Notenbank? Schrott-Bank!

20. September 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Hatte ich es doch geahnt… Kennen Sie James Bullard? Er ist der Chef der Notenbank von St. Louis. Er kündigte gerade die nächste „Tapering“-Runde an. Ein neuer Rekord, weniger als 48 Stunden nachdem letzten Fiasko der FED…

War es ein Test der Glaubwürdigkeit der Märkte? „Ich sage aber nicht, dass es so kommen wird“, sagte Bullard. Und brav folgten diese Märkte den Worten, so wie immer, während ich laut loslachen musste.

Der Euro kam etwas unter Druck, der Dollar-Index erholte sich (wie gewünscht) nachdem er in gefährlichem Gewässer umher segelte.

Auch Gold und Silber kamen unter Druck. Herrlich!

Nebenbei frage ich mich, wie lange die westlichen Staaten noch zuschauen, wie das gelbe Zeug in den Osten verschwindet. Noch bestimmen die Papierpreise an den Börsen, zu welchen Preisen auf den physischen Märkten gehandelt wird.

Rohstoffe - 2013-09-20_17.06.42

Ach ja, Bullard betonte, dass es im Oktober eine außerplanmäßig stattfindende Pressekonferenz geben könnte. Könnte! Auch das Mond könnte platzen. Und Bullard könnte falsch liegen. Normalerweise treffen sich die Gelddrucker viermal im Jahr. Die nächste Pressekonferenz wäre aber erst im Dezember geplant.

So viel Schrott

Notenbanker sind heute die wahren Schrotthändler. Die FED kauft auch weiterhin Monat für Monat für 85 Milliarden US-Dollar Finanzmüll zu Höchstpreisen, um das Zinsniveau zu drücken. Angeblich wäre es gut für die Konjunktur. Es ist gut für diejenigen, denen die FED ihren Müll abkauft. Und es ist gut für neue Blasen.

Die monatelangen Ankündigungen des FED-Chefs, die Geldpolitik zu straffen, sorgten für so viel Aufmerksamkeit, dass niemand mehr an der Börse das hören kann. Bislang wurde jedes Möhrchen aus Bernankes primären Sprachausgabezentrum dankbar gefressen und damit so viele Sendeminuten und Papier verschmutzt. Die Idee der FED, eine der tausend Gelddruckmaschinen zu stoppen, war eine Schnapsidee – und ein Bluff. Lügen bleiben Lügen, so oft man sie auch wiederholt.

Ich wollte einen Besen fressen, quer und aus (Lübecker) Marzipan, wenn es wirklich zu einer Straffung der Geldpolitik oder gar zu einer Zinserhöhung kommen würde. Die Wette habe ich gewonnen. Ich behalte sie aufrecht.

Jeder war sich sicher. Sogar die Experten. Wer sich so lange mit Bernankes verbalen Müll beschäftigt, findet ihn irgendwann auch noch schick. Und jetzt gibt es ein neues Möhrchen von Herrn Bullard. Wohl bekomms!

Bislang glaubte jeder an der Börse der FED – jedenfalls offiziell, obwohl viele böse Witze über die gerissen werden, jetzt da sie mit herunter gelassenen Hosen da steht. Widerlich und erheiternd zugleich. Nein, es gibt keine straffere Geldpolitik. Sie gab es nicht gestern – sie gibt es nicht heute. Sie wird es im gegenwärtigen Finanzsystem nie mehr geben, außer der Markt schüttelt die FED und deren Kollegen ab.

Steigende Zinsen würden das Kasino auf den Fundamenten billigen Geldes in die Luft jagen. So jagten in dieser Woche nur die weltweiten Börsenkurse in die Luft. Die weltweite Börsenkapitalisierung erhöhte sich in den letzten fünf Tagen um rund eine Billion auf 58 Billionen US-Dollar. Sollte Herrn Bernanke nicht unendlicher Dank entgegen gebracht werden?

Auch Gold zeigte der FED den Steinbrück`schen Stinkefinger. Heute wette ich, die FED versucht bald noch mehr von ihrem verbalen Müll zu verkaufen. Nach diesem Mittwoch wissen wir aber, er ist jetzt etwas unverkäuflicher geworden – und ohnehin nichts wert.


 

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Ein Kommentar auf "Notenbank? Schrott-Bank!"

  1. crunchy sagt:

    Komisch, da leitet die Fed dank ihrer Hilflosigkeit, weiterhin glaubwürdig zu sein, den Crack-Up-Boom, zunächst aktientechnisch ein, und keiner schreibt darüber.
    Haben die alle Angst davor, die Katastrophe ginge in die Hose (Hausse)?
    Es scheint wie immer: Die Es(d)elmetallhausse steht bevor und keiner schaut hin.
    Wer will schon der erste Esel sein, der sich auf das Eis wagt?

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