Neue Runde, altes Spiel

4. Januar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Willkommen im Jahr des Mindestlohns von 8,50 Euro! Das waren früher mal rund 17 D-Mark, als wir noch bessere „Geldhüter“ hatten als heute. Damit ließ sich gut leben und auch noch etwas sparen. Aber heute?

Das Jahr ist noch jung und völlig verrückt, da warnte EZB-Chef Mario Draghi in einem völlig zufällig in einer dünnen Nachrichtenzeit erneut vor fallenden Preisen. Hilfe! Stellen Sie sich nur mal für einen Moment vor, die Preise wären stabil oder sie würden sogar fallen – eine Katastrophe für Leute mit wenig Geld. Gleichzeitig riecht die Börse den Braten – bzw. auch 2015 den Öldampf aus der Druckerpresse. Jeder Experte geht davon aus, der DAX könne gar nicht mehr fallen. Und am Freitag fiel er doch.

Wenn Geld so einfach herzustellen ist…. Wozu arbeiten wir eigentlich, wenn die EZB Geld wie Rumpelstilzchen aus dem Nichts spinnt? Und weshalb fordert Frank-Jürgen-Weise, der Chef der Bundesanstalt für Arbeitslosigkeit, als Neujahrs-Gag freiwillig bis 70 zu arbeiten, wegen des Fachkräftemangels für 8,50 Euro Stundenlohn. Suchen Jobs eigentlich Fachkräfte oder Fachkräfte Jobs?

Meyers Money-Fest: Über den täglichen Wahn und Sinn an den Kapitalmärkten

Oh Gott! Griechenland wählt schon wieder, was demokratisch scheint, aber doch nicht die Linken! Brüssel ist empört. Das Kapital auch. Hoppla! Der Euro steht jetzt so tief wie seit Mitte 2010 nicht mehr. Damals bei 1,20 musste man ihn retten. Auf dem gleichen Niveau ist er heute aber gut für die Wirtschaft. Könnte man sich mal bitte einigen? Oder waren die 1,20 damals nur ein Albi für politisches Handeln? Ex-EZB-Chef Jürgen Stark sagt, dass Griechenland seit 2010 faktisch mehrfach insolvent war. Respekt vor dem Mut nach dem Ausscheiden aus der EZB!

Übrigens, auf den Rekord von einer Billion Euro gestiegen ist der Bargeldumlauf in Europa – nicht etwa weil Litauen als 19. Land dem Euro beigetreten wurde… Angeblich bunkern die Leute das Geld zu Hause, frei nach dem Motto „Bares ist Wahres“. Dieses Wahre ist auch nur eine Illusion. Werden wir für diese Illusionen bald Gebühren zahlen? Wenn ja, gibt es einen kurzen Aufschrei und alles geht gewohnt weiter. Bleiben Sie gesund, fröhlich und vor allem liquide.
© Frank Meyer, Kolumen aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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4 Kommentare auf "Neue Runde, altes Spiel"

  1. bluestar sagt:

    Natürlich suchen Jobs Fachkräfte. Die Stellenangebote für Leute über 60 nehmen turboartig zu wie Stabilität, Wohlstand und Demokratie die in der EU.
    Für Frank-Jürgen-Weise – typischer Vertreter der aktuellen politischen Klasse Deutschlands.
    Keine Ahnung, kein Rückgrat, kein Mut, dafür immer kühne Ratschläge die nur andere Menschen betreffen.
    Damit auch solchen Behinderten noch im realen Leben geholfen werden kann hier mein Vorschlag: Sofort Arbeit in der freien Wirtschaft und mal lernen Geld durch eigene Leistung selbst zu verdienen.
    Aber wer nimmt schon solche Leute ?

  2. stonefights sagt:

    Diesen Beitrag finde ich persönlich grandios geschrieben !
    Einfach klasse…Danke !
    lg, stonefights

  3. Charly W. sagt:

    Genau richtig beobachtet. Ab 45 wird es eng, ab 50 haben hochqualifizierte keine Chance mehr im Merkelland. Da bleibt nur die Selbstständigkeit die ich bis 63 dann gut durchgehalten habe, vorzugsweise im Ausland mit Linksverkehr. Für die Presse habe ich nur noch Verachtung wie auch für die Selbstversorger in den Parteien.
    Danke für den Kommentar, wir sind viele, und das sollten die bald merken!

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