Frage der Woche: Aktien – Welcher Sektor?

25. Juli 2011 | Kategorie: Frage der Woche, Kommentare, RottMeyer

In vielen Portfolios privater Anleger finden sich eher Aktien als Anleihen. In zahlreichen Depots finden sich noch reichlich Karteileichen, wie die Papiere der Deutschen Telekom, die im Rahmen des Börsengangs unter anderem mit durchaus unterhaltsamen Verfahren der Immobilienbewertung für Stimmung sorgte.

Derzeit gilt das Papier des Unternehmens, das gerne einmal mehr Geld an die Aktionäre ausschüttet als es verdient (Stichwort: Substanzausschüttung), als Dividendentitel. Nun will die Firma scheinbar unabhängig vom Jahresergebnis 70 Cent ausschütten, was eine Dividendenrendite jenseits der 6% Marke bedeuten würde.Das gilt natürlich bezogen auf den aktuellen Kurs und nicht in Relation zum damals gefeierten Emissionspreis der dritten Tranche.

Wer aber bei der ersten oder zweiten Tranche gekauft hat (39,50 respektive 66,50) der kann sich selbst entscheiden ob er oder sie bei einer Rendite bezogen auf das Anfangsinvestment in Höhe von 1,7% beziehungsweise 1,05% in Jubel ausbrechen mag. Kursverluste in beachtlicher Höhe gab es gratis dazu.

Ähnlich ist die Lage der Versorger. Nicht nur im südeuropäischen Ausland drücken die Konzerne hohe Schuldenlasten und steigende Refinanzierungskosten. In der Peripherie bedeutet ein Anstieg der Refinanzierungskosten um 1% schnell mal ein um mehr als 10% gesunkenes Nettoergebnis.

Auch die deutschen Konzerne, die sich Jahre im trügerischen Licht des billigen Geldes und  der geschenkten Milliarden aus den Anfangszeiten des Emissionsrechtehandels. Die echte Ertragskraft der Unternehmen ist weitaus schwächer, als dies über Dekaden suggeriert wurde. Besonders interessant wird daher die Diskussion um zwingend notwendige Investitionen in die nicht im Topzustand befindlichen Netze. Unabhängig davon, was man von Solarförderung halten mag: Jahrelang Geld ausschütten und die Sanierung der Netze hintanstellen um dann die verdrängten Kosten der dezentralen Energieerzeugung in die Schuhe zu schieben, ist schon ein bühnenreifes Stück.

Wie dem auch sei, aus den vermeintlich sicheren Papieren war in den letzten Jahren außer Kursverlusten nicht viel herauszuholen, angesichts eines Quasi-Monopols und allerlei politischer Hätschelei lässt dies einen kleinen Blick auf die erbrachten strategischen Managementleistungen zu. Wer erinnert sich nicht an die paar Milliarden Euro, die deutsche Versorger durch Fehlinvestments beispielsweise in Großbritannien innerhalb weniger Jahre versenkt haben. Global Player oder Global Payer – das  silly german money kennt scheinbar keine Sektorgrenzen.

Und so kommen wir zu den Sektoren. Welche Sektoren halten Sie langfristig  für attraktiv? Sind es die geprügelten Versorger oder werden diese im Kampf um Refinanzierungen weiter leiden? Sind es Energietitel oder die Werte des Einzelhandels? Wählen Sie bis zu drei von Ihnen als attraktiv angesehene Sektoren. Zusätzlich zur üblicherweise genutzten Einteilung haben wir die Edelmetallminen als separaten Punkt aufgeführt.

Wir freuen uns natürlich wieder auf eine lebhafte Diskussion im Kommentarbereich!

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Die bereits abgeschlossenen Umfragen beim Bankhaus Rott & Meyer können Sie im Archiv einsehen.

 

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