Nahles unfehlbar. Waffen meistens auch.

14. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Ja bitte, was haben Sie denn? Selbstverständlich muss die Umsetzung des Mindestlohns kontrolliert werden. Dass die Kontrolleure dabei auch eine Waffe tragen, ist doch selbstverständlich! Allein aus Gründen der Sicherheit…

…denn es darf doch nicht sein, dass sich aufmüpfige Arbeitgeber wehren. Oder vermeintliche Mindestlöhner auch selbst. Frau Nahles und ihre Genossen haben sicherlich alles durchdacht und denken schon viel weiter. Neulich hieß es doch, Depressive können so gefährlich sein. Was da alles passieren kann. Sehen Sie? Doch seien Sie vergewissert, Frau Nahles meint es in ihrer permanenten Unfehlbarkeit permanent nur gut. Ob aber „gut gemeint“ auch wirklich gut ist, zeigt sich später, auch wenn gerade ein paar Irregeleiteten darüber meckern. Schließlich muss sich ein Staat auch schützen bzw. seine Errungenschaften verteidigen. Meinen Sie nicht?

Wie? Sie haben Angst vor 1.600 zusätzlichen Zoll-Kontrolleuren, die Waffen tragen? So soll es auch sein! Ja, erschrecken Sie ruhig, wenn die Kämpfer für eine gerechte Welt in der Öffentlichkeit ihrem Job nachgehen. Wenn jemand keinen Radheld trägt, unangeschnallt Auto fährt, Zigarettenkippen achtlos wegwirft, die Abfalltonne falsch bestückt, unerlaubte Internetseiten besucht und später dann Falsches denkt und sagt. Ordnung muss sein!

Der Staat meint es doch immer gut … mit sich. Der Mindestlohn bedarf einer korrekte Umsetzung. Frau Nahles liegt da schon richtig, glaubt sie. Zumindest lässt sie das die Presse verkünden und steht damit ganz vorn auf den Titelseiten, was für sie außerordentlich wichtig ist. Wir gratulieren!

Sie ist sicher, ihr Mindestlohn ist schon jetzt eine große Errungenschaft. 8,50 Euro pro Stunde geben Sicherheit und Perspektive. Was wäre aber ein Gesetz ohne Kontrolle?

Ja, natürlich ist es gerade jetzt ärgerlich, dass Spargel an der Frankfurter Hauptwache neulich 20 Euro pro Kilo kostete. Dafür aber kommt er aus ethisch-korrekter Arbeit für 8,50 Euro pro Stunde. Wer sich darüber aufregt, der sollte dringend über sein Menschenbild nachdenken. Habe ich neulich gelesen. Billiger Spargel und Erdbeeren sind nämlich kein Menschenrecht. Früher haben Schwarzarbeiter 32 Stunden am Tag Spargel für Hungerlöhne gestochen. Dem Fiskus entgingen Millionen entgangener Steuern. Berlin braucht dringend Geld für…

Ja, auch hierzulande hält die Waffe Einzug in den Alltag. Der Trend stammt aus den USA, wo die Demokratie inzwischen zur Höchstform aufgelaufen ist. Dort sterben zwar auch Unschuldige bei den vielen Kontrollen – wo gehobelt wird fallen eben auch Schüsse. Und wenn aus Versehen eine Kugel im Rücken eines Farbigen landet, dann ist das sehr bedauerlich. Oder wenn ein Taser als Elektro- Defibrillator das Herz zum Stillstand bringt. Wer sagt denn, dass der Kampf um Demokratie fehlerfrei ablaufen soll?  

Zudem schafft Kontrolle sichere und dauerhafte Arbeitsplätze. Von wegen Bürokratiemonster! Die Branche der „Verteidigung demokratischer Errungenschaften“ wird sich als Wachstumsmarkt erweisen und die Aktien der Hersteller von Waffen und Munition gute Dividenden abwerfen.

Es gibt künftig viel mehr zu kontrollieren als den Mindestlohn, auch all den Schwachsinn, den man sich in Berlin und Brüssel ausdenkt. Solche Jobs sind sichere Jobs in Zeiten, in denen es endlich auch der Unschuldsvermutung an den Kragen geht. Wer hat sich früher eigentlich diesen Unsinn mit der Unschuldsvermutung ausgedacht? Es muss sich um einen Irrtum gehandelt haben, der jetzt behoben wird. Künftig mit Waffe eben…


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , ,

10 Kommentare auf "Nahles unfehlbar. Waffen meistens auch."

  1. giovanni gruen sagt:

    … Mindestlohn und die Kontrollen sind sowieso nur ein Politiktypischer Showeffekt.
    Eine sanktionsfreie Grundsicherung in der Hoehe das ein Menschenwuerdiges Leben auch unter den heutigen Bedingungen moeglich ist waere die Loesung. …und schon koennten die Herren Bauern ( Unternehmer) sehen ob noch jemand fuer nen Hungerlohn ihren Spargel aus dem Dreck buddeln oder irgendeinen anderen beliebigen Ausbeuterjob will…

    • FDominicus sagt:

      Und das Geld für die Grundsicherung kommt woher? Wie blind muß man sein zu sehen , auf was Ihr „Gottmodell“ herausläuft?

      • Argonautiker sagt:

        Das sehe ich ähnlich,…, „wo soll das Geld denn herkommen?“

        Andererseits wo kommt das Geld denn derzeit her? An reale Güter ist es nicht mehr geknüpft, an reale Wirtschaftsleistung ist es auch nicht mehr geknüpft, man druckt es also wirklich nur noch einfach so. Da kann man dann natürlich schon verstehen, daß sich dieser Irrtum auch im Denken der Arbeiter einschleicht, und solche Forderungen entstehen. Wenn sich die Obrigkeit das Geld einfach so druckt, warum dann nicht auch leistungsloses Geld für alle?

        Aber man kann natürlich nicht einen Irrtum damit ausmerzen, indem man nun Allen den Irrtum gewährt, deshalb vollste Zustimmung, ein leistungsloses Grundeinkommen ist Schwachsinn, und würde lediglich den Kollaps beschleunigen. Aber wer weiß das so genau, vielleicht wäre es nicht das schlechteste. Jedenfalls führt dieses einseitige erzeugen von Geld aus dem Nichts, nur zum langsamen abkochen der einfachen Menschen. Eine wirkliche Lösung des Dilemmas ist das auch nicht.

        Schönen Gruß an Sie und giovanni gruen sollte seine Forderung vielleicht doch noch mal überdenken.

    • Avantgarde sagt:

      Nein – das ist keine gute Idee.
      Lieber die Grundsicherung belassen aber dafür den leider zu geringen Mindestlohn erhöhen.
      Anreize Arbeiten zu gehen soll es schon geben. Denn ich glaube kaum, daß eine Jugend die nur in der Gegend herumlungert in unserem Interesse sein kann.
      Man braucht Perspektiven und nicht bezahltes Nichtstun.

  2. Argonautiker sagt:

    Schöner, wichtiger und bissiger Artikel.

    Man löst diese Problem nur, wenn man Beamte, Politiker, und andere Menschen in maßgebender Position, die Immunität nimmt, und sie für ihre Handlungen und Entscheidungen wieder haftbar machen kann, um sie damit wieder in die Wirklichkeit der Welt zu holen, denn jedes Wesen muß sich in seinem Handeln auch an der Reaktion der Umwelt messen lassen.

    Dieses in Anspruch nehmen von unfehlbarer Gottgleichheit, bei gleichzeitigem Unvermögen, dies auch zu leisten, verhindert die Wirklichkeit in ihrer Korrektur, sodaß teilweise selbst aberwitzige Regeln, zu so etwas wie unübertretbaren Gesetzen werden, welche die Welt in die Irre leiten. Als sogenannter Maßgebender sollte man schon sehr genau zwischen Geboten und Verboten, respektive Regeln und Gesetzen, unterscheiden können.

    Menschen sind lediglich zum Aufstellen von Regeln fähig, die in Geboten münden können, die man je nach Situation einhält, oder nicht. Gesetze sind göttliche Maßgaben, die aus sich selbst wirken, und beim Übertreten derselben unweigerlich zur Strafe führen. Ist jemand nicht feuerresistent und greift in die Flamme, dann folgt die Strafe ohne weiteres zutun. Sind sie feuerresistent, warum sollten sie dann nicht in die Flamme greifen. Das Gesetz wohnt schon in den Lebewesen. Das was Politiker und Bürokraten versuchen, sind Regeln aufzustellen, von denen sie persönlich meinen, daß es das Zusammenleben reibungsloser macht, das hat aber nichts mit Gesetzgebung zu tun.

    Einigte man sich auf einige Regeln, wäre es ja noch verständlich. Einigen beinhaltet jedoch auch, das man NEIN zu Regeln sagen können darf. Wenn es aber sogar soweit geht, daß sie Menschen bestrafen wollen, wenn sie ihre Regeln, die keine Gesetze sind, brechen,…, wenn diese zum Beispiel über eine rote Ampel gehen, wenn kein Auto kommt, ist dann krank. Da scheinen sie nicht mehr dazwischen unterscheiden zu können, daß sie eben nur Regeln aufstellen können, weil man als Mensch eben zum Erzeugen von wirklichen Gesetzen eben nicht in der Lage ist.

    Das sie dann aber meinen, diese Unvermögen damit kompensieren zu wollen, indem sie weitere Regeln einsetzen dürfen, welche es anderen Menschen erlaubt, wiederum Andere zu bestrafen, wenn diese ihre Regeln übertreten, ist dann höchst geisteskrank. Damit will man die Anderen, ganz allgemein zwingen, ihre Regeln als Gesetze anzusehen. Und glaubst du nicht, daß diese Regeln für dich Gesetze sind, dann werde ich dir schon zeigen, daß du daran zu glauben hast, weil ich dir sonst jemanden schicke, der dich bestraft.

    Das ist Mafiös. Was du willst kein Schutzgeld bezahlen, dann werde ich dir schon zeigen, daß du Schutz bedarfst, weil ich dir sonst Leute auf den Hals hetze. Aber nein, unsere Regierende machen so etwas doch nicht, das sieht man doch schon an den Steuern, sind doch freiwillig, oder? Nein, das ist kein Schutzgeld. Nur, was passiert, wenn sie keine Steuern zahlen? Dann kommt der Heinzelmann und singt ihnen ein gute Nacht Lied.

    Die Welt ist leider voller Psychopathen, die sich für Götter halten, und das nicht erst seit Gestern.

    Es kann gar nicht genug krachen auf dieser Welt, denn des Finanzsystem ist Gewiß nicht das Einzige, was einer größeren Korrektur bedarf.

    Ja das muß kesseln in die Ohr’n, ja das muß…., volles Roaaahhh

    Gott zum Gruße

  3. bluestar sagt:

    Ganz große Klasse, dieser Artikel. Mein Dank an den Meister.

    Solange Menschen etwas zu sagen haben die,
    1. In Ihrem Leben noch nie etwas produktives und sinnvolles geschaffen haben
    2. In der Wirtschaft unbrauchbar sind
    3. Noch nie eigenes Geld erwirtschaftet haben
    4. Nicht wissen was ein Unternehmen ist, geschweige wie man eins führt
    5. Sich in Parteien hochgebuckelt und hochgeschleimt haben
    6. Gern das Vermögen anderer Menschen verteilen
    7. Selbst Nieten sind, aber gern anderen Menschen Vorschriften erteilen
    8. für die Ergebnisse ihrer Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden

    kommen genau die oben beschriebenen Abartigkeiten zustande, die dann von Teilen eines unmündigen Volkes noch bejubelt werden.

    kommen genau die Ergebnisse wie oben beschrieben zustande

  4. Insasse sagt:

    Die Überschrift des Artikels könnte auch „Die Herrschaft der Nichtsnutze“ lauten.
    Frau Nahles ist eine(r) davon. Die Lektüre ihres Lebenslaufaufes gibt erhellende Einblicke(Wikipedia hilft). Noch nie etwas für die Gesellschaft getan, aber diese „gestalten“ – nach eigenem Gutdünken, versteht sich und auf anderer Leute Kosten. Und Frau Nahles ist leider nicht allein! Früher hätte man solche Leute als Asozialie oder schlicht Irre eingestuft und (wohl vergeblich) versucht, sie wieder in die Welt der Normalen einzugliedern bzw. zu behandeln. Heutzutage, im Sozialismus 2.0, geben solche Verrückten den politischen Ton an, was in der Praxis nichts anderes bedeutet, als den produktiven Teil der Gesellschaft mittels Staatsgewalt zu terrorisieren und parasitär zum eigenen Vorteil auszusaugen.

    In diesem Sinne ein gehorsames „Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!“, „Immer bereit!“ aus der Anstalt!

    (Wer damit – noch! – nichts anfangen kann, schaue hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Pionierorganisation_Ernst_Th%C3%A4lmann#Losung_und_Gru.C3.9F)

    • Deutelmoser sagt:

      @ insasse

      sehr guter Kommentar – treffender hätte ich es auch nicht sagen können. Leider ist der deutsche Michel mittlerweile schon so sediert, dass er diesem Wahnsinn gar nicht mehr wahr nimmt

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.