Nichts ist unmöglich! Zentraaaalbank!

11. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Die Leid-Zinsen wurden gesenkt, zum Leidwesen der Sparer. Es geht nicht um Ersparnisse der Leute, sondern um Banken… Diese bekommen von der EZB das Geld fast schon geschenkt. Die Sicherheiten dafür dürfen so aussehen wie getragene Unterbuxen…

Nach dem Waschen hätten diese wenigstens einen Wert, aber Notenbanken sind nicht mehr wählerisch. Sie akzeptieren Unsicherheiten als Sicherheit. Nichts ist unmöglich!

Ich bin in Eile und auf der Suche nach Geschenken. Doch was ist mein Stress im Vergleich zu denen, die Europa mit Heftpflastern und zusammen halten? Jeder EU-Gipfel als Versuch, einen Kometen umzuleiten, ging bislang schief. Politiker leiden an der Illusion, etwas bestimmen zu können, obwohl man das längst an Banken abgegeben hat.

Die arme Commerzbank. Sie hat einen Börsenwert von sieben Milliarden Euro, braucht aber fünf Milliarden neues Kapital. Wie wäre es mit einer Verstaatlichung als Weihnachtsgeschenk für alle? Gerüchten zufolge soll das Wort „Stresstest“ das Unwort des Jahres 2011 werden. Fragen Sie mal ein Atomkraftwerk. Stress mit dem Stress.

Ich überlege, ob ich meinen Freunden aus strategischen Gründen etwas Werthaltiges schenke und nicht nur ein Küsschen. Eine Silberunze kostet 28 Euro und dreimal mehr als zu besseren Zeiten. Da aber die Zahl meiner Freunde, warum auch immer, um den gleichen Faktor abgenommen hat, bleiben die Ausgaben erträglich. Auch wenn Experten warnen, ich schenke Silberunzen. Da kaum jemand so etwas kennt, eine Warnung. Sollte ihnen jemand eine Unze schenken mit einer Schnur dran, wäre ich vorsichtig. Es könnte eine Tellermine sein.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


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8 Kommentare auf "Nichts ist unmöglich! Zentraaaalbank!"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Die EZB hat am Donnerstag die Schleusen geöffnet. Sie stellt den Banken praktisch unbegrenzt, gegen virtuelle Sicherheiten, zu Niedrigszinsen und für bis zu drei Jahre Geld zur Verfügung. Sie hofft darauf, dass die Banken das Geld nehmen und damit höher verzinsliche europäischische Staatsanleihen kaufen. Auf diese Weise umgeht die EZB das Verbot, selbst Staatsanleihen zu kaufen und Staatsfinanzierung zu betreiben. Sie schaltet einfach die Banken als Strohmänner dazwischen. Ist Draghi bei der Mafia in die Schule gegangen?

    Das ist das perfekte Perpetuum mobile der wundersamen Geldvermehrung. Das geht solange gut, bis die Menschen den Betrug durchschauen und dem Geld nicht mehr vertrauen. Hoffentlich wachen die Menschen bald auf. Je länger es dauert, desto schlimmer wird der Katzenjammer.

  2. braindead sagt:

    @ Frank

    Geschenktipp gefällig?

    faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/griechische-staatsanleihen-3800-prozent-rendite-11557433.html

    soll todsicher sein

    hier fehlen definitiv Smilies (-;

    für mich die einzig spannende Frage zu welchem Kurs EM bei ner Währungsreform getauscht wird …

    • mfabian sagt:

      RE: „… Kurs EM bei (nach!) WR …“

      Eine spannende Frage, die sich natürlich nicht beantworten lässt, solange wir nicht wissen, ob die bestehenden Dollars/Euros/Franken 100:1 oder 10:1 oder 1000:1 in die neue Währung umgetauscht werden.

      Ich meine aber behaupten zu können, dass nach einer WR derart viel Geldvermögen verloren gegangen ist, dass man für seine EM schon deshalb sehr viele spottbillige Aktien bekommt, weil die meisten Menschen den Löwenanteil ihres Geldvermögens verloren haben und deshalb Aktien die geringste ihrer Sorgen sind.

      Ich weiss nicht, wie man hier Bilder reinstellt, deshalb hier der Link:

      http://img156.imageshack.us/img156/9586/snagprogram0119.png

      Unser Geldsystem ist aufgebaut wie eine Zwiebel (jetzt bitte das Bild anschauen).

      Dabei ist jede äussere Zwiebelschale von den innenliegenden abhängig.

      Wenn z.B. jemand empfiehlt, Geld abzuheben und Cash zu halten (Stichwort Banken-Konkurs), dann meint er damit, dass es den hellblauen Ring der Bankkonten zerblasen könnte.
      Er geht aber davon aus, dass Bargeld – der violette Ring – immer noch seinen Wert hat.
      Bleiben wir beim Kollaps des hellblauen Bankkontoringes, bedeutet das, dass alle äusseren Ringe ebenfalls zerstört werden. Obligationen, Derivate, Versicherungen, und natürlich der noch weiter vom menschlichen Leben entfernte Bereich der ABS, CDS, Zinsderivate etc.
      Das bedeutet ultimo ratio, dass sich dann das gesamte Vermögen des kollabierten Landes auf jene Menschen konzentriert, die in den inneren Ringen investiert sind. Also Bargeld, Gold und Sachwerte. Notabene machen diese Werte derzeit den kleinsten Teil des in Zirkulation befindlichen Geldvermögens aus.

      Wir beide gehen noch einen Schritt weiter und sprechen von einer Währungsreform und somit einem Kollaps des violetten Ringes.

      Das heisst, dass neben dem oben genannten auch Bargeld wertlos wird.

      Wir wissen aus Erfahrung, dass die Wahrscheinlichkeit für den Kollaps eines Papiergeldsystems, bei 100% liegt. Es hat nämlich bisher keines überlebt (ausser den Systemen, die wir heute haben und deren Tage gezählt sind).

      Beim Kollaps würde sich entsprechend das gesamte Vermögen in den Händer der Goldbesitzer und Sachwertbesitzer befinden!
      Das Land, der Bürger, der am meisten Gold besitzt, wird also aus der Krise nicht nur unbeschadet sondern als Gewinner hervorgehen.

    • Frank Meyer sagt:

      So viele Euronen und Prozente? Da kann eine Feuerzangenbowle nicht mithalten. Nehmt! Ich schaue gerne zu 🙂
      Apropos WR: Wer bestimmt, wie man tauscht? Bei EM wird nicht getauscht. das bestimmt man doch selber, ob man sein Blech in Papier tauscht oder nicht.
      Kommt auf die Bedingungen an. Das ist wieder eine schöne Sache für eine EXIT-Diskussion.
      oder meintest Du, wie altes Papier in neues Papier getauscht wird?

      • braindead sagt:

        hehe

        ne hast mich schon verstanden ((-;

        mich interessiert dann der Wert gegenüber was dann auch immer aktuell als Tauscheinheit nominiert wurde

        Papier brauch ich primär auf dem Klo (-;

        @fabian

        ja so sehe ich das auch

  3. pat sagt:

    Bei den Gedanken zur Verstaatlichung von Banken bin ich mir manchmal nicht so sicher wer da wen übernimmt…

  4. FDominicus sagt:

    Ich zitier mich einfach selber:
    http://fdominicus.blogspot.com/2011/12/perputtum-mobile-auf.html

    Physikalisch und finanztechnisch völlig unmöglich aber es wurde ja auch schon oft über die Quadratur es Kreises geschwafelt…..

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