Nikolai Starikov: Das (russische) Zentralbanksystem

26. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

Das erklärt einiges…

Bei diesem Vortrag beschreibt Nikolai Starikov, Russlands führender politischer Schriftsteller, das globale Zentralbanksystem. Die amerikanische Zentralbank, die FED, erschafft ungedecktes Geld aus dem Nichts, welches sie gegen Zinsen an die USA verleiht.

Da die FED die einzige Institution ist, die das Recht hat, Geld zu erschaffen, muss bei ihr erneut Geld geliehen werden, um die Zinsen zu begleichen. Die Zinsschuld kann also niemals endgültig abbezahlt werden und steigt exponentiell ins Unermessliche.

Währenddessen aber bezahlen die USA mit diesem ungedeckten Geld all ihre Ausgaben.

Wie sieht es jedoch mit der Zentralbank in Russland aus?

Sie darf keine Kredite an den Staat vergeben, nur an andere Staaten. Die einzige Möglichkeit für die russische Zentralbank, Rubel auszuschütten, ist, alle Dollars an der russischen Börse gegen Rubel aufzukaufen, und die Dollars in die Währungsreserve zu verschieben.

Die Währungsreserven bestehen nur zu 10% aus Gold, der Rest sind wertlose Dollars, Nullen im Computer. Das heißt, Russland ist gezwungen, reale Werte gegen Nullen im Computer einzutauschen, wird also durch das System de facto ausgepresst. Dieses System findet auch in anderen Staaten Anwendung.


Quelle: Youtube

 

Schlagworte: , , , , ,

6 Kommentare auf "Nikolai Starikov: Das (russische) Zentralbanksystem"

  1. Gugus558 sagt:

    Min. 3:20: Das ist leider ein weitverbreiter Irrtum, der sich hartnäckig hält und immer weiter verbreitet! Die FED zahlt den Überschuss* an den Staat; somit erhält der Staat einen Grossteil der Zinsen für den Kredit von der FED wieder zurück (und hat den Kredit somit praktisch gratis). Diese Gegebenheit findet man sowohl in der FED- als auch in der Staats-Gewinn-und-Verlustrechnung:
    Zur FED-Seite:
    http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/bst_fedfinancials.htm
    – im Kästchen „Federal Reserve Banks Combined Quarterly Financial Reports (Unaudited)“ einen der Links anklicken!
    Dann findet man unter „Operation Expenses“ (Betriebskosten) auf Seite 5 in der Rubrik „Payments to Treasury as interest on Federal Reserve notes“ (Zahlungen an die Staatskasse als Zins auf FED-Noten) den Betrag, den die FED dem Staat überweist – z.B. 22,663 (Mio. $), also 22,6 Mia. $ per Abschluss 30.6.2012.
    * nach Bezahlung der Unkosten und Dividenden, welche fix und auf 5 oder 6 % begrenzt sind, an die Eigentümerbanken
    Diese Anmerkung besagt nicht, dass das System nicht faul ist, aber immer bei der Wahrheit bleiben!

  2. Skyjumper sagt:

    Der Beitrag enthält ja durchaus viel wissenswertes, ist aber auch tendenziös bis in die Wolle.

    Zum Punkt der Zinszahlungen durch den Staat hat @Gugus 558 ja schon treffend bemerkt, dass das in Wirklichkeit nahezu ein Nullsummenspiel ist. Übrigens nicht nur bei der FED. Auch EZB und BuBa führen ihre Gewinne überwiegend an die Staatskasse ab.

    Für „falsch“ halte ich auch folgende Meinungsmache:

    „Das heißt, Russland ist gezwungen, reale Werte gegen Nullen im Computer einzutauschen, wird also durch das System de facto ausgepresst. “

    Niemand zwingt Russland diese Nullen im Computer, sprich Dollars, zu behalten. Die russische Zentralbank muss sie zwar aufkaufen, aber da man (noch zumindest) für Dollars alles kaufen kann was das Herz (oder der Verstand) begehrt, könnte man die Währungsreserven durchaus nach eigenem Gusto diversifizieren und z.B. den Goldanteil deutlich erhöhen. Es ist also korrekterweise wohl mehr eine Sache des „wollens“ wenn die russische ZB soviele Computernullen in ihrer Währungsreserve belässt.

    • Gugus558 sagt:

      @ Skyjumper
      Sie scheinen eine Bilanz lesen zu können. Daher möchte ich noch ergänzen, weil auch das vielfach falsch kommuniziert wird:
      Auch die Banken produzieren ja bekanntlich (Buch-)Geld aus dem Nichts. Auch da heisst es, dass die Zinsen fehlen würden, um die Schulden zu bezahlen. Auch das ist falsch, weil die Banken aus dem Kreditgeld die Zinsen wieder erhalten und… AUSGEBEN für Löhne und andere Kosten sowie natürlich Dividenden, also ist das Geld ja auch wieder im System zum Begleichen der Schuld.
      Die Probleme des Systems liegen vielmehr darin, dass die Schulden nie beglichen werden können (weil sonst das Geld verschwindet), dass die Zinsen samt Zinseszinsen sich auf einem Haufen sammeln, weil keine Verluste (nur Gewinne wegen Bailouts) von den Profiteuren übernommen werden müssen (da sie ja das System kontrollieren), und weil die Privatbanken Geld aus dem Nichts erschaffen und verleihen können – das gibt Macht! Hinzu kommen noch das Mono- resp. Oligopol von Zentral- und Privatbanken sowie die Verschuldung der Privatpersonen und Mittelstandsfirmen = Ohnmacht. Im übrigen können die Banken Kredite schöpfen = Aufschwung – oder zurückfordern = Rezession oder gar Depression. Das ist Macht!

      • Skyjumper sagt:

        Mit Verlaub; Zu diesem Punkt stimme ich Ihnen nicht zu:

        „Auch da heisst es, dass die Zinsen fehlen würden, um die Schulden zu bezahlen. Auch das ist falsch, weil die Banken aus dem Kreditgeld die Zinsen wieder erhalten und… AUSGEBEN für Löhne und andere Kosten sowie natürlich Dividenden, also ist das Geld ja auch wieder im System zum Begleichen der Schuld.“

        Wenn Sie sich die Vorgänge mal bildlich aufzeichnen, dann werden Sie feststellen, dass die Kreisläufe wie Sie sie geschildert haben zwar durchaus zutreffen, aber der Kredit ist immer im Vorlauf. Alles im Finanzkreislauf befindliche Geld wird immer ausreichen um alle Kredite und alle Zinsen auf die vergangenen Kredite zu tilgen. Aber es wird NIE ausreichen um die NÄCHSTE fällige Zinszahlung zu leisten. Dieses Geld gibt es nämlich schlicht noch gar nicht. Es muss erst durch einen neuen Kredit „geschaffen“ werden.

        Kleinstes denkbares Beispiel: Wir beide bilden das komplette Gesamtsystem, es gibt keine anderen Marktteilnehmer. Sie geben mir 100,- € Kredit. Am Ende der einjährigen Laufzeit soll ich Ihnen 105,- € zurückzahlen. Woher? Es fehlen zwangsweise 5,- €, da ja (bisher) nur 100,-€ Kreditgeld durch Sie erschaffen wurden.

  3. Gugus558 sagt:

    @ Skyjumper
    Es war ja – auch des Platzes wegen – eigentlich nur als Widerlegung der Behauptung gedacht, dass die Zinsen fehlen würden, was so nicht ganz richtig ist, wie es vielfach kommuniziert wird. In Tat und Wahrheit ist es allenfalls ein zeitliches Problem.
    Die Banken müssen die Kosten ja im voraus begleichen: Erstellen des Bankgebäudes, Löhne für das Erstellen der Infrastruktur usw. auszahlen, bis sie einen Kredit überhaupt erst ausreichen können (wird aktiviert). Somit ist erstmal das Gebäude (Aktivum) da und die Schuld (Buchgeld) gegenüber dem Gebäudeersteller (Passivum). Diese Bankschuld muss NICHT vom Gebäudeersteller verzinst werden, da hier nicht eine Forderung entsteht, sondern das Bankgebäude und eine Bankschuld. (Wobei da natürlich mit anderen Mitteln gearbeitet wird – Wechsel an Zentralbank; und die Zentralbank mit Staatsschuld u.dgl..) Ohne Bankgebäude kein Kredit! Jetzt erst können Kredite ausgereicht werden.
    Die Kredite werden dann – rudimentär – Aktiven/Passiven gebucht, die Zinseinnahmen Gewinn- und Verlustrechnung/Bilanz und die Ausgaben Bilanz/Gewinn- und Verlustrechnung. Danach können die aktivierten Vorläuferkosten aus Abschreibungen beglichen werden.
    Es ist somit ein Kreislauf, wo natürlich immer irgendwo Geld fehlt – das Hamsterrad beginnt sich zu drehen.
    Also rechnen wir Ihr Beispiel kurz durch:
    Kreditgewährung:
    Aktiven/Passiven 100/100
    Zinszahlung: Zinseinnahme Aktiven/Ertrag 5/5
    Es sind noch 95 im Geld“kreislauf“ – 5 fehlen.
    Löhne und andere Kosten: Aufwand/Aktiven 5/5
    5 kommen in den Geld“kreislauf“ (sofort) zurück, somit sind wieder 100 im Geld“kreislauf“, d.h. 100 ausserhalb der Bank:
    Der Kredit kann somit zurückgezahlt werden.
    Passiven/Aktiven 100/100.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.