Noch ganz bei Trost?

3. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Manfred Gburek

Deutschland hat viele Dichter, Denker, Komponisten, Nobelpreisträger, Fußball- und Exportweltmeister hervorgebracht. Ausgerechnet einem Australier, Christopher Clark, zuletzt bekannt geworden durch sein Buch „Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, blieb es neulich vorbehalten, den Deutschen zur besten Sendezeit im Fernsehen den gebührenden Stolz einzuflößen. Seine Bewunderung kam glaubwürdig rüber.

Kurze Zeit darauf, aus Anlass der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington, stand Deutschland am Pranger. Da musste Jens Weidmann, als Bundesbank-Präsident und Mitglied des EZB-Rats ein Verfechter der Geldwertstabilität und noch manch anderer deutschen Tugend, eine ganze Litanei von Kritiken einstecken, vor allem: Deutschland solle doch endlich etwas gegen die Exportüberschüsse unternehmen. Dafür müsse der Staat sorgen, zum Beispiel durch von oben befohlene Lohnerhöhungen, um die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen zu schmälern und so die der Wettbewerber aus anderen Ländern zu stärken.

Spätestens bei dieser Forderung muss man sich fragen, ob die Kritiker Deutschlands noch bei Trost sind. Doch statt in sich zu gehen und das Ganze als Gag darzustellen, nutzten sie die internationale Bühne ein Mal mehr zu einer Generalabrechnung mit Deutschland. Das fällt ihnen auch deshalb besonders leicht, weil die deutsche Leistungsbilanz kurz zuvor in die Höhe geschossen war. Zu den Kritikern gesellten sich sogar EZB-Chef Mario Draghi und Ben Bernanke, Vorgänger von Janet Yellen an der Spitze der US-Notenbank Fed. Beide moserten am deutschen Leistungsüberschuss herum.

Wer glaubt, die Wortgefechte in Washington als Episode abtun zu können, der schnell wieder das Tagesgeschäft folgen werde, erliegt allerdings einem Irrtum. Denn, man mag es kaum noch zählen, das so und so vielte Griechenland-Problem steht uns bevor. Damit meine ich nicht den öffentlichkeitswirksamen Zirkus, den die Regierungsvertreter des Landes derzeit wieder veranstalten, sondern den an Deutschland und speziell an Weidmann herangetragenen Wunsch, Griechenland doch noch ohne Wenn und Aber zu helfen.

Dahinter steckt ein fieser Plan: Indem griechische Banken auslaufende kurzfristige Staatspapiere immer wieder durch neue ersetzen, sorgen sie für eine – im EZB-Rat heiß diskutierte – mittelfristige Staatsfinanzierung. Bei aller Diskussion, das geht entschieden zu weit. Nur, wer traut sich, etwas dagegen zu unternehmen? Im EZB-Rat ist man sich uneins. Und so fahren die griechischen Banken wie bisher fort. Ob ihre Staatspapiere gehandelt werden können oder nicht, ist ihnen offenbar egal, Hauptsache, die Chose geht irgendwie weiter.

Am liebsten hätten die Griechen – sicher auch Italiener und Franzosen -, ihnen würde der Großteil der Schulden erlassen. Damit sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer heutigen Überlegungen angelangt: Andere Euroländer argumentieren, der hohe deutsche Exportüberschuss gehe zulasten ihrer Wirtschaft. Deshalb unter anderem die lächerliche Forderung nach staatlich verordneten Lohnerhöhungen in Deutschland, lanciert in Washington und bekräftigt mit dem Hinweis auf das deutsche Wirtschaftswachstum, das in diesem Jahr mit etwas mehr als 2 Prozent veranschlagt wird.

Dabei ignoriert man geflissentlich, dass die Löhne in Deutschland, nicht zuletzt dank Mindestlohn, schon längst steigen und weiter steigen werden, was gewiss nicht so sehr auf die kleine Lokführer-Gewerkschaft mit ihren spektakulären Streiks zurückzuführen ist, sondern auf eine regelrechte gewerkschaftliche Bewegung, die uns in diesem Jahr noch oft beschäftigen wird. Im Übrigen verteilt der Staat schon Geschenke, die zwar keine verordneten Lohnerhöhungen sind, aber diesen in ihrer Wirkung auf den Konsum durchaus ähneln, wie die Rente mit 63 oder die Mütterrente.

Dass Deutschland auf diese und ähnliche Weise bereits bald über seine Verhältnisse leben wird, ist den meisten Menschen noch gar nicht bewusst. Wahrscheinlich nicht einmal der Bundesregierung, denn sie hält das im Vergleich zu anderen Euroländern höhere deutsche Wirtschaftswachstum für ihre Errungenschaft. Dabei ist längst klar, dass der tiefe Fall der Energiepreise, die EZB-Geldschwemme und die Euro-Abwertung die entscheidenden Wachstumsimpulse liefern. Ihre Wirkung wird spätestens mit der nächsten Euro-Aufwertung verpuffen, wahrscheinlich schon bald.

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13 Kommentare auf "Noch ganz bei Trost?"

  1. N. Ritter sagt:

    Tja, das ist leider eines der Probleme, dass in Deutschland – vom BuBaPräsidenten über den Finanzmininister bis zum Wirtschaftsjournalisten – keinerlei Verständnis zu finden ist, warum Exportüberschüsse kein Beweis für eine starke Wirtschaft, sondern eine Riesendummheit sind.
    Es geht bei den „von oben befohlenen“ Lohnerhöhung auch gar nicht in erster Linie um eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit, sondern um eine Stärkung der eigenen Nachfrage – wir sollten einfach mehr von dem, was wir herstellen auch selbst verbrauchen, statt auf Kredit ins Ausland zu verfrachten. Mercedes gegen geplatztes Zahlungsversprechen – wer hat da einen Schnitt gemacht und wer ist der Gelackmeierte?

  2. Hot sagt:

    @N.Ritter

    Sehr gut ! Im Gegensatz zum Autor haben Sie Sachlage richtig erkannt.
    Und wenn der Autor (Porsche gegen geplatzte Zahlungsversprechen) das erkannt hätte, hätte er auch verstanden das wir nicht „über“ sondern „unter“ unseren Verhältnissen leben (Hermes Bürgschaft) und eine Lohnangleichung nach oben dringend erforderlich ist. Das das die Wettbewerbsfähigkeit der anderen Länder verbessert ist logisch und würde den Export unserer Arbeitslosigkeit behindern und somit gerechter verteilen in Europa.

    • Frank sagt:

      Und was empfehlen Sie einem Rentner, der früher selbständig war und eben selbst „vorgesorgt“
      hat um von seinen Zinsen leben zu können. Der schaut ganz verzweifelt auf die derzeitigen
      abgeschlossenen Lohnerhöhungen, obwohl wir doch angeblich gar keine Inflation haben. Es wird natürlich trotzdem alles teurer und jetzt wird die reale Inflation noch durch Lohnerhöhungen um die 5% zusätzlich angeheizt. Unsere Gaststätten haben die Preise ob des Mindestlohnes um 2-2,50€/ Gericht angehoben, die Handwerkerpreise steigen unaufhörlich, unser Bäcker hat die Brötchen von 30 ct auf 34 c’t erhöht usw. Die Inflation frisst mich unerbitterlch auf, ich habe zu DM-Zeiten mein Geld verdient. Und sagen Sie jetzt bitte nicht, daß das Benzin ja nur noch 1,45 € also 2,85 DM/ Liter kostet. Was soll ich nur machen mit meinem restlichen Geld?

  3. blub sagt:

    Ich kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschliessen: Wenn Deutschland dauerhaft einen Leistungsbilanzueberschuss einfaehrt, dann bedeutet das entweder

    a) dass in D alle in absoluten Ueberfluss leben und nie auf den Gedanken kaemen, Ihr Einkommen zu verkonsumieren und vollgerichtig die ueberfluessig produzierten Produkte gegen Kredit ins Ausland verhoekern.

    b) dass die Einkommen in D so verteilt sind, dass diejenigen, die kaufen wuerden, das Geld nicht haben, und diejenigen, die genug Geld haben, gleich soviel davon haben, dass sie nicht alle Produkte konsumieren koennen und sie gegen Kredit ins Ausland verhoekern.

    Nebenbei: Was bringen selbst 2-3%ige Gehaltssteigerungen, wenn die Immobilienpreise mit oft >5% davongallopieren (zumindest in den Regionen wo es Arbeitsplaetze gibt). Die Eigentumsquote in D ist (im Gegensatz zu einem Grossteil des restlichen Europas) bei nur ca. 50% Wuerden mehr Deutsche nicht mehr unter ihren Verhaeltnissen leben, wuerde sich bestimmt viele fuer Wohneigentum entscheiden.

    Auch das Durchschnitts und erst recht Medianvermoegen der Deutschen ist nicht sehr gross gegenueber dem europaeischen Ausland ( http://www.querschuesse.de/deutschland-vermogen-fur-viele-unerreichbar/).

  4. meinereiner sagt:

    Eigentlich lese hier recht gerne – aber ab und zu passt der Titel eher auf die Story zu als auf das, was sie uns sagen will. Poster Nr. 1 + 2 haben ja schon einiges dazu gesagt (den beiden kann ich nur zustimmen), noch ein paar kleine Anmerkungen.
    So lange wir mehr exportieren als wir importieren leben wir unter unseren Verhältnissen. Daran werden auch die Almosen die im letzten Abschnitt erwähnt werden nichts ändern. Oder habe ich verpasst, dass jemand der deutschen Bevölkerung 220 Milliarden Euro pro Jahr zustecken will – und zwar dem Teil, der das Geld verkonsumieren würde, also den Geringverdienern, Rentnern und Arbeitslosen? Wenn wir von 20 Millionen solchen Menschen ausgehen müsste also jeder Geringverdiener, jeder H-IVler und jeder Rentner knapp 1000€ mehr im Monat erhalten – sollte dieses Geld komplett verkonsumiert werden dann wäre der Außenhandel ausgeglichen. Nur um Mal die Summe zu verdeutlichen, von der wir sprechen.
    Erkauft wurde der Überschuss mit dem Deutschen Zwangsarbeitssektor – pardon, Niedriglohnsektor. Wenn der arbeitslose deutsche Dipl.Inf. gezwungen ist, für 8.50 als Leiharbeiter zu arbeiten dann drückt das das komplette Lohngefüge nach unten – was zusammen mit dem sprichwörtlichen Fleiß (und der Angst vor Sanktionen der ARGE) dazu führt, dass wir mittlerweile ganz Europa an die Wand pressen.
    Eine erste Löung der Problematik wäre aber relativ einfach zu bewerkstelligen:
    – keine Sanktionen mehr bei H-IV. Hätte nebenbei den Charme, dass man die BA um 60% ihres Personals erleichtern könnte. Der Druck auf die Löhne würde spürbar nachgeben, wenn der Dipl.Inf. das 8,50 Angebot ohne Angst vor dem Verhungern ausschlagen könnte.
    – Leiharbeiter verdienen vom ersten Tag an 5% mehr (Netto auf die Leiharbeiterkralle) als die Stammbelegschaft. Würde verhindern, dass man die Stammbelegschaft aus Kostengründen nach und nach auf Leiharbeiter umstellt.
    – Mindestlohn von mindestens 12€. Von einer Vollzeitstelle MUSS man über die Runden kommen – also müssen Miete, Nebenkosten, Lebensunterhalt, Versicherungen und kulturelles Leben abgedeckt sein. Jeder Aufstocker (in Vollzeit) ist Betrug am Steuerzahler und an der Konkurrenz, die noch angemessene Löhne zahlt (und sie zwangsweise auch senken muss um konkurrenzfähig zu bleiben).

  5. JH sagt:

    Der Autor dieses Beitrags irrt – und will über die Hintertür wieder die alte neoliberale Propaganda der angeblich so hochwertigen und somit angeblich zu recht hochpreisigen deutschen Produkte verbreiten. Dieses alte Propagandaleier soll die Menschen motivieren – nach dem Motto „Wir sind die besten“ – was wiederum die Arbeitsmoral der Deutschen heben soll, um noch mehr unter schlechtesten Bedingungen, wie zum Beispiel menschenverachtende Zeitarbeit, Niedriglohn für den jeweiligen Konzerngewinn ranzuklotzen. Die deutschen Produkte sind vor allem Marketing-Konstruktionen bei der eben die entsprechenden Premium-Präferenzen im Rahmen einer Marketing-Strategie künstlich gesetzt werden. Außerdem werden Güter nicht „national“ in einem Land hergestellt, sondern sind das Ergebnis eines länderübergreifenden Modul- und Systemsourcings.

  6. samy sagt:

    Wenn sich ein Mitarbeiter von Mercedes, BMW, OPEL und Co kein Auto leistet, dann weil er schon hat, nicht will und bestimmt nicht, weil er nicht könnte. Einstiegsgehälter (!) von über 35T Euro für Techniker in der Serienproduktion und knapp 50T € für Ingenieure. Kommt Personalverantwortung in ltd. Position hinzu, so bewegen sich die Gehälter um die 75T € mit klarer Tendenz aufwärts. Porsche zahlte 15000 Mitarbeitern 2014 eine Sonderprämie von über 8T€ im Jahr 2014. Ein Opelmitarbeiter erhält laut Gewerkschaftsangaben eine durschnittliche Abfindung von 125T € vor Steuern für seinen verlorenen Job.
    Wenn der Deutsche Autobau von einem Exporterfolg zum anderen hetzt, dann nicht wegen schlechter Löhne, sondern schlicht der herausragenden Qualität seiner Produkte.

  7. Reiner Vogels sagt:

    Es ist m.E. eine krasse Fehleinschätzung zu meinen, daß Deutschland unter seinen Verhältnissen lebe.

    Der Blick auf die Exportüberschüsse mag eine solche Einschätzung nahelegen, der Exportüberschuß ist aber lediglich eine gegenwärtige Momentaufnahme und blendet entscheidende Defizite, nämlich die Vernachlässigung der Zukunft aus. Deutschland ist deshalb so konkurrenzfähig, weil es die notwendigen Kosten für die Dauerhaftigkeit des Landes und der Wirtschaft einfach nicht bestreitet.

    Ein paar Beispiele:

    1. Deutschland leistet sich seit Jahrzehnten ein katastrophales Geburtendefizit. Menschen im aktiven, erwerbsfähigen Alter sparen sich die Aufwendungen für Kinder und können daher mit einem relativ geringen Einkommen immer noch über die Runden kommen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die aus diesen Einsparungen resultierende demographische Katastrophe zur Pleite der Sozialsysteme, und zwar sowohl der umlagefinanzierten als auch der kapital“gedeckten“ (siehe Negativzins), führen wird.

    2. Deutschland läßt seine Infrastrukur in nahezu allen Bereichen verkommen. Viele Brücken sind marode, Straßen werden kaum repariert, Schulen können nicht mehr renoviert werden, ja, in manchen Schulen werden noch nicht einmal mehr die Toiletten regelmäßig geputzt.

    3. Deutschland leistet sich eine gegen die Gesetze der Physik gerichtete Energiepolitik, die den energieintensiven Teil der deutschen Industrie im Kern bedroht. Die wirtschaftlichen Zerstörungen, die die „Energiewende“ schon heute bewirkt (Abschaltung von Kraftwerken und „Freisetzung“ von Tausenden von Mitarbeitern), sind nur ein Vorgeschmack auf den bevorstehenden industriellen Kahlschlag.

    Fazit: Wenn unsere Handelspartner uns ermahnen, wir sollten doch etwas gegen die deutschen Exportüberschüsse tun, können wir sie beruhigen: Das „Problem“ löst sich demnächst von selbst, wenn die deutsche Volkswirtschaft unter dem Würgegriff der energiefeindlichen Politik, der Vernachlässigung der Infrastruktur und der Familienfeindlichkeit der Gesellschaft einschließlich aller im Bundestag vertretenen politischen Parteien seine dramatische Talfahrt beginnt.

    Junge Leute sind gut beraten, einen Beruf zu erlernen, mit dem man überall in der Welt sein Geld verdienen kann, damit sie im Notfall schnell ihr Glück außerhalb Deutschlands suchen können.

  8. Michael sagt:

    Deutschland sollte im Gegenzug importieren und nicht Exporte streichen. Von etwas anderem spricht keiner. Es gibt nichts zu verteidigen. No profound attachment to the concept of trade – gilt auch weiterhin. Es ist eben nicht wie in der Vergangenheit eine Trendumkehr auf die schnelle zu erwarten. Exportiert hat Deutschland schon immer. Irgendwann mal wird es für den Rest einfacher Deutschland ‚über‘ zu lassen. Auch das kann sich rechnen.

  9. furioso sagt:

    Ich lese die Artikel von Herrn Gburek sehr gerne, Aber diesesmal kann ich ihm n icht zustimmen.
    Früher, beim Goldstandard, hätte Deutschland einen Nutzen von seiner Wettbewerbsfähigkeit gehabt. Das Ausland hätte die gelieferten Güter in Gold ausgleichen müssen. So geschehen bis Ende der 60er Jahre. Daher rühren auch die angeblichen Goldreserven bei der FED. Aber seit der Goldstandard als Vertragsbruch durch die VSA 1971 einseitig aufgekündigt wurde bekommen wir nur wertlose Dollars gutgeschrieben. Dieser Gutschein auf Geld wird nie eingelöst, ist also wertlos. Durch den Euro haben wir noch weniger bis gar keine Gutschrift auf unsere Leistungen. Unser Leistungsbilanzplus wird mit den Defiziten der PIGS verrechnet. Es bleibt nichts als weitere Versprechen. Wir liefern und arbeiten also UMSONST. Wir leben also unter unseren Verhältnissen. Dieser Betrug funktioniert nur, weil gerade die Lügenpresse dies verschweigt und sogar, ganz im Interesse der Konzerne, Lügen verbreitet.

  10. bobo sagt:

    In den 60er gab es ein schon mal ein Stabilitätsgesetz. Man war damals an echter Stabilität interessiert. Die 4 Ziele waren Vollbeschäftigung (0,8%), Preisstabilität, angemessenes Wirtschaftswachstum und 4. ausgeglichener Außenhandel. Bis mitte der Kohl-Zeit war die Politik immer bemüht diese Ziele möglichst weit zu erreichen. Es gab einen starken Anstieg des Wohlstandes und einen mäßigen Exportüberschuß trotz der starken D-Mark Warum hat diese Ziele die Politik völlig aufgegeben ? Vieleicht, weil es zu fairen Lönen führt? Bei Stabilitätsgesetz denkt jeder nur noch an Mastrich.

  11. Murkle sagt:

    Naja, da gäbe es doch auch Lösungen:
    Hohe Importzölle für Waren aus Deutschland beispielsweise. Die müssen so hoch sein, dass es sich nicht mehr lohnt, deutsche Waren zu importieren und selbst wenn doch, können wenigstens die importierenden Staaten auch daran verdienen, durch die Zölle.

    Und natürlich ist es auch ein Problem, wenn jemand permanent vom Geld der anderen lebt und selber geizt. Deutschland lebt sehr wohl unter seinen Verhältnissen. Das einzige Land, dass sich an die Maastrichter Verträge hält und die Löhne/Gehälter der Produktivitätssteigerung anpass, ist Frankreich. Deutschland hat als einziges Land die Löhne und Gehälter seit 2004 signifikant GESENKT und somit die anderen kaputt konkurriert.

    Außerdem wird leider niemals angesprochen, dass wir auch größter NettoKAPITALexporteur sind. Das bedeutet, es fließt permanent mehr Geld ab als zu. Unsere Unternehmer haben seit 2004 1,4 Bio. ins Ausland verbracht, besitzen aber nur noch 1 Bio. an Auslandsvermögen. D.h. sie haben, anstatt im Binnenland zu investieren (oder wenigstens im Ausland Fabriken zu bauen, aus denen Geld zurück fließen kann), ihr Geld in Finanz- und Immobilienblasen (siehe Spanien, Türkei, Dubai,…) gepumpt, mit denen sie anderen massiven Schaden zugefügt haben und Deutschland selber um wertvolle Investitionen gebracht haben. Die einzigen, die bisher an der schädlichen Exportwalze Deutschlands verdient haben, sind Großunternehmer und die Finanzwirtschaft. Was nun der einfache Deutsche davon haben sollte, dass man ihm den Lohn/das Gehalt zusammen streicht, damit er „der Größte“ sein darf, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass die deutsche Abhängigkeit von Exporten gefährlich und krankhaft ist. Denn sollte man sich wirklich dazu entscheiden, extern nach einer Lösung für das deutsche Exportproblem zu suchen und Zölle einführen, dann wird man doch recht bald bereuen, dass man es unterlassen hat, zuhause zu investieren. Immerhin sind unsere Sozialsysteme hoffnungslos verschuldet, unsere Infrastruktur verfällt und von der Bildung will ich gar nicht erst anfangen. 89.000 Tote aufgrund von hygienischen Mängeln in deutschen Krankenhäusern sprechen wohl auch für sich!

  12. Ralf sagt:

    Die Exportüberschüsse sind de facto Geschenke an das Ausland, die letztlich von den „BRD“-Sparern und Steuerzahlern zugunsten der Exporteure finanziert werden. Heute sind Exporte von der Mehrwertsteuer befreit. Das ließe sich ändern. 10 oder 20% Mehrwertsteuer auf alle Exporte und die Exportüberschüsse wären ganz schnell verschwunden.

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