Nochmals zum Thema Bernanke-Nachfolge

20. September 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner Ich möchte noch einmal zur Bernanke-Nachfolge kommen. Larry Summers zieht ja nun seine Kandidatur als Fed-Chef zurück. Ich lasse den Fakt beiseite, dass es Summers geschafft hat, fast die ganze Harvard-Fakultät gegen sich aufzubringen … und dass er auch Milliarden Dollar an Kosten versuracht hat, wegen seiner schief gelaufenen Zins-Spekulationen…

Lassen Sie uns ein noch größeres und offensichtlicheres Scheitern von ihm betrachten.

2005, in Jackson Hole, skizzierte Raghuram Rajan (der kurz vorher für den Posten an der Spitze der Reserve Bank of India nominiert worden war) die Konturen einer Finanzblase, vor einem Publikum, welches auch Larry Summers beinhaltete.

Rajan warnte davor, dass diese Blase platzen würde. Keine besondere Analyse oder tiefes Nachdenken wurden von Summers gefordert. Er musste es noch nicht einmal selbst herausfinden. Er musste nur aufpassen.

Bei diesem Ereignis passte er auf. Und in seiner Art verstand er es falsch.

„Die Annahmen dieses Papiers (…) seien größtenteils fehlgeleitet“, kommentierte er.

Verstehen Sie? Summers denkt, dass das Erwähnen von Zyklen oder Grenzen ein Anti-Fortschritt ist.

Ich habe regelmäßig die Kommentare von Summers in der Financial Times gelesen. Ich erinnere mich nicht an einen einzigen Beitrag, der es wert wäre, wiederholt zu werden. Wie Tom Friedman bei der New York Times sieht er überall Probleme und findet dafür schnell Lösungen. Und jede Lösung, die er findet, wäre nett, logisch und desaströs.

Ungeplante Konsequenzen? Hat er davon jemals gehört?

Für Summers hat die Vernunft keine Grenzen… Interventionen haben keine Risiken… und die Welt hat keine unvorhergesehenen Ereignisse.

Was immer nötig ist.

Was mich zu dieser Frage bringt: Wie normal ist die derzeitige Lage?

Die USA haben 1971 zu einem System des ungedeckten Papiergeldes gewechselt. Mit diesem neuen Papiergeld konnten die Amerikaner sich erheblich mehr Geld leihen als zuvor.


War es normal, dass sie das taten? Die Gesamtverschuldung stieg von ca. 150% des BIP auf 350% des BIP.

Dann, 2007, als sogar arbeitslose Haustiere Hypotheken auf überteuerte Häuser bekommen hatten, war es da wirklich überraschend, dass die Gläubiger in Panik gerieten? Auf jede Kreditblase folgt eine Kreditkrise. War das nicht normal? Und was als nächstes?

Auch die Fed geriet in Panik. Statt die Korrektur ihre Arbeit verrichten zu lassen, trat die Fed auf den Plan.

Zunächst einmal gab es unter Präsident George W. Bush ein 700 Mrd. Dollar schweres Hilfsprogramm (mit weiteren 23 Billionen Dollar Garantien). Dann weitere 700 Mrd. Dollar unter Präsident Obama. Dann ging die Fed an die Arbeit mit ZIRP, QE I, QE II, Operation Twist…und QE III. Ist es nicht das, was Sie erwarten würden?

Die Fed wird das „was nötig ist“, tun, um das Geld fließen zu lassen.

Der Dollar des Jahrs 2006 – als Ben Bernanke die Fed übernahm – ist in heutiger Kaufkraft gemessen nur noch 88 Cents wert (abhängig davon, welchen Zahlen man glaubt).

Bernanke scheiterte kläglich an seiner wichtigsten Aufgabe: Den Wert des Geldes der Nation zu schützen. Dann, wenn es um öffentlichen Dienst geht, da bin ich generell dagegeben. Aber vielleicht einmal im Leben höre ich das Jammern des Vaterlands: „Hilf mir, bitte.“

Deshalb biete ich meine Dienste an….

Ja, liebe Leser, wenn ich höflich gefragt würde, dann würde ich als der nächste Vorsitzende der US-Zentralbank arbeiten.
Ich alleine unter den Kandidaten habe die Qualität, die gebraucht wird, um das Finanzdesaster zu vermeiden, welches uns entgegen kommt. Ich alleine verstehe die richtige und bescheidene Rolle des Zentralbankings. Und ich habe meinen Handlungsplan bereits ausgearbeitet.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Nochmals zum Thema Bernanke-Nachfolge (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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2 Kommentare auf "Nochmals zum Thema Bernanke-Nachfolge"

  1. FDominicus sagt:

    Wenn Sie es werden sollten, wäre nicht Ihr Weg die Fed abzuschaffen und zu einem nicht Fiat-Geld zurückzukehren. Also im Prinzip ich trete hier an um die Zentralbank abzuschaffen?

  2. Lickneeson sagt:

    Sorry, Herr Bonner, aber Ernie&Bert übernehmen demnächst das Ruder. Ernie übernimmt dabei den kommunikativen, presserelevanten Teil während Bert mehr als schweigende Autorität im Hintergrund wirkt. Also eine Doppelspitze.

    Bis zur Übernahme wäre es allerdings erfreulich, wenn ALLEN FED-Figuren mal Granufink fürs Hirn verabreicht wird. Nach der Überraschungsparty am Mittwoch muss doch heute wieder ein Nerd von denen von einem „tapern“ im Oktober gefaselt haben…Ben`s Surprise ist ja gerade 2 Tage her…

    Muss (kann/darf/soll) man dies Bande von Vollpfosten noch ernst nehmen?

    Eure Sesamstrasse

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