Niemand hat die Kontrolle: Der Winter der Entscheider

18. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Ronald Gehrt

Ich hatte gestern wieder einmal eine dieser schlaflosen Nächte, in denen ich über die Lage nachgedacht habe, in der sich die Gesellschaft, die Finanzindustrie und die Weltwirtschaft befinden. Wie schon oft hatte ich dabei das ungute Gefühl, für zahllose andere mit nachdenken zu müssen, die über nichts und niemanden nachdenken außer, manchmal, vielleicht, über sich selbst. Es passte, was dazu des Nachts auf zdf.doku im Fernsehen lief:

„Master oft the Universe – Innansichten eines Bankers“. Die Dokumentation über einen führenden, ehemaligen Banker, der einiges zu erzählen hat, oft auch kurz „der Banker“ genannt. Die Doku stammt aus dem Jahr 2013 und hat vor allem Bezug auf die Subprime-Krise und die Eurokrise. Aber sie ist eigentlich universell.

Auch in hundert Jahren würde man hinsichtlich vieler, sehr vieler Aussagen einfach nur mit dem Kopf nicken und bestätigen, was der Protagonist feststellte: Keiner lernt was. Die Anleger nicht. Die Regierungen nicht. Und die Banker mal ganz besonders nicht. Sicher ist der Film in einigen Mediatheken zu finden, unter Youtube könnten Sie sich das hier ansehen:

Was mich oder meinen Börsendienst new opportunities angeht, mache ich mir eigentlich keine nennenswerten Sorgen. Was der Banker in diesem Film hervorhob, schreibe ich seit Jahren immer und immer wieder in meinen Kolumnen. Und weil ich weiß, dass ich ebenso wie irgendjemand anderes die kommende Entwicklung nicht tauglich genug vorhersagen kann, nutze ich ein Handelssystem, dem es herzlich egal ist, ob es nun grüne oder rote Pfeile ausspuckt. Das ist nicht perfekt, denn auch ein Handelssystem kann nicht vorhersehen, ob in zehn Minuten plötzlich die Kurse wie vom Affen gebissen in die Gegenrichtung sausen. Aber man sammelt langsam kleine Nüsschen ein, um heil und einigermaßen erfolgreich durch den Winter zu kommen, der vor uns liegt. Und ich meine nicht den meteorologischen Winter.

Ich meine den Winter der Entscheider. Die Phase, in der Behörden, Banker, Notenbanker, Regierungen, Unternehmenslenker etc. erkennen müssen, dass eine elementare Gewissheit eine Illusion war: Sie haben nicht die Kontrolle. Sie sind eben nicht imstande, Veränderungen schnell und klug genug zu begegnen, um Schaden abzuwenden. Und sie sind es vor allem deswegen nicht, weil sie diese Veränderungen lange hätten sehen müssen, aber nicht haben sehen wollen. Weil sie doch alles unter Kontrolle haben. Eingebildete Allmacht macht blind.

Und genau deswegen mache ich mir so meine Gedanken. Wie wappne ich mich dagegen? Ich für meinen Teil sorge dafür, schuldenfrei zu sein, Geld auf mehrere Banken zu verteilen und durchaus ein wenig Vorräte im Keller zu haben. Denn ich weiß, was die Entscheider verdrängen: Fluppt auch nur eine Karte komplett aus diesem Kartenhaus der Illusionen heraus, aus denen so ziemlich alles besteht, was man als „Fundament“ unseres Lebens bezeichnet, entwickelt der momentan kontrolliert wirkende Abstieg eine Eigendynamik, die sich nicht einfangen lässt. Nicht von Entscheidern, die imstande sind, eine ganz normale Wende hin zu einem negativen Szenario zu meistern, obwohl die Geschichte eigentlich jeden Dummbatz lehren sollte, dass es nicht immer nur bergauf gehen kann.

Wenn man sich ansieht, wie bereitwillig und schnell sich die zur geistigen und körperlichen Trägheit konditionierte Masse der Bevölkerung polarisieren lässt, wie schnell aus dem Nichts die Bereitschaft zu Ausgrenzung, Vorurteilen und in einigen Fällen auch zu Gewalt entsteht (und das nicht nur in Bezug auf die Flüchtlingsproblematik, das gilt universell, thematisch, geographisch ebenso wie auf der Zeitachse), beginnt man zu ahnen, dass viele dieser Menschen außerstande sind, mit einer echten Krise umzugehen. Momentan ist es die Flüchtlingsproblematik, die die Schlagzeilen beherrscht. Aber was werden die Leute tun, wenn die Eurokrise sich daran wieder entzündet und eine rezessive Phase mit wieder steigenden Arbeitslosenzahlen noch obendrauf kommt?

Und wie werden die Granden der Eurozone darauf reagieren? Wenn ich zurückdenke, wie unglaublich langwierig und schwierig es war, hinsichtlich Griechenland dieselben völlig falschen Maßnahmen erneut zu beschließen und ihnen einfach nach dem Motto „mehr hilft bestimmt mehr, falls viel nichts geholfen hat“ eins draufzusetzen … wenn ich mich erinnere, dass die Eurozone wochen- und monatelang durch die Krise eines einzigen ihrer Mitglieder völlig blockiert war … wie will dieses Konstrukt denn bitte einer solchen Kombination aus kippenden Mitgliedern, Rezession und sozialem Unfrieden begegnen? Die Eurozone würde es zerreißen. Und dann hätte ich gerne mal „Plan B“ gesehen.

Der Banker hatte es in dem Film sehr gut beschrieben: Für solche Situationen haben die Banken keinen Plan B. Für jeden anderen Unsinn schon. Warum? Weil sie glauben, die Sache unter Kontrolle zu haben. Wie sie es schon 2007/08 glaubten. Aber sie lernen nichts daraus, sie verändern nichts, weil niemand den Anfang macht. Nicht anders in der Politik. Nicht anders bei vielen Menschen der Bevölkerung. Und nicht anders als bei den Notenbanken.

Welche Risiken die extrem-expansive Geldpolitik der Bank of Japan und der EZB bergen, wer weiß? Da es solche Situationen noch nie gab, sind alle Fallstudien Makulatur. Denn es ist unmöglich, alle eventuellen Einflüsse so zu gestalten, dass man eine Guidance entwickeln könnte, was wer wann wo und wie zu tun hätte. Man trifft hier Entscheidungen in einer Art kontrollierter Unsicherheit. Glaubt man. D.h. man hofft, dass das mit dem „kontrolliert“ bei der Unsicherheit zutrifft.

Aber wer Augen hat zu sehen, erkennt: Irgendwie „funzt“ das nicht. Weder Bank of Japan noch EZB erreichen ihre Ziele. Da könnte man zwar argumentieren, dass es ohne diese Maßnahmen noch schlimmer wäre. Aber das kann man immer behaupten.
Und die US-Notenbank … meine Güte! Der müsste man ein eigenes Buch widmen. Es wirkt, als wolle man die komplett kontraproduktive Vorgehensweise der Jahre 1929-1932 toppen. Hier beschleicht einen der Eindruck, da sitzt ein Gremiuim in einer Parallelwelt, in der sie zum einen etwas bewirken kann und zum anderen die Welt so ist, wie sie es gefälligst nach dessen Sicht zu sein hat. Ist sie aber nicht.

Und dann wäre da noch … China. Dort, wo man überall noch Stellschrauben hat, die bei uns oder in den USA entweder entfernt wurden oder nur verdeckt existieren. Dort, wo man somit fast alles steuern könnte, steuert man nun auch fast alles. Und stellt fest: hilft nix.

Was übrigens in einem Stellschrauben-Land erst einmal wurst ist, weil man da auch an der Außendarstellung der Realität herumschrauben kann. Nur klappt das … und letztlich alles andere … nur, solange die Schafherde, zu der man die Bevölkerung und letzten Endes auch viele Anleger gemacht hat, ihnen das abkauft.

Und genau da fluppt die Karte nun aus dem Kartenhaus.

Die Menschen merken, dass die Politik mit komplexen Herausforderungen nicht fertig wird, seien sie nun sozialpolitisch, konjunkturell oder geopolitisch. Die Menschen merken, dass Regierungen und Notenbanken die Konjunktur nicht einfach mit billigem Geld oder schönen Worten stabilisieren können. Die Menschen merken, dass das, was unter Kontrolle schien, nicht unter Kontrolle ist … und geraten dadurch selber außer Kontrolle, indem sie Dinge tun, die so nicht vorgesehen waren. Was die Börse betrifft: Sie beginnen zu misstrauen und zu verkaufen.

Was das auslöst und warum diese Situation dann eine Eigendynamik entwickelt, die man nicht mehr mit den bestehenden Mitteln einfangen kann, ist klar: Die Register, die man ziehen konnte, hat man schon gezogen … weil die vorherigen Krisen (Subprime-Krise, Eurokrise) nie behoben wurden. All das fault noch unter dem Teppich. Und jetzt kommt ein wirtschaftlicher Abschwung, der so im großen Plan der Entscheider nicht vorgesehen war.

Dort glaubte man, die Kontrolle zu haben. Man beginnt zu spüren, dass das nicht so ist. Das löst Angst aus, wie man sich denken kann. Und das erhöht die Anzahl falscher oder gar keiner Entscheidungen von „oben“.

Niemand hat die Kontrolle. Dafür ist die Welt zu kompliziert. Und vielleicht wäre eine solche allumfassende Kontrolle auch nicht nötig gewesen, hätte man nicht jahrelang geglaubt, eben wegen dieser vermeintlichen Allmacht an Dingen herumschrauben zu können, auf denen in dicken roten Lettern steht: „don’t touch“!

Ich befürchte einen Winter der Entscheider, der ein Weilchen dauern kann. Das ist nun einmal eine Phase, die, da die Menschen ja letzten Endes nie aus der Geschichte lernen, immer wieder kommt. Das ist normal, das gehört wohl so. Und man kann damit umgehen, solange man sich die Mühe macht, über sich selbst und die eigenen Situation nachzudenken, sich auch mal zu hinterfragen und sich darauf einzustellen, dass nach „auf“ auch mal „ab“ kommt.

Wobei man im Hinterkopf haben sollte – so denke zumindest ich – das das brisanteste Element einer solchen Entwicklung ist, dass das Gros der anderen Menschen sich solche Gedanken nicht macht und unkontrolliert reagiert, wenn das Kind im Brunnen liegt.

Mit besten Grüßen
Ronald Gehrt – www.baden-boerse.de

 

15 Kommentare auf "Niemand hat die Kontrolle: Der Winter der Entscheider"

  1. Insasse sagt:

    „Die Menschen merken, dass das, was unter Kontrolle schien, nicht unter Kontrolle ist.“

    Das was unter Kontrolle schien, ist nicht nur nicht unter Kontrolle. Nein, es wird zusätzlich alles getan, um das Wenige, das noch unter Kontrolle war, auch noch ins Chaos zu stürzen. Siehe zuletzt die Einladung von „Mutti“ an alle („Flüchtlings“-) Welt, doch (ober-) grenzenlos am deutschen Wohlfahrts-Tisch Platz zu nehmen. Es beschleicht einen vor diesem Hintergrund allerdings irgendwie der Gedanke, dass die Geschehnisse Absicht sind und dann wären diese ja doch unter Kontrolle, nur eben nicht im Sinne der Bürger.

    „Und man kann damit umgehen, solange man sich die Mühe macht, über sich selbst und die eigenen Situation nachzudenken, sich auch mal zu hinterfragen und sich darauf einzustellen, dass nach „auf“ auch mal „ab“ kommt.“

    Die Masse der Menschen bereitet sich weder auf das „Auf“ noch auf das „Ab“ vor. Sie leben einfach in den Tag hinein. Der Unterschied vom „Auf“ zum „Ab“ ist, dass man sich Letzteres vorbereiten muss. Andernfalls steht man bei Eintritt der Situation „nackt“ da und es wird schwierig. Ein altes Sprichwort sagt: Wer nicht hören will, muss fühlen. Und so wird es immer und immer wieder sein. Manche Sachverhalte muss man eben so nehmen, wie sie sind. Dieser gehört dazu.

    • flowerpower sagt:

      „…dann wären diese ja doch unter Kontrolle, nur eben nicht im Sinne der Bürger.“
      Das sehe ich auch so.1988 schrieb die Hauszeitung von Goldman/Sachs „the Economist“
      „Get ready for the Phonix for 2018“
      Anscheinend konnten sie schon 1988 vorausberechnen ,das die linear wachsende
      Weltwirtschaft die exponential wachsende Verschuldung bis 2018 nicht mehr
      stemmen kann.
      Eine Leitwaehrung scheint demnach ca.70 Jahre zu funktionieren.Dann lassen sie
      das entstehende Chaos nicht ungenutzt.
      Nach den dynamischen Gesetz von Hotelings wird die naechste Geldordnung groesser sein,
      als die alte .Man peilt schon auf eine Weltregierung.Aber die Menschen muessen diese
      wollen .Leider werden auch wieder die meisten Menschen in diesem Konstrukt Sklaven
      bleiben,weil ihr Staat Geld gegen Zinseszins bei den privaten Banken leiht und sie als
      Buerger ueber die Steuern in die Schuldnerpflicht nimmt.

      (Im Mittelalter beklagten sich die Untertanen ueber den Zehnt des Fuersten.
      Heute duerffen sich die Buerger gluecklich schaetzen,wenn sie den Zehnt ihrer
      Arbeit behalten duerffen.)

      Kriegsverbrecher und Diplomat des VatikansHenry Kissinger sagt :
      „Wer die Nahrung kontrolliert,der kontrolliert eine Nation.
      Wer die Energie(auch CO2 Verschmutzungsrechte)
      kontrolliert,der kontrolliert Nationen.
      Wer das Geld kontrolliert,der regiert die Welt.
      Oder mit Goethes Faust:“Ich bin von jener Kraft die Boeses will und (auch)Gutes schafft.“
      Wer Mensch bleiben will ,der hat jetzt ein Rezept Mephisto etwas entgegen zusetzen.
      Der Egoist der sich in dominanter Konkurrenz aufhetzen laesst ,wird Mephistos Beute.
      Nur die vernuentige Kooperation wird uns aus diesen Dilemma befreien koennen.
      Die Herrschenden wissen das ,und bieten uns bald als Loesung die Weltregierung an,
      aber mit dem Klumpfuss des Zinseszins.

      • Argonautiker sagt:

        Schön geschrieben flowerpower, gefällt mir.

        Mephistos oder Luzifers Prinzip ist ja das des Egos. Je größer das Ego, desto mehr will er. Das heißt Luzifer als reines Prinzip, will Alles. Wenn er aber das Ganze will, kann er nicht das Ganze sein, sonst müßte er es nicht wollen, sondern wäre es, also muß er, um das Ganze zu werden, alles wollen und in sich verschlingen.

        Das Prinzip Gottes ist, daß er das Ganze ist, und weil er das Ganze ist, braucht er es nicht zu wollen, sondern teilt sich in die Welt der 10.000 Dinge und Wesen auf.

        Folglich ist der Weg, wie man sich dem Bösen entziehen kann, das Prinzip des im Einzelnen Aufgeteilt seins.

        Wenn man das auf das Finanzsystem überträgt, bedeutetet daß, daß das Anstreben des alleinigen Anspruchs auf die Geldschöpfung, das Prinzip Luzifers ist, und das verteilen der Geldschöpfung auf Alle, das Prinzip Gottes wäre.

        Was würde passieren, wenn man die Geldschöpfung auf Alle übertragen würde und jedem das Recht gäbe Geld zu erzeugen?

        Luzifer würde fallen, weil er kann zwar dadurch, daß er von Allen am Bösartigsten sein kann, jeden im Kampf besiegen, aber er kann nicht Alle besiegen.

        Das heißt, was haben Hitler, Kennedy, Gadhaffi, Hussein, Putin und viele Andere mehr, falsch gemacht? Richtig, sie glaubten, daß sie das Böse im Kampf besiegen könnten. Darüber mußten sie, trotz anfänglich guter Absichten, in ihrem Kampf gegen das Böse, selbst immer böser werden, und final doch verlieren. Aber Luzifer ist ja keine Person, sondern ein Prinzip, das in einem Menschen Einzug halten kann, indem er denkt, daß er alles beherrschen kann. Luzifer ist also immer im Bösartigsten zu finden, also weilt das Böseste immer im Sieger im Kampf um die Macht.

        Man kann das Luziferische Prinzip also nicht im Kampf gegen ihn besiegen, weil man sonst im Gegen-ihn-Antreten, nicht umhin kommt, als selbst immer böser zu werden, deshalb soll man ja dem Bösen ja auch nicht widerstreben, sondern einfach das Gute tun.

        Das Gute wäre in dem Fall, Gottes Prinzip wieder zuzulassen, und nach seinem Prinzip zu handeln, und auch die Geldschöpfung auf Alle aufteilen. Täte man daß, hätte Luzifer keine Chance, er wäre in seine Schranken verwiesen.

        Ich fürchte nur, daß Luziferische Prinzip ist derzeit so mächtig, daß diese Worte zwar Einzelne Menschen, aber keine Führer von Staaten, oder Konzernen, und die Führer der Hochfinanz schon gleich gar nicht, erreichen werden. Man wähnt sich da wahrscheinlich eben wie Luzifer, als kurz vor dem Ziel, ohne zu merken wie böse man geworden ist.

        Schöne Grüße

  2. Sandra sagt:

    Jeder trägt die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen. Was auch immer du tun willst, du entscheidest etwas für dich und andere entscheiden etwas für sich. Die Zeiten, sich stets in die Angelegenheiten Anderer einzumischen sind vorbei. Entscheidungen kann man Niemandem abnehmen. Jeder trifft welche. Ob man diese gut findet oder nicht. Respekt, Akzeptanz, Toleranz.

  3. giovanni gruen sagt:

    …ja,ja – es gibt keinen laplaceschen Daemon…auch wenn von allen Seiten immer wieder gegeteiliges behauptet wird.

    • CGB sagt:

      Hallo Herr Gehrt, grundsätzlich guter Ansatz.
      Wenn sie mich fragen, man darf nicht von einzelnen größenwahnsinnigen Bankern auf das gesamte Bankensystem schließen. Es gibt da sicher ein paar wenige Köpfe, die erkennen, was und zu welchem Zweck läuft. Die wirtschaftspolitischen Empfehlungen der EU-Zone hatten wir ja schon mal, nicht bei uns, aber zur Asienkrise in den 1990ern, sowie das damalige Scheitern aus den damaligen Empfehlungen.
      Hierzu beschreibt sehr aufschlussreich Christian Kellermann: Die Organisation des Washington Consensus: Der Internationale Währungsfonds und seine Rolle in der internationalen Finanzarchitektur.
      Beste Grüße
      CGB

  4. Bernie sagt:

    Sorry, aber ich gehe davon aus, dass (dies) alles geplant ist – mit einer allumfassenden Krise zur Welt-Regierung mit (bargeldloser) Einheitswährung.
    Die Angst der Menschen, ihre kognitive Dissonanz (als Realitätsverweigerung) und ein anerzogener, manipulierter Zwangs-Kollektivismus lassen sie gehorsam folgen – u.a. mit vollständiger Überwachung, gipfelnd im implantierten Chip als ultimatives Zahlungsmittel zwecks vollständiger Unterwerfung.
    Jeglicher (letztlich doch nicht erfolgter) Pseudo-Zusammenbruch führte bislang immer näher an dieses Ziel.
    Das dann (erst) stattfindende Ende wird grausam sein – graumsamer als alles, was die Menschheit bislang erlebt hat…

  5. Argonautiker sagt:

    „obwohl die Geschichte eigentlich jeden Dummbatz lehren sollte, dass es nicht immer nur bergauf gehen kann.“

    Ein wahrer Satz, und wenn die Märkte nicht durch die Obersten denn doch teilweise regulierbar wären, dann wäre es auch tatsächlich so. Allein die Tatsache, daß man, als die Wirtschaft in den 70er Jahren schon einmal am Ende war, die Regeln mit der Trennung von Gut und Geld einfach quasi umdrehte, sodaß man auf einmal durch Schulden reich, und im späteren Verlauf, wegen Systemrelevanz sogar unantastbar wurde, zeigt daß die Finanzmärkte sehr wohl mittels Regelsetzung manipuliert sind. Unnötig zu sagen zu wessen Gunsten. Das diese Regulierung nicht zu 100% gelingt ist dabei unerheblich.

    Das ist ja das perfide an diesem System, durch das Umverteilen von Verlusten und Gewinnen, erzielen Einige, das ewige Bergauf, mittels der Änderung von Regelsetzungen eben schon. Die guten ins eigene Töpfchen und die Schlechten für die Anderen.

    Was bedeutet es gerade für die Zentralbanken denn, wenn sie nicht Pleite gehen können, weil man sie nicht pleite gehen läßt? Sie können die Nationen mittels Schuldgeld Erzeugung und aufkaufen der Staatsanleihen nach und nach immer mehr übernehmen. Irgendwann können sie sagen, so, Zahltag. Dann können sie theoretisch die kompletten realen Werte der Nationen übernehmen, und machen was sie wollen. Und wenn sie so etwas wie Geldschöpfungsrechte in den 70er Jahren, sogar mit einigermaßen intaktem Staat haben einzwingen können, dann steht der totalen Finanzdiktatur ohne Staat eigentlich nicht mehr wirklich was im Wege, weil ja auch die Militärs mit Geld bezahlt werden, und dann durch sie steuerbar sind. Was man Militärisch nicht schaffte, versucht man nun mittels des Finanzmarktes. Die totale Diktatur.

    Und wie es der Film so schön zeigte, ist die Finanzwelt knallhart, tun sie nicht was von oben befohlen wird, werden sie einfach wegdiktiert.

    Natürlich denke auch ich, daß „man“ diesen eventuellen Sieg nie lang halten können wird, weil man das Leben nun mal auf Dauer nicht zwingen kann, man ist einfach nicht Gott, der sagen kann, Lebe, und es ward Leben. Das Luziferische im Menschen erhöht, und erhöht damit einfach nur weiter seine eigene Fallhöhe.

    Aber es wäre ebenso Irrtum zu glauben, daß man da vollkommen unangetastet daneben stehen können wird, und dem beim Fallen zuschauen können wird. Selbst wenn man finanztechnisch schuldenfrei ist. Denn wenn man in einer Diktatur angekommen ist, dann könnte man Schulden auch befehlen, so wie man einst erklärte ab jetzt sind Schulden Guthaben. So seltsam sich daß jetzt auch anhören mag, aber für bunte Papierfetzen Menschen zu töten, dürfte sich für einen Urzeitmenschen auch sehr seltsam ansehen.

    Wie perfide ist das denn, daß für einige Banken ihre Schulden quasi wie Guthaben wirken, weil sie Systemrelevant sind, und man sie nicht pleite gehen läßt, und sich deren Betreiber üppige Gehälter auszahlen lassen, der normale Mensch seine Schulden allerdings bedienen muß? Da würde sich doch ein Außenstehender schon ein paar Fragen stellen. Dieser Wahnsinn ist aber derzeit bei uns gelebtes Regelwerk Luzifers, denn gelebte Wirklichkeit Gottes ist das nicht mehr.

    Schöne Grüße aus dem verschneiten, aber gerade sonnigen Bremen, und da will ich jetzt auch hin, in den Schnee, die grauen Gedanken vertreiben.

  6. Alex Kreis sagt:

    Ist es denn nicht viel einfacher: die FED lässt das Schiff kontrolliert ein paar Meter sinken, gerade so weit, dass es jeder sehen kann, nur um dann mit dem Rettungsring QE4 um die Ecke zu kommen und die Schuld den Chinesen, dem Ölpreis und wer weiß wem noch in die Schuhe zu schieben. Für mich ist nur noch die Frage: wieviele Millarden werden es diesmal sein? 250Mrd.US$/Monat? Wird das reichen? Werden die anderen Zentralbanken dann gleich mitziehen? Wird es einen nachhaltigen Börsen-Effekt haben? Was passiert mit den Zinsen? Ich halte es mittlerweile sogar für möglich, dass die FED gleichzeitig QE4 und Zinsanhebungen macht. Undenkbar? Was ist heute noch undenkbar?

  7. Ernst Jünger sagt:

    Hallo Herr Gehrt!

    „Die Fehlgriffe, die zum Schwarzen Donnerstag führten, wären an den Börsen von heute unmöglich, weil seitdem die Anforderungen an den Kapitalmarkt strenger und auch die wirtschaftlichen Verhältnisse ausgeglichener sind. Die Menschen allerdings würden heute kaum weniger habgierig und leichtgläubig reagieren.“

    Aus: Der Schwarze Donnerstag. Ein Artikel von George Bull, erschienen 1982 in „Abenteuer Weltgeschichte, 2. Band“.

    Tja, damals waren die Postleitzahlen noch vierstellig, und den Leuten war offensichtlich noch bewußt, was die Ursachen für das vergangene Fiasko war. Damit scheint für mich klar: Doch! Die Leute lernen. Problem: Sie vergessen auch wieder. Was Armut, Krieg und Hunger bedeuten und wie kostbar der Frieden ist. Offensichtlich muss es erst mal wieder so richtig knallen.

    Allerdings würden hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Damals waren Menschen nicht in dem hohem Maße abhängig von Strom, Computern, Informationstechnologie, Erdöl usw. und sie lebten auch nicht, wie ein Großteil der heutigen sieben Milliarden, überwiegend in der Stadt. Und die Nutzung des Atoms war unbekannt…

    Ich empfehle die Lektüre der Drucksache 17/5672 des Deutschen Bundestages. Hier werden die Auswirkungen einer Katastrophe und die Reaktion der Bevölkerung genau dargelegt. Herrschaftswissen ganz umsonst.

    Aber trösten Sie sich, Herr Gehrt. „Die erste, geistige Erfassung der Katastrophe ist fürchterlicher als die realen Schrecken der Feuerwelt.“ Insofern doch eine nette Entschädigung für schlaflose Nächte.

    Eine warme, satte, trockene und sichere Zeit allen Lesern.

  8. Gallus sagt:

    Tja,….. zum Thema Dummbatz hätte ich da noch etwas :

    Wir ALLE haben seit Anfang der siebziger einen Ausgang aus diesem Irrsinn :
    —–Wir benutzen einfach deren Geld nicht mehr—
    Wäre dieses auch nur ansatzweise geschehen ( Tausch in EM ) könnten wir uns diese Zeilen sparen
    Die Frage ist : Was hat uns davon abgehalten ?

  9. astroman sagt:

    Lieber Herr Gehrt,

    auch wenn’s nur ein schwacher Trost sein sollte: Ich lieg manchmal am Wochenende morgens im Bett und sorge mich ganz allgemein um die Zukunft der Republik. Das fing ziemlich genau vor 4 Jahren an, als ich mich zunächst unbeschwert zum Thema Altersvorsorge einarbeitete und dabei dann hinter die Kulissen guckte – eigentlich nur weil ich verstehen wollte, was in den Produkten drin ist und wie Staatsanleihen funktionieren.

    Für’s neue Jahr hab ich mir jedoch vorgenommen, mich weniger zu sorgen. Das Große und Ganze ist eh nicht / vermutlich nie durch Vernunft zu retten. Zu groß die Massenträgheit der Systeme und die Trägheit der Massen.

    Wenn’s gut läuft, stirbt der Euro und der unfinanzierbar aufgeblähte Sozialstaat nicht mit einem Knall, sondern mit einem Flüstern. Vielleicht ist es dann wieder so ein bisschen so wie in der 50ern – nur mit Smartphones und Internet und in Farbe mit 5.1?

    Ob’s dann echtes Edelmetall-Geld anstelle des staatlichen Fiat-Falschgeldes gibt, was die Möglichkeiten zur staatlichen Fehlsteuerung, Kriegsführung und Bestrafung der Sparer und (echten) Investoren zugunsten der Verschwender und Zocker unterbindet… ich bin skeptisch. Aber drüber reden sollte man dennoch. Viel Aufklärungsarbeit stünde an und die moderne liberale Zivilisation ist noch recht jung.

    PS: „Masters“ wollte ich auch gucken, hab mich dann aber bewusst dagegen entschieden und erinnerte mich an die Worte Yodas an Obi Wan (frei erinnert): „Warum willst die Aufzeichnung Du sehen? Nur Leid und Tod Du finden wirst.“ Aber schon sehr gut, dass sich ein paar der Leute aus der Hochfinanz auch mal ausklinken und den Menschen mal reinen Wein einschenken.

  10. Santos sagt:

    Ich folge ihnen, bis auf eine entscheidende Kleinigkeit!
    Die Banker sind die Einzigen, die dazugelernt haben und zwar sukzessive und konsequent! Niemals sonst wären wir in der Lage in der wir sind und zwar ausweglos und genau daran kann man festmachen, dass ihr unterschwelliger Wunsch, diese Mafia hätte nichts dazugelernt, schlicht nicht stimmt!

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