den Konten sind zu vernachlässigen, während die Teuerung nach offizieller Lesart bei 2,1 Prozent stecken geblieben ist. Inoffiziell liegt sie wahrscheinlich seit Jahren schon wesentlich höher. Wer jeden Tag bei Saturn oder Mediamarkt einkauft, wird mir jetzt widersprechen wollen.

Schaut man genauer hin, sind es die Notenbanken, die mit der Ausweitung der Geldmenge zur Rettung von wem auch immer, wahrscheinlich auch aus Selbstschutz, in einem Akt der Inflationierung dafür sorgen, dass die Geldeinheiten schneller wachsen als die Warenmenge, auf die sie treffen. Inflation ist die Ursache – Teuerung die Folge. Von daher könnten die Schuldigen schnell gefunden werden, wenn man wollte. Sparer werden schleichend und lautlos ihrer gespeicherten Kaufkraft beraubt und damit still und leise enteignet, während viele Experten faseln, es gäbe gar keine Teuerung. Ihre Blutleere im Gehirn rührt von der Tatsache, dass auch sie offenbar niemals einkaufen gehen. Und weil sie göttlich sind, auch keine Nahrung zu sich nehmen und auf Autos verzichten, denn sie können ja selbst über Wasser laufen. Dabei ist das Inflationsgespenst längst aus der Flasche. Dieses Inflationsgespenst gibt es nicht. Es sind die Notenbanken selbst, die als Gespenst weltweit durch die Gegend ziehen.

Und sollte es dieses Inflationsgespenst wirklich geben, vor dem die Kinder in den Schulden und die Leute auf der Internetseite der EZB gewarnt werden, wird es an langer Leine durchs Land geführt, wo es auf der Wiese der Ersparnisse gemütlich vor sich hin grast. Für den Finanzminister ist dieses Gespenst ein Freund, denn es frisst nicht nur Kaufkraft sondern labt sich auch gerne an Schulden. Ein maskierter Allesfresser.

Aufgehebelt – weggehobelt

Die Crux beim heutigen Geld liegt darin, dass man es entweder ausgeben oder sparen kann. Wer 10.000 Euro auf dem Konto liegen hat, bekommt, wenn es gut geht, 0,5 Prozent Zinsen, bei einer offiziellen Teuerung von 2,1 Prozent. Das Ergebnis am Ende des Jahres ist ein Einbruch zu Hause, ohne dass jemand das Schloss gesprengt oder die Tür aufgehebelt hat – 170 Euro. Ein Griff in die Brieftasche. Während auf Bahnhöfen im Minutentakt vor Trickdieben gewarnt wird, sind diese überall unterwegs, und das rund um die Uhr. Zugleich bekommen die Regenmacher in den Hauptnachrichtensendungen eine große Bühne und in Tageszeitungen große Werbefläche zur Verdunkelung ihres Tuns.

Sie sagen, die Eurokrise wäre Schuld, Spekulanten, die Schuldenkrisen oder sonst wer. Dabei sind es selbst die Spekulanten, die wiederum anderen Spekulanten das Feld bereiten – auch dafür, gegen sie zu wetten. So wundert es nicht, wenn die Leute inzwischen eher Geld ausgeben, statt es den Banken als Einlage zu hinterlassen. In Frankfurt sind die Immobilienpreise im letzten Jahr um zwölf Prozent gestiegen – deutschlandweit um fünf Prozent. Das spricht sich herum. Die nächste Leimspur ist ausgelegt. Immer schön Kredite aufnehmen und abhängig werden!

Es scheint dennoch genügend Dummköpfe zu geben, die dem Staat auf Sicht von zwei Jahren Geld leihen für einen Zinssatz von derzeit atemberaubenden 0,11 Prozent und damit bereitwillig ihre Kaufkraft verfeuern. Ich kenne zwar keinen, der diese Bundesanleihen direkt kauft. Das besorgen die Kapitalsammelstellen mit ihren ach so sicheren Anlagestrategien bzw. Vorgaben, dass das Anlegergeld gewissenhaft in den Tümpel von vermeintlicher Sicherheit gelenkt wird. Noch bekommt es niemand mit.
Darf es etwas längerfristig sein? Auf 10-Jahressicht bekommt man auf dem aktuellen Niveau 1,65 Prozent Zinsen, wovon sich der Finanzminister einen Teil noch als Steuer abzieht. Tolles Geschäft, wenn man jährlich Kaufkraft jetzt auch offiziell oder mathematisch korrekt verliert und ärmer wird, obwohl man sich dank der vielen guten Nachrichten wesentlich reicher fühlt.
Erste Stimmen aus der Versicherungsbranche fordern höhere Leitzinsen, so dass dieses Geschäftsmodell, auf dem die Zuversicht ganzer Generationen beruht, als Kettenbrief weiter bestehen kann. Unter großem Getöse die Versicherer den Garantiezins auf gigantische 1,75 Prozent gesenkt, bei einer Harry Potter`schen Teuerung von derzeit 2,1 Prozent.

Legt man einen 100-Euro-Schein unter die Matratze, oder lässt ihn auf dem Konto, der Unterschied dürfte nicht groß sein, außer dass man die Bank etwas ärgert, bleiben nach fünf Jahren und einer Zielmarke von zwei Prozent offizieller „Inflation noch 90,39 Euro Kaufkraft übrig. Nach zehn Jahren sind es noch 81,70 Euro. Immerhin.

Wer diese 100 Euro aber nach 20 Jahren ausgeben möchte, kein Mensch weiß, ob es den Euro bis dahin noch geben wird, bezahlt mit einer um ein Drittel reduzierten Kaufkraft. Bedruckte Zettel mit Brücken ins Nichts auf der Rückseite taugen nicht als Wertaufbewahrungsmittel, denn die haben keinen Wert, nur jeden, der ihnen nachgesagt wird – ein Hoax.

Bei einer wahrscheinlich sogar realistischeren Teuerung von fünf Prozent, sind nach zehn Jahren noch 59,87 Euro und nach 20 Jahren 35,85 Euro übrig. Viel Spaß! Kein Wunder, dass die Leute jetzt schon ihr Geld ausgeben und Dinge kaufen, die sie vielleicht sogar nicht brauchen. Euros verkaufen heißt tauschen in…

Die Guthaben der einen Seite sind die Schulden auf der anderen. Und Finanzminister Schäuble freut sich, entwerten sich doch die Schulden von derzeit offiziell rund zwei Billionen Euro bei einem negativen Realzins von zwei Prozent um jährlich 40 Milliarden Euro. Bei fünf Prozent sind es schon 100 Milliarden Euro, die man neu aufnehmen, wenn es genügend Idioten gibt, die ihm das Geld leihen. Tolles Geschäftsmodell für einen Staat, aber nur so lange es niemand versteht, merkt und entsprechend handelt und seine Geldeinheiten verkauft und damit tauscht in… Und morgen heißt es wieder… Good Morning Lemminge!


 

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25 Kommentare auf "Notenbanken vernichten Milliarden von Spargeldern"

  1. freiestimme sagt:

    Morgen, muss ja schlimm um den Euro stehen, dass die EZB, es anscheinend nötig hat, dieses Propaganda Video unters Volk zu schieben….

    • Manuel sagt:

      Naja, das Video ist auch immerhin schon aus 2005 (oder 2004?) Aber man sollte das Video mal neu untertiteln mit aussagen, die die EZB nun dazu machen würde ^^

      Ich finde eher bedenkenswert, dass sich die EZB ähnlich wie die Bundesbank früher ausschließlich um die Geldwertstabilität kümmert und dies als einzigen relevanten Mechanismus sieht um von Zentralbankseite die Wirtschaft in Schwung zu halten.
      Anders dagegen sieht die FED auch die eigene Motorleistung als Konjunkturstützendes Insititut. (ich will die FED hier nicht schön reden, aber wenigstens erkennt Sie an, dass sie ein zentrales Steuerungsinstrument zu Wirtschaftsleistung des Währungsraumes in der Hand hat)
      Schlimm finde ich, dass man die freie Auseinandersetzung eigentlich unabhängiger Staaten inerhalb der EU mit dem Zentralbankinstrument nun weiter unterbindet ( http://www.tagesschau.de/ausland/ungarn374.html)

  2. wolfswurt sagt:

    Die Notenbanken/EZB handeln nur konsequent.
    Nach jahrzehnten der Befeuerung und damit der Aufblähung der Realwirtschaft durch die Politik und die Geldmenge, ist es heute ein verzweifelter Versuch mit noch mehr Geld die Bereinigung zu verhindern.

    Bereinigung der Überproduktion würde nämlich ein Heer von Arbeitslosen erzeugen, welche das bequeme Leben der Obrigkeiten beenden würde.

    Es gibt von allem zuviel:

    1. Nahrung – wenn zig tausende Hektar Maisanbau in Biogasanlagen wandern, zig tausend Hektar mit Freilandphotovoltaikanlagen bebaut werden kann die Fläche für Nahrungsmittel nicht knapp sein.

    2.Autos – man schaue auf die Halden der Händler und Autobauer

    3.Menschen – Hunderttausende üben täglich unütze Dinge an ihrem Schreibtisch per Computer aus, von manchen auch Arbeit genannt

    Der Glaube, daß Geld durch die Zentralbanken genug vorhanden wäre wird sich als großer Trugschluß herausstellen!

    Anzeichen:

    Man gehe zu zweit an einen Schalter bei Pro Aurum.
    Einer kauft der Andere verkauft. Man achte auf den Unterschied beim
    Ablauf zwischen Käfer und Verkäufer.

    Probiert es mal…

    • stonefights sagt:

      Hallo wolfswurt,
      bin gerade zu weit weg vom PA-Schalter, habe nur den Kommentar-Schalter zur Verfügung.
      Würdest du uns deinen beobACHTEten Unterschied kurz beschreiben ?
      Danke,
      LG; stonefights

      • wolfswurt sagt:

        In Kürze:

        Bestimmende Frage an den Käufer: Und sie haben sich auf Bargeldzahlung eingerichtet?!
        Kauf erfolgte ohne Ausweis!

        Frage an den Verkäufer: Wir können den Betrag auch auf ihr Konto überweisen. Oder möchten sie den Betrag in bar?
        Ausweis notwendig! Ausweis war abgelaufen.
        Daraufhin: Da können wir nicht bar auszahlen das geht nur per Überweisung.

        Klartext: Wohin das Gold geht ist egal. Wohin das Bargeld wandert nicht!

        Diese Regel gilt unabhängig von der Höhe des Betrages!

        Ps.: die sich immer mehr ausweitende Bargeldbeschränkung in den südeuropäischen Ländern mit Überprüfungen 10 Jahre zurück ala Italien, wird wohl demnächst auch hier Einzug halten.

        Für die Überweisung wäre der abgelaufene Ausweis ok gewesen!!!

        MERKwürdig!

  3. freiestimme sagt:

    Hallo, Wolfswurt,
    ich kann ihre Beobachtungen nicht bestätigen. Seit wann muss man beim Verkauf einen Ausweis hinlegen…kann ja kommen…
    „Wohin das Gold geht ist egal“, das finde ich nicht. Das Gold, nicht Papier!, soll in die richtigen Hände gehen. Gold ist richtiges Geld, Papier ist ein Ilusion, die für einige Zeit funktioniert, solange die Menschen so dumm bleiben! Darum geht es doch. Wohin das Bargeld wechselt dient der Kontrolle der Menschen und der Systemerhaltung.

  4. Avantgarde sagt:

    „Notenbanken vernichten Milliarden von Spargeldern“

    Wer hier Geld vernichtet ist halt auch immer eine Frage der Zeitpräferenz…

    Wer vor einem Jahr in Silber investiert hat der hat in Dollar so um die 30% vernichtet.
    Es ist provokant – ich weiß 🙂

    Vorsicht also mit solchen Sprüchen. 🙂

    • wolfswurt sagt:

      Könnte man vielleicht noch anmerken, daß solange die Macht des Preises von Silber oder Gold bei den ZB´s liegt auch hier immer wieder nominal Papier(wirkliches Sparguthaben) vernichtet werden kann.

      Ein Spiel eben…

      wie hier beschrieben:
      „Haben die Markteilnehmer dieses nach dem zwanzigsten Mal noch immer nicht verstanden, dann werden sie gerne von den Machern dieses Spieles als Idioten bezeichnet, was den Kern der Sache schon irgendwie trifft.

      Jeder kennt doch die Geschichte von den Bankern, als sie nach der Schlacht von Waterloo eine Panik durch ein falsches Gerücht erzeugten, um danach über ihre Agenten die englischen Schuldverschreibungen für Pfennigbeträge zurückzukaufen. Es hat sich also seither nicht so viel geändert, außer vielleicht, dass die Machtverhältnisse sich ums Zigtausendfache zu Gunsten der Erfinder und den Machern dieses Spiels verschoben haben.“

      aus: http://www.goldseitenblog.com/matthias_lorch/index.php/2012/04/22/the-boom-and-bust-cycle-oder-wie-die-ban

    • freiestimme sagt:

      Hallo, das Silber in diesem Zeitraum gefallen ist hat doch zum großen Teil mit den Drückungsaktionen der Notenbanken zu tun. Also stimmt schon, die Notenbanken vernichten das Ersparte auf unterschieldlichen Wegen. Schau dir aber bitte dann auch Silber, innerhalb von 10 Jahren an….ich denke mal, du wolltest ein wenig provozieren….

      • Avantgarde sagt:

        Den Kurs der letzten 10 Jahre sollte man tatsächlich anschauen.
        Lustige „Drücker“ sind das 🙂
        Bei der Mafia hätten die schon längst Betonschuhe und würden im Main die Fische füttern 🙂

        Ich glaube die Crux ist, daß auch Silberbäume nicht in den Himmel wachsen.
        Sie bieten zwar tatsächlich einen Schutz auf der Sachebene – aber beim Kaufen sollte man es machen wie auf dem Markt:
        Nicht Prozyklisch – sondern Antizyklisch.

        Ich warte mal noch bis wieder alle lautstark Verschwörung, Drückung…. schreien.
        Wenn der Kurs näher der 20 als der 30 ist könnte es soweit sein.
        🙂

  5. […] Rott & Meyer: Notenbanken vernichten Milliarden von Spargeldern […]

  6. gilga sagt:

    Vielleicht könnte man sich einigen das alle Investments bzw. jedes „Sparen“ eine Form der Spekulation darstellt. Bei Aktien, Derivaten etc. ist das inzwischen jedem klar. Bis aber auch das Sparbuch, Staatsanleihen etc. von der gemeinen Liesl auf der Straße als Spekulation betrachtet wird, wird es wohl noch ein wenig dauern.

    Aber auch die Investition in EMs ist Spekulation. Wärend EMs entweder eine „Wertsteigerung“ erfahren oder eben im Preis zusammenklappen (oder wegen mir auch gedrückt werden; Grund ist Wurscht auf das Ergebnis kommt es am Ende an) können, wirft ein Sparbuch/Staatsanleihen/… zumindest nominal Zinsen ab und hat dafür ebenfalls ein (sicher unterschätztes) Ausfallrisiko. Was am Ende zählt ist nicht der nominale Wert sondern die Kaufkraft (und eben das Ausfallrisiko). Eine Risiko besteht auf beiden Seiten und blind investieren sollte man daher in beiden Fällen nicht.

    Preissteigerungen hat es meinen Beobachtungen nach in den letzten Jahren im wesentlichen bei den Mieten (regional unterschiedlich) und den Energiepreisen gegeben. Technik (Computer, Autos, …) ist da schwer einzustufen, da ein Vergleich notwendigerweise immer irgendwo hinkt bzw. technischer Fortschritt irgendwie quantifiziert werden müsste. In gewisser Weise gilt das auch für Immos/Grund- und Boden. Die Grundstückspreise sind in einer von mir beobachteten Region (Speckgürtel einer Ostdeutschen Großstadt) identisch zu denen von vor 10 Jahren. Das mag in München/Hamburg anders aussehen. Aber wer da wohnen und mieten/kaufen will muss halt dafür auch zahlen (und rechnet sich das in den seltensten Fällen auch mal durch z.B. im Vergleich zum Einkommen; erlebt man als Ostdeutscher oft wenn man mit den Auswanderern spricht die auch hätten hier bleiben können). Gut, mancher muss wirklich und hat dann ggf. ein Problem wenn er Opfer der Spekulation in diesen Gegenden ist. Da haben wir dann definitiv spürbare Teuerung.

    Lebensmittel und Bekleidung sind meinem Beobachtungen nach preislich im Mittel eher gleich geblieben… zumindest in Dtl. und wenn man vom Markenwahn etc. mal absieht => Problem der Käufer solcher Waren, nicht meins.

    Gehen wir davon aus, dass die Investition in reale Werte, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen (lassen), sich in dieser Hinsicht lohnen wird? Ich habe diese Frage für mich mit ja beantwortet, gehe aber davon aus das da auch mal eine jahrelange Durststrecke kommen kann. Und deshalb gibt es aber auch eine gesunde Gegenposition in Form von kurzfristig abrufbaren Sichteinlagen. Außerdem gibt es noch das 2. Argument der Rohstoff/Energieverknappung, dass für mich(!) bei der Investition in EMs eine ebenso große Rolle spielt wie der Versicherungscharakter/Aktion der Notenbanken.

    Sollte man statt zu sparen sein Geld lieber gleich ausgeben oder sich gar verschulden? Vielleicht, die Rechnung ist aber durchaus auch aufzustellen, ob der Verlust durch Kreditzins durch früheren Konsum nicht höher ist als der Verlust durch Teuerung (und ggf. entgangenem Zins/Wertsteigerung) und sieht definitiv komplexer aus als im Artikel dargstellt (was sicher auch nicht Franks Ziel/Absicht war). Und auch hier kommt mal wieder das Ausfallrisiko ins Spiel… schließlich muss man sein Leben bezahlen und vorgezogenen Konsum (z.B. Haus/Grundstück über Kredit finanzieren) im Nachgang auch bedienen können. Teuerung hin oder her. Sonst ist im Zweifel eben alles weg und das hat dann auch nix mit sparen zu tun.

    • freiestimme sagt:

      Also ich finde, dass der größte Teil derer, die EM akkumulieren, sich nicht als Spekulanten sehen und dies in meinen Augen auch keine Spekulation, in unserem heutigen Sinne darstellt.
      Die jenigen, die ETF, Papiergold oder Papiersilber erwerben, sind eher als Spekulanten zubezeichgene. Sie sehen und wollen nur den kurzfristigen Gewinn haben.

      Gruß freiestimme

      • gilga sagt:

        Das Wort „Spekulant“ hier nicht Missverstehen (wird ja momentan eher in einem sehr verdrehten Sinn genutzt). Es wird in allen Fällen (physisches EM, EM-Derivate, Aktien aber auch das klassische Sparbuch oder Papiergeld unter die Matraze) von einem Werterhalt (im Sinne der Kaufkraft) oder in einigen Fällen auch von einer Wertsteigerung (sowohl nominell als auch an Kaufkraft) ausgegangen.

        Ob diese eintritt ist aber in allen(!) nicht sicher. Es ist noch nicht einmal 100% sicher, ob es überhaupt etwas zurückgibt (wenn auch mit unterschiedlicher Sicherheit). Ergo handelt es sich in ALLEN Fällen um Spekulation (denn jede Investition gleich welcher Art stellt Spekulation dar; ob nun bewusst oder unbewusst). Über das damit verbundene Risiko muss bzw. sollte man sich ebenfalls in allen Fällen im klaren sein.

        Ich verstehe den Artikel von Frank so, dass er kritisiert das genau dies bei den meisten Menschen nicht der Fall ist, wobei er sich insb. auf den Kaufkrafterhalt der Papierwährungen und die damit verbundenen Investitionsformen (z.B. klass. Sparbuch) bezieht

        • Frank Meyer sagt:

          Volltreffer 🙂 Viele Grüße! Der Hauptpunkt ist der Hoax, den Zetteln (Kreditverträgen ohne Unterschrift) einen Wert beizumessen. Physisches EM ist eine Spekulation gegen die Erschaffer und Bewahrer dieses Kreditsystems.

          • Avantgarde sagt:

            „Physisches EM ist eine Spekulation gegen die Erschaffer und Bewahrer dieses Kreditsystems.“

            Genau das ist glaub das Problem vieler EM-Besitzer.
            Sie wünschen sich den Untergang des Kreditgeldsystems und kaufen ideologisch 🙂

            Ich kann mit dem Kreditgeldsystem gut leben.
            Die Probleme liegen eher in der politischen Ausgestaltung.
            Wobei das weniger am Geldsystem an sich liegt sondern aus der Politik, die seit Reagan und Thatcher betrieben wird.

            EMs kann man trotzdem habenAuch im Kreditgeldsystem wird Silber gebraucht – aber eben nicht zu jedem Preis.
            Gold bleibt weiter als Dollar-Gegenposition in den Zentralbanken.

            Kreditgeldsystem und EMs sind eben genau kein Gegensatz.

  7. DukeNukem sagt:

    Kurz zu dem ´´Lehrfilm´´: Ist das ernst gemeint oder soll das Satire sein?!

    Ich meine wer alleine an Weihnachten mal eben ein Billiönchen verteilt der kann doch nicht allen ernstes gleichzeitig mit sonem Filmchen propagieren dass alles dafür getan wird das Krümmel, äh Inflationsmonster zu bändigen…
    Achja, und warum wurde das Target-System denn nicht eben kurz mit angesprochen als es ums Euro-System ging? Komisch, komisch…

    Und grandios war auch die Stelle als der Knilch von der EZB was über Kredite fürs Auto und nen KÜHLSCHRANK gefaselt hat! Den Blagen soll wohl weisgemacht werden dass man sich am Besten sogar das Pausenbrötchen per Kredit finanzieren soll! Den Antrag gibt’s dann bestimmt beim Hausmeister!

  8. […] viaNotenbanken vernichten Milliarden von Spargeldern | Rott & Meyer. Share| April 24, 2012 at 8:00 pm by admin Category: Allgemein, Inflation […]

  9. ACHIM sagt:

    Mensch Frank, jetzt hast Du Dich gerade um Kopf und Kragen geschrieben, von Bloomberg zu n-tv
    und wieder zurück …
    Chef-Presse-Chef der EZB ?
    Damit ist es nun vorbei!!!

    Wenn man Karriere machen will muss
    man schöne Märchen erzählen können:
    „Und eine große Teuerung kam über das Land…“ oder so ähnlich ! Unterschied zwischen Teuerung und Inflation ? Rein geschmäcklerisch, genau wie der Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen ? Praktischerweise gibt es in dem Supermarkt meines Mißtrauens auch nur noch zwei Sorten von Äpfeln „Grüne und Rote“
    und dann noch Kinderäpfel, was immer das sein mag. Diese Markting-Komödie scheint aber zu funktionieren, manche Leute nennen das auch Best-Practice und damit kann man schließlich was werden…
    Näheres hierzu:

    http://www.hgcn.de/pdf/Best_Practice.pdf

  10. kneipier sagt:

    Ich habe ein schlichtes Gemüt.

    Daher wandelte ich vor drei Jahren meine LV in AG um, das ich für 12 € die Onze ewarb.

    Da ich nicht die Absicht habe zu verkaufen, ist mir der Spread völlig egal!

    Weil ich das Metall nicht zum Spekulieren erwarb, sondern als dauerhaft werthaltiges Zahlungsmittel in kommenden, späteren Krisenzeiten.

    Selbst wenn durch Inflation alles Papiergeld den Bach runtergeht, habe ich nicht alles verloren, sondern kann mich ganz entspannt zurücklehnen.

    Den Raubzug der Zentralbanken im Schulterschluss mit verbrecherischen Regierungen gelassen beobachtend.

  11. mfabian sagt:

    Bleiben wir realistisch: Der Euro geht kurz oder lang über den Jordan. Der Dollar und Franken gehen auch über den Jordan.

    Wir haben in der Schweiz einen neuen Zentralbankchef. Sein Name: Thomas Jordan.
    Ich meine, dass uns der Satz „der Franken geht über den Jordan“ noch lange Zeit als Bonmot viel Freude und Schmunzeln bereiten wird 😀

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