Frage der Woche: Steuern: Weg mit den Ausnahmen?

19. September 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Alle Jahre wieder wird Deutschland von der Debatte um ein vereinfachtes Steuersystem heimgesucht. Die mit einem solchen System einkehrende Transparenz ist vielen Parlamentariern ein Dorn im Auge. So wird das Thema erst verdünnt und dann in der grauen See fader TV-Shows verklappt. Es grassiert eine gefährliche Transparenzallergie.

Der derzeit bekannteste Vorschlag zur Bereinigung des Steuersystems  stammt von Herrn Kirchhoff. Wesentlicher Faktor eines einfachen Ansatzes könnte die Streichung aller Ausnahmeregelungen sein. Warum dies ungerecht und problematisch sein soll, erschließt sich dem Betrachter nicht sofort. So darf man davon ausgehen, dass ein Staat weiß, welche Summen er in einem Jahr an Lohnsteuer eingenommen hat und welche Summen zurückerstattet wurden. Sollte das nicht der Fall sein, wäre ein Überdenken der Vertrauenswürdigkeit der staatlichen Buchführung angeraten.

Ein einfacher Ansatz würde nun beispielsweise darin bestehen diese Summe auf alle Arbeitnehmer zu verteilen und den Steuerfreibetrag anzuheben, so dass jeder Bürger die gleiche absolute Entlastung hätte. Alternativ kann natürlich auch an den Steuersätzen gebastelt werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ein Blick auf die Steuerbelastung einiger Gehaltsklassen. Die Abgabenquote steigt erst rasch, dann auch durch die Kappung der Sozialbeiträge bei Gutverdienenden sehr flach an. Gründe zum Wehklagen gibt es bei den sehr hohen Gehaltsstufen wohl kaum. Sicher schmerzt es, wenn auf dem Gehaltsbriefchen €450.000 an den Fiskus gehen. Das Schmerzensgeld in Form eines Nettogehaltes von mehr als einer halben Million sollte aber über diesen schweren Jammer hinwegtrösten. Keine Sorge, wenn sich ihr Mitleid in Grenzen halten sollte. Lassen Sie sich diesbezüglich keine kommunistischen Neigungen andichten.

Von Bedeutung ist die Summe der gezahlten Steuern auch, weil sie einfach gesagt die Grenze der potenziellen Steuerersparnis festlegen. Jemand der mit 50.000 durchaus gut verdient, hat hier einen Spielraum von rund €10.000. Für ein Großinvestment in Medienfonds mit dem maßgeschneiderten Abschreibungsmodell nicht wirklich interessant. Bei höheren Beträgen sieht das anders aus.

Argumente gibt es für die Beibehaltung der Ausnahmeregelungen wie für die Abschaffung. Die Frage nach der Abschaffung sollte man naturgemäß nicht unbedingt der Lobby der Finanzbeamten oder dem Steuerberaterbund stellen. Daher stellen wir die Frage Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Keine Steuerberatung mehr, keine Steuerklärung, mehr netto aber keine Abschreibungsmöglichkeiten mehr? Weg mit den Ausnahmen?

Wie immer freuen wir uns auf eine Diskussion im Kommentarbereich!

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

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19 Kommentare auf "Frage der Woche: Steuern: Weg mit den Ausnahmen?"

  1. holger sagt:

    Moinsen

    ganz klar… hinfort mit dem ganzen Krams. Da bin ich aber sowas von lieberal, liberaler gehts schon gar nicht mehr. Aber und wie immer ein Aber: Das kann man einen ordentlichen Deutschen nicht beibringen, dass er sich nicht Quälen lassen müsste. Ich schreibe schon lange, dass dieses Deutschland ein Steuerparadies werden sollte. Aber nein, das geht nicht. Man trifft auf erbitterten Widerstand. Eine einzige Steuer die jeder zahlt, unabhängig vom Einkommen oder Gewinn, scheint zu einfach zu sein. Wenn man dieses System von Grund auf neu strukturiert, gäbe es auch keine „Schwarzarbeit“ mehr.

    Da ich mal ein wenig BWL lernen durfte, darunter auch das Steuerrecht kann ich nur sagen, dass dieses System an der Grenze zum Wahnsinn sich befindet. Das betrifft die direkten, wie auch die indirekten Steuern und Abgaben.

    Die einfachste Lösung wäre: Einkommen und/oder Gewinn bleiben grundsätzlich Steuerfrei. Nur die Ausgaben werden besteuert, also die Geldbewegung von A nach B und zurück. Eine Art Mehrwertsteuer auf das Geld und nicht auf das Produkt. Dieses Geld könnte dann über die Banken direkt an Schäuble überwiesen werden. Alle anderen Sachen sind nicht mehr drin. Auch die geliebte AfA (Abschreibung für Abnutzung) nicht mehr. Auch die Umsatzsteuer ist nicht mehr verrechenbar. Jeden zehnten des Monats guckt mich immer diese blöde Elster an und will mit Zahlen gefüttert werden. Geht mir das auf den Keks.

    Das der Staat im Waxdummswahn nicht erkennt, dass eine direkte Besteuerung der Einkommen/Gewinne sein Waxdummsbeschleunigungsgesetz abbremst, ist für mich unbegreiflich. Der Staat kommt doch so oder so momentan über die Märchensteuer irgendwann an das Geld. Ist nur eine Frage der Zeit.

    Würde der Staat das Steuerrecht ändern, dann würden ganz viele aber mit dem Nichtstun in Berührung kommen. So denn… kann man sagen: „sozial ist: was Arbeit schafft“. Wo kämen wir denn hin, wenn es Einfach wäre? Nicht auszumalen. Und der Däke wär auch seinen Job los.

    LG wiadG

  2. Reiner Vogels sagt:

    „Alle Jahre wieder …“

    Es wird keine substantielle Vereinfachung der Einkommensteuer geben. Der Grund ist ganz einfach: Mit den diversen Ausnahmeregulungen, Sonderabschreibungsmöglichkeiten, Freibeträgen etc. hat die Politik ein jederzeit nutzbares Manipulationsinstrument in der Hand, mit dem sie ihre geradezu manische Regulierungswut austoben kann.

    Nichts ist ja dem Politiker so sehr zuwider wie die Freiheit der Bürger. Wenn der Bürger mündig ist, selbst zu entscheiden, was er tut und was er lässt, insbesondere, wie er sein selbstverdientes Geld verwendet, dann wäre ja die für das Selbstbewusstsein der Politiker fürchterliche Konsequenz unabweisbar, dass 90% ihrer Tätigkeit überflüssig ist.

    Deshalb wollen die Politiker die Werkezeuge für ihre Regelungswut behalten. Das schmeichelt ihrem Ego. Das befriedigt ihre Eitelkeit und verleiht ihnen das befriedigende Gefühl, dass sie doch ach so wichtig sind.

  3. auroria sagt:

    Ganz klar: Weg mit dem Dreck (Ausnahmeregeln).

    Ich möchte gar nicht wissen, wie die obige Tabelle nach der Manip – äh – Gestaltung durch den Steuerberater aussieht. Effektiv werden die Oberen Einkommen deutlich weniger % abgegen müssen, als die Mittelschicht.

    Parallel zur Abschaffung der Ausnahen, gehören aber gleich auch die Sozialabgaben angepasst:
    Weg mit den Beitragsbemessungsgrenzen, jeder muss einzahlen.
    Wer sich privat zusätzlich versichern will, der kann das ja gerne tun.

    Das nur noch Mwst. Modell von holger gut in der Theorie.
    Bei der praktischen Umsetzung käme aber würde die Mwst. stark steigen und wenn unsere Nachbarn das nicht auch machen, dann wird niemand mehr ein Auto in Deutschland kaufen und in den Grenzregionen müssen die Strassen ausgebaut werden …

    • holger sagt:

      auroria

      nein, nicht falsch Interpretieren. Ich rede von einer MwSt. auf Geldüberweisungen unabhängig vom Produkt. Quasi die Finanztransaktionssteuer oder meinetwegen auch Tobin-Steuer. Ich rede nicht davon, dass ein Auto teuerer werden muss, sondern, dass auf das Auto keine Märchensteuer erhoben wird. Dh. die Produkte werden Netto angeboten und verkauft. Ausgaben und Einnahmen in der Umsatzsteuer und deren Verrechnung entfallen. So werden Endkonsumenten und Betriebe entlastet. Der Vorsteuerabzug fällt komplett weg.

      Wie hier auch schon angeklungen, sollten die SV nur noch einen Grundsockel betragen, der über die Steuern finanziert wird, und nicht über die Beiträge. (Beitragsbemessungsgrenze) alles andere kann dann Privat erfolgen.

      Gibt noch viele andere Möglichkeiten. Aber wie hier auch schon angeklungen, der Michel bekäme zu viele Freiheiten.

  4. EuroTanic sagt:

    Warum soll man Arbeit überhaupt besteuern? Das ist grundlegend falsch. Alle Steuern müssen abgeschafft werden und durch eine direkte Steuer auf Waren und Dienstleistungen ersetzt werden. Dann haben wir mit dem Kauf von Dienstleistungen und Produkten endlich eine direkte Demokratie. Dann kann der Bürger durch Konsum bestimmen, was mit seinen Steuergeldern passiert.

  5. KommissarSchneider sagt:

    Ich hoffe das dieser Traum bald mal wahr wird. Ein radikal vereinfachtes Steuersystem ohne Ausnahmeregelungen. Was nützt ein hoher Steuersatz für Reiche wenn diese sich mit Hilfe hochbezahlter Steuerberater wieder arm rechnen können.

    Steuerberater und Co. existieren nur weil ein Gesetz unnötig kompliziert ist. Verrückte Welt. Da hat sich um die Steuergesetzgebung ein Speckgürtel an Nutznießern gebildet der hart daran arbeiten wird das ihr Privileg erhalten bleibt. Ich würde Herrn Kirchoff wählen wenn er eine Partei gründen würde. Vielleicht passt er ja auch zu den Piraten? Oder zu DIE PARTEI.

    Man kann vielleicht dem kleinen Finanzbeamten es gar nicht so übel nehmen das er sich an ein kompliziertes Finanz/Steuersystem klammert, denn dadurch wird ihm ja sein Einkommen ermöglicht. Wahrscheinlich erkennen viele aus diesem Bereich die eigentliche Sinnlosigkeit ihres Arbeitsplatzes aber nun ja, jeder braucht ein Einkommen…

    Andreas Popp hat mal gesagt, niemand streikt für seinen „Arbeitsplatz“ sondern die Leute streiken für ihren „Einkommensplatz“!

    Das heißt wenn man den Menschen ein kleines bedingungsloses Grundeinkommen garantiert, könnten die Leute aus ihrem sinnlos geworden Arbeitsplatz, der ja nur ein Einkommensplatz ist heraus.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo Kommissar Schneider,
      kombiniere, kombiniere….zum BGE dito. Damit wären viele unserer Probleme gelöst. Der Weg dorthin wird, so befürchte ich schmerzlich sein —- müssen.

      Das könnte man auch als eine Art Bodenrente finanzieren. Erhoben werden unterschiedlich hohe Abgaben auf den Besitz von Land. Je nachdem, ob man drauf wohnt, oder der Tischler tischlert, oder ein Konzern wie VW Werte schöpft. Da wird ganz unten abgeschöpft.

      Weiß nicht, wer das mal erdacht hat. Scheint mir jedoch ein reizvoller Gedanke.

      VG aus Sachsen

  6. Zaubrberg sagt:

    Zunächst kann der Staat doch mal sein eigenes Geld drucken statt es von den Banken zu leihen und 45Milliarden an Zinsen zu bezahlen. Die Macht dazu hat er doch, oder etwa nicht?
    Verbrauchssteuern benachteiligen die ärmsten, nein, einkommensabhängig müssen die Steuern schon sein.
    In die Sozialsysteme müssten alle einzahlen, auch das spart ne Menge Steuern, da insbesondere die Rentenversicherung immmer stärker steuerfinanziert werden wird, wenn sich dort nichts ändert.

  7. holli sagt:

    muss Holger recht geben. Weg mit den Einkommen- und Ertragssteuern. Ich arbeite in dem Fach und kann sagen, dass selbst Steuerberater, die damit Geld verdienen nicht wirklich glücklich mit dem Steuerrecht sind.
    Zudem bringt dieses kompliezierte Recht nur Nachteile gegenüber Ausland. Warum, weil es Länder gibt in denen geringere Einkommen- und Ertragsteuer anfallen als bei uns. Würde man diese abschaffen, wäre das „ein Gewinn für den Standort Deutschland“ um es mit der Sprache der Politiker zu halten.

    Dafür sollte die Umsatzsteuer umstrukturiert und erhöht werden. Zudem sollte bei der Höhe der Umsatzsteuer die Herkunft der Waren und Dienstleistungen berücksichtigt werden. Inländische Produkte und Dienstleistungen sollte begünstigt werden und ausländische Produkte je nach Herkunftsland höher besteuert werden (z. B. China 300% des normalen Satzes, USA 150%, EU 100% etc.) je nachdem mit welchen „Regeln“ dort gespielt wird. Somit würden die Produkte einen vergleichbaren Nenner finden und inländische Produkte mehr nachgefragt werden. Nachteil daran wäre, dass dadurch alle Preise steigen würden.

    Deshalb muss auch die Sozialversicherung völlig umgebaut werden, sonst bringen obige Umstellungen nichts.

    Zudem müsste mehr Kaufkraft geschaffen werden.
    Mit dem jetzigen Steuerrecht werden Arbeitsplätze regelmäßig verbrannt und nicht neu geschaffen, somit geht auch Kaufkraft verloren.
    Da finde ich das Bandbreitenmodell von Herrn Gastmann sehr interessant, das er in seinem Buch die Geldlawine vorstellt. Dort soll jeder inländische Arbeitsplatz, der ein Mindestgehalt von X € geschaffen wird, durch Steuerersparnis bei der Umsatzsteuer gefördert werden.

    Möglich wäre viel, aber leider leider ist das alles nur Wunschdenken!!!

  8. Fnord23 sagt:

    Vorsicht-Ironie:

    Sind hier alle Jeck? Wisst Ihr, was Ihr da fordert?

    Freiheit für die Bürger? Steuern mit max. 3 Arten erheben? Die Steuerlast runter? Das zieht eine grundlegende Veränderung im gesamten System nach sich. Kranken/Rente, AL, Bildungssytem, etc…

    Das schlägt Wellen bis Brüssel, wenn das Geld zur Verteilung fehlt. Die Politiker sind plötzlich für die Industrie uninteressant. Bei denen sind dann keine Subventionen mehr zu holen. Die müssten dann mit echten Programmen punkten, weil auch zur Wahl keine Steuergeschenke mehr für die Bürger möglich sind. Das begreifen doch eh nur wenige, dass sie sich selbst beschei..en und beschenken.

    Dann sollen die Bürger plötzlich selbst entscheiden? Huuu – Freiheit kann so anstrendend sein.

    Das riecht auch schon wieder verdächtig alles nach Marktwirtschaft. Seid Ihr des Teufels.

    Nee, nee, das wird nix. Hier muß zusammenleben, was nicht zusammen gehört.

    Da gibt es die, die selbst denken. Und es gibt die anderen, die lieber denken lassen. Das ist doch ok.
    Das Problem ist, das sowohl die einen im System der anderen leben müssen. Und umgekehrt.

    Lösung: Huxley`s „Neue Welt“ oder auch schön dargestellt in „Matrix“
    Die, die raus wollen dürfen raus. Das ist der Deal im 3. Teil.

    Ziehen wir halt nach New Mexiko ins Reservat! Wer kommt mit?

    VG aus Sachsen

  9. Takuto sagt:

    Ich sehe, die genannten Vorschläge gehen in komplett unterschiedliche Richtungen, Einigkeit gibt es überhaupt nicht. Auch das ist ein Grund, warum alles so bleibt, wie es ist. Über den Status Quo beklagen sich die wenigsten.

    Und die Merkel mit den irren 25% Höchststeuersatz von Kirchhoff wird bei der nächsten Wahl ganz zu recht auf ein neues auf Härteste abgestraft werden.

    • Bankhaus Rott sagt:

      @takuto

      Über die Höhe der Steuersätze lässt sich diskutieren, keine Frage. Es gibt allerdings einen Punkt, den man mit dem Steuersystem nicht ändert. Wer 200.000 brutto hat, wird mehr netto haben als derjenige mit 50.000. Auch über angemessene Gehälter kann man streiten, diese sind allerdings ein anderes Thema. Ein Steuersatz von 25%, der bezahlt wird, dürfte deutlich höher liegen als in vielen Ohren wohlklingende „Reichensteuern“, die durch Ausnahmen konterkariert werden.

      Bezüglich der Steuerausnahmen, haben wir eher das Gefühl, dass sich sehr viele über den status quo beklagen. Dies sind oft Menschen, die das System als ungerecht empfinden und gerade nicht zu den sehr gut verdienenden Bürgern gehören.

      Eine schöne Idee wäre es doch, für ein Jahr alle Ausnahmen auszusetzten. Wäre doch mal interessant…

      • Fnord23 sagt:

        Hallo Herr Ponzi,
        …Wer 200.000 brutto hat, wird mehr netto haben als derjenige mit 50.000. ….

        Na das will ich doch hoffen! Und trotzdem zahlt er mehr Steuern, weil ja eben 25% auf alles.
        Wenn sämtliche Sonderregelungen wegfallen, weil der eine seinen Pudel nicht mehr absetzten kann, der angeblich das Firmengelände bewacht und der andere Kinderbetreuungskosten usw., dann ist das doch ok.? Betrifft mich auch.

        Dann sind natürlich eine Menge Steuerrater al. Und? Da werden eh keine Werte geschöpft. Und deren Dienstleistung hat sich ja nicht auf natürlichem Weg entwickelt, sondern ist künstlich durch den bürokratischen Staat erzwungen worden.

        Ich denke, da ist Einiges vorbereitet, über das wir uns hier den Kopf zerbrechen.

        VG aus Sachsen

        • Bankhaus Rott sagt:

          @Fnord

          Ja, die Aussage mit den Gehältern bitte nicht falsch verstehen! Es geht uns darum, dass es manchmal so wirkt, als sollten als ungerechtfertigt empfundene Gehälter über das Steuersystem „geradegerückt“ werden. Ein unsere Meinung nach falscher Ansatz, da es sich um zwei unterschiedliche Themen handelt. Eine Gehaltsdiskussion sollte einer möglichen Änderung des Steuersystems nicht im Weg stehen!

          Beste Grüße
          Bankhaus Rott

          • Fnord23 sagt:

            Ach so, hatte ich falsch verstanden. Richtig, bei der Änderung des Steuersystems sollte das keine Rolle spielen.

            Das Einkomenssteuerrecht sollte so einfach sein, dass es eben auch Menschen mit geringem Bildungsstand verstehen. Das muß die Meßlatte sein.

            Was nicht geht, ist dass jedem seine „Gerechtigkeitsbratwurst“ gebraten wird. Wie jetzt. Wie im Kindergarten.
            „Häää, der Vielfahrer darf was absetzen. Ich bin Vielatmer. Da will ich auch was zurück“

            Wenn keiner mehr was gegenrechnen kann, dann ist das fair allen gegenüber.

            Das bedeutet aber auch, dass der Staat dem Bürger sein Einkommen lassen muß. Dann kann dieser selbst frei entscheiden, für was er was ausgeben möchte. Ist aber auch nicht mehr so leicht lenkbar, wenn kein Geld mehr für z.B. Solardachsubventionen oder Riester verteilt werden kann.

            Da sind wir wieder bei der freien sozialen Marktwirtschafttheorie.

            Frei ist der Mensch, wenn er in die Lage versetzt wird Eigentum bilden zu können. Das ist dann auch sozial. Dafür hat der Staat zu sorgen. Er hat keine komplizierte Geldumverteilungsmaschine zu sein, so wie wir das heute kennen, die nur noch die Privilegierten verstehen und ausnutzen können.

            Warum nicht ein einfaches Einkommenssteuerrecht, eine Mwst., noch eine variable Abgabe um auf kurzfristige Änderungen reagieren zu können? Ein BGE für alle als Ersatz für Rente, AlG usw.?

            Na, wir werden sehen. Danke für Eure Arbeit.

            VG aus Sachsen

  10. holger sagt:

    @ takuto

    —>>>Ich sehe, die genannten Vorschläge gehen in komplett unterschiedliche Richtungen, Einigkeit gibt es überhaupt nicht“

    Das scheint das normalste von der Welt zu sein. Wenn ich meine Oma väterlicherseits Fragen würde, was sie dazu meint oder mütterlicherseits, würde ich auch auf verschiedene Ansichten treffen. Wo liegt aber das Problem, dass sich die Herren Protagonisten Politiker im Zeitalter des Internett, sich nicht zusammen raffen können, einen öffentlichen Diskurs über die Steuergesetzgebung zu starten? Quasi einen „Bürger Think (Thank) Tank“ veranstalten? Wo dann ungeachtet der Farbe der Partei und Lobbyisten über solche Themen öffentlich ein Diskurs geführt werden kann. Das scheint nicht möglich zu sein. Unmöglich sogar. Dann gibt es aber noch ein paar Versprengte, die sich in den Blogs darüber noch Gedanken machen. Und das ist gut so. Man muss ja nicht immer Bi dafür sein. Es gibt genügend Vorschläge die auf dem Tisch liegen. Ob die nun alle Vernünftig sind… erstmal dahin gestellt. Aber mich freut es ungemein, dass es auch noch Menschen in diesem Land gibt, die Versuchen ihre Masse zwischen den Ohren auch noch zu nutzen.

    Woher soll denn die Einigkeit bitte schön kommen? Allein die Diskussion ums Steuerrecht wird doch von Anfang an mit einer Denk-Blockade belegt. Das sieht man an dem Professor aus Heidelberg. Ich kann nicht mehr tun, als meine Gedanken in Blogs nieder zu schreiben. Oder ab und zu den Trantüten es sogar ins Gesicht zu sagen, wenn sich die Herrschaften mal unters Volk trauen sollten. Und ich habe es öfters erlebt, wie die Diskutanten von den Herrschaften einfach nieder gemacht worden sind, weil der Michel über ein Allgemeinwissen verfügt, das sanft umschrieben, die Größe einer Erbse hat. Und wenn das größer als ne Erbse ist, dann flippen die Experten aus. Habe ich beim Sinn in FFM live erlebt. Der wollte bei der Veranstaltung abhauen. Ist so. So bald man mit fundierten Fakten kommt, haben die Pippi in den Augen. Könnten ja was verpasst haben in ihrer Gripse.

    Ich fände es gut, dass wenigstens mal Plattformen geschaffen werden, wo man solche Themen ohne Parteibuch zur Diskussion bringen kann. Ob es ein Ergebnis bringen wird, das bezweifel ich auch. Aber jede Diskussion ist tausendmal besser, als ein Schweigegelübde ablegen zu müssen. Es wird viel zu viel geschwiegen. Und zu wenig Tacheles geredet.

    Ist nur meine Meinung

    LG wiadG

  11. Takuto sagt:

    Vielen Dank für die Reaktionen, sogar vonseiten des Bankhauses! Bisher hatte ich immer das Gefühl, dass meine Kommentare niemand liest. – Ich bin ja auch gegen die extrem vielen Vergünstigungen etc. Jedes Jahr eine neue Anlage oder zumindest eine neue Seite zur Steuererklärung, ich kann ein Lied davon singen! – Nur wenn das mit der Absenkung auf 25% Höchststeuersatz verknüpft wird, weiß man, woher der Wind weht. Die Ersparnisse kommen dann wieder den Reichen zugute, ganz pauschal gesagt. Unter Adenauer gabs noch um die 80% Höchststeuersatz, wenn ich mich recht erinnere. Seitdem gehts nach unten damit, und die Einkommensschere öffnet sich.

    Meines Erachtens ist am wichtigsten, dass die Verteilung des Reichtums sich nicht weiter verschlechtert, also dass es immer mehr Superreiche und Arme, aber immer weniger Mittelstand gibt. Die Steuersätze muss man dahingehend anpassen. Andernfalls kommt der Feudalismus schneller zurück, als man denkt. Klar sind wir alle Optimisten und denken, dass wir bei den Nutznießern sein werden, doch die Realität kann ganz schnell anders aussehen.

  12. Takuto sagt:

    Und natürlich bin ich nicht gegen das Diskutieren, im Gegenteil. Trotzdem finde ich es schade, dass selbst hier, wo alle in einem Punkt einig sind, nämlich in der Beurteilung des Geldsystems, doch so gegensätzliche Auffassungen herrschen. Man erreicht halt mehr, wenn man eine gewisse Einigkeit erzielt. Das ist m.E. einer der Hauptgründe, warum es ein Berlusconi so lange an der Spitze aushält. Die Gegner haben sich immer zerstritten, keine Regierung hat früher ein Jahr überlebt. Die Mafia diskutiert eben nicht, und aufs Volk macht das Eindruck. Pisper (danke für den Tipp, den hab ich hier kennengelernt) sagt übrigens auch, dass die Leute Einigkeit lieben, obwohl das mit Demokratie nicht viel zu tun hat.

  13. frank smith sagt:

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