Niemand hat die Absicht Negativzinsen einzuführen

23. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Vor einigen Tagen schloss der bei der Deutschen Bank für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstand Sewing laut dpa-Meldung Negativzinsen mit den Worten „bei uns nicht“ aus. Die zum Konzern gehörende Postbank scheint das nicht mitbekommen zu haben…

(SZ 17.08.2016) Frankfurt/Main (dpa) – Privatkunden der Deutschen Bank müssen nicht mit Strafzinsen auf ihr Erspartes rechnen. „Bei uns nicht“, sagte Privatkunden-Vorstand Christian Sewing der „Bild“-Zeitung. Der Manager erwartet aber, dass die Zinsflaute viele Institute zu Gebührenerhöhungen zwingt.

Niemand hat die Absicht … sie wissen schon wie das endet.

Die Postbank ist zu 96,8% im Besitz der Deutschen Bank. Einen gewissen Austausch der Führungsebenen sollte man da erwarten dürfen.

(manager magazin 19.08.2016) Niedrigzinsen und die Erlöskrise hat andere Banken schon längst zu den Schritt veranlasst – jetzt streicht auch die Postbank das gebührenfreie Konto.

Nun sind Gebühren noch keine Strafzinsen, jedoch sagt schon im April der Vorstandsvorsitzende der Postbank folgendes:

(finanzen.net, 18.04.2016) Viele Kunden der Postbank müssen künftig für ihr Girokonto Geld bezahlen. Die größte Privatkundenbank Deutschlands kündigte am Freitag eine Neuausrichtung ihrer Kontolandschaft und ein verändertes Preismodell an

Das mag nicht schön klingen, ist aber immerhin aufrichtiger als wirres Vertriebsgeschwafel und Ausreden von anderer Stelle. Weiter heißt es:

Auch Minuszinsen hält die Postbank für möglich: „Die Entwicklungen zeigen, dass man sich besser nicht hinstellt und etwas grundsätzlich ausschließt“, so Strauß. „Wenn die EZB von uns 40 Basispunkte für das nimmt, was wir an sie weitergeben, müssen wir als wirtschaftlich denkendes Unternehmen auch entsprechend bei unseren Kunden handeln.“

Den fett unterlegten Ratschlag hat der Kollege aus den benachbarten Glitzertürmchen offenbar nicht geschluckt.

Wie so oft darf man sich im Sektor fragen, weiß die Bank nicht, was der Vorstand macht oder der Vorstand nicht was die Bank macht. Mit der Annahme, alle Kunden wären zu blöd einen lediglich über eine Gebührenerhöhung ausgeglichenen künstlich bei Null gehaltenen Zins zu erkennen, stärkt man sich das Vertrauen in den Sektor ungemein. Man darf es nicht vergessen, ein paar hundert Milliarden für südeuropäische Banken sind dem Michel egal. Aber bei drei Mark fürs Konto wird der ungemütlich.

 

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