Negativverzinsung bei Riester-Rente

10. August 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Markus Blaschzok

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ist erstmals gegen Negativzinsen bei Riesterprodukten vorgegangen und hat die Kreissparkasse Tübingen abgemahnt. Die Verbraucherschützer begründeten Ihren Schritt damit, dass eine negative Grundverzinsung von -0,5% für den Vorsorge-Plus-Vertrag rechtswidrig sei.

„Eine negative Verzinsung ist mit dem Grundgedanken einer Geldanlage nicht vereinbar… Dass Anbieter nun offenbar sogar bei der staatlich geförderten Riester-Rente nicht davor zurückschrecken, statt Zinsen zu zahlen nun ein Entgelt einzufordern, zeigt einmal mehr, wie dringend die private Altersvorsorge reformiert werden muss.“

In diesem Punkt stimmen wir der Verbraucherzentrale vollkommen zu, denn jegliche staatliche Altersvorsorge, sei es die gesetzliche Rentenversicherung oder die Riesterrente sind systematisch auf Entwertung ausgelegt. Dass die Rentenversicherung nur einen Bruchteil der Einlagen im Alter auszahlt, dürfte jedermann klar sein. Doch auch die Riesterrente weist eine real negative Verzinsung aus und man verliert letztlich Geld.

Die meisten Finanzprodukte zur Altersvorsorge können am Ende der Laufzeit nur aufgrund der Inflation eine nominal positive Entwicklung ausweisen. Dies geschieht, indem Zentralbanken die offizielle Teuerung immer statistisch geschönt berechnen. Während früher die offizielle Teuerung 2% bis 4% niedriger ausgewiesen wurde, sind es seit 2008 wohl eher 5% bis 7%, die aus der offiziellen Teuerung herausgerechnet werden.

Seriöse Statistiken gibt es aus den USA mit shadowstats.com, die die Teuerung nach der alten Methode von 1980 weiterberechnen. Nach dieser liegt die reale Teuerung in den USA aktuell nicht etwa bei rund 2%, sondern bei über 10%, was einer realen Finanziellen Repression und somit Enteignung der Sparer über Inflation von 8% jährlich entspricht.

In den USA liegt die reale Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen bei -8%

Nach den offiziellen Zahlen der Bundesbank gab es im Euroraum angeblich eine Teuerung von 23% seit Einführung des Euros in 1999. Dass nach diesen „Fake Statistics“ die Preise seit der Einführung des Euros vor 18 Jahren nur um 29% gestiegen sein sollen, ist selbst für die einfachen Leute schwer zu glauben.

Jeder hat die starken Preissteigerungen um teilweise mehrere Hundert Prozent an der Supermarktkasse, beim Essen oder Tanken in den letzten beiden Jahrzehnten miterlebt und dennoch werden bei allen Kalkulationen zu der Bestimmung der Rentenansprüche diese falschen offiziellen Statistiken verwendet. Wären die Preise seit der Einführung des Euros nur um 29% angestiegen, dann wäre der Goldpreis in der gleichen Zeit nicht um über 300% im Preis nach oben geschossen.

Gold hat die reale Abwertung der europäischen Gemeinschaftswährung realistischer ausgeglichen und ist ein weitaus besseres Inflationsbarometer als die staatlichen Statistiken der europäischen und bundesrepublikanischen Statistikämter.

Da sich die Produkte zur Altersvorsorge alle an der offiziellen Inflation orientieren, erfahren diese alle real eine Negativverzinsung. Nominal weist eine Altersvorsorge ebenso wie ein Sparbuch mit Niedrigzinsen zwar zumindest eine kleine nominale Rendite aus, doch real können Sie mit diesem vermeintlich gestiegenen Vermögen jedes Jahr immer weniger im Supermarkt einkaufen, da der reale Preisanstieg bzw. die reale Abwertung der Währung deutlich höher war.

Für jeden Euro den Sie also in eine staatliche bzw. eine staatlich geförderte Rente einzahlen, erhalten Sie am Ende des Tages nur noch einen Bruchteil davon zurück. Leider gibt es einen staatlichen Zwang in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, sodass die Menschen aktuell nicht die Freiheit haben zu entscheiden, wie sie mit ihren Ersparnissen und ihrer Altersvorsorge verfahren wollen.

Wir empfehlen daher zusätzlich privat vorzusorgen und dieses Geld in inflationsgeschützte Anlagen zu investieren, die auf 30 Jahre zumindest die reale Teuerung ausgleichen und womöglich sogar eine positive reale Rendite erwirtschaften. Zum einen bietet eine breite Anlage in den Aktienmarkt einen gewissen Schutz vor Inflation. Zum anderen sollte man einen großen Teil einfach inflationsgeschützt in die aktuell ohnehin unterbewerteten sicheren Häfen der monetären Edelmetalle Gold und Silber investieren. Gerade wegen der relativen Unterbewertung zu den aufgeblähten Geldmengen des Euros und des US-Dollars, sind Edelmetalle die erste Wahl, wenn man im Alter auf Nummer sichergehen will.

Auszug aus dem Marktkommentar von Markus Blaschzok

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