ISDA: Kreditausfallversicherungen ausgelöst!

9. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Nach dem griechischen Schuldenschnitt werden jetzt die Kreditausfallversicherungen fällig.

Der Branchenverband ISDA, in dem Banken sitzen, stellte ein Kreditereignis fest. Das teilt die Organisation gerade auf ihrer Webseite mit. (LINK) Mit diesem Begriff ist ein Zahlungsausfall gemeint, der die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auslöst, mit denen sich die Halter von griechischen Staatsanleihen abgesichert haben.

Hedgefunds dürften Jubeln. Aber wer wird das bezahlen?

P.S. Hätte doch mal unser Finanzminister angewiesen, sich mit diesem Teufelszeug gegen den Ausfall dieser Anleihen abzusichern. Dann wären die alternativlosen Kredite, die jetzt bei den staatseigenen VEBanken liegen, nicht im Nichts verschwunden.

Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) und Tageszeitung „Die Welt“ soll sich der Schaden für die alternativlosen Rettungen damit auf 25 Milliarden Euro für deutsche Steuerzahler belaufen. Wir bleiben dran….

 

 

 

 

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6 Kommentare auf "ISDA: Kreditausfallversicherungen ausgelöst!"

  1. crunchy sagt:

    Wie sieht die Rechnung bisher für Schäuble aus?
    (…Sind ja nur Garantien!): Garantiezins nicht mal 400 Mio (380), direkt an Ausfall (s.o.) 25 Mrd.(Bad Bank der HRE).
    Was ist mit der Bad Bank der WestLB? Hä?
    Und dann noch die Steuern auf die entgangenen Gewinne?
    Ergo: So´n mittleres, zweistelliges Sümmchen, für´n Anfang!
    Wenn ich doch nur meine Rente versilbern könnte!

    Langsam nehme ich es Ihnen persönlich übel, Frau Doktor!

  2. Kintao sagt:

    Des interessiert doch jetzt auch keinen mehr, ob die CDS gezogen werden oder nicht. Man siehts ja. Keine Reaktion am Markt.

  3. Bankhaus Rott sagt:

    In der EU-Kommission wäre die Entscheidung vermutlich anders ausgefallen, vorher aber mehrmals vertagt worden um auch in allen europäischen Hauptstädten ein Treffen abzuhalten. Das Ergebnis hätte wie folgt gelautet:

    – Nur weil jemand seine Schulden nicht zurückzahlt, heißt das nicht zwangsläufig, dass jemand der sich dagegen versichert hat, dass jemand seine Schulden nicht bezahlt, auch ausgezahlt wird.

    Dabei findet ein aus dem Alltag bekanntes Prozedere Anwendung, das so genannten „Hausrat gehört nicht unbedingt zum Hausrat“-Prinzip der Assekuranzen.

    Beim nächsten Treffen wollen die EU-Kommissare übrigens darüber beraten, ob unter den sieben Toren, die Barcelona gegen Leverkusen erzielt hat, einige tatsächlich als Gegentor aus Sicht des deutschen Clubs gewertet werden sollen. Mit einem Ergebnis wird nicht vor 2017 gerechnet.

  4. DukeNukem sagt:

    Wer weiß wie viele CDS over the counter gehandelt wurden, wo jetzt noch kein Schwein was von weiß! Bin schon mal gespannt was am Montag so los ist!

  5. FDominicus sagt:

    Na endlich, wurde auch höchste Zeit. Ich hoffe es schwirren möglichst viele CDS herum die nun bezahlt werden müssen. Wer es im Ende bezahlt ist schon klar, da es mit Sicherheit systemrelevante Banken betrifft alle. Und wieder die wunderbaren Auswirkungen der Eingriffe der diversen Monopole.

  6. Bankhaus Rott sagt:

    @All

    An Griechenland-CDS stehen insgesamt rund 70 Mrd. USD aus, nach dem Netting der Risiken verbleiben netto rund 3 Mrd. USD.

    Interessant wird es, zu sehen, wer die Ausfallrisiken versichert hat. Da europäische Sovereign CDS sinnvollerweise in Dollar abgeschlossen werden, haben viele europäische Banken vor den USD Swap-Linien der Fed diese Risiken versichert, um so an quartalsweise Prämienzahlungen in der amerikanischen Währung zu kommen. Zudem kann über die CDS die Risikoprämie verreinnahmt werden, ohne die Käufe zu finanzieren, wie das bei Anleihen der Fall ist. Somit ist der Verkauf der Sicherung (sell protection) via CDS auch für Banken mit hohen Finanzierungskosten möglich. Inwiefern auch europäische Banken bei Griechenland CDS als Sicherungsgeber engagiert waren, wird sich zeigen.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

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