Neues Jahr, es bleibt wie es war

7. Januar 2018 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wie gut, dass die Fachleute noch 2016 vor Donald Trump als „Gift“ für die Wirtschaft warnten. Seit seiner Amtseinführung stieg der Dow Jones um 34 Prozent auf jetzt über 25.000 Punkte…

Trump meinte, es läge nur an ihm und die 30.000 Punkte wären die nächste Station. Man stelle sich nur für einen Moment vor, unsere Noch-Kanzlerin würde DAX-Prognosen machen.

Doch wer weiß, was Herr Trump alles so raucht. Apropos, die Marihuana-Aktien stehen gerade hoch im Kurs, nachdem in Kalifornien Cannabis legalisiert wurde. Der nordamerikanische Marihuana – Index (was es nicht alles gibt!) bestehend aus 37 Unternehmen, hat sich in wenigen Wochen verdoppelt, vergleichbar mit dem Bitcoin und den anderen Kryptowährungen, die wie der Rauch eines Joints in die Luft gingen.

Nein, langweilig wird es auch 2018 nicht. Dagegen sieht der DAX fast schon gelangweilt aus. Freuen dürfen sich hingegen die 80 Chefs der DAX- und MDAX-Unternehmen. Bei einem Stundenlohn von durchschnittlich 840 Euro hatten sie nach nur dreieinhalb Arbeitstagen so viel verdient wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im ganzen Jahr. Sehr bald schon, also Ende Juli, feiern dann die kleinen Leute dann ihren Steuerzahlergedenktag. Ab dann dürfen sie in ihre eigene Tasche arbeiten.

Und nicht, dass jemand mit etwaigen Überschüssen Unsinn anstellt, sorgt „MIFID2“, als ein weiteres bürokratisches Monster für mehr Verbraucherschutz in der Finanzanlage. Das kostet Zeit, Nerven und Milliarden, bringt aber wenig, außer den Sesselfurzern, Pardon, Sessel-Flatulenzlern einen krisensicheren Job in ihrer Bürokratie-Blase, in der sie gut und gerne leben.

Dieses neue MIFID2-Gesetz soll die Verbraucher schützen, aber wer schützt diese eigentlich vor sich selbst? Davon findet man nichts auf den nur 10.000 Seiten, wo festgehalten steht, was sein darf und was nicht. Die Bibel ist da doch wesentlich verbraucherfreundlicher.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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