Frage der Woche: Ist das Eigentum sicher?

24. Oktober 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die vergangenen Monate, wie auch das Gesamtjahr, waren für viele Assetklassen eher durchwachsen. Vor allem das politische Dauergestammel rund um Griechenland und Co. führte zu schwer kalkulierbaren Zuckungen quer durch alle Sektoren. Gleichzeitig nimmt die öffentliche Geldsucht stetig zu und von Gesetzen lässt sich so manche Institution schon lange nicht mehr stören. Was macht der Anleger in diesem Tohuwabohu?

Anleger haben in Zeiten wie diesen zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Neben der Auswahl der Asset Allokation, also der Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen, kommt in der europäischen Union eine weitere Komponente ins Spiel. Heutzutage kann eine Institution wie die EZB mit dem Kauf von Staatsanleihen einen Rechtsbruch begehen und der dafür verantwortliche Vorsitzende wird später mit Applaus auf einer offiziellen Feier verabschiedet. Irrsinn. Die Konsequenzen derartigen Handelns übrigens sind tief greifender, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Welches Bild vermittelt ein Wirtschaftsraum, in dem schon die offiziellen Stellen keinerlei Respekt vor geltenden Verträgen haben? Anleger dürften sich fragen, wie es dieser Staat oder dieses Staatengebilde mit anderen Grundsätzen, zum Beispiel mit dem Recht auf Eigentum, halten mag?  Wenn das Hab und Gut in einem Land nicht mehr sicher ist, warum sollte man ausgerechnet an einem solchen Ort investieren. Was bedeuten schnöde Zinserträge ohne die Verlässlichkeit, dass dem Käufer sein Investment in einigen Jahren noch gehört? Das Geschichtsbuch erzählt von abenteuerlichen Konstrukten wie etwa Zwangshypotheken. Bei aller Inflationspanik scheinen Immobilienkäufer in deutschen Großstädten sich daran aber weiterhin nicht zu stören und machen Kapitalanlagen ausschließlich vom Zinsniveau und der Preisentwicklung der Vergangenheit abhängig. Was beeinflusst in diesen Fällen die Anlageentscheidungen? Ist es nach wie vor nur die Gier, schon die Ignoranz oder regiert bereits beides?

Der heimische Investor mit überschaubaren finanziellen Mitteln besitzt weniger Möglichkeiten als die handvoll bekannter Großinvestoren, die in ihren oft durchaus lesenswerten Kommentaren gerne empfehlen, einen Teil des Vermögens »auf verschiedene asiatische Währungen zu verteilen«. Klar, das kann sinnvoll sein, aber wer über € 10.000 Euro verfügt, dem geht rasch das nötige Streumaterial aus.

Was denken Sie auf Sicht von 10 Jahren?  Erwarten Sie überhaupt derartig tiefe Einschnitte? Die Frage darf übrigens nicht nur von Millionären beantwortet werden, es soll darum gehen, was man – praktisch oder in der Theorie – als sinnvoll erachtet. Vorschläge und Ideen können natürlich wie immer im Kommentarbereich diskutiert werden. Viel Vergnügen!

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