Neues vom Gold, Altes vom Finanzvertrieb

26. Januar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek)

Am vergangenen Donnerstag und Freitag erwischte es die Kurse der Edelmetallaktien im Handel von New York und Toronto vorübergehend ziemlich heftig, mehr als die ebenfalls abwärts gerichteten Preise von Gold und Silber selbst…

So eine Entwicklung zeugt gewöhnlich davon, dass die beiden Preise den Aktienkursen folgen werden, jetzt also nach unten. Das ist zwar nicht von der Hand zu weisen, wirft aber die Frage auf, ob man dieses Szenario auch auf mittlere bis lange Sicht ernst nehmen soll. Wie immer in solchen Fällen, bietet sich eine auf Fakten basierende Analyse an, hier am Beispiel des Goldes:

Statistiken belegen, dass langfristig orientierte Anleger am Gold festhalten und zwischenzeitliche Rücksetzer für Zukäufe nutzen, während spekulative Kurzfristanleger sich bereits zum größten Teil vom Gold verabschiedet haben.

In diesem Zusammenhang ist davon auszugehen, dass der weit überwiegende Teil der Anleger, die Exchange Traded Funds (ETF) für den Goldkauf bevorzugen, dies auf lange Sicht tun.

Anleger, die Gold vorzugsweise in Form von Barren und Münzen kaufen, haben in einigen Ländern für Absatzrekorde gesorgt; eine Gegenbewegung ist nirgendwo zu erkennen.

Schwellenländer mit blühender Konjunktur – ohne China, weil es von dort noch keine verlässlichen Daten gibt – haben zuletzt offiziell über ihre Zentralbanken gut 400 Tonnen Gold pro Jahr gekauft und werden spätestens 2015 rein rechnerisch ein Fünftel der weltweiten Minenproduktion aufnehmen. Was privat über den Tresen gegangen ist, dürfte erfahrungsgemäß auch nicht ohne sein.

Gold als Schutz vor viel zu hoher Staatsverschuldung weltweit und vor drohender Inflation ist vorübergehend aus den Schlagzeilen der Mainstream-Medien verschwunden, ohne dass sich bei den Schulden etwas gebessert hätte, im Gegenteil.

Japan hat entschieden, die Welt massiv mit Geld zu fluten. Dieses bahnt sich seinen Weg in Richtung Sachwerte. Davon profitiert auch Gold, weil die Flutung zu negativen Realzinsen führt, also zu Zinsen, die nach Abzug der Inflationsrate mit einem Minus versehen sind.

Würden die anderen führenden Wirtschaftsnationen dem japanischen Beispiel folgen und ihren ohnehin schon ausufernden Flutungsaktionen weitere folgen lassen, dürfte der Goldpreis über kurz oder lang durch die Decke gehen.

Interessant ist, dass beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, einem Jahrmarkt der Eitelkeiten, Gold praktisch keine Rolle spielt. Dieses Mal blieb es dem Spekulanten und selbst ernannten Wohltäter George Soros vorbehalten, den zuletzt arg strapazierten Begriff vom Währungskrieg zu thematisieren. Und die Bedeutung des Goldes in diesem Kontext? Fehlanzeige, hat mir mein Informant vor Ort gemailt und hinzugefügt: offizielle Auftritte langweilig, Kamingespräche ok, aber leider nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Nur so viel: Niemand weiß wirklich, wie die Weltwirtschaft, außer durch das Fluten mit ganz viel Geld, am Laufen gehalten werden soll – ein weiteres Plädoyer für Gold… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Neues vom Gold, Altes vom Finanzvertrieb"

  1. golddigga333 sagt:

    Bleibt abzuwarten wie das alles weiter gehen soll und wie lange es noch dauert bis der Große Crash kommt.

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