Neue falsche Fuffziger

6. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Mit viel Pomp und Gloria wurde am Dienstag der neue 50 Euro-Schein in Umlauf gebracht. Was gab es eigentlich zu feiern? Ein altes Stück Papier wurde durch ein neues ersetzt. Wo bitte ist der Unterschied? Es gibt keinen…

… außer die sogenannten neuen Sicherheitsmerkmale. Fragen Sie mal die Leute da draußen. Niemand wird Ihnen diese erklären können. Und die arme „Europa“ als Mythosfigur lächelt oder schmunzelt weiter vom Schein herab. Man erkennt sie erst, wenn man den Schein kippt. Etwas zynisch wirkt es schon, wenn der Euro kippt, kommt Europa erst zum Vorschein. Doch halten wir uns hier nicht weiter auf.

Das neue Geld soll fälschungssicher sein. Ich muss lachen! Für mich ist es gefälschtes bzw. kopiertes Geld, wovon es immer mehr gibt. Man braucht es doch je nach Bedarf bloß durch den Kopierer jagen. Moment, der Euro wird gedruckt. Das macht mehr her. Es ist schon essentiell, wer ihn vervielfältigen oder vervielfachen darf. Viel hilft ja bekanntlich viel. Nicht wahr?

Als wir 2002 den Euro bekamen, waren 221 Milliarden Euro bar im Umlauf. Jetzt sind es schon 1,3 Billionen Euro, die Billionen an Elektro-Euros nicht mitgerechnet. Die Hälfte des bargeldes sind 50er, falsche 50er. Wer Geld aus dem Automaten holt, der riecht schon seit geraumer Zeit, dass es frisch aus der Druckerpresse kommt. Man kann sich kaum vorstellen, in welcher Geschwindigkeit diese Scheine inzwischen gedruckt werden.

Diese zehn Milliarden der neuen 50er wiegen rund 10.000 Tonnen, wenn ich mich bei diesen vielen Nullen nicht verrechnet habe. Stapelt man diese 50er aufeinander, wären das 1.100 Kilometer, also die Strecke von Frankfurt nach Mallorca. Diese 50er sind wie alle anderen Geldscheine durch nichts gedeckt als durch Vertrauen. Das geht schon in der Schule los. Genau betrachtet, sind diese Scheine aus Baumwolle. Ein Kilo davon kostet auf dem Weltmarkt aktuell 1,55 Euro. Daraus lassen sich damit gerundet 1.000 Scheine oder 50.000 Euro drucken. Der Wert dieser Scheine beträgt aber nur 1,55 Euro. Der Preis ist ein anderer. Jedoch dürfte der Brennwert durch Holz billiger abgedeckt werden können.

Dass diese Bauwolle Geld sei … wird den Leuten schon in der Schule erzählt und in der Öffentlichkeit so oft wiederholt, bis aus einer Lüge eine Art von Glaube geworden ist – so fest wie eine Burg. Und das ist nicht das einzige Thema, wie heute seltsame Wahrheiten produziert werden.

Richtiges Geld ist nicht nur Zahlungsmittel und Recheneinheit, sondern auch noch Wertspeicher. Doch dafür taugt auch der neue 50er nicht. Schauen Sie, was man für einen 50er zur Euroeinführung kaufen konnte und vergleichen das mit mit dem, was man jetzt dafür bekommt. Der Euro ist kein Geld per Definition. Er taugt zwar für den Alltag, aber nicht für die Zukunft. Um die Kaufkraft zu erhalten muss man ihn in etwas tauschen, was nicht sofort vom Winde verweht werden kann.

Manche meinen ja, die D-Mark war das bessere Geld. Sie war zwar aber auch nur Fiat Money, also Geld aus dem Nichts. Von 1950 bis Ende 2000 ist der Bargeldumlauf in Deutschland von einst 8,5 Milliarden D-Mark auf 274 Milliarden DM gestiegen. Allerdings drückte sie die Währung die Gegebenheiten unseres Landes aus und die Bundesbank hatte darüber zu entscheiden. Was aber hat die Bundesbank heute noch zu sagen? Ihre Stimme im EZB-Rat wiegt so viel wie die Stimme von Malta oder der südlichen Weichwährungsländer.

Damit beinhaltet der Euro sämtliche Schieflagen anderer Länder, mit denen wir es über die Währung ganz automatisch mit zu tun haben. Unsere Währung ist heute ein Ausdruck einer Art von Geiselhaft, in der uns unsere Regierung hineingebracht hat und aus der wir nicht mehr herauskommen. Am Ende zählt, die vermeintliche Kaufkraft des eigentlich wertlosen Papiergeldes in etwas Besseres umzutauschen. Man kann ja mal kurz nach Venezuela schauen. Dort hatte Papiergeld noch nie einen Wert. Einen Preis inzwischen auch nicht mehr.

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Ein Kommentar auf "Neue falsche Fuffziger"

  1. Diederich Heßling sagt:

    Ja, welch wunderbarer Geld-Schein…er scheint wie Geld zu sein…
    Der Wert ist wie beschrieben ca. 0,15 €-Cent…
    Die DM war bis Anfang der 70er doch etwas wert! 5 Mark waren 7 g Feinsilber wert, immerhin heute
    3,85 €.
    Damit sind meine geliebten 5-Markstücke gerade das 33.333-fache eines neuen (oder alten) 50-€ Scheins wert. Immerhin!!!
    Mein Ratschlag: statt 50 € Scheine lieber Silber (oder Gold) kaufen. Ich für mein Teil benutze dieses Falschgeld jedenfalls nur noch im Notfall. Und wir alle nicht mehr lange…

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