Nächste Krise schon unterwegs?

26. Oktober 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Gerade in den letzten Tagen wurde ich angesichts der Lage bei den Banken öfters gefragt, ob wir vor einer neuen Finanzkrise stehen. Keine Sorge, so meine Antwort, die alte Krise ist noch gar nicht vorbei. Glauben Sie nicht?

Wenn man es nüchtern betrachtet, wäre das Finanzsystem ohne die „Dauerrettung“ der Zentralbanken längst umgekippt, hätte sich das eigentliche Problem, das der zu vielen Schulden, längst erledigt. Genau betrachtet leben wir inmitten einer Überschuldungskrise. Der weltweite Schuldenberg ist laut IWF inzwischen 152 Billionen US-Dollar groß geworden. Das entspricht 225 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Tja, wenn die Schulden stärker wachsen als die Wirtschaft, ist das wie ein Auto mit immer mehr PS, welches immer langsamer fährt und dann rückwärts in den Graben rollt.

Das ist der Grund, weshalb ich Gold so genau beobachte. Irgendwann gibt es kein Wachstum mehr, sondern nur noch explodierende Schulden. Und da die Schulden des einen die Guthaben der anderen sind, ahnen Sie schon, was dann passiert.

Einige werden eifrig behaupten, sie hätten mit diesen Finanzmärkten nichts am Hut, merken aber nicht, dass sie diesen trotzdem ausgesetzt oder ausgeliefert sind, selbst bei Guthaben auf dem Konto oder beim schnöden Bargeld. Selbst die Altersvorsorge ist bei aller Zinslosigkeit auf Sand gebaut. Einzuwenden wäre zudem, dass bislang alles gutgegangen sei. Richtig! Wer weiß aber, was hinter der nächsten Ecke wartet? Letztlich wird wegen der Gelddruckerei irgendwann das vorhandene Geld schlecht. Das ist auch das angestrebte Ziel der Zentralbanken, die Kaufkraft zu schwächen. Somit hat jeder mit den Finanzmärkten zu tun, wenn man sich dagegen wehren will. Heute geht es darum, seine Guthaben zu schützen.

Früher war das anders…

Was es nicht schön, als Sparen noch planbar war, ohne dass man sich an der Börse auskennen musste? Wer weniger ausgab als einnahm, der kam im Laufe der Zeit auf manch hübsches Sümmchen. Es gab sogar noch Zinsen! Wer beispielsweise 100.000 Euro auf der hohen Kante hatte, der konnte bei sechs Prozent Zinsen, oh ja, das war früher normal, am Ende des Jahres mit 6.000 Euro Zinsen rechnen oder mit monatlich 500 Euro, ohne den Kapitalstock zu belasten. Man konnte sogar sich sogar einen früheren Renteneintritt leisten, wenn man fleißig genug gespart hatte und ein Stück weit von den Zinsen leben. Heute spielt Kaufkrafterhalt eine dominierende Rolle.

Bei Guthaben auf dem Konto muss man wissen, dass die Bank diese nicht verwahrt. Vielmehr hat der Sparer gegenüber der Bank eine Forderung. Was aber, wenn die Bank in Problemen steckt? Dann soll der Einlagensicherungsfonds einspringen, heißt es. Ob er das aber kann? Schließlich kam es noch nicht zu diesem Test. 

Nicht nur die Planbarkeit seiner Finanzen ist passé, auch die Zinsen sind ausgelöscht und die Altersvorsorge unsicher – zudem ist das Geld auf der Bank auch nur noch mit 100.000 Euro über den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Spargelder über 100.000 Euro können dann zur „Rettung“ einer Bank herangezogen bzw. geklaut werden. Zypern lässt grüßen!

Wer nur zwei Schritte zurücktritt, kann sehen, dass die Probleme nicht weniger werden. Es sind keine normale Zeiten mehr mit Notenbanken im Dauer-Rettungsmodus. Das sind Krisensymptome. Und wenn die Schulden eines Tages kollabieren, aus welchen Gründen auch immer, werden die Guthaben auch verschwinden. Es ist Zeit, einen Teil davon in etwas zu tauschen, was sich von all den Schlagzeilen und Gefahren unbeeindruckt zeigt: Gold – die älteste und stabilste Währung der Welt. Dann wird sich auch zeigen, dass man Geld wiegen statt zählen sollte.
Die Kolumne erschien zuerst auf Taurus Sachwerte AG

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